KIGA St. Peter-Waldkirchen veröffentlicht Konzeption in Waldkirchen; katholisches Profil betont Inklusion und Vielfalt
KONZEPTION
JAHNSTRAßE 19 94065 WALDKIRCHEN TELEFON: 08581 3445 E-MAIL: KIGA.ST.PETER-WALDKIRCHEN@CARITAS-PA.DE
TRÄGER: PFARR-CARITASVERBAND WALDKIRCHEN E.V.
KONZEPTION
1
Inhalt 1 Vorwort …………………………………………………………………………………………………………………………. 3 1.1 Vorwort Kindergartenleitung …………………………………………………………………………………….. 3 1.2 Vorwort Träger ………………………………………………………………………………………………………… 4 1.3 Vorwort Pfarrer ……………………………………………………………………………………………………….. 6 1.4 Vorwort Bürgermeister …………………………………………………………………………………………….. 7 2 Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen ……………………………………………………… 9 2.1 Geschichtlicher Hintergrund ……………………………………………………………………………………… 9 2.2 Rechtliche Grundlagen ……………………………………………………………………………………………. 10 2.3 Einrichtungsbeschreibung ……………………………………………………………………………………….. 13 3 Unsere pädagogischen Leitlinien …………………………………………………………………………………….. 18 3.1 Leitbild – katholisches Profil …………………………………………………………………………………….. 18 3.2 Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt …………………………………………….. 21 3.3 Bild vom Kind – christliches Menschenbild ………………………………………………………………… 23 3.4 Verständnis von Bildung ………………………………………………………………………………………….. 24 4 Schlüsselprozesse der Bildungs- und Erziehungsarbeit ………………………………………………………. 26 4.1 Projektarbeit ………………………………………………………………………………………………………….. 26 4.2 Werteorientierung und Religiosität ………………………………………………………………………….. 26 4.3 Naturwissenschaft, Technik & Umwelt ……………………………………………………………………… 26 4.4 Mathematik …………………………………………………………………………………………………………… 27 4.5 Sprach-, Lese- und Schreibkompetenz (Literacy) ………………………………………………………… 28 4.6 Medien …………………………………………………………………………………………………………………. 29 4.7 Ästhetik und Kunst …………………………………………………………………………………………………. 29 4.8 Musik ……………………………………………………………………………………………………………………. 30 4.9 Starke Kinder …………………………………………………………………………………………………………. 30 4.10 Lebenspraxis ………………………………………………………………………………………………………….. 32 5 Themenübergreifende Bildungs- und Erziehungsperspektiven …………………………………………… 32 5.1 Partizipation ………………………………………………………………………………………………………….. 32
2
5.2 Integration/Inklusion – Pädagogik der Vielfalt ……………………………………………………………. 34 5.3 Vorkurs Deutsch …………………………………………………………………………………………………….. 35 5.4 Transitionen der Kinder …………………………………………………………………………………………… 36 5.5 Basiskompetenzen ………………………………………………………………………………………………….. 41 6 Beobachtung und Dokumentation ………………………………………………………………………………….. 42 6.1 Simik, Seldak und Perik ……………………………………………………………………………………………. 42 6.2 Portfolio ………………………………………………………………………………………………………………… 43 6.3 Kinderschutz ………………………………………………………………………………………………………….. 43 7 Erziehungspartnerschaft ………………………………………………………………………………………………… 44 7.1 Elternarbeit ……………………………………………………………………………………………………………. 44 7.2 Elternbeirat ……………………………………………………………………………………………………………. 46 8 Qualitätssicherung ………………………………………………………………………………………………………… 47 8.1 Kinderkonferenz, Kinderbefragung …………………………………………………………………………… 47 8.2 Elternbefragung ……………………………………………………………………………………………………… 47 8.3 Mitarbeitergespräche ……………………………………………………………………………………………… 48 8.4 Fort- und Weiterbildungen ………………………………………………………………………………………. 48 8.5 Teambesprechungen/Konferenzen …………………………………………………………………………… 48 8.6 Aufnahmeverfahren ……………………………………………………………………………………………….. 49 8.7 Beschwerdemanagement ………………………………………………………………………………………… 50 9 Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit ……………………………………………………………………………….. 51 10 Schlussgedanken …………………………………………………………………………………………………………… 54 11 Impressum …………………………………………………………………………………………………………………… 55 12 Literaturnachweis …………………………………………………………………………………………………………. 55
3
1 Vorwort 1.1 Vorwort Kindergartenleitung
Liebe Eltern,
als Leitung unseres Kindergartens ist es mir ein großes Anliegen, in dieser Konzeption die Grundlagen und Werte unserer pädagogischen Arbeit sichtbar zu machen. Unser Kindergarten versteht sich als ein christlicher, offener und inklusiver Ort, an dem jedes Kind willkommen ist – unabhängig seiner Herkunft, Fähigkeiten oder individuellen Lebensumständen. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Kinder sich angenommen fühlen, Gemeinschaft erleben und Ihre Persönlichkeit frei entfalten können. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Kind mit seiner Einzigartigkeit, seinen Fragen und seiner natürlichen Neugierde. Unsere Erzieherinnen sind Begleiter und Impulsgeber, die die Kinder aufmerksam beobachten, sie ermutigen, eigene Wege zu gehen, und ihnen vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken und Lernen eröffnen. Wir sehen Kinder als kompetente, kreative und forschende Persönlichkeiten. Ihre Ideen, Interessen und Ausdrucksformen nehmen wir ernst und greifen sie im Alltag auf. Die Umgebung gestalten wir so, dass sie zum Lernen einlädt, zum Austausch anregt und die Kinder in Ihren individuellen Entwicklungsprozessen unterstützt.
Gleichzeitig prägen christliche Werte wie Nächstenliebe, Wertschätzung, Respekt und Verantwortung unser tägliches Miteinander. Sie bilden das Fundament für eine Gemeinschaft, in der Kinder Vertrauen, Geborgenheit und Orientierung erfahren.
Diese Konzeption soll Eltern, Mitarbeitenden und Interessierten einen Einblick in unsere Haltung und unsere Arbeit geben. Sie ist Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses von Bildung, Erziehung und Betreuung – und zugleich eine Einladung, unseren Kindergarten als lebendigen Lern- und Lebensort mitzuerleben und mitzugestalten.
Herzlichst
Kathrin Blöchl Kindergartenleitung
„Kinder sind wie Blumen. man muss sich zu Ihnen niederbeugen, wenn man sie erkennen will!“ Friedrich Fröbel
4
1.2 Vorwort Träger
Liebe Eltern,
der Kindergarten St. Peter Waldkirchen versteht sich als Ort des Lebens, Lernens und Glaubens, an dem Kinder in ihrer Einzigartigkeit angenommen und in ihrer ganzheitlichen Entwicklung begleitet werden. Als Einrichtung in Trägerschaft des Pfarr-Caritasverbandes fühlen wir uns dem christlichen Auftrag ebenso verpflichtet wie den gesetzlichen Grundlagen des Bayerisches Kinderbildungs- und - betreuungsgesetz (BayKiBiG).
Dies bildet die verbindliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Es betont die Bedeutung frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung als eigenständigen Bildungsauftrag. Kinder haben ein Recht auf Förderung ihrer Persönlichkeit, ihrer sozialen Kompetenzen sowie ihrer kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Dieser gesetzliche Auftrag ist für uns nicht nur Verpflichtung, sondern auch Bestärkung unseres pädagogischen Selbstverständnisses: Jedes Kind bringt individuelle Begabungen, Interessen und Entwicklungsschritte mit, die wir aufmerksam wahrnehmen und professionell begleiten.
Unser Handeln gründet zugleich im christlichen Menschenbild. Wir glauben, dass jeder Mensch von Gott gewollt, geliebt und mit unverlierbarer Würde ausgestattet ist. Daraus erwächst eine Haltung der Wertschätzung, des Respekts und der Nächstenliebe. Kinder erfahren bei uns Annahme ohne Vorbedingungen. Sie werden ermutigt, ihre Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Religiöse Bildung ist dabei kein Zusatz, sondern durchzieht unseren Alltag in Gebeten, Festen im Kirchenjahr, biblischen Geschichten und im achtsamen Miteinander. Dies geschieht im Zusammenwirken mit der Pfarrgemeinde und unseren Kirchlichen und sozialen Einrichtungen vor Ort.
Der Kindergarten St. Peter Waldkirchen versteht sich als familienergänzende und familienunterstützende Einrichtung. Eine vertrauensvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist für uns von zentraler Bedeutung. Transparenz, Dialog und gegenseitige Wertschätzung bilden die Grundlage einer Zusammenarbeit, die das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam „Hilf mir, es selbst zu tun.“ – Maria Montessori –
5
schaffen wir einen Lebensraum, in dem Kinder Sicherheit, Geborgenheit und vielfältige Anregungen erfahren.
In einer sich wandelnden Gesellschaft sehen wir es als unsere Aufgabe, Kindern Orientierung zu geben und sie zugleich offen für Neues zu machen. Partizipation, Inklusion und interkulturelle Sensibilität sind feste Bestandteile unserer pädagogischen Arbeit. Wir fördern Selbstständigkeit, Konfliktfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein und schaffen Räume, in denen Kinder Fragen stellen, forschen, gestalten und Gemeinschaft erleben können. Diese pädagogische Konzeption beschreibt die Grundhaltungen, Ziele und Methoden unserer Arbeit. Sie ist Ausdruck unseres Qualitätsanspruchs und zugleich ein lebendiges Dokument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Möge sie allen Einblick in unsere Arbeit geben und das gemeinsame Anliegen verdeutlichen: Kinder auf ihrem Weg zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und lebensfrohen Persönlichkeiten zu begleiten – getragen von fachlicher Kompetenz, christlichen Werten und dem Vertrauen in ihre von Gott geschenkten Fähigkeiten.
Mit herzlichen Segenswünschen
Ihr
Diakon Konrad Niederländer
- Vorsitzender Pfarr-Caritasverband Waldkirchen e.V.
6
1.3 Vorwort Pfarrer
Papst Franziskus hat dieses Wort bei einer Ansprache an Kinder und Jugendliche gerichtet. Baumeister einer Welt sein, in der jeder Mensch als Kind und Ebenbild Gottes geachtet wird – dieser Auftrag gilt der ganzen Menschheitsfamilie. Er wird ganz besonders in unseren Kindertagesstätten mit Leben erfüllt. Als Pfarrer bin ich stolz und dankbar, dass dem Pfarr-Caritasverband mit der Trägerschaft der Kinderkrippe in Waldkirchen und den Kindergärten in Waldkirchen und Holzfreyung dieser wertvolle Dienst anvertraut ist. Kinder sind die „Architekten der Zukunft“. Sie bauen mit den Werkzeugen des Glaubens das weiter, was uns anvertraut worden ist und was wir weitergeben dürfen. In unseren Einrichtungen dürfen wir sie dabei unterstützen. Wir können uns dabei auf ein kompetentes und engagiertes Team verlassen, das Tag für Tag mit großem Einsatz versucht, für die Kinder Räume zu schaffen, in denen sie sich als Menschen entfalten können. In Wort und Tat wird ihnen die Freundschaft zu Jesus Christus vorgelebt. Der christliche Glaube und die Botschaft des Evangeliums sind Grundlage für das Handeln mit den Kindern. Das Markenzeichen der Caritas, das Flammenkreuz, erinnert täglich daran: Wir können den Kindern nur das weitergeben und vorleben, was selber in uns brennt und was uns wichtig ist. Die vorliegende Konzeption soll mit Worten beschreiben, was unser Tun und Handeln begeistert und stärkt und was uns bewegt, gemeinsam mit den Kindern und deren Familien an der Zukunft zu bauen. Die Kindertagesstätten zählen ohne Zweifel zu den wichtigsten Orten in der ganzen Stadt Waldkirchen. In ihnen leben wir den wertvollen Auftrag, Kinder zu begeistern, damit sie „Architekten der Zukunft“ werden können. Michael Nirschl Pfarrer
„Ihr seid die Architekten der Zukunft, Handwerker, die die Zukunft aufbauen.“
7
1.4 Vorwort Bürgermeister
Kinder berühren uns Erwachsene mit ihrer Unberechenbarkeit, ihrer Spontaneität, ihrer Ungestümtheit, ihrer Herzlichkeit, ihrem Lachen, aber auch ihrem Weinen. Sie sind unbestritten eine Bereicherung für unser Leben, völlig unabhängig davon, ob wir nun viel Geld haben oder wenig! Kinder fordern uns aber gleichermaßen auch heraus, können Nervensägen sein und Quälgeister und bringen uns, die wir alle mehr oder weniger berufstätig sind, oft auch an den Rand der Belastbarkeit. Nicht zuletzt deshalb hat der Staat einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz gesetzlich festgelegt, um allen Kindern möglichst gleiche Startchancen zu geben. Pädagogisch fundierte Betreuung durch eine Kindertageseinrichtung ist neben der Erziehung durch die Eltern unersetzlich geworden. Die vorliegende Konzeption des Kindergartens „St. Peter“ dokumentiert die wesentlichen Ziele der pädagogischen Arbeit und informiert über alle wichtigen Aspekte dieser Kindertageseinrichtung, deren Träger die Caritas ist.
