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title: "KIGA St. Peter-Waldkirchen veröffentlicht Konzeption in Waldkirchen; katholisches Profil betont Inklusion und Vielfalt"
sdDatePublished: "2026-04-27T12:27:00Z"
source: "https://www.bistum-passau.de/files/downloads/PV-Standard/Konzeption-Kindergarten-St.-Peter.pdf"
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  - "Freyung-Grafenau"
  - "Passau"
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KIGA St. Peter-Waldkirchen veröffentlicht Konzeption in Waldkirchen; katholisches Profil betont Inklusion und Vielfalt

KONZEPTION

JAHNSTRAßE 19
94065 WALDKIRCHEN
TELEFON: 08581 3445
E-MAIL: KIGA.ST.PETER-WALDKIRCHEN@CARITAS-PA.DE

TRÄGER: PFARR-CARITASVERBAND WALDKIRCHEN E.V.

KONZEPTION

1

Inhalt
1
Vorwort ........................................................................................................................................... 3
1.1
Vorwort Kindergartenleitung .................................................................................................. 3
1.2
Vorwort Träger ........................................................................................................................ 4
1.3
Vorwort Pfarrer ....................................................................................................................... 6
1.4
Vorwort Bürgermeister ........................................................................................................... 7
2
Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen ............................................................... 9
2.1
Geschichtlicher Hintergrund ................................................................................................... 9
2.2
Rechtliche Grundlagen .......................................................................................................... 10
2.3
Einrichtungsbeschreibung ..................................................................................................... 13
3
Unsere pädagogischen Leitlinien .................................................................................................. 18
3.1
Leitbild – katholisches Profil .................................................................................................. 18
3.2
Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt ..................................................... 21
3.3
Bild vom Kind – christliches Menschenbild ........................................................................... 23
3.4
Verständnis von Bildung ........................................................................................................ 24
4
Schlüsselprozesse der Bildungs- und Erziehungsarbeit ................................................................ 26
4.1
Projektarbeit .......................................................................................................................... 26
4.2
Werteorientierung und Religiosität ...................................................................................... 26
4.3
Naturwissenschaft, Technik & Umwelt ................................................................................. 26
4.4
Mathematik ........................................................................................................................... 27
4.5
Sprach-, Lese- und Schreibkompetenz (Literacy) .................................................................. 28
4.6
Medien .................................................................................................................................. 29
4.7
Ästhetik und Kunst ................................................................................................................ 29
4.8
Musik ..................................................................................................................................... 30
4.9
Starke Kinder ......................................................................................................................... 30
4.10
Lebenspraxis .......................................................................................................................... 32
5
Themenübergreifende Bildungs- und Erziehungsperspektiven ................................................... 32
5.1
Partizipation .......................................................................................................................... 32

2

5.2
Integration/Inklusion – Pädagogik der Vielfalt ...................................................................... 34
5.3
Vorkurs Deutsch .................................................................................................................... 35
5.4
Transitionen der Kinder ......................................................................................................... 36
5.5
Basiskompetenzen ................................................................................................................. 41
6
Beobachtung und Dokumentation ............................................................................................... 42
6.1
Simik, Seldak und Perik .......................................................................................................... 42
6.2
Portfolio ................................................................................................................................. 43
6.3
Kinderschutz .......................................................................................................................... 43
7
Erziehungspartnerschaft ............................................................................................................... 44
7.1
Elternarbeit ............................................................................................................................ 44
7.2
Elternbeirat ............................................................................................................................ 46
8
Qualitätssicherung ........................................................................................................................ 47
8.1
Kinderkonferenz, Kinderbefragung ....................................................................................... 47
8.2
Elternbefragung ..................................................................................................................... 47
8.3
Mitarbeitergespräche ............................................................................................................ 48
8.4
Fort- und Weiterbildungen .................................................................................................... 48
8.5
Teambesprechungen/Konferenzen ....................................................................................... 48
8.6
Aufnahmeverfahren .............................................................................................................. 49
8.7
Beschwerdemanagement ...................................................................................................... 50
9
Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit ............................................................................................ 51
10
Schlussgedanken ........................................................................................................................... 54
11
Impressum .................................................................................................................................... 55
12
Literaturnachweis ......................................................................................................................... 55

3

1 Vorwort
1.1 Vorwort Kindergartenleitung

Liebe Eltern,

als Leitung unseres Kindergartens ist es mir ein großes Anliegen, in dieser Konzeption
die Grundlagen und Werte unserer pädagogischen
Arbeit sichtbar zu machen.
Unser Kindergarten versteht sich als ein christlicher, offener und inklusiver Ort, an dem
jedes Kind willkommen ist – unabhängig seiner Herkunft, Fähigkeiten oder
individuellen Lebensumständen. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Kinder
sich angenommen fühlen, Gemeinschaft erleben und Ihre Persönlichkeit frei entfalten
können.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Kind mit seiner Einzigartigkeit, seinen Fragen
und seiner natürlichen Neugierde. Unsere Erzieherinnen sind Begleiter und
Impulsgeber, die die Kinder aufmerksam beobachten, sie ermutigen, eigene Wege zu
gehen, und ihnen vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken und Lernen eröffnen.
Wir sehen Kinder als kompetente, kreative und forschende Persönlichkeiten. Ihre
Ideen, Interessen und Ausdrucksformen nehmen wir ernst und greifen sie im Alltag
auf. Die Umgebung gestalten wir so, dass sie zum Lernen einlädt, zum Austausch
anregt und die Kinder in Ihren individuellen Entwicklungsprozessen unterstützt.

Gleichzeitig prägen christliche Werte wie Nächstenliebe, Wertschätzung, Respekt und
Verantwortung unser tägliches Miteinander. Sie bilden das Fundament für eine
Gemeinschaft, in der Kinder Vertrauen, Geborgenheit und Orientierung erfahren.

Diese Konzeption soll Eltern, Mitarbeitenden und Interessierten einen Einblick in
unsere Haltung und unsere Arbeit geben.
Sie ist Ausdruck unseres gemeinsamen Verständnisses von Bildung, Erziehung und
Betreuung – und zugleich eine Einladung, unseren Kindergarten als lebendigen Lern-
und Lebensort mitzuerleben und mitzugestalten.

Herzlichst

Kathrin Blöchl
Kindergartenleitung

„Kinder sind wie Blumen.
man muss sich zu Ihnen
niederbeugen,
wenn man sie erkennen will!“
Friedrich Fröbel

4

1.2 Vorwort Träger

Liebe Eltern,

der Kindergarten St. Peter Waldkirchen versteht sich als Ort des Lebens, Lernens und
Glaubens, an dem Kinder in ihrer Einzigartigkeit angenommen und in ihrer
ganzheitlichen Entwicklung begleitet werden. Als Einrichtung in Trägerschaft
des Pfarr-Caritasverbandes fühlen wir uns dem christlichen Auftrag ebenso
verpflichtet wie den gesetzlichen Grundlagen des Bayerisches Kinderbildungs- und -
betreuungsgesetz (BayKiBiG).

Dies bildet die verbindliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Es betont die
Bedeutung frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung als eigenständigen
Bildungsauftrag. Kinder haben ein Recht auf Förderung ihrer Persönlichkeit, ihrer
sozialen Kompetenzen sowie ihrer kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Dieser
gesetzliche Auftrag ist für uns nicht nur Verpflichtung, sondern auch Bestärkung
unseres pädagogischen Selbstverständnisses: Jedes Kind bringt individuelle
Begabungen, Interessen und Entwicklungsschritte mit, die wir aufmerksam
wahrnehmen und professionell begleiten.

Unser Handeln gründet zugleich im christlichen Menschenbild. Wir glauben, dass jeder
Mensch von Gott gewollt, geliebt und mit unverlierbarer Würde ausgestattet ist. Daraus
erwächst eine Haltung der Wertschätzung, des Respekts und der Nächstenliebe.
Kinder erfahren bei uns Annahme ohne Vorbedingungen. Sie werden ermutigt, ihre
Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und Verantwortung für sich und
andere zu übernehmen. Religiöse Bildung ist dabei kein Zusatz, sondern durchzieht
unseren Alltag in Gebeten, Festen im Kirchenjahr, biblischen Geschichten und im
achtsamen Miteinander. Dies geschieht im Zusammenwirken mit der Pfarrgemeinde
und unseren Kirchlichen und sozialen Einrichtungen vor Ort.

Der Kindergarten St. Peter Waldkirchen versteht sich als familienergänzende und
familienunterstützende
Einrichtung.
Eine
vertrauensvolle
Bildungs-
und
Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist für uns von zentraler Bedeutung.
Transparenz, Dialog und gegenseitige Wertschätzung bilden die Grundlage einer
Zusammenarbeit, die das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam
„Hilf mir, es selbst zu tun.“
– Maria Montessori –

5

schaffen wir einen Lebensraum, in dem Kinder Sicherheit, Geborgenheit und vielfältige
Anregungen erfahren.

