KV Hessen und Gesundheitsministerium starten SaN-Echtbetrieb in drei hessischen Landkreisen; Entlastung von Rettungsdienst und Notaufnahmen

Hessisches Projekt sektorenübergreifender Notfallversorgung startet Echtbetrieb

Hessisches Projekt sektorenübergreifender Notfallversorgung startet Echtbetrieb

Im „SaN“-Projekt wird die Dringlichkeit qualifiziert ersteingeschätzt und Patienten so in die nötige Versorgungsebene gesteuert. In den drei hessischen Testlandkreisen beginnt nun die Produktivphase.

Hofheim.In drei hessischen Landkreisen soll ein vor vier Jahren gestartetes Projekt zur Entlastung von Rettungsdienst und Notaufnahmen jetzt in den „Echtbetrieb“ starten. Sprich, ein durchgehend digitaler Prozess, der eine Fallübernahme und -übergabe zwischen Leitstellen des Rettungsdienstes und der Disposition des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes ermöglicht, wie die KV Hessen und das hessische Gesundheitsministerium am Montag mitteilten.

Im 2022 gestarteten Projekt„SaN“ (Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung)werden Dringlichkeit und der Versorgungsbedarf der Hilfesuchenden digital ersteingeschätzt und diese so in die bedarfsgerechte medizinische Versorgung gesteuert. Dazu dient die Software „SmED“ (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland). Beteiligt sind der Main-Taunus-Kreis, der Main-Kinzig-Kreis und der Landkreis Gießen.

Unabhängig davon, wie und wo die Patienten vorstellig werden, unter den Rufnummern 112 oder 116117 oder in der Notaufnahme, wird das medizinische Personal einschätzen, wie dringend der Fall ist und welche Hilfe gebraucht wird: Bei einem echten Notfall gibt es einen sofortigen Rettungseinsatz. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Fällen wird an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst weitergegeben. Bei leichteren Beschwerden reicht ein Termin beim Hausarzt am nächsten Wochentag.

„So bekommen Patienten die passgenaue Hilfe, die sie brauchen – bei gleichzeitiger Entlastung von Rettungsdienst und Notaufnahmen“, zeigt sich Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) überzeugt. Die zentrale Innovation des Projektes sei „das Denken der medizinischen Versorgung von Not- und Akutfällen als Ganzes, ganz unabhängig davon, welche Anlaufstelle eine Hilfe suchende Person zuerst kontaktiert“, ergänzte KV-Vize Armin Beck.

Angesichts der aktuellenPläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für eine Notfallreformgibt es in Hessen nun Befüchtungen eventueller negativen Auswirkungen auf das hiesige Vorhaben. „Damit Projekte wie SaN ihr Potenzial entfalten können, dürfen die bestehenden Strukturen nicht durch zusätzliche Anforderungen, etwa im Zuge der geplanten Notfallreform der Bundesregierung, überfordert werden“, warnte Prof. Steffen Gramminger, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft.(bar)

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