Von Seiten der Stadt Waldkirchen befürworte ich die Konzeption ausdrücklich. In ihr werden die aktuellen pädagogischen Vorstellungen und die erzieherische Grundhaltung dieser Einrichtung in schriftlicher Form festgehalten und verständlich dargestellt. Jedermann ist in der Lage, Einblick zu nehmen und sich über das pädagogische Leitbild dieser Kindertagesstätte Gedanken zu machen und sich darüber hinaus umfassend zu informieren. Unseren Kindern wird im Kindergarten „St. Peter“ schon seit Jahrzehnten eine optimale Betreuung geboten. Das ist nur möglich durch sehr gut qualifiziertes und motiviertes Personal. Vorbildlich nehmen hier alle Mitarbeiterinnen ihre Aufgaben wahr. Dafür bin ich aus Sicht der Stadt Waldkirchen sehr dankbar. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Caritas, die über mehrere Jahrzehnte bereits die Trägerschaft des Kindergartens ausübt. Um die zukünftigen Aufgaben im Kindergartenwesen und dabei insbesondere die pädagogische Arbeit optimal gestalten zu können, wurde die Konzeption des „Wer Geld und keine Kinder hat, der ist nicht wirklich reich, wer Kinder und kein Geld hat, der ist nicht wirklich arm.“ Chinesisches Sprichwort
8
Kindergartens „St. Peter“ neu überarbeitet.
Ich danke allen, die diese Konzeption erarbeitet haben. Sie bildet die Basis zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kindergarten auf der einen und den Erziehungsberechtigten auf der anderen Seite zum Wohle der Kinder.
Heinz Pollak 1.Bürgermeister Stadt Waldkirchen
9
2 Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen 2.1 Geschichtlicher Hintergrund „Die erste Anregung zur Kleinkinderbewahranstalt ging bereits 1846 von der königlichen Regierung aus. Es wurde von Magistrat allerdings damals erklärt, dass die Errichtung einer solchen Anstalt „weder Bedürfnis, noch tunlichst ist“.
Es mussten noch viele Jahrzehnte ins Land ziehen und erst 1908 erfolgte die Gründung einer Kleinkinderbewahranstalt durch Dekan Schätz. Die Übertragung der Kindergartenleitung erfolgte schließlich an das Institut der Englischen Fräulein mit Sitz in Passau, Niedernburg. Im Juni 1909 erfolgte die offizielle Zulassung einer Ordensschwester als Kindergärtnerin für den in Parterre des Klosters in Waldkirchen untergebrachten Kindergartens. Erste Leiterin in den Jahren 1909 – 1912 war dann Mater Rosalie Hölzl. Pro Kind musste damals ein Wartegeld von zwei Mark bezahlt werden. Etwa 90 Kinder besuchten damals diese „Anstalt“. In der Kriegszeit war dann alles anders. Da wurden die Kinder vom Reichsarbeitsdienst betreut. Nach dem Krieg wurde der Kindergarten von Pfarrer Otto Kaufmann 1945 zum zweiten Mal gegründet. Mater Eduarda von den Englischen Fräulein leitete nach dem Krieg die Bewahranstalt. Aus Platzgründen wurde 1962 ein neues Kindergartengebäude, dem ein Jugendheim angegliedert war, errichtet. Die Eröffnung und Einweihung des neuen Kindergartens erfolgte im Oktober/November 1962 unter Geistlichem Rat Pfarrer Matthäus Pichler. Kindergartenleiterinnen seit 1962 waren bis 1982 Schwester Irmina, 1982 – 2006 Christine Sacher, seit 2007 Bettina Helling“ (Quelle: Ausgabe der Passauer Neuen Presse, aus dem Jahr 2008). „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun können das Gesicht der Welt verändern.“ (Spruch aus Nordafrika zum 100-jährigenBestehen des Kindergartens)
10
2.2 Rechtliche Grundlagen
Unsere pädagogische Arbeit unterliegt folgenden gesetzlichen Bestimmungen:
Die wichtigsten Auszüge aus dem SGB VIII:
• § 1 Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe (1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. • § 22 Grundsätze der Förderung (3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation, sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen. • § 22a Förderung in Tageseinrichtungen (3) Das Angebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien orientieren.
Gesetzliche Grundlagen (AV) BayKiBiG (Ausführungsverordnung) Bayerisches Kinder-, Bildungs- und Betreuungsgesetz BEP Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung UN – Konvention Kinderrechte GG Grundgesetz SGB VIII Sozialgesetzbuch Acht BayBL Bayrische Bildungsleitlinien Rahmen -und Hygieneplan Handreichung vom Institut für Frühpädagogik
11
(4) Kinder mit und ohne Behinderung sollen, sofern der Hilfebedarf dies zulässt, in Gruppen gemeinsam gefördert werden.
Die wichtigsten Auszüge aus dem (AV) BayKiBiG: • Artikel 10 Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertages- einrichtung (1) Kindertageseinrichtungen bieten jedem einzelnen Kind vielfältige und entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, um beste Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken, sowie zur Integration zu befähigen. Eine angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung ist durch den Einsatz von ausreichendem und qualifizierten Personal sicherzustellen. (2) Die Kinder sollen entwicklungsangemessen an Entscheidungen zum Einrichtungsalltag und zur Gestaltung der Einrichtung beteiligt werden.
Ergänzend zum Bildungs- und Betreuungsvertrages wird den Eltern die Kita-Ordnung des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern als verbindliche Anlage ausgehändigt. Sie bietet eine Orientierung in wichtigen pädagogischen und inhaltlichen Fragen, sowie zu organisatorischen Angelegenheiten.
12
Die wichtigsten Auszüge aus der UN – Konvention: Kinderrechte
Die Kinder haben sich gemeinsam Gedanken über Ihre
Rechte gemacht und sie in bildlicher Form dargestellt.
Der BEP als Grundlage – unser curricularer Orientierungsrahmen „[Der BEP] gibt den Trägern und dem pädagogischen Personal Orientierung, wie Kindertageseinrichtungen ihren Bildungsauftrag fachlich fundiert und optimal umsetzen. Bewusst belässt der BayBEP einen großen pädagogischen Freiraum. Er
13
stellt das Kind in den Mittelpunkt und zielt auf eine individuelle, ganzheitliche Bildungspraxis“ (BEP, 2017, S. 4). Die BayBL als Ergänzung zum BEP/(AV)BayKiBiG: „Die Leitlinien sind der erste gemeinsame Orientierungs- und Bezugsrahmen für alle außerfamiliären Bildungsorte, die Verantwortung für Kinder in diesem Alter tragen […]“ (BayBL, 2012, S. 4).
2.3 Einrichtungsbeschreibung
• Lage und soziales Umfeld Unser Kindergarten liegt im ländlichen Raum, in der größten Stadt im niederbayerischen Landkreis Freyung – Grafenau. Waldkirchen weist über 11.316 Einwohner (Stand 31. Dezember 2023) auf und hat somit ein breites Einzugsgebiet. Aufgrund der verstärkten Präsentation nach außen hin und der baulichen Infrastruktur hat sich die Anzahl der Bevölkerung verändert und somit verdichtet sich die Population im Stadtgebiet und dessen Umland. Manche Eltern nutzen deshalb die Möglichkeit, ihr Kind mit dem Schulbus in den Kindergarten befördern zu lassen. Kinder aus anderen Gemeinden werden der zuständigen Förderkommune gemeldet. • Betreuungskapazität Unser Haus bietet auf zwei Ebenen derzeit Platz für insgesamt 125 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren. Diese Zahl variiert je nach Anzahl der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. • Öffnungszeiten Unsere Öffnungszeiten orientieren sich am Bedarf der Eltern, derzeit ist unsere Einrichtung von Montag bis Donnerstag jeweils von 7:00 - 16:30 Uhr und freitags von 7:00 - 16:00 Uhr geöffnet. Die Kernzeiten in unserer Einrichtung sind von 8:00 -12:00. Die Bring- und Abholzeit muss dazu gebucht werden. Um den personellen Einsatz planen zu können, ist eine Mindestbuchungszeit von 20 bis 25 Wochenstunden vorgegeben. Aktuelle Preise können Sie dem beigefügten Einlegeblatt entnehmen.
14
Die Schließtage, die zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres festgelegt werden, orientieren sich an den geltenden Schulferien und müssen zusammen mit dem Träger und dem Elternbeirat beschlossen werden. Die Zahl beläuft sich auf maximal 30 Tage pro Kindergartenjahr. • Personelle Besetzung Der Betreuungsschlüssel orientiert sich an den gesetzlichen Bestimmungen, somit kann den Kindern eine differenzierte Betreuung gewährleistet werden. Unsere Kinder werden von qualifiziertem pädagogischem Personal betreut und begleitet. Dies können Erzieher, pädagogische Zweitkräfte und Praktikanten sein (s. Einlegeblatt). • Praktikanten/innen Der Kindergarten bietet sich als Ausbildungsstätte für verschiedene Berufsgruppen an. Wir bieten die Möglichkeit, ein Vor- und Berufspraktikum zu absolvieren. Zurzeit befindet sich eine Optiprax Studentin der Fachakademie in Passau in Ausbildung. • Qualitätshandbuch Im Qualitätshandbuch sich alle wiederkehrenden Abläufe als Standards der pädagogischen Arbeit im Kindergarten erhalten. • Konzeption Regelmäßige Konzeptionstage dienen der Reflexion und Überprüfung der pädagogischen Arbeit. Diese werden initiiert und begleitet durch PQB, der Fachberatung des Caritasverbandes und des Landratsamtes. • Coaching Teilnahme am Coaching für verschiedene Interessen, z.B. Optimierung des Angebotes des Mittagessens durch das Amt für Ernährung, Forsten und Landwirtschaft. • Wald- und Wiesentage Die Natur als Lern- und Erfahrungsraum liegt uns sehr am Herzen, sodass sogenannte Naturtage in allen Jahreszeiten erlebt werden. Naturphänomene beobachten und unter der Lupe genauer betrachten erweitern immens den Erfahrungsschatz der Kinder. • Lernwerkstätten
15
Unsere Kindertageseinrichtung ist in altershomogene Gruppen unterteilt. Das Arbeiten mit Kindern ähnlicher Altersklassen ermöglicht es, auf die individuellen Bedürfnisse, Interessen, Kompetenzen und Verständigungsformen gezielter einzugehen. Kokonstruktives Lernen kann auf diese Weise stattfinden. Während der Zeit von 9:30 Uhr bis 11:00 Uhr stehen den Kindern die Lernwerkstätten und Spielbereiche im gesamten Kindergarten, sowie der Frühstücksplatz zur Verfügung. Die Kinder können die anderen Gruppen besuchen, was für die Entfaltung der Selbstwirksamkeit und der individuellen Neigungen von großer Bedeutung ist. Indem sich jedes Kind über eine gewisse Zeitspanne des Tages in der ganzen Einrichtung einen Spielbereich auswählen oder sich einer Spielgruppe anschließen kann, wird dem Entscheidungsprozess ein großer Spielraum gewährt. Stets an der Seite der Kinder ist dabei das pädagogische Personal – es nimmt die Kinder an der Hand, begleitet, unterstützt und hilft wo es nötig ist. Die verschiedenen Lernwerkstätten können dem Einlegeblatt entnommen werden. • Schulanfängerangebote Einmal wöchentlich findet ein separater Morgenkreis für unsere ‚Großen‘ statt. Hier werden den Schulanfängern Themen wie z. B. das Körperschema oder Zahlen & Buchstaben nähergebracht. Darüber hinaus finden noch Schulanfängerexkursionen – auch einmal pro Woche – im Kindergarten statt. An diesen Nachmittagen unternehmen die Kinder tolle Ausflüge wie z.B. Besuch der örtlichen Feuerwehr, Besuch des Kletterwaldes, Besuch des Seniorenheimes, Besuch der Karoli - Eishalle…
„Ich bin ein Schulanfänger und freue mich schon auf die Schule. Am besten gefällt mir am Schulanfängersein, dass ich schon so groß bin, und ich weiß, wie man Zahlen schreiben kann. Ich möchte im Kindergarten noch lernen, wie man Schuhe bindet und ein bisschen lesen"
16
• Tagesablauf
7.00 Uhr: Öffnung des Kindergartens
7.00 - 8.30 Uhr: Bring- und Ankommenszeit
In dieser Zeitspanne bringen die Eltern Ihre Kinder. Es gibt Gelegenheit für ein kurzes Tür- und Angelgespräch, um etwaige Fragen, Wünsche und Bedürfnisse zu klären. Die Kinder kleiden sich selbständig aus, werden beim Händewaschen begleitet. Danach begeben wir uns in den Gruppenraum.