In einer sich wandelnden Gesellschaft sehen wir es als unsere Aufgabe, Kindern
Orientierung zu geben und sie zugleich offen für Neues zu machen. Partizipation,
Inklusion und interkulturelle Sensibilität sind feste Bestandteile unserer pädagogischen
Arbeit.
Wir
fördern
Selbstständigkeit,
Konfliktfähigkeit
und
Verantwortungsbewusstsein und schaffen Räume, in denen Kinder Fragen stellen,
forschen, gestalten und Gemeinschaft erleben können.
Diese pädagogische Konzeption beschreibt die Grundhaltungen, Ziele und Methoden
unserer Arbeit. Sie ist Ausdruck unseres Qualitätsanspruchs und zugleich ein
lebendiges Dokument, das regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Möge sie
allen Einblick in unsere Arbeit geben und das gemeinsame Anliegen verdeutlichen:
Kinder auf ihrem Weg zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und lebensfrohen
Persönlichkeiten zu begleiten – getragen von fachlicher Kompetenz, christlichen
Werten und dem Vertrauen in ihre von Gott geschenkten Fähigkeiten.

Mit herzlichen Segenswünschen

Ihr

Diakon Konrad Niederländer
1. Vorsitzender
Pfarr-Caritasverband Waldkirchen e.V.

6

1.3 Vorwort Pfarrer

Papst Franziskus hat dieses Wort bei einer Ansprache an Kinder und Jugendliche
gerichtet. Baumeister einer Welt sein, in der jeder Mensch als Kind und Ebenbild
Gottes geachtet wird – dieser Auftrag gilt der ganzen Menschheitsfamilie. Er wird ganz
besonders in unseren Kindertagesstätten mit Leben erfüllt.
Als Pfarrer bin ich stolz und dankbar, dass dem Pfarr-Caritasverband mit der
Trägerschaft der Kinderkrippe in Waldkirchen und den Kindergärten in Waldkirchen
und Holzfreyung dieser wertvolle Dienst anvertraut ist. Kinder sind die „Architekten der
Zukunft“. Sie bauen mit den Werkzeugen des Glaubens das weiter, was uns anvertraut
worden ist und was wir weitergeben dürfen. In unseren Einrichtungen dürfen wir sie
dabei unterstützen. Wir können uns dabei auf ein kompetentes und engagiertes Team
verlassen, das Tag für Tag mit großem Einsatz versucht, für die Kinder Räume zu
schaffen, in denen sie sich als Menschen entfalten können. In Wort und Tat wird ihnen
die Freundschaft zu Jesus Christus vorgelebt. Der christliche Glaube und die Botschaft
des Evangeliums sind Grundlage für das Handeln mit den Kindern. Das
Markenzeichen der Caritas, das Flammenkreuz, erinnert täglich daran: Wir können
den Kindern nur das weitergeben und vorleben, was selber in uns brennt und was uns
wichtig ist. Die vorliegende Konzeption soll mit Worten beschreiben, was unser Tun
und Handeln begeistert und stärkt und was uns bewegt, gemeinsam mit den Kindern
und deren Familien an der Zukunft zu bauen.
Die Kindertagesstätten zählen ohne Zweifel zu den wichtigsten Orten in der ganzen
Stadt Waldkirchen. In ihnen leben wir den wertvollen Auftrag, Kinder zu begeistern,
damit sie „Architekten der Zukunft“ werden können.
Michael Nirschl
Pfarrer

„Ihr seid die Architekten der Zukunft,
Handwerker, die die Zukunft
aufbauen.“

7

1.4 Vorwort Bürgermeister

Kinder berühren uns Erwachsene mit ihrer Unberechenbarkeit, ihrer Spontaneität,
ihrer Ungestümtheit, ihrer Herzlichkeit, ihrem Lachen, aber auch ihrem Weinen. Sie
sind unbestritten eine Bereicherung für unser Leben, völlig unabhängig davon, ob wir
nun viel Geld haben oder wenig!
Kinder fordern uns aber gleichermaßen auch heraus, können Nervensägen sein und
Quälgeister und bringen uns, die wir alle mehr oder weniger berufstätig sind, oft auch
an den Rand der Belastbarkeit. Nicht zuletzt deshalb hat der Staat einen Anspruch auf
einen Kindergartenplatz gesetzlich festgelegt, um allen Kindern möglichst gleiche
Startchancen
zu
geben.
Pädagogisch
fundierte
Betreuung
durch
eine
Kindertageseinrichtung ist neben der Erziehung durch die Eltern unersetzlich
geworden.
Die vorliegende Konzeption des Kindergartens „St. Peter“ dokumentiert die
wesentlichen Ziele der pädagogischen Arbeit und informiert über alle wichtigen
Aspekte dieser Kindertageseinrichtung, deren Träger die Caritas ist.

Von Seiten der Stadt Waldkirchen befürworte ich die Konzeption ausdrücklich. In ihr
werden die aktuellen pädagogischen Vorstellungen und die erzieherische
Grundhaltung dieser Einrichtung in schriftlicher Form festgehalten und verständlich
dargestellt. Jedermann ist in der Lage, Einblick zu nehmen und sich über das
pädagogische Leitbild dieser Kindertagesstätte Gedanken zu machen und sich
darüber hinaus umfassend zu informieren.
Unseren Kindern wird im Kindergarten „St. Peter“ schon seit Jahrzehnten eine
optimale Betreuung geboten. Das ist nur möglich durch sehr gut qualifiziertes und
motiviertes Personal. Vorbildlich nehmen hier alle Mitarbeiterinnen ihre Aufgaben
wahr. Dafür bin ich aus Sicht der Stadt Waldkirchen sehr dankbar.
Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch die gute und vertrauensvolle
Zusammenarbeit mit der Caritas, die über mehrere Jahrzehnte bereits die Trägerschaft
des Kindergartens ausübt.
Um die zukünftigen Aufgaben im Kindergartenwesen und dabei insbesondere die
pädagogische Arbeit optimal gestalten zu können, wurde die Konzeption des
„Wer Geld und keine Kinder hat,
der ist nicht wirklich reich,
wer Kinder und kein Geld hat,
der ist nicht wirklich arm.“
Chinesisches Sprichwort

8

Kindergartens „St. Peter“ neu überarbeitet.

Ich danke allen, die diese Konzeption erarbeitet haben. Sie bildet die Basis zur
vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kindergarten auf der einen und den
Erziehungsberechtigten auf der anderen Seite zum Wohle der Kinder.

Heinz Pollak
1.Bürgermeister
Stadt Waldkirchen

9

2 Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen
2.1 Geschichtlicher Hintergrund
 „Die erste Anregung zur Kleinkinderbewahranstalt ging bereits 1846 von der
königlichen Regierung aus. Es wurde von Magistrat allerdings damals erklärt, dass die
Errichtung einer solchen Anstalt „weder Bedürfnis, noch tunlichst ist“.

Es mussten noch viele Jahrzehnte ins Land ziehen und erst 1908 erfolgte die
Gründung einer Kleinkinderbewahranstalt durch Dekan Schätz. Die Übertragung der
Kindergartenleitung erfolgte schließlich an das Institut der Englischen Fräulein mit Sitz
in Passau, Niedernburg. Im Juni 1909 erfolgte die offizielle Zulassung einer
Ordensschwester als Kindergärtnerin für den in Parterre des Klosters in Waldkirchen
untergebrachten Kindergartens. Erste Leiterin in den Jahren 1909 – 1912 war dann
Mater Rosalie Hölzl. Pro Kind musste damals ein Wartegeld von zwei Mark bezahlt
werden. Etwa 90 Kinder besuchten damals diese „Anstalt“. In der Kriegszeit war dann
alles anders. Da wurden die Kinder vom Reichsarbeitsdienst betreut. Nach dem Krieg
wurde der Kindergarten von Pfarrer Otto Kaufmann 1945 zum zweiten Mal gegründet.
Mater Eduarda von den Englischen Fräulein leitete nach dem Krieg die Bewahranstalt.
Aus Platzgründen wurde 1962 ein neues Kindergartengebäude, dem ein Jugendheim
angegliedert war, errichtet. Die Eröffnung und Einweihung des neuen Kindergartens
erfolgte im Oktober/November 1962 unter Geistlichem Rat Pfarrer Matthäus Pichler.
Kindergartenleiterinnen seit 1962 waren bis 1982 Schwester Irmina, 1982 – 2006
Christine Sacher, seit 2007 Bettina Helling“ (Quelle: Ausgabe der Passauer Neuen
Presse, aus dem Jahr 2008).
„Viele kleine Leute,
an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun
können das Gesicht der Welt verändern.“
(Spruch aus Nordafrika zum 100-jährigenBestehen des Kindergartens)

10

2.2 Rechtliche Grundlagen

Unsere pädagogische Arbeit unterliegt folgenden gesetzlichen Bestimmungen:

Die wichtigsten Auszüge aus dem SGB VIII:

• § 1 Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe
(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf
Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.
• § 22 Grundsätze der Förderung
(3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und
bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des
Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein.
Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und
sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation, sowie den Interessen und Bedürfnissen
des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.
• § 22a Förderung in Tageseinrichtungen
(3) Das Angebot soll sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der
Kinder und ihrer Familien orientieren.