8.30 - 9.00 Uhr: Morgenkreis
Mithilfe eines akustischen Signals wird das Ende der Freispielzeit eingeläutet und somit der Beginn des Morgenkreises angedeutet. Nach einem speziellen Schema wird der Tag, der Monat, das Jahr und das Wetter bestimmt. Im Anschluss bleibt Zeit für die Behandlung kirchlicher, jahreszeitlicher und individueller Begebenheiten. Der „Zeitzeiger“ in jeder Gruppe signalisiert den Kindern sowohl visuell als auch akustisch den Beginn der Öffnung.
9.30 - 11.00 Uhr: Öffnung/Freispiel
Der Kindergarten öffnet in dieser Zeit seine Türen. Darunter versteht man, dass den Kindern die Möglichkeit geboten wird, auch außerhalb des eigenen Gruppenraumes auf Entdeckungstour zu gehen und die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, die ihnen in den Lernwerkstätten angeboten werden.
11.00 Uhr: Abschlusskreis
Der Gong läutet das Ende des Freispiels ein. Die Kinder kehren wieder in ihre Stammgruppen zurück und treffen sich zu einem abschließenden Kreis. Hier wird besprochen, was in der Öffnung geschehen ist. Es wird entschieden, ob bei schönem Wetter der Garten besucht wird oder ein erneutes Freispiel in der Gruppe stattfindet.
17
12.00 Uhr: Beginn der Abholzeit
Die Buskinder werden zum Bus begleitet und das Mittagessen wird geliefert. Währenddessen werden die ersten Kinder abgeholt. Die Aufsichtspflicht endet, sobald die Eltern Ihr Kind im Kindergartengelände in Empfang nehmen.
13.00 - 16.30 Uhr: Nachmittagsangebote
Die Kinder aus den verschiedenen Gruppen werden zusammengefasst und gemäß ihren Wünschen und Bedürfnissen betreut. Es findet täglich um 15 Uhr eine weitere Jause statt, die das Spiel unterbricht und wiederum durch ein akustisches Signal eingeläutet wird.
Der von uns eingesetzte „Teach-Plan“ bietet den Kindern, dank seiner vielfältigen Symbolik, Orientierung, Sicherheit und Struktur im Tagesablauf.
18
3 Unsere pädagogischen Leitlinien
3.1 Leitbild – katholisches Profil „Jeder Mensch ist ein besonderer Gedanke Gottes.“ Paul de Lagarde Die Kindertageseinrichtung sollte der Ort sein, an dem Gott präsent ist und Teil der Gemeinschaft ist. In diesem geschützten Rahmen dürfen Kinder den Glauben kennenlernen und erleben, wie dieser im Alltag gelebt wird. Die religiöse Bildung ist einerseits geprägt vom kirchlichen Jahreskreis, andererseits auch von den konkreten Lebenssituationen und Fragestellungen der Kinder gekennzeichnet. Kinder kommen in ihrem Kindergartenalltag auf diese Weise ganz selbstverständlich mit der Botschaft Christi und dem Glauben der Kirche in Berührung. Daher ist es wichtig, in den Kindern eigene Glaubenserfahrungen anzuregen, indem man gemeinsam mit ihnen über Glaubensfragen philosophiert, nachdenkt und somit eine individuelle Glaubensidentität schafft. Für die Entwicklung der eigenen Religiosität braucht es Vorbilder, die die Kinder auf ihrem Weg begleiten - gemäß dem Prinzip: „Wer selbst nicht brennt kann andere nicht entzünden.“ Kinder brauchen… o vertrauensbildende Grunderfahrungen o positive, eigene religiöse Erfahrungen o Rituale, Symbole und das Miterleben von Gemeinschaft Kinder… o erfragen unvoreingenommen die Welt o stehen der Schöpfung staunend gegenüber o haben ein Recht auf Religion. ➢ verankert in der Bayerischen Verfassung
19
Religiöse Bildung… o stärkt das grundlegende Sinn- und Wertesystem
o hilft bei der Konstruktion eines grundlegenden Verständnisses von Wertigkeit o entwickelt die Fähigkeit, mit Krisen, Brüchen und Übergängen umzugehen o bietet Orientierungshilfe in unserer komplexen Welt an
o unterstützt das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung Unsere religiösen Bildungs- und Erziehungsziele: ➔ diese sind im BEP niedergeschrieben o Offenheit, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen und Kulturen o Einfühlungsvermögen sich selbst und anderen Menschen gegenüber aufbringen o Mitverantwortung tragen und sich selbst bestimmen lernen
Wir stehen unter seinem Schutz – unsere Namenspatrone „Petrus und Paulus“ Unsere katholische Einrichtung trägt den Namen „St. Peter“ und steht damit unter dem Schirm des Schutzpatrone Petrus: „Petrus hat am 29. Juni Namenstag. Der war ein gläubiger Mann und hat den Menschen viel von Gott erzählt. Er hat Jesus sogar gekannt. Manchmal hat Petrus auch gelogen, aber Jesus hatte ihn trotzdem lieb. Petrus war ein Bischof – genauso wie auch der Nikolaus! Er musste auch so wie Jesus am Kreuz sterben.“ (Erzählung eines Fünfjährigen)
20
Als katholische Einrichtung sind wir von unserer christlichen Grundhaltung geprägt. Wir achten die Würde eines jeden Menschen, respektieren sie, nehmen die Kinder und deren Eltern mit ihren Stärken, Schwächen, Beeinträchtigungen, Abneigungen und Vorlieben an und vermitteln ihnen durch unsere Achtsamkeit eine positive Grundhaltung. Unsere Botschaft an das Kind und die Eltern: „Du bist mir wichtig!“ Achtsamkeit im täglichen Miteinander erspüren wir alle im zwischenmenschlichen Bereich: im Zuhören und Zuwenden, in Hilfsbereitschaft und Freundschaft, in Freude und Trauer, in Liebe und Einsamkeit, im Verzeihen. „Ich bin gut, so wie ich bin!“ Diese Lebenseinstellung prägt die Kinder, Eltern und auch uns, die Mitarbeiter.
21
„Gib jedem Tag die Chance, der Beste zu sein.“ Darum beginnen wir jeden Tag gemeinsam, fröhlich und voller Erwartung, was er uns wohl bringen wird. Und wir beenden den Tag mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf ein interessantes „Morgen“. Unsere Kinder sind wahrhaftige Persönlichkeiten, sie sind einzigartig, staunend, empfindsam und vermitteln uns jeden Tag viele Glücksmomente. Jeder Tag mit ihnen ist voller Wunder. Bei uns erspürt das Kind alle Facetten der Welt, achtet dessen Schöpfer und hat die Möglichkeit, durch sinnliche Wahrnehmungen dies als wertvoll und als „Schatz“ für die zukünftige Lebenseinstellung zu erfahren. Das Gottvertrauen, welches daraus erwächst, hilft den Kindern und auch uns, den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens gerecht zu werden und an ihnen zu wachsen. Unser Bild vom Kind basiert auf unserer christlichen Grundhaltung und sieht das uns anvertraute Kind als einmalig „Wissender“. Jedes Kind zeigt uns seinen ureigenen „Bauplan“, seine Stärken und Schwächen und ist somit kompetenter Gestalter seines individuellen Lernens und Entwickelns. Wir entdecken den Menschen hier als Konstrukteur und Forscher seines „Selbst“, der ein Recht auf Unverwechselbarkeit seines „ICH`S“ hat. Wir haben die wundervolle Verpflichtung, das Kind in dieser wertvollen Zeit begleiten zu können.
3.2 Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt
Wir sind offen für alle Familien – jeder ist uns willkommen Wir respektieren verschiedene Religionen, Lebensstile und Meinungen. Wir sind offen für andere Kulturen und unterstützen Familien mit behinderten Kindern. Wir nehmen uns gerne Zeit für Sie Durch unsere flexiblen Öffnungs- und Buchungszeiten kommen wir ihren individuellen Wünschen in Bezug auf die Betreuung ihres Kindes so weit wie möglich entgegen. Wir helfen Ihnen gerne
22
Bei Bedarf stehen wir Ihnen mit erzieherischem Rat zur Seite, vermitteln Ihnen Kontakte, überlassen aber dennoch Ihnen die Verantwortung für die Erziehung Ihres Kindes. Wir verschaffen Ihnen Einblick in unsere Arbeit Elternbriefe, Aushänge, Dokumentationen, Elternabende, etc., all dies ermöglicht es Ihnen, unser Tun besser nachvollziehen zu können. Über den persönlichen Einsatz bei Elternprojekten freuen wir uns und sind offen für Ihre Vorschläge. Wir beziehen Sie als Eltern mit ein Ihre bewusste Entscheidung für unseren Caritaskindergarten und dessen konzeptionelle Ausrichtung ist die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander. Der Elternbeirat fungiert als Bindeglied zwischen Eltern, Kita und Träger, unterstützt und ergänzt durch seine Ideen und Mithilfe die Belange unserer Kinder und Eltern. Wir unterstützen ihr Kind Damit sich Ihr Kind wohlfühlt, holen wir es dort ab, wo es sich gerade befindet. Jeder besitzt das Recht, in seiner Persönlichkeit ernst genommen zu werden und Zeit für seine individuellen Entwicklungsschritte zu haben. Wir schaffen ein Umfeld, in dem es sich geborgen fühlt. Es kann seine Neugierde, nach seinem eigenen Tempo befriedigen. Hierzu bieten wir den Kindern Gelegenheiten für freies Spiel, verschiedene Spielbereiche im ganzen Haus und einen flexiblen Tagesablauf. Wir geben den Kindern Anregungen Durch verschiedene Projekte und Aktivitäten, sowohl gruppenübergreifend als auch gruppenintern ermöglichen wir den Kindern selbständig und eigenaktiv ihre Themen zu finden und daran zu arbeiten. Wir erarbeiten gemeinsam sinnvolle Regeln Durch Regeln und klare Strukturen im Tagesablauf gewährleisten wir Ihnen und dem Kind Orientierung und Verlässlichkeit.
23
Wir nehmen uns Zeit Wir beobachten die Kinder und schenken ihnen dadurch besondere Beachtung. Dies ermöglicht uns, die individuellen Bedürfnisse und Wünsche, die Stärken und Vorlieben, aber auch ein Zögern der Kinder zu erkennen. Gemeinsam mit dem Kind kann dann eine spannende Suche beginnen.
3.3 Bild vom Kind – christliches Menschenbild
„Ich bin ein kompetentes Kind!“ Das Kind besitzt bereits nach der Geburt die Fähigkeit, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten und kommuniziert mit ihr. Werden die Bedürfnisse des Kindes wahrgenommen und erfüllt, entwickelt es ein Urvertrauen und eine sichere Bindung an seine Bezugsperson. Die Basis für eine gelingende Bildung wird dadurch gelegt. „Ich gestalte meine Bildung und Entwicklung aktiv mit!“ Die kindliche Neugierde, sowie der eigene Erkundungs- und Forscherdrang zeigen den immensen Wissensdurst und Lerneifer des Kindes. Es will die eigene Bildung und Entwicklung von sich aus mitgestalten und selbstbestimmt und selbsttätig darauf einwirken. „Ich bin ein kompetentes Kind!“ „Ich gestalte meine Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit!“
„Ich unterscheide mich in meiner Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern!“ „Ich habe d Rechte!“
24
„Ich unterscheide mich in meiner Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern!“ Jedes Kind besitzt seine individuellen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen, die die Einzigartigkeit eines Menschen unterstreichen. Im Laufe der Entwicklung kristallisieren sich die Ressourcen immer weiter heraus und differenzieren sich. „Ich habe Rechte!“ Die vielfältigen Rechte der Kinder sind verankert in der UN – Kinderrechtskonvention und wurden bereits unter dem Punkt „1.3 Rechtliche Grundlagen“ gemeinsam mit den Kindern bildlich dargestellt.
3.4 Verständnis von Bildung
Bildung im Kindesalter ist ein sozialer Prozess, an dem die Kinder, aber auch die Erwachsenen aktiv beteiligt sind. Die kindliche Entwicklung ist nicht nur an einen biologischen Wachstums- und Reifungsprozess gebunden, sondern orientiert sich auch maßgebend an dem Kulturkreis, in dem die Kinder hineingeboren werden und aufwachsen. Es wird somit auch berücksichtigt, dass sich Kinder und Familien mit einem anderen kirchlichen und religiösen Hintergrund am Bildungsgeschehen beteiligen und somit am Entwicklungsprozess der Kinder mitwirken. Dies wird als Chance und Bereicherung gesehen, denn wir können voneinander lernen und die verschiedenen Verhaltensweisen in unseren täglichen Rhythmus mit einbauen. Bildung bedeutet die Stärkung der individuellen Autonomie, eine Mitgestaltung der sozialen und kulturellen Umgebung und eine kompetente Bewältigung von Veränderungen und Belastungen. Dies setzt unter anderem eine entwicklungsangemessene Übernahme von Mitverantwortung voraus. Bildung soll zudem dazu beitragen, dem Kind zu helfen, sich selbst zu organisieren, seine Schwächen und Stärken zu entdecken und entsprechend diesen zu handeln. Nur wenn ein Kind sich seiner eigenen Persönlichkeit bewusst wird, kann es – gemäß derer – handeln und sich in seiner Entwicklung auch selbst vorantreiben.
25
In ihren Zielen und Inhalten folgt Bildung einem weiten, ganzheitlichen Verständnis. Kinder erwerben Kompetenzen, Werthaltungen und Wissen an vielen verschiedenen Bildungsorten. Unterschieden wird hierbei zwischen informellen Bildungsorten (z.B. Familie, Gleichaltrige bzw. Kindergruppen, Medienwelt), non-formalen Bildungsorten (z.B. Kindertageseinrichtungen) und formalen Bildungsorten (z.B. Schulen und Hochschulen). Unter Bildung versteht man somit ein Wechselspiel zwischen denjenigen Orten, an denen sich das Kind von Geburt an bewegt. Die Bildungsprozesse des Kindes in Kindertageseinrichtungen basieren auf den sie begleitenden Prozessen aus der Familie und bauen darauf auf. Durch Ko-Konstruktion kann das Kind seinen Erfahrungshorizont erweitern und neu bewerten. Bildung und Lernen in einer Wissensgesellschaft – in der wir uns befinden – ist ein offener und lebenslanger Prozess und kann nie als abgeschlossen bezeichnet werden. Allerdings muss angemerkt werden, dass die ersten sechs Jahre und die Zeit in der Grundschule als die lernintensivste und entwicklungsreichste Periode bezeichnet werden kann. Das Spiel als relevante Phase im Bildungs- und Lernprozess des Kindes wird als ureigenste Ausdrucksform bezeichnet. Das Kind setzt sich über das Spiel mit sich und seiner Umwelt auseinander. Zudem zeichnet sich das Spiel durch zwei Kriterien aus. Zum einen der Zweckfreiheit der Spielhandlung, zum anderen durch die Veränderung des Realitätsbezugs. Je nach Alter, Entwicklungsstand, Interessen und Bedürfnissen des Kindes variiert das Spiel. Mit jedem Lebensjahr entwickelt das Kind zunehmend komplexere Spielformen. Die Entwicklung des Spielverhaltens und der Spielfähigkeit des Kindes hängt - ebenso wie die Lernfähigkeit - von vielen Faktoren ab. Es wird der Grundstein für lebenslanges Lernen gelegt. Je solider und breiter die Basis an Wissen und Können aus jener Zeit ist, desto leichter und erfolgreicher lernt das Kind danach.
„Ich baue mit meiner Freundin einen Legoturm!“
26
4 Schlüsselprozesse der Bildungs- und Erziehungsarbeit
4.1 Projektarbeit
Ein Schwerpunkt unserer Pädagogik ist das Arbeiten in Projekten. Durch die Projektarbeit wird der Selbstbildungsprozess der Kinder in Gang gesetzt. Das Kind lernt selbstbestimmt und selbstmotiviert, seine Neugierde und sein Interesse sind sein Motivator, unbekannten Dingen auf den Grund zu gehen. Als Nebeneffekt werden dabei Konzentration, Ausdauer und Geduld sowie logisches Denken geschult. In kleinen Forschergruppen kann sich beim Austausch der Erkenntnisse zudem auch gut Teamgeist entwickeln.
4.2 Werteorientierung und Religiosität
Kinder erfragen unvoreingenommen die Welt und stehen ihr staunend gegenüber. Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Anfang und dem Ende stehen im Fokus des Interesses der Kinder. Die Aufgabe des pädagogischen Personals besteht darin, auf Fragen der Kinder mit Geduld und Respekt einzugehen. Ethische und religiöse Bildung und Erziehung bietet dem Kind ein Fundament für eigene Sichtweisen, sie soll Antworten auf Fragen nach dem Sinn geben und Deutungen vor dem Hintergrund vorfindlicher religiöser und weltanschaulicher Traditionen zulassen.
4.3 Naturwissenschaft, Technik & Umwelt
„Ich habe keine besondere Begabung, ich bin nur leidenschaftlich neugierig!“ Albert Einstein Forschen und Experimentieren findet in Alltagssituationen, ganz „nebenbei“ statt. Kinder beobachten neugierig die Phänomene der belebten und unbelebten Natur. Im Experimentierlabor finden die Kinder alle „Zutaten“, die sie zum Aufbau von kleinen Experimenten benötigen. Physikalische, optische oder chemische Versuche können
27
durch beliebige Wiederholungen erprobt werden. Bücher mit einfachen Experimenten, regen zum Nachahmen an. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und der natürlichen Ressourcen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Umweltbildung und - erziehung beginnt im Elementarbereich mit einfachen Naturbegegnungen, welche die Fantasie und Kreativität anregen. Neben der Schulung eines respektvollen und nachhaltigen Umgangs, werden auch auf kindgerechte Art und Weise die Folgen einer Zuwiderhandlung aufgezeigt werden. Gelingende Bildungsprozesse hängen von verschiedenen Faktoren ab. Ein essenzieller Punkt hierbei ist die pädagogische Grundhaltung des Fachpersonals in Kindertagesstätten. Unsere pädagogische Haltung ist kein festes, geschriebenes Konstrukt ,das man erlernen kann, sondern sie entsteht aus Erfahrungen im persönlichen Umfeld. Geprägt wird diese Grundhaltung von fünf verschiedenen Aspekten, welche im Zusammenspiel betrachtet werden müssen. Ein gelingendes Miteinander im Kindergartenalltag kann nur durch Empathie - Erkennen und Annehmen der Gefühle eines Kindes, Wertschätzung - Anerkennen der individuellen Stärken und Interessen eines Kindes, Kongruenz - ehrliches/offenes Agieren mit den Kindern, Akzeptanz - Wertschätzung der Einzigartigkeit und Reflexion
- Betrachtung des eigenen pädagogischen Handelns erfolgen.
4.4 Mathematik
„Im Alltag mit Mathematik zu spielen heißt, ihren Sinn zu erfahren. Dazu brauchen die Kinder Zeit, und wir Erwachsene müssen sie ihnen einräumen.“ Nancy Hoenisch Das Thema „Mathematik im Kindergarten“ zielt nicht auf den Aspekt des Rechnens und Lernens ab. Vielmehr sollen Basiskompetenzen gestärkt werden, die den Kindern den späteren Zugang zur Mathematik erleichtern.
Grundlage und Grundverständnis werden geschaffen, indem Kinder z.B. zählen, Bonbons untereinander teilen, das Datum erkennen und die Zahlen wiederfinden. Außerdem lernen sie Größen und Entfernungen zu vergleichen.
28
Sortieren und Ordnen sind Tätigkeiten, die Kinder befähigen, ein Verständnis für Größenverhältnisse und Ordnungsprinzipien zu erlangen. Experimente mit Spiegeln bieten Kindern sinnliche Erfahrungen mit Mengen - sie sehen eine Menge in zwei gleichen Hälften. Ebenso gehen sie im Alltag auf Flächensuche. Sie erkennen vielerlei geometrische Formen und Figuren, benennen, ordnen und vergleichen sie. Die Vorstellung, was man alles Wiegen und Messen kann, ist grenzenlos. Die eigenen Füße, ein Wollfaden, die Handspanne, ein Lineal, etc. – der Kreativität ist hierbei keine Grenze gesetzt!
4.5 Sprach-, Lese- und Schreibkompetenz (Literacy)
„Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“ Wilhelm von Humboldt Sprache ist ein Grundelement des Denkens und das wichtigste Kommunikationsmittel mit anderen Menschen. Mit der Sprache treten wir in Kontakt untereinander, äußern unsere Bedürfnisse und versuchen Konflikte zu lösen. Dialog ermöglicht uns, die volle Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Es werden Situationen im Kinderalltag genutzt, um ins Gespräch zu kommen. Kinder lernen in ganzen Sätzen zu reden und altersgerecht ihren Wortschatz zu erweitern. Eigenes Handeln wird sprechend begleitet. Rollenspiele, Gedichte, Reime und Liedertexte bringen Sprache zum Klingen und sollen den Kindern mehr Lust auf Sprache machen. Dazu kommt natürlich auch das Vorlesen, zu Hause und im Kindergarten, also das Hören von Sprache und Satzstrukturen. Durch die Spracharbeit im Kindergarten wird also die spätere Lese- und Schreibkompetenz vorbereitet. Migrantenkinderwerden im Jahr vor der Einschulung mit dem Fragebogen „Sismik“ beobachtet. In Kooperation mit der Grundschule nehmen die Kinder am „Vorkurs Deutsch“ teil.
29
4.6 Medien
Kinder haben ein großes Interesse an der vielfältigen Medienwelt. Der Medienkonsum wirkt sich allerdings nicht nur positiv auf die Kinder aus. Bestimmte Medienerlebnisse (Filme, Computerspiele) werden von manchen Kindern nur schwer verarbeitet und können bei manchen Kindern vorhandene aggressive Tendenzen verstärken. Im Kindergarten wird den Kindern Raum für ihre Medienerlebnisse gegeben: sie erhalten die Möglichkeit, durch Malen, Spiel und Gespräch ihre Eindrücke (Freude und auch Ängste) zu verarbeiten.