Gesetzliche Grundlagen
(AV) BayKiBiG
(Ausführungsverordnung) Bayerisches
Kinder-, Bildungs- und Betreuungsgesetz
BEP
Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan für
Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung
UN – Konvention
Kinderrechte
GG
Grundgesetz
SGB VIII
Sozialgesetzbuch Acht
BayBL
Bayrische Bildungsleitlinien
Rahmen -und
Hygieneplan
Handreichung vom Institut für Frühpädagogik

11

(4) Kinder mit und ohne Behinderung sollen, sofern der Hilfebedarf dies zulässt, in
Gruppen gemeinsam gefördert werden.

Die wichtigsten Auszüge aus dem (AV) BayKiBiG:
• Artikel 10 Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertages-
einrichtung
(1)
Kindertageseinrichtungen
bieten
jedem
einzelnen
Kind
vielfältige
und
entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, um beste
Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig
entgegenzuwirken, sowie zur Integration zu befähigen. Eine angemessene Bildung,
Erziehung und Betreuung ist durch den Einsatz von ausreichendem und qualifizierten
Personal sicherzustellen.
(2)
Die
Kinder
sollen
entwicklungsangemessen
an
Entscheidungen
zum
Einrichtungsalltag und zur Gestaltung der Einrichtung beteiligt werden.

Ergänzend zum Bildungs- und Betreuungsvertrages wird den Eltern die Kita-Ordnung
des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern als verbindliche Anlage
ausgehändigt. Sie bietet eine Orientierung in wichtigen pädagogischen und
inhaltlichen Fragen, sowie zu organisatorischen Angelegenheiten.

12

Die wichtigsten Auszüge aus der UN – Konvention:
Kinderrechte

Die Kinder haben sich gemeinsam Gedanken über Ihre

Rechte gemacht und sie in bildlicher Form dargestellt.

Der BEP als Grundlage – unser curricularer Orientierungsrahmen
„[Der BEP] gibt den Trägern und dem pädagogischen Personal Orientierung, wie
Kindertageseinrichtungen ihren Bildungsauftrag fachlich fundiert und optimal
umsetzen. Bewusst belässt der BayBEP einen großen pädagogischen Freiraum. Er

13

stellt das Kind in den Mittelpunkt und zielt auf eine individuelle, ganzheitliche
Bildungspraxis“ (BEP, 2017, S. 4).
Die BayBL als Ergänzung zum BEP/(AV)BayKiBiG:
„Die Leitlinien sind der erste gemeinsame Orientierungs- und Bezugsrahmen für alle
außerfamiliären Bildungsorte, die Verantwortung für Kinder in diesem Alter tragen […]“
(BayBL, 2012, S. 4).

2.3 Einrichtungsbeschreibung

• Lage und soziales Umfeld
Unser Kindergarten liegt im ländlichen Raum, in der größten Stadt im
niederbayerischen Landkreis Freyung – Grafenau. Waldkirchen weist über 11.316
Einwohner (Stand 31. Dezember 2023) auf und hat somit ein breites Einzugsgebiet.
Aufgrund der verstärkten Präsentation nach außen hin und der baulichen Infrastruktur
hat sich die Anzahl der Bevölkerung verändert und somit verdichtet sich die Population
im Stadtgebiet und dessen Umland. Manche Eltern nutzen deshalb die Möglichkeit, ihr
Kind mit dem Schulbus in den Kindergarten befördern zu lassen.
Kinder aus anderen Gemeinden werden der zuständigen Förderkommune gemeldet.
• Betreuungskapazität
Unser Haus bietet auf zwei Ebenen derzeit Platz für insgesamt 125 Kinder im Alter von
3 – 6 Jahren. Diese Zahl variiert je nach Anzahl der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf.
• Öffnungszeiten
Unsere Öffnungszeiten orientieren sich am Bedarf der Eltern, derzeit ist unsere
Einrichtung von Montag bis Donnerstag jeweils von 7:00 - 16:30 Uhr und freitags von
7:00 - 16:00 Uhr geöffnet. Die Kernzeiten in unserer Einrichtung sind von 8:00 -12:00.
Die Bring- und Abholzeit muss dazu gebucht werden.
Um den personellen Einsatz planen zu können, ist eine Mindestbuchungszeit von 20
bis 25 Wochenstunden vorgegeben. Aktuelle Preise können Sie dem beigefügten
Einlegeblatt entnehmen.

14

Die Schließtage, die zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres festgelegt werden,
orientieren sich an den geltenden Schulferien und müssen zusammen mit dem Träger
und dem Elternbeirat beschlossen werden. Die Zahl beläuft sich auf maximal 30 Tage
pro Kindergartenjahr.
• Personelle Besetzung
Der Betreuungsschlüssel orientiert sich an den gesetzlichen Bestimmungen, somit
kann den Kindern eine differenzierte Betreuung gewährleistet werden.
Unsere Kinder werden von qualifiziertem pädagogischem Personal betreut und
begleitet. Dies können Erzieher, pädagogische Zweitkräfte und Praktikanten sein (s.
Einlegeblatt).
• Praktikanten/innen
Der Kindergarten bietet sich als Ausbildungsstätte für verschiedene Berufsgruppen an.
Wir bieten die Möglichkeit, ein Vor- und Berufspraktikum zu absolvieren. Zurzeit
befindet sich eine Optiprax Studentin der Fachakademie in Passau in Ausbildung.
• Qualitätshandbuch
Im Qualitätshandbuch sich alle wiederkehrenden Abläufe als Standards der
pädagogischen Arbeit im Kindergarten erhalten.
• Konzeption
Regelmäßige Konzeptionstage dienen der Reflexion und Überprüfung der
pädagogischen Arbeit. Diese werden initiiert und begleitet durch PQB, der
Fachberatung des Caritasverbandes und des Landratsamtes.
• Coaching
Teilnahme am Coaching für verschiedene Interessen, z.B. Optimierung des Angebotes
des Mittagessens durch das Amt für Ernährung, Forsten und Landwirtschaft.
• Wald- und Wiesentage
Die Natur als Lern- und Erfahrungsraum liegt uns sehr am Herzen, sodass sogenannte
Naturtage in allen Jahreszeiten erlebt werden. Naturphänomene beobachten und unter
der Lupe genauer betrachten erweitern immens den Erfahrungsschatz der Kinder.
• Lernwerkstätten

15

Unsere Kindertageseinrichtung ist in altershomogene Gruppen unterteilt. Das Arbeiten
mit Kindern ähnlicher Altersklassen ermöglicht es, auf die individuellen Bedürfnisse,
Interessen,
Kompetenzen
und
Verständigungsformen
gezielter
einzugehen.
Kokonstruktives Lernen kann auf diese Weise stattfinden.
Während der Zeit von 9:30 Uhr bis 11:00 Uhr stehen den Kindern die Lernwerkstätten
und Spielbereiche im gesamten Kindergarten, sowie der Frühstücksplatz zur
Verfügung. Die Kinder können die anderen Gruppen besuchen, was für die Entfaltung
der Selbstwirksamkeit und der individuellen Neigungen von großer Bedeutung ist.
Indem sich jedes Kind über eine gewisse Zeitspanne des Tages in der ganzen
Einrichtung einen Spielbereich auswählen oder sich einer Spielgruppe anschließen
kann, wird dem Entscheidungsprozess ein großer Spielraum gewährt. Stets an der
Seite der Kinder ist dabei das pädagogische Personal – es nimmt die Kinder an der
Hand, begleitet, unterstützt und hilft wo es nötig ist.
Die verschiedenen Lernwerkstätten können dem Einlegeblatt entnommen werden.
• Schulanfängerangebote
Einmal wöchentlich findet ein separater Morgenkreis für unsere ‚Großen‘ statt. Hier
werden den Schulanfängern Themen wie z. B. das Körperschema oder Zahlen &
Buchstaben nähergebracht. Darüber hinaus finden noch Schulanfängerexkursionen –
auch einmal pro Woche – im Kindergarten statt. An diesen Nachmittagen unternehmen
die Kinder tolle Ausflüge wie z.B. Besuch der örtlichen Feuerwehr, Besuch des
Kletterwaldes, Besuch des Seniorenheimes, Besuch der Karoli - Eishalle…

„Ich bin ein Schulanfänger und freue
mich schon auf die Schule.
Am besten gefällt mir am
Schulanfängersein, dass ich schon so
groß bin,
und ich weiß, wie man Zahlen schreiben
kann. Ich möchte im Kindergarten
noch lernen, wie man Schuhe bindet und
ein bisschen lesen"

16

• Tagesablauf

7.00 Uhr: Öffnung des Kindergartens

7.00 - 8.30 Uhr: Bring- und
Ankommenszeit

In dieser Zeitspanne bringen die Eltern Ihre
Kinder. Es gibt Gelegenheit für ein kurzes
Tür-
und
Angelgespräch,
um
etwaige
Fragen, Wünsche und Bedürfnisse zu
klären. Die Kinder kleiden sich selbständig
aus, werden beim Händewaschen begleitet.
Danach
begeben
wir
uns
in
den
Gruppenraum.

8.30 - 9.00 Uhr: Morgenkreis

Mithilfe eines akustischen Signals wird das
Ende der Freispielzeit eingeläutet und somit
der Beginn des Morgenkreises angedeutet.
Nach einem speziellen Schema wird der
Tag, der Monat, das Jahr und das Wetter
bestimmt. Im Anschluss bleibt Zeit für die
Behandlung kirchlicher, jahreszeitlicher und
individueller Begebenheiten.
Der „Zeitzeiger“ in jeder Gruppe signalisiert
den Kindern sowohl visuell als auch
akustisch den Beginn der Öffnung.

9.30 - 11.00 Uhr: Öffnung/Freispiel

Der Kindergarten öffnet in dieser Zeit seine
Türen. Darunter versteht man, dass den
Kindern die Möglichkeit geboten wird, auch
außerhalb des eigenen Gruppenraumes auf
Entdeckungstour
zu
gehen
und
die
vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, die
ihnen in den Lernwerkstätten angeboten
werden.

11.00 Uhr: Abschlusskreis

Der Gong läutet das Ende des Freispiels ein.
Die
Kinder
kehren
wieder
in
ihre
Stammgruppen zurück und treffen sich zu
einem abschließenden Kreis. Hier wird
besprochen, was in der Öffnung geschehen
ist. Es wird entschieden, ob bei schönem
Wetter der Garten besucht wird oder ein
erneutes Freispiel in der Gruppe stattfindet.

17

12.00 Uhr: Beginn der Abholzeit

Die Buskinder werden zum Bus begleitet und
das
Mittagessen
wird
geliefert.
Währenddessen werden die ersten Kinder
abgeholt.
Die Aufsichtspflicht endet, sobald die Eltern
Ihr Kind im Kindergartengelände in Empfang
nehmen.

13.00 - 16.30 Uhr:
Nachmittagsangebote

Die Kinder aus den verschiedenen Gruppen
werden zusammengefasst und gemäß ihren
Wünschen und Bedürfnissen betreut.
Es findet täglich um 15 Uhr eine weitere
Jause statt, die das Spiel unterbricht und
wiederum durch ein akustisches Signal
eingeläutet wird.

Der von uns eingesetzte „Teach-Plan“ bietet den
Kindern, dank seiner vielfältigen Symbolik,
Orientierung, Sicherheit und Struktur im Tagesablauf.

18

3 Unsere pädagogischen Leitlinien

3.1 Leitbild – katholisches Profil
„Jeder Mensch ist ein
besonderer Gedanke Gottes.“
Paul de Lagarde
Die Kindertageseinrichtung sollte der Ort sein, an dem Gott präsent ist und Teil der
Gemeinschaft ist. In diesem geschützten Rahmen dürfen Kinder den Glauben
kennenlernen und erleben, wie dieser im Alltag gelebt wird.
Die religiöse Bildung ist einerseits geprägt vom kirchlichen Jahreskreis, andererseits
auch von den konkreten Lebenssituationen und Fragestellungen der Kinder
gekennzeichnet.
Kinder kommen in ihrem Kindergartenalltag auf diese Weise ganz selbstverständlich
mit der Botschaft Christi und dem Glauben der Kirche in Berührung.
Daher ist es wichtig, in den Kindern eigene Glaubenserfahrungen anzuregen, indem
man gemeinsam mit ihnen über Glaubensfragen philosophiert, nachdenkt und somit
eine individuelle Glaubensidentität schafft.
Für die Entwicklung der eigenen Religiosität braucht es Vorbilder, die die Kinder auf
ihrem Weg begleiten - gemäß dem Prinzip:
„Wer selbst nicht brennt kann andere nicht entzünden.“
Kinder brauchen…
o vertrauensbildende Grunderfahrungen
o positive, eigene religiöse Erfahrungen
o Rituale, Symbole und das Miterleben von Gemeinschaft
Kinder…
o erfragen unvoreingenommen die Welt
o stehen der Schöpfung staunend gegenüber
o haben ein Recht auf Religion.
➢ verankert in der Bayerischen Verfassung

19

Religiöse Bildung…
o stärkt das grundlegende Sinn- und Wertesystem

o hilft bei der Konstruktion eines grundlegenden Verständnisses von Wertigkeit
o entwickelt die Fähigkeit, mit Krisen, Brüchen und Übergängen umzugehen
o bietet Orientierungshilfe in unserer komplexen Welt an

o unterstützt das Selbstwertgefühl und die Selbstbestimmung
Unsere religiösen Bildungs- und Erziehungsziele:
➔ diese sind im BEP niedergeschrieben
o Offenheit, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen und Kulturen
o Einfühlungsvermögen sich selbst und anderen Menschen gegenüber
aufbringen
o Mitverantwortung tragen und sich selbst bestimmen lernen

Wir stehen unter seinem Schutz – unsere Namenspatrone „Petrus und Paulus“
Unsere katholische Einrichtung trägt den Namen „St. Peter“ und steht damit unter dem
Schirm des Schutzpatrone Petrus:
„Petrus hat am 29. Juni Namenstag. Der war ein gläubiger Mann und hat den
Menschen viel von Gott erzählt. Er hat Jesus sogar gekannt. Manchmal hat Petrus
auch gelogen, aber Jesus hatte ihn trotzdem lieb. Petrus war ein Bischof – genauso
wie auch der Nikolaus! Er musste auch so wie Jesus am Kreuz sterben.“
(Erzählung eines Fünfjährigen)

20

Als katholische Einrichtung sind wir von unserer christlichen Grundhaltung geprägt.
Wir achten die Würde eines jeden Menschen, respektieren sie, nehmen die Kinder und
deren Eltern mit ihren Stärken, Schwächen, Beeinträchtigungen, Abneigungen und
Vorlieben an und vermitteln ihnen durch unsere Achtsamkeit eine positive
Grundhaltung.
Unsere Botschaft an das Kind und die Eltern: „Du bist mir wichtig!“
Achtsamkeit im täglichen Miteinander erspüren wir alle im zwischenmenschlichen
Bereich: im Zuhören und Zuwenden, in Hilfsbereitschaft und Freundschaft, in Freude
und Trauer, in Liebe und Einsamkeit, im Verzeihen.
„Ich bin gut, so wie ich bin!“
Diese Lebenseinstellung prägt die Kinder, Eltern und auch uns, die Mitarbeiter.

21

„Gib jedem Tag die Chance, der Beste zu sein.“
Darum beginnen wir jeden Tag gemeinsam, fröhlich und voller Erwartung, was er uns
wohl bringen wird. Und wir beenden den Tag mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf
ein interessantes „Morgen“.
Unsere Kinder sind wahrhaftige Persönlichkeiten, sie sind einzigartig, staunend,
empfindsam und vermitteln uns jeden Tag viele Glücksmomente. Jeder Tag mit ihnen
ist voller Wunder.
Bei uns erspürt das Kind alle Facetten der Welt, achtet dessen Schöpfer und hat die
Möglichkeit, durch sinnliche Wahrnehmungen dies als wertvoll und als „Schatz“ für die
zukünftige Lebenseinstellung zu erfahren.
Das Gottvertrauen, welches daraus erwächst, hilft den Kindern und auch uns, den
Anforderungen und Herausforderungen des Lebens gerecht zu werden und an ihnen
zu wachsen. Unser Bild vom Kind basiert auf unserer christlichen Grundhaltung und
sieht das uns anvertraute Kind als einmalig „Wissender“. Jedes Kind zeigt uns seinen
ureigenen „Bauplan“, seine Stärken und Schwächen und ist somit kompetenter
Gestalter seines individuellen Lernens und Entwickelns. Wir entdecken den Menschen
hier als Konstrukteur und Forscher seines „Selbst“, der ein Recht auf
Unverwechselbarkeit seines „ICH`S“ hat.
Wir haben die wundervolle Verpflichtung, das Kind in dieser wertvollen Zeit begleiten
zu können.