4.7 Ästhetik und Kunst
„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht!“ Albert Einstein Kreativität und ästhetisches Empfinden zählen zu den wichtigsten Lebenskompetenzen und finden ihre unterschiedlichsten Ausdrucksformen in Malen, Gestalten, Musik und Sprache. Schöpferische Prozesse entstehen bei einzelnen Kindern und in Gruppen. Dabei werden völlig undogmatisch die unterschiedlichsten Materialien, u.a. auch Verpackungsmaterialien, eingesetzt. Kinder brauchen hierzu keine Anleitung, nur einen hierfür vorbereiteten Raum. Sie schaffen ihre Kunstwerke nach ihren Vorstellungen und ihrem Entwicklungsstand.
Auch durch das Erfinden, gestalten und aufführen eigener Theaterspiele zeigt sich Kreativität. Theater heißt nicht nur auf der Bühne stehen und auswendig gelernte Texte aufsagen, sondern auch: Sich verkleiden, in eine fremde Rolle schlüpfen und darin für eine gewisse Zeit leben; mit Licht und Schatten spielen; mit Handpuppen sprechen oder ein Theaterspiel im Rahmen größerer Projekte einbauen.
30
4.8 Musik
„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.“ Henry Wadsword Longfellow Musik ist Kommunikation ohne Worte. Töne und Geräusche hören und selbst erzeugen - für Kinder aller Altersstufen ein spannendes Abenteuer. Rhythmus spüren – durch Reimen, Klatschen, Trommeln, Stampfen, Tanzen – alte Menschheitserfahrungen leben hier wieder auf: Bewegung im Rhythmus. Die eigene Stimme des Kindes ist das elementarste Musikinstrument. Eine gelungene Verbindung zwischen Sprache und Musik ist das Lied. Das Zusammenspiel von Melodie, Rhythmus und Wort erleichtert vielen Kindern den sprachlichen Ausdruck. Der Kindergarten bietet hier zahlreiche Möglichkeiten für die Kinder, ihre Musikalität zu entdecken: Klanggeschichten, Hörspaziergänge, Klangtreppe, Instrumente u.v.m. Die Musikschule ist eines der vielfältigen Angebote im Kindergarten, bei welchem die Kinder die Welt der Musik erfahren können. Sie wurde am 01. September 2024 gegründet und spricht mit ihrem Portfolio Kinder ab 4 Jahren an. Durch Singen und Sprechen wird den Kindern ein erster Einblick in die Musik gewährt. Die Kinder entfalten dadurch musische und soziale Fähigkeiten, die Hör,- Bewegungs- und Spracherziehung wird geschult und auf spielerische Art und Weise werden Notation, Notenschrift und musikalische Grundbegriffe demonstriert. Das Angebot, welches einmal in der Woche zu je 30 Minuten stattfindet, ist sehr abwechslungsreich, vielfältig und orientiert sich an den jahreszeitlichen Gegebenheiten. Die Kosten der Musikschule tragen die Eltern.
4.9 Starke Kinder
“Tue Deinem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele darin wohnen mag” Teresa von Avila Kinder weisen einen natürlichen Bewegungsdrang auf und haben Freude daran, sich zu bewegen. Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Erziehung und Voraussetzung für die gesunde Entwicklung unserer Kinder. Der hausinterne Turnraum wird dem
31
Anspruch der Bewegung gerecht. Die Kinder können sich im offenen Bewegungsangebot, in freien Bewegungsspielen, aber auch in festgelegten und angeleiteten Bewegungsangeboten „auspowern“. Neben dem Wechsel von Bewegungs- und Ruheangeboten spielt auch noch ein weiterer Aspekt eine bedeutende Rolle im seelischen Wohlbefinden der Kinder - eine ausgewogene Ernährung als “Essen-zieller Bestandteil” der kindlichen Entwicklung. Kinder brauchen Motivation, Zuwendung, Freiräume, um sich entfalten zu können und natürlich eine gute Ernährung. GUT bedeutet für uns ausgewogen, gesund, frisch und natürlich auch lecker. Das ist nicht nur wichtig für die körperliche Entwicklung: Bereits in ganz jungen Jahren prägen sich zukünftige Essgewohnheiten ein. In unserer Einrichtung wird deshalb das Frühstück täglich frisch und in Zusammenarbeit mit den Kindern vorbereitet. Damit wird auch dem Bildungsauftrag Rechnung getragen und verschiedene Alltagskompetenzen angesprochen, die Fein - und Grobmotorik wird gefördert und die Selbständigkeit der Kinder angeregt. Ein guter Gesundheitszustand ist eine wesentliche Bedingung für soziale, ökonomische, persönliche Entwicklung und ein entscheidender Bestandteil der Lebensqualität (Ottawa-Charta). Eine intensive Kooperation mit Eltern im Sinne einer Gesundheitspartnerschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitserziehung.
32
4.10 Lebenspraxis
Lebenspraxis bezieht sich auf die Förderung von Alltagskompetenzen und selbständigem Handeln in den Bereichen Selbstversorgung (Essen, Anziehen und Körperpflege), soziale Kompetenzen, Kommunikation und Bewältigung von Konflikten. Ziel ist es, die Eigenständigkeit der Kinder zu unterstützen und zu fördern. Förderung der Lebenspraxis ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit und bildet die Grundlage für eine selbständige und erfolgreiche Bewältigung des Alltags.
5 Themenübergreifende Bildungs- und Erziehungsperspektiven
5.1 Partizipation
Partizipation bedeutet Mitgestaltung, Mitwirkung und Mitbestimmung. Dieses Recht gilt für alle Kinder. Sie können, entsprechend ihrem Entwicklungsstand, an den für sie relevanten und ausschlaggebenden Standpunkten mitgestalten und mitwirken. Das Personal hat jedoch auch die Pflicht, Kinder zu Partizipation zu motivieren. Dies kann geschehen durch Kinderkonferenzen oder durch Kinderbefragungen. Darunter versteht man Zusammenkünfte, die den Kindern eine Mitsprache an essentiellen Themen des Kindergartenalltags ermöglichen sollen. Die Meinung der Kinder steht hierbei im Mittelpunkt. Konflikte können bei divergierenden Standpunkten nicht ausgeschlossen werden, werden aber bei dem Grundsatz der Partizipation als Chance zur aktiven Auseinandersetzung und Bewältigung gesehen. Im Kindergartenalltag lassen sich zudem weitere partizipative Elemente finden. Dies gestaltet sich im offenen Dialog mit den Kindern, um Ihnen Eigenverantwortung zu ermöglichen (z.B. bei der Bewältigung interner Konflikte). Ernst gemeinte Dialoge zwischen Erwachsenen und Kindern tragen dazu bei, dass Erfahrungen ausgetauscht, Probleme besprochen, Konflikte bearbeitet oder gemeinsame Aktivitäten geplant und entschieden werden. Sprache, Artikulation, freie Rede mit Mimik und Gestik werden eingeübt. Gemeinsam werden Gruppenregeln entwickelt, Stimmungslagen in der Gruppe analysiert und überschaubare Zeitabschnitte reflektiert. Kinder lernen, Ihren
33
Alltag zu planen. Tägliche Reflexionen mit Kindern erweisen sich als sinnvolle Strategie, um etwaige Veränderungen herbeiführen zu können. Kinder brauchen viel Gelegenheit, sich zuständig zu fühlen. Dies gelingt, wenn man Verantwortungsbereiche für andere übernimmt - z.B. für jüngere Kinder, indem sie als Unterstützer (Tutoren) sowie als Vorbilder in Einstellungen und Verhaltensweisen fungieren. Es wird in seiner Selbständigkeit gestärkt und erfährt positive Wertschätzung auch in der Gruppe.
Dienstleistungen für die Gruppe erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Kindern. Sie lernen die Aufgabe kontinuierlich, verlässlich, verantwortungsvoll und pflichtbewusst zu erfüllen, wobei der geforderte Auftrag keine Überforderung darstellen sollte. Unser pädagogischer Ansatz erlaubt es den Kindern in einem gewissen Zeitabschnitt im Tagesablauf, sich selbstbestimmt nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen mit den vielfältigen Angeboten im Kindergarten zu beschäftigen. Die Kinder dürfen hierbei Erfahrungsfelder und Lernangebote außerhalb der Stammgruppe nutzen. Beteiligung ist von klein auf in allen Lebensbereichen möglich und erweist sich als Kernelement einer zukunftsweisenden Bildungs- und Erziehungspraxis. Die Mitsprache bietet zudem vielfältige Schlüsselqualifikationen, die intensiviert, ausgebaut, verbessert oder neu erworben werden können: ▪ Steigerung der Sprechfreude und des Sprachverständnisses ▪ Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit ▪ Erfahren von Wertschätzung (den Kindern wird zugehört) ▪ Stärkung des Selbstbewusstseins (die Kinder können ihre Meinung zum Ausdruck bringen) ▪ Fähigkeit der Selbst- und Mitbestimmung
Eine anschließende Entscheidung in der genannten Kinderkonferenz/Kinderbefragung leistet zudem einen Beitrag zur Demokratiefähigkeit. Die Kinder lernen, dass nach dem Mehrheitsprinzip entschieden wird und erhalten Einblicke in demokratische Abläufe. Partizipative Bildungsprozesse verknüpfen alle Kompetenz- und Bildungsbereiche miteinander, stärken und fordern die Kinder in ihrer gesamten Entwicklung. Sie
34
erhöhen die Identifikation der Kinder mit ihrer Einrichtung, stärken das Gemeinschaftsgefühl und erleichtern somit soziale Integrationsprozesse.
5.2 Integration/Inklusion – Pädagogik der Vielfalt
Integration und Inklusion sind zwei Begriffe, die grundlegend verschiedene Bedeutung aufweisen und somit nicht synonym miteinander verwendet werden dürfen. Während die Integration davon ausgeht, dass eine Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren Außengruppe besteht, die in das bestehende System integriert werden muss, stellt die Inklusion eine Abkehr von dieser Zwei-Gruppen-Theorie dar und betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte Individuen, die von vornherein und unabhängig von persönlichen Merkmalen oder Voraussetzungen Teil des Ganzen sind. Das Konzept der Integration nimmt also bewusst Unterschiede wahr und verlangt vom Einzelnen, dass er sich an das Mehrheitssystem anpasst, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden. Die Inklusion dagegen ordnet unterschiedliche individuelle Eigenschaften und Voraussetzungen nicht auf einer Werteskala, sondern betrachtet die Vielfalt und Heterogenität der Gesellschaft als grundlegend und selbstverständlich. Hier muss sich nicht der Einzelne dem System anpassen, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen so flexibel gestaltet sein, dass sie jedem Einzelnen eine Teilhabe ermöglichen. Übertragen auf den Kindergarten bedeutet das: nicht das Kind mit erhöhtem Betreuungsbedarf muss sich in ein bestehendes, starres System integrieren, sondern es ist im Gegenteil die Aufgabe des Kindergartens, dafür zu sorgen, dass alle Kinder
35
mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Talenten am Kindergartenalltag teilnehmen können. Durch gezielte Beobachtung von verschiedenen Personen und anschließende Rückmeldung an das Gruppenteam entsteht ein umfassender Eindruck des Kindes. Diese Vielfalt von Anschauungen werden in kollegialen Beratungen reflektiert. Durch die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sichtweisen entsteht ein möglichst objektives Bild vom Kind. Der nächste Punkt ist die gemeinsame Entwicklung und Aufstellung von möglichen Methoden. Im Anschluss werden die einzelnen Handlungsschritte umgesetzt. In einem terminierten Elterngespräch wird der derzeitige Entwicklungsstand des Kindes gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten besprochen und die Vorgehensweise vorgestellt. Hierbei wird auch die Möglichkeit einer Überprüfung durch die Frühförderung angesprochen. Mit dem Einverständnis der Eltern findet diese Diagnostik statt. Frühförderung ist somit eingebunden und gegebenen falls kann ein erhöhter Förderfaktor beim Bezirk beantragt werden. Die Aufklärung darüber findet in einem Austausch zwischen Frühförderung, Eltern und Fachpersonal statt. Die Aufgaben der Inklusionsfachkraft ist die Begleitung in allen Bereichen des Lebens und Lernens, gezieltes Erstellen von Förderplänen und Entwicklungsberichten und Dokumentation der Entwicklungsprozesse mit Hilfe von Fotos und Lerngeschichten.