3.2 Selbstverständnis – Kinder und Familien im Mittelpunkt

Wir sind offen für alle Familien – jeder ist uns willkommen
Wir respektieren verschiedene Religionen, Lebensstile und Meinungen. Wir sind offen
für andere Kulturen und unterstützen Familien mit behinderten Kindern.
Wir nehmen uns gerne Zeit für Sie
Durch unsere flexiblen Öffnungs- und Buchungszeiten kommen wir ihren individuellen
Wünschen in Bezug auf die Betreuung ihres Kindes so weit wie möglich entgegen.
Wir helfen Ihnen gerne

22

Bei Bedarf stehen wir Ihnen mit erzieherischem Rat zur Seite, vermitteln Ihnen
Kontakte, überlassen aber dennoch Ihnen die Verantwortung für die Erziehung Ihres
Kindes.
Wir verschaffen Ihnen Einblick in unsere Arbeit
Elternbriefe, Aushänge, Dokumentationen, Elternabende, etc., all dies ermöglicht es
Ihnen, unser Tun besser nachvollziehen zu können. Über den persönlichen Einsatz
bei Elternprojekten freuen wir uns und sind offen für Ihre Vorschläge.
Wir beziehen Sie als Eltern mit ein
Ihre bewusste Entscheidung für unseren Caritaskindergarten und dessen
konzeptionelle Ausrichtung ist die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander. Der
Elternbeirat fungiert als Bindeglied zwischen Eltern, Kita und Träger, unterstützt und
ergänzt durch seine Ideen und Mithilfe die Belange unserer Kinder und Eltern.
Wir unterstützen ihr Kind
Damit sich Ihr Kind wohlfühlt, holen wir es dort ab, wo es sich gerade befindet. Jeder
besitzt das Recht, in seiner Persönlichkeit ernst genommen zu werden und Zeit für
seine individuellen Entwicklungsschritte zu haben. Wir schaffen ein Umfeld, in dem es
sich geborgen fühlt. Es kann seine Neugierde, nach seinem eigenen Tempo
befriedigen. Hierzu bieten wir den Kindern Gelegenheiten für freies Spiel,
verschiedene Spielbereiche im ganzen Haus und einen flexiblen Tagesablauf.
Wir geben den Kindern Anregungen
Durch verschiedene Projekte und Aktivitäten, sowohl gruppenübergreifend als auch
gruppenintern ermöglichen wir den Kindern selbständig und eigenaktiv ihre Themen
zu finden und daran zu arbeiten.
Wir erarbeiten gemeinsam sinnvolle Regeln
Durch Regeln und klare Strukturen im Tagesablauf gewährleisten wir Ihnen und dem
Kind Orientierung und Verlässlichkeit.

23

Wir nehmen uns Zeit
Wir beobachten die Kinder und schenken ihnen dadurch besondere Beachtung. Dies
ermöglicht uns, die individuellen Bedürfnisse und Wünsche, die Stärken und Vorlieben,
aber auch ein Zögern der Kinder zu erkennen. Gemeinsam mit dem Kind kann dann
eine spannende Suche beginnen.

3.3 Bild vom Kind – christliches Menschenbild

###

„Ich bin ein kompetentes Kind!“
Das Kind besitzt bereits nach der Geburt die Fähigkeit, mit seiner Umwelt in Kontakt
zu treten und kommuniziert mit ihr. Werden die Bedürfnisse des Kindes
wahrgenommen und erfüllt, entwickelt es ein Urvertrauen und eine sichere Bindung an
seine Bezugsperson. Die Basis für eine gelingende Bildung wird dadurch gelegt.
„Ich gestalte meine Bildung und Entwicklung aktiv mit!“
Die kindliche Neugierde, sowie der eigene Erkundungs- und Forscherdrang zeigen
den immensen Wissensdurst und Lerneifer des Kindes. Es will die eigene Bildung und
Entwicklung von sich aus mitgestalten und selbstbestimmt und selbsttätig darauf
einwirken.
„Ich bin ein
kompetentes
Kind!“
„Ich gestalte meine
Bildung und
Entwicklung von
Geburt an aktiv mit!“

„Ich unterscheide mich in
meiner Persönlichkeit und
Individualität von anderen
Kindern!“
 „Ich
habe d
Rechte!“

24

„Ich unterscheide mich in meiner Persönlichkeit und Individualität von anderen
Kindern!“
Jedes Kind besitzt seine individuellen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen, die die
Einzigartigkeit eines Menschen unterstreichen. Im Laufe der Entwicklung kristallisieren
sich die Ressourcen immer weiter heraus und differenzieren sich.
„Ich habe Rechte!“
Die vielfältigen Rechte der Kinder sind verankert in der UN – Kinderrechtskonvention
und wurden bereits unter dem Punkt „1.3 Rechtliche Grundlagen“ gemeinsam mit den
Kindern bildlich dargestellt.

3.4 Verständnis von Bildung

Bildung im Kindesalter ist ein sozialer Prozess, an dem die Kinder, aber auch die
Erwachsenen aktiv beteiligt sind. Die kindliche Entwicklung ist nicht nur an einen
biologischen Wachstums- und Reifungsprozess gebunden, sondern orientiert sich
auch maßgebend an dem Kulturkreis, in dem die Kinder hineingeboren werden und
aufwachsen.
Es wird somit auch berücksichtigt, dass sich Kinder und Familien mit einem anderen
kirchlichen und religiösen Hintergrund am Bildungsgeschehen beteiligen und somit am
Entwicklungsprozess der Kinder mitwirken. Dies wird als Chance und Bereicherung
gesehen,
denn
wir
können
voneinander
lernen
und
die
verschiedenen
Verhaltensweisen in unseren täglichen Rhythmus mit einbauen.
Bildung bedeutet die Stärkung der individuellen Autonomie, eine Mitgestaltung der
sozialen und kulturellen Umgebung und eine kompetente Bewältigung von
Veränderungen und Belastungen.
Dies setzt unter anderem eine entwicklungsangemessene Übernahme von
Mitverantwortung voraus. Bildung soll zudem dazu beitragen, dem Kind zu helfen, sich
selbst zu organisieren, seine Schwächen und Stärken zu entdecken und entsprechend
diesen zu handeln.
Nur wenn ein Kind sich seiner eigenen Persönlichkeit bewusst wird, kann es – gemäß
derer – handeln und sich in seiner Entwicklung auch selbst vorantreiben.

25

In ihren Zielen und Inhalten folgt Bildung einem weiten, ganzheitlichen Verständnis.
Kinder erwerben Kompetenzen, Werthaltungen und Wissen an vielen verschiedenen
Bildungsorten. Unterschieden wird hierbei zwischen informellen Bildungsorten (z.B.
Familie, Gleichaltrige bzw. Kindergruppen, Medienwelt), non-formalen Bildungsorten
(z.B. Kindertageseinrichtungen) und formalen Bildungsorten (z.B. Schulen und
Hochschulen).
Unter Bildung versteht man somit ein Wechselspiel zwischen denjenigen Orten, an
denen sich das Kind von Geburt an bewegt. Die Bildungsprozesse des Kindes in
Kindertageseinrichtungen basieren auf den sie begleitenden Prozessen aus der
Familie und bauen darauf auf. Durch Ko-Konstruktion kann das Kind seinen
Erfahrungshorizont erweitern und neu bewerten.
Bildung und Lernen in einer Wissensgesellschaft – in der wir uns befinden – ist ein
offener und lebenslanger Prozess und kann nie als abgeschlossen bezeichnet werden.
Allerdings muss angemerkt werden, dass die ersten sechs Jahre und die Zeit in der
Grundschule als die lernintensivste und entwicklungsreichste Periode bezeichnet
werden kann.
Das Spiel als relevante Phase im Bildungs- und Lernprozess des Kindes wird als
ureigenste Ausdrucksform bezeichnet. Das Kind setzt sich über das Spiel mit sich und
seiner Umwelt auseinander. Zudem zeichnet sich das Spiel durch zwei Kriterien aus.
Zum einen der Zweckfreiheit der Spielhandlung, zum anderen durch die Veränderung
des Realitätsbezugs. Je nach Alter, Entwicklungsstand, Interessen und Bedürfnissen
des Kindes variiert das Spiel. Mit jedem Lebensjahr entwickelt das Kind zunehmend
komplexere Spielformen. Die Entwicklung des Spielverhaltens und der Spielfähigkeit
des Kindes hängt - ebenso wie die Lernfähigkeit - von vielen Faktoren ab.
Es wird der Grundstein für lebenslanges Lernen gelegt. Je solider und breiter die Basis
an Wissen und Können aus jener Zeit ist, desto leichter und erfolgreicher lernt das
Kind danach.

„Ich baue mit meiner
Freundin einen
Legoturm!“

26

4 Schlüsselprozesse der Bildungs- und Erziehungsarbeit

4.1 Projektarbeit

Ein Schwerpunkt unserer Pädagogik ist das Arbeiten in Projekten. Durch die
Projektarbeit wird der Selbstbildungsprozess der Kinder in Gang gesetzt. Das Kind
lernt selbstbestimmt und selbstmotiviert, seine Neugierde und sein Interesse sind sein
Motivator, unbekannten Dingen auf den Grund zu gehen.
Als Nebeneffekt werden dabei Konzentration, Ausdauer und Geduld sowie logisches
Denken geschult. In kleinen Forschergruppen kann sich beim Austausch der
Erkenntnisse zudem auch gut Teamgeist entwickeln.

4.2 Werteorientierung und Religiosität

Kinder erfragen unvoreingenommen die Welt und stehen ihr staunend gegenüber.
Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Anfang und dem Ende stehen im Fokus
des Interesses der Kinder.
Die Aufgabe des pädagogischen Personals besteht darin, auf Fragen der Kinder mit
Geduld und Respekt einzugehen. Ethische und religiöse Bildung und Erziehung bietet
dem Kind ein Fundament für eigene Sichtweisen, sie soll Antworten auf Fragen nach
dem Sinn geben und Deutungen vor dem Hintergrund vorfindlicher religiöser und
weltanschaulicher Traditionen zulassen.

4.3 Naturwissenschaft, Technik & Umwelt

„Ich habe keine besondere Begabung, ich bin nur leidenschaftlich neugierig!“
Albert Einstein
Forschen und Experimentieren findet in Alltagssituationen, ganz „nebenbei“ statt.
Kinder beobachten neugierig die Phänomene der belebten und unbelebten Natur.
Im Experimentierlabor finden die Kinder alle „Zutaten“, die sie zum Aufbau von kleinen
Experimenten benötigen. Physikalische, optische oder chemische Versuche können

27

durch beliebige Wiederholungen erprobt werden. Bücher mit einfachen Experimenten,
regen zum Nachahmen an.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und der natürlichen Ressourcen
gewinnt immer mehr an Bedeutung. Umweltbildung und - erziehung beginnt im
Elementarbereich mit einfachen Naturbegegnungen, welche die Fantasie und
Kreativität anregen. Neben der Schulung eines respektvollen und nachhaltigen
Umgangs, werden auch auf kindgerechte Art und Weise die Folgen einer
Zuwiderhandlung aufgezeigt werden.
Gelingende Bildungsprozesse hängen von verschiedenen Faktoren ab. Ein
essenzieller Punkt hierbei ist die pädagogische Grundhaltung des Fachpersonals in
Kindertagesstätten. Unsere pädagogische Haltung ist kein festes, geschriebenes
Konstrukt ,das man erlernen kann, sondern sie entsteht aus Erfahrungen im
persönlichen Umfeld. Geprägt wird diese Grundhaltung von fünf verschiedenen
Aspekten, welche im Zusammenspiel betrachtet werden müssen.
Ein gelingendes Miteinander im Kindergartenalltag kann nur durch Empathie -
Erkennen und Annehmen der Gefühle eines Kindes, Wertschätzung - Anerkennen der
individuellen Stärken und Interessen eines Kindes, Kongruenz - ehrliches/offenes
Agieren mit den Kindern, Akzeptanz - Wertschätzung der Einzigartigkeit und Reflexion
- Betrachtung des eigenen pädagogischen Handelns erfolgen.

4.4 Mathematik

„Im Alltag mit Mathematik zu spielen heißt, ihren Sinn zu erfahren. Dazu brauchen
die Kinder Zeit, und wir Erwachsene müssen sie ihnen einräumen.“
Nancy Hoenisch
Das Thema „Mathematik im Kindergarten“ zielt nicht auf den Aspekt des Rechnens
und Lernens ab. Vielmehr sollen Basiskompetenzen gestärkt werden, die den Kindern
den späteren Zugang zur Mathematik erleichtern.

Grundlage und Grundverständnis werden geschaffen, indem Kinder z.B. zählen,
Bonbons untereinander teilen, das Datum erkennen und die Zahlen wiederfinden.
Außerdem lernen sie Größen und Entfernungen zu vergleichen.

28

Sortieren und Ordnen sind Tätigkeiten, die Kinder befähigen, ein Verständnis für
Größenverhältnisse und Ordnungsprinzipien zu erlangen.
Experimente mit Spiegeln bieten Kindern sinnliche Erfahrungen mit Mengen - sie
sehen eine Menge in zwei gleichen Hälften.
Ebenso gehen sie im Alltag auf Flächensuche. Sie erkennen vielerlei geometrische
Formen und Figuren, benennen, ordnen und vergleichen sie.
Die Vorstellung, was man alles Wiegen und Messen kann, ist grenzenlos.
Die eigenen Füße, ein Wollfaden, die Handspanne, ein Lineal, etc. – der Kreativität ist
hierbei keine Grenze gesetzt!

4.5 Sprach-, Lese- und Schreibkompetenz (Literacy)

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“
Wilhelm von Humboldt
Sprache ist ein Grundelement des Denkens und das wichtigste Kommunikationsmittel
mit anderen Menschen. Mit der Sprache treten wir in Kontakt untereinander, äußern
unsere Bedürfnisse und versuchen Konflikte zu lösen. Dialog ermöglicht uns, die volle
Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben.
Es werden Situationen im Kinderalltag genutzt, um ins Gespräch zu kommen. Kinder
lernen in ganzen Sätzen zu reden und altersgerecht ihren Wortschatz zu erweitern.
Eigenes Handeln wird sprechend begleitet. Rollenspiele, Gedichte, Reime und
Liedertexte bringen Sprache zum Klingen und sollen den Kindern mehr Lust auf
Sprache machen. Dazu kommt natürlich auch das Vorlesen, zu Hause und im
Kindergarten, also das Hören von Sprache und Satzstrukturen. Durch die Spracharbeit
im Kindergarten wird also die spätere Lese- und Schreibkompetenz vorbereitet.
Migrantenkinderwerden im Jahr vor der Einschulung mit dem Fragebogen
„Sismik“ beobachtet. In Kooperation mit der Grundschule nehmen die Kinder am
„Vorkurs Deutsch“ teil.

29

4.6 Medien

Kinder haben ein großes Interesse an der vielfältigen Medienwelt. Der Medienkonsum
wirkt sich allerdings nicht nur positiv auf die Kinder aus. Bestimmte Medienerlebnisse
(Filme, Computerspiele) werden von manchen Kindern nur schwer verarbeitet und
können bei manchen Kindern vorhandene aggressive Tendenzen verstärken. Im
Kindergarten wird den Kindern Raum für ihre Medienerlebnisse gegeben: sie erhalten
die Möglichkeit, durch Malen, Spiel und Gespräch ihre Eindrücke (Freude und auch
Ängste) zu verarbeiten.

4.7 Ästhetik und Kunst

„Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht!“
Albert Einstein
Kreativität
und
ästhetisches
Empfinden
zählen
zu
den
wichtigsten
Lebenskompetenzen und finden ihre unterschiedlichsten Ausdrucksformen in Malen,
Gestalten, Musik und Sprache. Schöpferische Prozesse entstehen bei einzelnen
Kindern und in Gruppen. Dabei werden völlig undogmatisch die unterschiedlichsten
Materialien, u.a. auch Verpackungsmaterialien, eingesetzt. Kinder brauchen hierzu
keine Anleitung, nur einen hierfür vorbereiteten Raum. Sie schaffen ihre Kunstwerke
nach ihren Vorstellungen und ihrem Entwicklungsstand.

Auch durch das Erfinden, gestalten und aufführen eigener Theaterspiele zeigt sich
Kreativität. Theater heißt nicht nur auf der Bühne stehen und auswendig gelernte Texte
aufsagen, sondern auch: Sich verkleiden, in eine fremde Rolle schlüpfen und darin für
eine gewisse Zeit leben; mit Licht und Schatten spielen; mit Handpuppen sprechen
oder ein Theaterspiel im Rahmen größerer Projekte einbauen.

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4.8 Musik

„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.“
Henry Wadsword Longfellow
Musik ist Kommunikation ohne Worte. Töne und Geräusche hören und selbst
erzeugen - für Kinder aller Altersstufen ein spannendes Abenteuer.
Rhythmus spüren – durch Reimen, Klatschen, Trommeln, Stampfen, Tanzen – alte
Menschheitserfahrungen leben hier wieder auf: Bewegung im Rhythmus.
Die eigene Stimme des Kindes ist das elementarste Musikinstrument. Eine gelungene
Verbindung zwischen Sprache und Musik ist das Lied. Das Zusammenspiel von
Melodie, Rhythmus und Wort erleichtert vielen Kindern den sprachlichen Ausdruck.
Der Kindergarten bietet hier zahlreiche Möglichkeiten für die Kinder, ihre Musikalität
zu entdecken: Klanggeschichten, Hörspaziergänge, Klangtreppe, Instrumente u.v.m.
Die Musikschule ist eines der vielfältigen Angebote im Kindergarten, bei welchem die
Kinder die Welt der Musik erfahren können. Sie wurde am 01. September 2024
gegründet und spricht mit ihrem Portfolio Kinder ab 4 Jahren an. Durch Singen und
Sprechen wird den Kindern ein erster Einblick in die Musik gewährt. Die Kinder
entfalten dadurch musische und soziale Fähigkeiten, die Hör,- Bewegungs- und
Spracherziehung wird geschult und auf spielerische Art und Weise werden Notation,
Notenschrift und musikalische Grundbegriffe demonstriert. Das Angebot, welches
einmal in der Woche zu je 30 Minuten stattfindet, ist sehr abwechslungsreich, vielfältig
und orientiert sich an den jahreszeitlichen Gegebenheiten. Die Kosten der Musikschule
tragen die Eltern.