Das Nebeneinander von Kindern mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten stellt eine Herausforderung, aber zugleich eine Bereicherung dar. Die Kinder lernen voneinander und unterstützen sich gegenseitig.
5.3 Vorkurs Deutsch
Zum Einsatz kommen die Kurzversionen von Seldak und Sismik nur einmalig - als Instrument für die Entscheidung, ob für das Kind ein Vorkursbesuch zu empfehlen ist. Es ergeht eine Meldung der Vorkurskinder an das Jugendamt und die Schule. Eine intensive Schulvorbereitung und Fachgespräche, in denen sich Kindertageseinrichtung und Grundschule über einzelne Kinder namentlich und vertieft
36
austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Die Eltern geben hierzu ihre Einwilligung. Bei Kindern, die mit Zustimmung der Eltern an einem Vorkurs teilnehmen, erfolgt das Einwilligungsverfahren in der Regel bereits im Jahr davor. An einem „Vorkurs Deutsch 240“ nehmen jene Kinder mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache teil, die einer gezielten Begleitung und Unterstützung bei ihren sprachlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen bedürfen. Die Vorkursteilnahme verbessert Startchancen der Kinder in der Schule. Der Vorkursbeträgt 240 Stunden, die Kindergarten und Grundschule je zur Hälfte erbringen. Der Kindergartenanteil beginnt in der zweiten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres mit 40 Stunden und setzt sich im letzten Jahr mit 80 Stunden fort. Die Schule erbringt im letzten Kindergartenjahr 120 Stunden Vorkurs. Im letzten Jahr beginnt zugleich die Begleitung des Kindes, aber auch der Eltern beim Übergang in die Schule. Für interessierte Eltern besteht die Möglichkeit zur Hospitation auch am Vorkurs.
5.4 Transitionen der Kinder
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ Hermann Hesse Ich möchte lernen… DIR Halt zu geben, Dich aber nicht zwingen DIR Stütze zu sein, Dich aber nicht hemmen DIR Hilfe zu sein, Dich aber nicht abhängig machen DIR nahe zu sein, Dich aber nicht erdrücken „Ich habe mein erstes Buch geschrieben. Ich schreibe von meiner Familie und mir!“
37
DIR Raum zu geben, Dich aber nicht alleine lassen DIR Geborgenheit zu schenken, Dich aber nicht festhalten.
ICH möchte lernen, für Dich da zu sein - nur so können wir beide wachsen.
• Willkommen im Kindergarten Der Übergang von der Kinderkrippe oder von zu Hause in den Kindergarten ist für Kinder und Eltern eine große Herausforderung. Das Kind braucht am Anfang dieses neuen Lebensabschnittes vor allem zwei Dinge: die Begleitung einer Vertrauensperson und Verlässlichkeit. Für unsere Eingewöhnung wählen wir einen sanften Einstieg, angelehnt an das Berliner Modell nach „Laewen.“ Hier wird das Vertrauen langsam aufgebaut, damit sich Kinder und Eltern langfristig im Kindergarten wohlfühlen. So haben die Kinder Zeit, sich unter dem Schutz einer Bezugsperson in der Einrichtung vertraut zu machen und eine Beziehung zur Erzieherin zu knüpfen. Die elternbegleitende Eingewöhnung unterstützt somit den Kindergartenalltag - gleichzeitig werden die Eltern gestärkt und in ihrer Kompetenz wahrgenommen. Die Eingewöhnung folgt einem Grundschema, wird aber zusammen mit den Eltern auf ihre individuelle Familiensituation abgestimmt. In den verschiedenen Phasen und mit Unterstützung der Bezugsperson wird das Kind dabei mit der neuen Umgebung und der Erzieherin vertraut gemacht.
➔ Grundphase Ein Elternteil kommt am ersten Tag mit dem Kind in die Einrichtung und „entdeckt“ diese gemeinsam mit dem Kind, er hält sich ca. 1 Stunde im Gruppenraum auf. Die Erzieherin hält sich in der dreitägigen Phase zurück und nimmt vorsichtig, meist über Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes Kontakt zu ihm auf. Die Aufgabe des Elternteils ist es, dem Kind Sicherheit zu geben, es nicht zu drängen, sich zu entfernen und zu akzeptieren, wenn es die Nähe sucht. Die Konzentration ist
38
ganz auf das Kind gerichtet - das Kind muss das Gefühl haben, dass die ganze Aufmerksamkeit ihm gilt und der Elternteil jederzeit da ist. Diese Phase dient vor allem dazu, dass das Kind die neue Umgebung, die anderen Kinder und die Erzieherin kennenlernt. Die Mutter/ der Vater bleiben als Sicherheit in der Nähe, damit sich das Kind bei Bedarf dorthin zurückziehen kann.
➔ Trennungs- und Stabilisierungsphase Am vierten Tag wird nach Absprache mit der Mutter/ dem Vater ein erster Trennungsversuch von mindestens 5 Minuten bis zu einer halben Stunde vorbereitet. Der begleitende Elternteil verabschiedet sich vom Kind und verlässt den Raum, bleibt aber in der Nähe, damit er bei Bedarf wieder in den Gruppenraum geholt werden kann. Die Reaktion des Kindes auf diese erste Trennung entscheidet über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Verhält sich das Kind selbständig und zeigt sich von der Trennung wenig irritiert, erfolgt eine ungefähr sechstägige Eingewöhnungsphase. Dabei werden die Zeiträume des Aufenthalts in der Einrichtung sowie die Zeiträume der Trennung allmählich vergrößert. In dieser Phase baut die Erzieherin intensiven Kontakt zum Kind auf, zeigt sich verlässlich, bindet es in Spielsituationen ein und schafft eine Vertrauensbasis. Falls das Kind bei diesem Trennungsversuch sehr stark weint und sich nicht von der Erzieherin trösten lässt, wird die Eingewöhnungszeit in der Regel auf etwa zwei bis drei Wochen verlängert.
➔ Schlussphase Wenn das Kind ein emotionales Band zur Erzieherin geknüpft hat, ist die Stabilisierungsphase abgeschlossen. Die Erzieherin wird als sichere Basis akzeptiert. Das Kind protestiert zwar eventuell noch gegen den Weggang der Bezugsperson, lässt sich aber schnell trösten und ablenken. Die Eltern sind jedoch nach wie vor jederzeit erreichbar, um in bestimmten Situationen für das Kind da zu sein.
Während der gesamten Eingewöhnungszeit besteht ein intensiver Austausch mit den Eltern - nach der Eingewöhnungsphase wird ein Entwicklungsgespräch vereinbart.
39
Krippenkinder oder Regelkinder die aus einer anderen Einrichtung zu uns wechseln, dürfen ihr Portfolio gerne mitbringen. Ist dies gegeben, wird, mit dem Einverständnis der Eltern, ein Austausch über die Krippenzeit/Kindergartenzeit und die individuelle Entwicklung des Kindes getätigt. Für den späteren Kindergartenalltag bedeutet dies, dass manche „Aufgaben“ (Begleitung zum Frühstücksplatz, in der Kindergartenöffnung, etc.) von zukünftigen „Kinderpaten“ übernommen werden.
• Übergang von einer anderen Tageseinrichtung in die Kita Falls die Eltern damit einverstanden sind, treten wir mit der vorherigen Kindertagesstätte in Kontakt, um die Beobachtungen und die Entwicklung des Kindes zu erfahren oder um gegebenenfalls zum Schutze des Kindes geeignete Maßnahmen einleiten zu dürfen. • Interne Übergänge in unserer Einrichtung Das Arbeiten in unserer Kindertageseinrichtung erfolgt nach dem Prinzip der Altershomogenität – Arbeiten in altersähnlichen Gruppen. Daraus ergibt sich ein interner Übergang in die Schulanfängergruppe. Die Vorbereitung und der Übergang werden in der Gruppe spezifisch gestaltet. Mikrotransitionen finden im Kindergartenalltag in vielfältiger Form statt und bieten den Kindern Orientierung und Sicherheit. Die „kleineren“ Übergange zwischen den einzelnen Abschnitten im Alltag können unter dem Punkt 2.3 – Tagesablauf nachgelesen werden. • Übergang in die Schule – Vorbereitung und Abschied Der Übergang vom Kindergarten in die Schule stellt für die Familien und für das Kind eine besondere Situation dar. Damit dieser neue Abschnitt erleichtert wird, arbeiten wir mit der Kooperationslehrerin und mit den Eltern zusammen und bereiten die Kinder auf den Übertritt vor. Ziel ist es hierbei, die Kinder auf diesen Übergang bestmöglich vorzubereiten ,sie emotional zu begleiten und ihnen einen positiven Abschied zu gestalten.
40
„Ich gehe mit meiner besten Freundin in die Schule – in Waldkirchen!“ Durch das Projekt “Segel setzen, Leinen los! Auf Piratenreise im letzten Kitajahr” werden die Kinder auf spielerische Weise in den schulischen Basiskompetenzen gefördert. Die Kinder entwickeln ein Verständnis für die neuen Anforderungen in der Schule. Sie stärken ihr Selbstvertrauen/ Selbständigkeit. Sie erleben den Abschied vom Kindergarten als einen wertvollen und positiven Moment. Eltern und ErzieherInnenwerden in den Übergangsprozess eingebunden ,um eine stabile Unterstützung zu gewährleisten. Ein Abschiedsfest/Piratenfest bei dem die Kinder ihre Erfahrungen mit ihren Eltern teilen können rundet das Projekt ab. Jährliche angebotene Infoabende am Ende eines Kindergartenjahres ermöglichen den Eltern der zukünftigen Schulanfänger einen Einblick in die bevorstehende Thematik. Die „Großen“ nehmen am altershomogenen Workshop „Schulanfänger auf Entdeckertour“ und am Schulanfängermorgenkreis teil und werden anhand diverser „Schulanfängeraufgaben“ auf dieses Ereignis vorbereitet. Einige Wochen vor Schuleintritt werden die Kinder in die Grundschule eingeladen, um an einer „Schulschnupperstunde“ teilzunehmen. Die „Schulpaten“ erkunden mit ihnen das Schulhaus, begleiten sie während der Pause und erklären die Gegebenheiten. Durch regelmäßige Kontakte und gemeinsame Aktionen wird ein Grundstein eines nahtlosen Übergangs vom Kindergarten in die Schule gelegt.
Am ersten Schultag bereiten die zukünftigen Schulanfänger durch Spalierstehen am Schuleingang den Erstklässlern eine besondere Freude – sie werden förmlich in das neue Leben begleitet.
41
5.5 Basiskompetenzen
Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeits- charakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner dinglichen Umwelt auseinanderzusetzen. Zu den personalen Kompetenzen zählt die Entwicklung des Selbstwertgefühls, es ist die Voraussetzung für die Ausbildung von Selbstvertrauen. Dieses entsteht, wenn sich das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt. Wir als Kindertageseinrichtung tragen in hohem Maße dazu bei, dass sich Kinder für wertvoll erachten und mit sich selbst zufrieden sind, indem wir Ihnen mit einem respektvollen und wertschätzenden Verhalten gegenübertreten. Zu den lernmethodischen Kompetenzen gehören unter anderem die differenzierte Wahrnehmung, die Denkfähigkeit und das Gedächtnis. Diese Fähigkeiten werden durch vielfältige Aufgaben gefördert, die wir in unseren Alltag miteinbauen. Auch die Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Körper ist uns in unserer Einrichtung sehr wichtig. Unsere Schulanfänger beschäftigen sich daher im Schulanfängermorgenkreis sehr ausführlich mit dem Körperschema. Außerdem steht ein jährlicher präventiver Besuch vom Zahnarzt an.