4.9 Starke Kinder

"Tue Deinem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele darin wohnen mag"
Teresa von Avila
Kinder weisen einen natürlichen Bewegungsdrang auf und haben Freude daran, sich
zu bewegen. Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Erziehung und Voraussetzung
für die gesunde Entwicklung unserer Kinder. Der hausinterne Turnraum wird dem

31

Anspruch
der
Bewegung
gerecht.
Die
Kinder
können
sich
im
offenen
Bewegungsangebot, in freien Bewegungsspielen, aber auch in festgelegten und
angeleiteten Bewegungsangeboten „auspowern“.
Neben dem Wechsel von Bewegungs- und Ruheangeboten spielt auch noch ein
weiterer Aspekt eine bedeutende Rolle im seelischen Wohlbefinden der Kinder - eine
ausgewogene Ernährung als "Essen-zieller Bestandteil" der kindlichen Entwicklung.
Kinder brauchen Motivation, Zuwendung, Freiräume, um sich entfalten zu können und
natürlich eine gute Ernährung. GUT bedeutet für uns ausgewogen, gesund, frisch und
natürlich auch lecker. Das ist nicht nur wichtig für die körperliche Entwicklung: Bereits
in ganz jungen Jahren prägen sich zukünftige Essgewohnheiten ein. In unserer
Einrichtung wird deshalb das Frühstück täglich frisch und in Zusammenarbeit mit den
Kindern vorbereitet. Damit wird auch dem Bildungsauftrag Rechnung getragen und
verschiedene Alltagskompetenzen angesprochen, die Fein - und Grobmotorik wird
gefördert und die Selbständigkeit der Kinder angeregt.
Ein guter Gesundheitszustand ist eine wesentliche Bedingung für soziale,
ökonomische, persönliche Entwicklung und ein entscheidender Bestandteil der
Lebensqualität (Ottawa-Charta). Eine intensive Kooperation mit Eltern im Sinne einer
Gesundheitspartnerschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitserziehung.

32

4.10 Lebenspraxis

Lebenspraxis bezieht sich auf die Förderung von Alltagskompetenzen und
selbständigem Handeln in den Bereichen Selbstversorgung (Essen, Anziehen und
Körperpflege), soziale Kompetenzen, Kommunikation und Bewältigung von Konflikten.
Ziel ist es, die Eigenständigkeit der Kinder zu unterstützen und zu fördern. Förderung
der Lebenspraxis ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit und bildet die
Grundlage für eine selbständige und erfolgreiche Bewältigung des Alltags.

5 Themenübergreifende Bildungs- und
Erziehungsperspektiven

5.1 Partizipation

Partizipation bedeutet Mitgestaltung, Mitwirkung und Mitbestimmung. Dieses Recht gilt
für alle Kinder. Sie können, entsprechend ihrem Entwicklungsstand, an den für sie
relevanten und ausschlaggebenden Standpunkten mitgestalten und mitwirken. Das
Personal hat jedoch auch die Pflicht, Kinder zu Partizipation zu motivieren. Dies kann
geschehen durch Kinderkonferenzen oder durch Kinderbefragungen.
Darunter versteht man Zusammenkünfte, die den Kindern eine Mitsprache an
essentiellen Themen des Kindergartenalltags ermöglichen sollen. Die Meinung der
Kinder steht hierbei im Mittelpunkt. Konflikte können bei divergierenden Standpunkten
nicht ausgeschlossen werden, werden aber bei dem Grundsatz der Partizipation als
Chance zur aktiven Auseinandersetzung und Bewältigung gesehen.
Im Kindergartenalltag lassen sich zudem weitere partizipative Elemente finden. Dies
gestaltet sich im offenen Dialog mit den Kindern, um Ihnen Eigenverantwortung zu
ermöglichen (z.B. bei der Bewältigung interner Konflikte). Ernst gemeinte Dialoge
zwischen Erwachsenen und Kindern tragen dazu bei, dass Erfahrungen ausgetauscht,
Probleme besprochen, Konflikte bearbeitet oder gemeinsame Aktivitäten geplant und
entschieden werden. Sprache, Artikulation, freie Rede mit Mimik und Gestik werden
eingeübt. Gemeinsam werden Gruppenregeln entwickelt, Stimmungslagen in der
Gruppe analysiert und überschaubare Zeitabschnitte reflektiert. Kinder lernen, Ihren

33

Alltag zu planen. Tägliche Reflexionen mit Kindern erweisen sich als sinnvolle
Strategie, um etwaige Veränderungen herbeiführen zu können.
Kinder brauchen viel Gelegenheit, sich zuständig zu fühlen. Dies gelingt, wenn man
Verantwortungsbereiche für andere übernimmt - z.B. für jüngere Kinder, indem sie als
Unterstützer (Tutoren) sowie als Vorbilder in Einstellungen und Verhaltensweisen
fungieren. Es wird in seiner Selbständigkeit gestärkt und erfährt positive
Wertschätzung auch in der Gruppe.

Dienstleistungen für die Gruppe erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Kindern. Sie
lernen die Aufgabe kontinuierlich, verlässlich, verantwortungsvoll und pflichtbewusst
zu erfüllen, wobei der geforderte Auftrag keine Überforderung darstellen sollte.
Unser pädagogischer Ansatz erlaubt es den Kindern in einem gewissen Zeitabschnitt
im Tagesablauf, sich selbstbestimmt nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen mit
den vielfältigen Angeboten im Kindergarten zu beschäftigen. Die Kinder dürfen hierbei
Erfahrungsfelder und Lernangebote außerhalb der Stammgruppe nutzen.
Beteiligung ist von klein auf in allen Lebensbereichen möglich und erweist sich als
Kernelement einer zukunftsweisenden Bildungs- und Erziehungspraxis.
Die Mitsprache bietet zudem vielfältige Schlüsselqualifikationen, die intensiviert,
ausgebaut, verbessert oder neu erworben werden können:
▪ Steigerung der Sprechfreude und des Sprachverständnisses
▪ Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit
▪ Erfahren von Wertschätzung (den Kindern wird zugehört)
▪ Stärkung des Selbstbewusstseins (die Kinder können ihre Meinung zum
Ausdruck bringen)
▪ Fähigkeit der Selbst- und Mitbestimmung

Eine anschließende Entscheidung in der genannten Kinderkonferenz/Kinderbefragung
leistet zudem einen Beitrag zur Demokratiefähigkeit. Die Kinder lernen, dass nach dem
Mehrheitsprinzip entschieden wird und erhalten Einblicke in demokratische Abläufe.
Partizipative Bildungsprozesse verknüpfen alle Kompetenz- und Bildungsbereiche
miteinander, stärken und fordern die Kinder in ihrer gesamten Entwicklung. Sie

34

erhöhen die Identifikation der Kinder mit ihrer Einrichtung, stärken das
Gemeinschaftsgefühl und erleichtern somit soziale Integrationsprozesse.

5.2 Integration/Inklusion – Pädagogik der Vielfalt

Integration und Inklusion sind zwei Begriffe, die grundlegend verschiedene Bedeutung
aufweisen und somit nicht synonym miteinander verwendet werden dürfen.
Während die Integration davon ausgeht, dass eine Gesellschaft aus einer relativ
homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren Außengruppe besteht, die in das
bestehende System integriert werden muss, stellt die Inklusion eine Abkehr von dieser
Zwei-Gruppen-Theorie dar und betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte
Individuen, die von vornherein und unabhängig von persönlichen Merkmalen oder
Voraussetzungen Teil des Ganzen sind.
Das Konzept der Integration nimmt also bewusst Unterschiede wahr und verlangt vom
Einzelnen, dass er sich an das Mehrheitssystem anpasst, um ein vollwertiges Mitglied
der Gesellschaft zu werden. Die Inklusion dagegen ordnet unterschiedliche individuelle
Eigenschaften und Voraussetzungen nicht auf einer Werteskala, sondern betrachtet
die Vielfalt und Heterogenität der Gesellschaft als grundlegend und selbstverständlich.
Hier muss sich nicht der Einzelne dem System anpassen, sondern die
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen so flexibel gestaltet sein, dass sie
jedem Einzelnen eine Teilhabe ermöglichen.
Übertragen auf den Kindergarten bedeutet das: nicht das Kind mit erhöhtem
Betreuungsbedarf muss sich in ein bestehendes, starres System integrieren, sondern
es ist im Gegenteil die Aufgabe des Kindergartens, dafür zu sorgen, dass alle Kinder