Durch das Frühstücksbuffet, welches den Kindern täglich angeboten wird, tragen wir zu einer gesunden Ernährung bei. Selbstbestimmt dürfen sich die Kinder, nach Ihrem eigenen Belieben, daran bedienen. Begleitet wird dies durch pädagogisches Personal, welches dabei auf eine ausgewogene Ernährung der Kinder achtet und gegebenenfalls auch Unbekanntes probieren lässt. Auch unser Obst- und Gemüseteller, sowie die Auswahl verschiedener Getränke stehen unseren Kindern täglich zur Verfügung. Resilienz ist die Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden und hohe Lebensqualität, sowie der Grundstein für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen und Belastungen. Resilienz verbindet personale und soziale Ressourcen miteinander. Das Kind wird in die Lage versetzt, Entwicklungsaufgaben auch unter riskanten Lebensumständen zu
42
bewältigen - in positiver Weise. Erworben wird diese im Entwicklungsverlauf, dabei können Zeiten und Situationen variieren und sich verändern. Durch frühe Bildung werden bedeutsame Kompetenzen erworben, die die Kinder an gesunde Lebensweisen und Bewältigungsstrategien heranführen, um mit Veränderungen und Belastungen umgehen zu können.
6 Beobachtung und Dokumentation
6.1 Simik, Seldak und Perik
Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bildet eine wesentliche Grundlage für pädagogisches Handeln in Kindertageseinrichtungen. Aussagekräftige Beobachtungsergebnisse vermitteln Einblicke in das Lernen und in die Entwicklung von Kindern. Bei uns im Kindergarten werden folgende Beobachtungsbögen von den Gruppenerzieherinnen zur Dokumentation verwendet. • Perik (=positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag) Perik beinhaltet das Miteinander der Kinder, positive und negative Gefühle und die sozialen und emotionalen Kompetenzen werden angesprochen. Er wird im Alter von 3,5 Jahren bis zum Schuleintritt verwendet. • Seldak (=Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern) • Sismik (=Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migranten in Kindertageseinrichtungen) Unter Literacy verstehen wir die Lese- und Schreibkompetenz. Bei Seldak und Sismik steht die Sprachbeobachtung und -entwicklung im Vordergrund. Seldak und Sismik werden ab 4 Jahren bis zum Schuleintritt jährlich dokumentiert.
43
6.2 Portfolio
Das Recht jedes Kindes auf Bildung ist uns ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die Begleitung und Dokumentation der Bildungsprozesse. Für jedes Kind wird eine „Bildungsbiografie“- ein Portfolio entwickelt. Es orientiert sich an den Bereichen des Bildungsprogramms und enthält Informationen, die für die Planung und Reflexion pädagogischer Prozesse und Aktivitäten wichtig und förderlich sind. Durch Beobachten, Wahrnehmen und Aufzeichnen dieser Prozesse wird das Lernverhalten des einzelnen Kindes erfasst und verstanden. Dabei wird versucht, nachzuvollziehen, worum es dem Kind geht, welche Fähigkeiten es gut einsetzt, welche Möglichkeiten es ausprobiert, oder wo noch Nachholbedarf ist. Damit wird das Portfolio zu einem Instrument des Dialoges aller Erziehungsbeteiligter.
6.3 Kinderschutz
Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung ist im SGB VIII§ 8a gesetzlich geregelt. Bei Anzeichen für eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls haben die pädagogischen Fachkräfte den Hinweis an die Eltern zu geben, dass sie einen Anspruch auf geeignete Hilfen haben. Bei Anzeichen eines erhöhten Entwicklungsrisikos stimmt das pädagogische Personal mit den Eltern des Kindes das weitere Vorgehen ab und zieht gegebenenfalls mit der Zustimmung der Eltern entsprechende Stellen hinzu. In diesem Zusammenhang ist bei der Anmeldung zum Besuch der Kindertageseinrichtung von den Eltern eine Bestätigung der Teilnahme des Kindes an der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung vorzulegen. Es ist schriftlich festzuhalten, ob vonseiten der Eltern ein derartiger Nachweis vorgelegt wurde. (Rechtsgrundlage: Art. 9a BayKiBiG) Der Schutzauftrag bezieht sich unter anderem auch auf den Hinweis des Rauchverbotes in den Räumen und im Außenbereich der Kindertageseinrichtung nach § 3 Abs. 3 AVBayKiBiG.
44
7 Erziehungspartnerschaft
7.1 Elternarbeit
Um im Kindergarten eine gute pädagogische Arbeit leisten zu können, ist die Kooperation mit den Eltern – im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft – ein wichtiger Bestandteil. Die Eltern sind die „Experten“ für die Lebenswelt ihres Kindes. Nur durch Offenheit, Kooperation und Vertrauen ist ein abgestimmtes und kindorientiertes Handeln möglich, welches zur Optimierung der Entwicklungsbedingungen beiträgt. • Elterngespräche Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist hierbei die Kommunikation mit den Eltern. Ein regelmäßiger Dialog zwischen ihnen und den Erziehern ist unabdingbar. Dieser Austausch kann zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden, einerseits infolge von Tür- und Angelgesprächen beim Bringen / Abholen des Kindes oder andererseits bei konkret terminierten Elterngesprächen. Inhalte der Konversation können sein: der Verlauf der Eingewöhnungsphase, der momentane Entwicklungsstand des Kindes, die Wahrnehmung von bestimmten Anzeichen, aktuell bestehende Probleme, der Austausch über Erziehungsziele,-stile, Fragen oder Wünsche seitens der Eltern.
• Elternabend Des Weiteren sind gruppeninterne oder gruppenübergreifende Elternabende Teil unserer Elternarbeit. Sie werden in der Regel aus konkreten Anlässen angeboten. Dazu zählen wir beispielsweise die Thematiken
- Beginn des neuen Kindergartenjahres
- Verabschiedung der Schulanfänger
- Einführung des Angebots „Vorkurs Deutsch“
- Änderung des Betreuungsangebotes
- usw.
45
Wichtig ist uns auch, Wünsche, Fragen und Bedürfnisse der Eltern zu erfassen, ernst zu nehmen und diese unseren Möglichkeiten entsprechend umzusetzen. • Elternbefragung Deshalb stellen einen weiteren wichtigen Aspekt unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit regelmäßige Elternbefragungen dar. Sie geben uns als Kindergartenpersonal einmal jährlich die Möglichkeit, unsere Kooperationsfähigkeit mit den Eltern zu hinterfragen und zu evaluieren. • Elterninformationen Die Eltern erhalten regelmäßige Informationen über die pädagogische Arbeit im Haus. Vor den Eingangstüren hängen Wochenrückblicke der jeweiligen Gruppe zur Einsicht aus. Familienbriefe und wichtige Informationen werden den Eltern im Nachrichtenportal „Telegram“ übermittelt. • Elternbeteiligung Jederzeit laden wir die Eltern dazu ein, im Sinne der Partizipation aktiv am Gruppengeschehen und an der Arbeit im Haus teilzunehmen. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich bei diversen Aktionen mit ihren Ideen einzubringen und mitzuwirken – sei es bei der Mitgestaltung von Festen und Feiern oder der Mitarbeit bei Kindergottesdiensten. Auch bieten wir im Rahmen von Hospitationen den Eltern die Möglichkeit an, das Gruppengeschehen im Haus mitzuerleben. Interessierte Eltern werden dabei aktiv miteingebunden, z.B. durch einen Besuch in der Stammgruppe ihres Kindes oder durch die Funktion als Lesepaten. Auf der anderen Seite sind auch die Eltern dazu verpflichtet, dem Träger bzw. der Einrichtung zur Erfüllung ihrer Aufgaben folgende Daten mitzuteilen:
Name und Vorname des Kindes
Geburtsdatum des Kindes
Geschlecht des Kindes
Staatsangehörigkeit des Kindes und der Eltern
Namen, Vornamen und Anschriften der Eltern
Anspruch des Kindes auf Eingliederungshilfe (Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG)
46
Rückstellung des Kindes von der Aufnahme in die Grundschule (Art. 37 Abs. 2BayEUG) Änderungen sind dem Träger bzw. der Einrichtung unverzüglich mitzuteilen. Die Eltern sind auf diese Pflichten und die Folgen eines Verstoßes (Bußgeld) hinzuweisen. rechtliche Grundlage: Art. 26a und Art. 26b BayKiBiG
7.2 Elternbeirat
Zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres findet die Wahl des Elternbeirates statt. Er stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Elternschaft, Kindergarten und Träger dar. Der Elternbeirat in seiner Funktion hat grundsätzlich eine beratende Tätigkeit. Er wird von der Einrichtungsleitung und dem Träger angehört und informiert, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden. Dazu zählen beispielsweise Themen wie die Jahresplanung, die Personalausstattung, Informations- und Bildungsveranstaltungen für Eltern, Öffnungs- und Schließzeiten, die Höhe der Elternbeiträge oder die pädagogische Konzeption. Unser Elternbeirat fördert und unterstützt zudem die Gestaltung und Ausstattung des Kindergartens und hilft aktiv bei der Organisation und der Durchführung von Festen und Feiern. Aktionen wie Ski- und Schwimmkurs oder Flohmärkte werden eigenverantwortlich organisiert und dadurch die Zusammengehörigkeit der gesamten Elternschaft gefördert. Wichtige Informationen gibt der Elternbeirat per Aushang, Handzettel oder über eine separate Seite im Familienbrief bekannt.
„Gemeinsam Feste zu feiern, ist immer besonders schön!“
47
8 Qualitätssicherung
Die Qualitätssicherung ist darauf ausgelegt, durch geeignete Maßnahmen und die Festlegung von Standards die gute Qualität der pädagogischen Arbeit für Kinder und ihre Eltern in dieser Einrichtung zu sichern und Prozesse zu optimieren.
8.1 Kinderkonferenz, Kinderbefragung
Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. „Beteiligung“ bedeutet „Partizipation“ im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung. Kinderkonferenzen eröffnen den Kindern die Möglichkeit, an Entscheidungen mitzuwirken. Sie lernen demokratische Elemente kennen, wenn bei Abstimmungen die Mehrheit entscheidet. Sie lernen auch eigene Bedürfnisse zugunsten der Gruppe zurückzustellen und Meinungen anderer zu akzeptieren. Kinder erleben sich dabei nicht nur als Einzelperson mit eigenem Willen, sondern auch als Gruppenmitglied mit Gruppeninteressen. Regeln des Zuhörens und der Redezeit („Sprechstein“), Erfahrung der Meinungsfreiheit und der Gleichberechtigung der Stimmen werden erlebbar gemacht. Alle können ihre Anliegen in der Gruppe einbringen. Auf diese Weise lernen die Kinder, Lösungsmöglichkeiten für Konflikte zu suchen und zu entwickeln. Auch die Kinderbefragung ist Teil der Partizipation und wird bei uns im Kindergarten nach Bedarf von den pädagogischen Mitarbeiterinnen durchgeführt. Sie orientiert sich an einem bestimmten Thema (z. B. Essenssituation im Kinderrestaurant).
8.2 Elternbefragung
Die Elternbefragung findet einmal jährlich im Kindergarten statt. Darin werden allgemeine Fragen über die Einrichtung, beispielsweise unsere Öffnungszeiten gestellt, sowie die Möglichkeit gegeben, Wünsche seitens der Eltern zu äußern. Die Befragung kann anonym abgegeben werden. Nach der Auswertung durch das pädagogische Personal muss das Ergebnis für die Eltern ausgehängt werden.
48
Die Befragung ist rechtlich vorgegeben und muss bei einer Rechnungsprüfung vorgelegt werden.
8.3 Mitarbeitergespräche
Jährliche Mitarbeitergespräche dienen dem gemeinsamen Austausch zwischen Leitung und Mitarbeiter über die aktuelle Situation im Kindergarten und der konkreten, eigenen beruflichen Stellung, sowie möglicher Zukunftsperspektiven. Die daraus resultierenden Zielvereinbarungen werden schriftlich festgehalten.
8.4 Fort- und Weiterbildungen
Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen des Personals helfen den Berufsanforderungen gerecht zu werden. Die Teilnahme an angebotenen Arbeitskreisen und dem Qualitätszirkel der Frühförderung usw. sind für uns selbstverständlich. Für Fortbildungen stehen den Mitarbeitern maximal 5 Arbeitstage im Jahr zur Verfügung. Für Teamfortbildungen können zwei zusätzliche Schließtage angesetzt werden. Die Genehmigung dieser Maßnahme obliegt dem Träger.
8.5 Teambesprechungen/Konferenzen
Einmal wöchentlich findet eine Wochenplanung für das pädagogische Fachpersonal der Gruppen statt. In regelmäßigen Teambesprechungen, bei der alle Mitarbeiter anwesend sind, werden größere Planungen zu Festen und Feiern (Erntedank, Muttertag, Familienfest, Schulanfängerabschluss) durchgeführt.
„Dienstbesprechungen sind mit allen Erwachsenen – da sind immer viele Stühle um den Tisch!“
49
8.6 Aufnahmeverfahren
• Anmeldeverfahren Bei uns ist eine ganzjährige Anmeldung möglich. Eine Anmeldung bedeutet nicht, dass das Kind auch aufgenommen werden kann. Zu den Auswahlkriterien gehören neben sozialen, erzieherischen, medizinischen und psychologischen Gründen auch die Zuständigkeit zur Gemeinde und die Stellung als Geschwisterkind. Vorschulkinder haben Vorrang bei der Aufnahme. • Anmeldegespräch Das Anmeldegespräch wird von der Kindergartenleitung übernommen und findet am Nachmittag statt. Hierfür wird zuvor ein Termin vereinbart. Folgende Inhalte werden besprochen:
erster persönlicher Kontakt (Kindergartenleitung und Eltern stellen sich vor)
die Einrichtung wird vorgestellt, zugleich erfolgt eine Führung durch das Haus
die pädagogische Arbeit und die Schwerpunkte der Einrichtung
schriftliche Informationen über den Kindergarten werden verteilt (z.B. Aufnahmevertrag)
Aufnahmekriterien (Bereitschaft der Eltern zur Zusammenarbeit z.B. Akzeptanz der Konzeption, Begleitung der Eingewöhnungsphase…)
falls möglich: Vorstellung der späteren Bezugsperson
Zeit für Fragen der Eltern
• Elternabend für die zukünftigen Kindergarteneltern Im Juni erhalten alle neuen Eltern eine Einladung zum Kennenlern-Elternabend. Die Eltern stellen sich im Namen ihres Kindes vor. Grundsätzliche Informationen bzgl. des Tagesablaufes und der Eingewöhnungszeit werden mitgeteilt und die zukünftigen Gruppen und Bezugspersonen des Kindes werden vorgestellt. Die Elternhausaufgaben für das Portfolio und die Checkliste „Was braucht mein Kind im Kindergarten?“ werden ausgehändigt.
50
• Aufnahmegespräch Das Aufnahmegespräch wird von der zukünftigen Bezugsperson des Kindes übernommen. Auf folgende Gesprächsinhalte legen wir besonderen Wert:
die Erzieherin stellt sich vor
Fragen über die Interessen des Kindes stehen im Mittelpunkt
Gruppensituation und Gruppenkonstellation werden erläutert
Tagesablauf wird vorgestellt
weitere Informationen über den Kindergarten werden geklärt
Zeit für Fragen der Eltern
Eingewöhnungskonzept wird besprochen
Kontrolle der Angaben im Betreuungsvertrag
Das Anmelde- und Aufnahmegespräch ist als Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit für unsere Einrichtung grundlegend. Das Aufnahmeverfahren wird mit der Unterzeichnung des Betreuungsvertrages abgeschlossen.
8.7 Beschwerdemanagement
Sind Sie zufrieden, dann sagen Sie es weiter, wenn nicht, sagen Sie es uns!
Helfen Sie uns, uns zu verbessern- wir danken für Ihre Meinung! Ihre Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge sind deshalb unentbehrlich! Nutzen Sie dazu unseren „Wünschekasten“, der sich im oberen Eingang befindet. In regelmäßigen Abständen werden Sie im Elternbrief aufgeklärt, was mit Ihren Ideengeschieht. Die Zusammenarbeit im Team und mit den Eltern ist geprägt von Respekt, Freundlichkeit und Toleranz. Dazu gehört auch ein positiver Umgang mit Kritik. „Unser Wünschekasten“
51
Veränderungen finden statt, wenn man sich von lieb gewonnenen Verhaltensweisen trennen kann und Risikobereitschaft zeigt. Mitarbeiter, Eltern und Kinder fühlen sich nicht nur für „ihre“ Gruppe verantwortlich, sondern für die gesamte Einrichtung! Teamentwicklung in einer Kindertageseinrichtung ist entscheidend für eine positive Arbeitsatmosphäre und eine erfolgreiche pädagogische Arbeit. Es geht dabei darum, aus Individuen ein starkes Team zu formen, das effektiv zusammenarbeitet, gemeinsame Ziele verfolgt und Konflikte gemeinsam konstruktiv löst.
9 Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit
Die Zusammenarbeit unseres Kindergartens mit begleitenden Institutionen ist unter dem Gesichtspunkt der ganzheitlichen Förderung des Kindes zu sehen. Gemeint ist eine konkurrenzlose, gleichrangige und freiwillige Zusammenarbeit mit dem Ziel einer individuellen Förderung und Erziehung der Kinder. Unser Kindergarten profitiert von der Kooperation mit anderen Einrichtungen, indem er sich deren Ressourcen bedient, deren Fachkompetenz und Angebote nutzt und für die eigene pädagogische Arbeit fruchtbar macht. Die Angebotspalette im Kindergarten wird dadurch vergrößert und in ihrer Wirkungskraft verstärkt. Kooperation bedeutet außerdem, Vorschläge für Verbesserungsmöglichkeiten an die entsprechenden Stellen zu tragen, um positive Lebensbedingungen und eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu schaffen.
„Wie in einem Spinnennetz sind auch wir mit unseren Kooperationspartnern eng verknüpft. Dadurch entsteht ein wunderbares Kooperationsnetzwerk!“
52
Unter dem Motto „Wir und die anderen“ haben wir in folgendem Schaubild unsere Netzwerkpartner aufgeführt:
GRUNDSCHULE «
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule stellt für die Familien und für das Kind eine besondere Situation dar. Damit dieser neue Abschnitt erleichtert wird, arbeiten wir mit Lehrern & den Eltern zusammen und bereiten die Kinder auf den Übertritt vor. Durch regelmäßige Kontakte und Aktionen wird ein Grundstein eines nahtlosen Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule gelegt.
INTERDISZIPLINÄRE FRüHFöRDERSTELLE «
Die Förderung der kindlichen Entwicklung ist während der ersten Lebensjahre am effektivsten. Die Frühförderstelle macht denjenigen Eltern Angebote, deren Kinder in ihrer körperlichen, kognitiven, sprachlichen, emotionalen oder sozialen Entwicklung Unterstützung brauchen. Zudem besteht die Möglichkeit einer Individualbegleitung im Kindergarten, diese stellt eine pädagogische Unterstützung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen dar und dient der besseren Bewältigung des Kita-Alltages.
SCHULVORBEREITENDE EINRICHTUNG « Noch nicht schulpflichtige Kinder, die zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten sonderpädagogische Anleitung und Unterstützung benötigen, können in einer schulvorbereitenden Einrichtung betreut werden. Ziel ist es dort – auch im Hinblick auf die Erlangung der Schulreife – die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen zu schaffen und gegebenenfalls einen nahtlosen Übergang in ein Förderzentrum zu ermöglichen.
KINDERÄRZTE «
Durch ihn werden in der Regel die Vorsorgeuntersuchungen im Kinder- gartenalter durchgeführt. Es erfolgt dort auch die Beratung zur gegebenenfalls notwendigen Vervollständigung des Impfschutzes.
Bei etwaigen Entwicklungsauffälligkeiten wird die Koordination von weiteren Fördermaßnahmen übernommen.
53
Fazit: Die Kitalandschaft wird noch bunter und vielfältiger werden. Das Schöne an der Zukunft ist aber, dass sie offen ist - sie kann von uns gestaltet werden, es liegt also letztendlich an uns. Kitaentwicklungsprozesse fördern die Professionalisierung der Einrichtung, unterstützen Bildungsakteure und stärken somit die Bildungsqualität.
ERGOTHERAPIE « Die Ergotherapie hilft, bei Kindern eine noch nicht vorhandene Handlungs- fähigkeit zu erreichen, die aufgrund von Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen in nicht ausreichendem Maße ausgebildet ist. Diese ganzheitliche Maßnahme kann diverse Inhalte umfassen, z.B. das Trainieren & Vor-bereiten von körperlichen Bewegungs-abläufen oder das Trainieren von Kraft und Ausdauer.
LOGOPÄDIE « Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten, Sprachentwicklungsverzögerungen, Stimm- oder Hörstörungen können bei uns im Haus von geschulten Logopäden betreut werden.
Ziel der Therapie ist die weitestgehende Behebung aller sprachlichen Defizite und damit die Verbesserung der Sprachqualität.
PFARRGEMEINDE « Die Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung & Akzeptanz. Sie zeichnet sich beispielsweise durch die Mitgestaltung von Gottesdiensten, etwa beim jährlichen Familienfest oder bei der Kindersegnung zu Beginn des Kindergartenjahres aus. Unser Pfarrer nimmt sich stets der Anliegen von unseren Kindern und Mitarbeiterinnen an. POLITISCHE GEMEINDE « Die Stadt Waldkirchen unterstützt uns nicht nur durch Zuschüsse, sondern hat auch jederzeit ein offenes Ohr für unsere Anliegen. Auch wir zeigen unser Engagement, indem wir uns regelmäßig an Festlichkeiten der Stadt beteiligen, beispielsweise beim jährlichen Bürgerfestival, dem Inklusionsfest oder bei diversen Verschönerungsaktionen des Stadtbildes.
54
10 Schlussgedanken
…weil wir alle Kinder waren (sind)!
Diese Elternkonzeption möchte Anregung sein, die Kindheit und die Kindergartenzeit zu feiern - als eine Zeit intensiver Empfindungen voller Staunen und voller Lebensfreude.
Es ist uns eine Herzensangelegenheit, Ihr Kind zu begleiten | zu fördern | zu bilden und einen ureigenen Weg mit Ihm zu begehen!
Und es sollte eine Ermutigung sein, ein bisschen mehr davon in unser Erwachsenenleben hinüberzuretten und uns selber ruhig einmal mit den zuversichtlichen, unbeschwerten und aufrichtigen Augen eines Kindes zu betrachten.
Es ist ein Plädoyer für den achtsamen Umgang mit unseren Kindern und mit dem Kind in uns. Ein Bekenntnis, dass wir eben so viel von unseren Kindern lernen können, wie sie von uns.
Ein schönes Bild hat Jesper Juul gezeichnet, indem er sagt: „Wir müssen ein Leuchtturm für die Kinder sein. Persönliche Verantwortung lernt man sehr gut von Leuchttürmen! Einerseits durch deren Vorleben und andererseits dadurch, dass Verantwortung abgegeben wird.“ Damit unsere Kinder heranwachsen zu Menschen, die sich selbst kennen, lieben, schätzen und deshalb auch die persönliche Verantwortung für ihr Tun übernehmen möchten – deshalb begleiten wir sie und fördern die Kultur des Lernens – weil es sich lohnt!
In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen freuen wir uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.
Ihr Team des Kindergartens St. Peter
55
11 Impressum
© 2026 Adresse:
Kindergarten St. Peter
Jahnstraße 19
94065 Waldkirchen Telefon:
08581/3445 E-Mail:
kiga.st.peter-waldkirchen@caritas-pa.de Leiterin:
Kathrin Blöchl Träger:
Pfarr-Caritasverband Waldkirchen e.V. Vorsitzender:
Diakon Konrad Niederländer
12 Literaturnachweis
Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für
Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung, 2017 Bayerische Bildungsleitlinien,2012 Bürgerhilfe Ingolstadt e.V. Kita - Ordnung, Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern DGUV, Kinder Kinder, Ausgabe 1/2018 Veröffentlichung der Konzeption Diese Konzeption wird auf der Homepage der Stadt Waldkirchen unter www.stadt-waldkirchen.de und der Homepage der Pfarrei Waldkirchen unter www.pfarrei-waldkirchen.de veröffentlicht. Weiter liegt die Konzeption im Kindergarten St. Peter zur Einsichtnahme aus.