35

mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Talenten am Kindergartenalltag teilnehmen
können.
Durch gezielte Beobachtung von verschiedenen Personen und anschließende
Rückmeldung an das Gruppenteam entsteht ein umfassender Eindruck des Kindes.
Diese Vielfalt von Anschauungen werden in kollegialen Beratungen reflektiert. Durch
die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sichtweisen entsteht ein möglichst
objektives Bild vom Kind. Der nächste Punkt ist die gemeinsame Entwicklung und
Aufstellung von möglichen Methoden. Im Anschluss werden die einzelnen
Handlungsschritte umgesetzt.
In einem terminierten Elterngespräch wird der derzeitige Entwicklungsstand des
Kindes
gemeinsam
mit
den
Erziehungsberechtigten
besprochen
und
die
Vorgehensweise vorgestellt. Hierbei wird auch die Möglichkeit einer Überprüfung
durch die Frühförderung angesprochen. Mit dem Einverständnis der Eltern findet diese
Diagnostik statt. Frühförderung ist somit eingebunden und gegebenen falls kann ein
erhöhter Förderfaktor beim Bezirk beantragt werden. Die Aufklärung darüber findet in
einem Austausch zwischen Frühförderung, Eltern und Fachpersonal statt.
Die Aufgaben der Inklusionsfachkraft ist die Begleitung in allen Bereichen des Lebens
und Lernens, gezieltes Erstellen von Förderplänen und Entwicklungsberichten und
Dokumentation der Entwicklungsprozesse mit Hilfe von Fotos und Lerngeschichten.

Das Nebeneinander von Kindern mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten stellt
eine Herausforderung, aber zugleich eine Bereicherung dar. Die Kinder lernen
voneinander und unterstützen sich gegenseitig.

5.3 Vorkurs Deutsch

Zum Einsatz kommen die Kurzversionen von Seldak und Sismik nur einmalig - als
Instrument für die Entscheidung, ob für das Kind ein Vorkursbesuch zu empfehlen ist.
Es ergeht eine Meldung der Vorkurskinder an das Jugendamt und die Schule.
Eine
intensive
Schulvorbereitung
und
Fachgespräche,
in
denen
sich
Kindertageseinrichtung und Grundschule über einzelne Kinder namentlich und vertieft

36

austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Die
Eltern geben hierzu ihre Einwilligung.
Bei Kindern, die mit Zustimmung der Eltern an einem Vorkurs teilnehmen, erfolgt das
Einwilligungsverfahren in der Regel bereits im Jahr davor. An einem „Vorkurs Deutsch
240“ nehmen jene Kinder mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache teil, die einer
gezielten Begleitung und Unterstützung bei ihren sprachlichen Bildungs- und
Entwicklungsprozessen bedürfen. Die Vorkursteilnahme verbessert Startchancen der
Kinder in der Schule. Der Vorkursbeträgt 240 Stunden, die Kindergarten und
Grundschule je zur Hälfte erbringen. Der Kindergartenanteil beginnt in der zweiten
Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres mit 40 Stunden und setzt sich im letzten Jahr
mit 80 Stunden fort. Die Schule erbringt im letzten Kindergartenjahr 120 Stunden
Vorkurs. Im letzten Jahr beginnt zugleich die Begleitung des Kindes, aber auch der
Eltern beim Übergang in die Schule. Für interessierte Eltern besteht die Möglichkeit
zur Hospitation auch am Vorkurs.

5.4 Transitionen der Kinder

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“
Hermann Hesse
Ich möchte lernen…
DIR Halt zu geben, Dich aber nicht zwingen
DIR
Stütze zu sein, Dich aber nicht hemmen
DIR
Hilfe zu sein, Dich aber nicht abhängig machen
DIR
nahe zu sein, Dich aber nicht erdrücken
„Ich habe mein erstes Buch
geschrieben.
Ich schreibe von meiner Familie
und mir!“

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DIR
Raum zu geben, Dich aber nicht alleine lassen
DIR Geborgenheit zu schenken, Dich aber nicht festhalten.

ICH
möchte lernen, für Dich da zu sein - nur so können wir beide wachsen.

• Willkommen im Kindergarten
Der Übergang von der Kinderkrippe oder von zu Hause in den Kindergarten ist für
Kinder und Eltern eine große Herausforderung. Das Kind braucht am Anfang dieses
neuen
Lebensabschnittes
vor
allem
zwei
Dinge:
die
Begleitung
einer
Vertrauensperson und Verlässlichkeit.
Für unsere Eingewöhnung wählen wir einen sanften Einstieg, angelehnt an das
Berliner Modell nach „Laewen.“ Hier wird das Vertrauen langsam aufgebaut, damit sich
Kinder und Eltern langfristig im Kindergarten wohlfühlen. So haben die Kinder Zeit,
sich unter dem Schutz einer Bezugsperson in der Einrichtung vertraut zu machen und
eine Beziehung zur Erzieherin zu knüpfen.
Die elternbegleitende Eingewöhnung unterstützt somit den Kindergartenalltag -
gleichzeitig werden die Eltern gestärkt und in ihrer Kompetenz wahrgenommen.
Die Eingewöhnung folgt einem Grundschema, wird aber zusammen mit den Eltern auf
ihre individuelle Familiensituation abgestimmt.
In den verschiedenen Phasen und mit Unterstützung der Bezugsperson wird das Kind
dabei mit der neuen Umgebung und der Erzieherin vertraut gemacht.

➔ Grundphase
Ein Elternteil kommt am ersten Tag mit dem Kind in die Einrichtung und
„entdeckt“ diese gemeinsam mit dem Kind, er hält sich ca. 1 Stunde im Gruppenraum
auf. Die Erzieherin hält sich in der dreitägigen Phase zurück und nimmt vorsichtig,
meist über Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes Kontakt zu
ihm auf.
Die Aufgabe des Elternteils ist es, dem Kind Sicherheit zu geben, es nicht zu drängen,
sich zu entfernen und zu akzeptieren, wenn es die Nähe sucht. Die Konzentration ist

38

ganz auf das Kind gerichtet - das Kind muss das Gefühl haben, dass die ganze
Aufmerksamkeit ihm gilt und der Elternteil jederzeit da ist.
Diese Phase dient vor allem dazu, dass das Kind die neue Umgebung, die anderen
Kinder und die Erzieherin kennenlernt. Die Mutter/ der Vater bleiben als Sicherheit in
der Nähe, damit sich das Kind bei Bedarf dorthin zurückziehen kann.

➔ Trennungs- und Stabilisierungsphase
Am vierten Tag wird nach Absprache mit der Mutter/ dem Vater ein erster
Trennungsversuch von mindestens 5 Minuten bis zu einer halben Stunde vorbereitet.
Der begleitende Elternteil verabschiedet sich vom Kind und verlässt den Raum, bleibt
aber in der Nähe, damit er bei Bedarf wieder in den Gruppenraum geholt werden kann.
Die Reaktion des Kindes auf diese erste Trennung entscheidet über die Dauer der
Eingewöhnungszeit. Verhält sich das Kind selbständig und zeigt sich von der Trennung
wenig irritiert, erfolgt eine ungefähr sechstägige Eingewöhnungsphase. Dabei werden
die Zeiträume des Aufenthalts in der Einrichtung sowie die Zeiträume der Trennung
allmählich vergrößert. In dieser Phase baut die Erzieherin intensiven Kontakt zum Kind
auf, zeigt sich verlässlich, bindet es in Spielsituationen ein und schafft eine
Vertrauensbasis.
Falls das Kind bei diesem Trennungsversuch sehr stark weint und sich nicht von der
Erzieherin trösten lässt, wird die Eingewöhnungszeit in der Regel auf etwa zwei bis
drei Wochen verlängert.

➔ Schlussphase
Wenn das Kind ein emotionales Band zur Erzieherin geknüpft hat, ist die
Stabilisierungsphase abgeschlossen. Die Erzieherin wird als sichere Basis akzeptiert.
Das Kind protestiert zwar eventuell noch gegen den Weggang der Bezugsperson, lässt
sich aber schnell trösten und ablenken. Die Eltern sind jedoch nach wie vor jederzeit
erreichbar, um in bestimmten Situationen für das Kind da zu sein.

Während der gesamten Eingewöhnungszeit besteht ein intensiver Austausch mit den
Eltern - nach der Eingewöhnungsphase wird ein Entwicklungsgespräch vereinbart.

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Krippenkinder oder Regelkinder die aus einer anderen Einrichtung zu uns wechseln,
dürfen ihr Portfolio gerne mitbringen.
Ist dies gegeben, wird, mit dem Einverständnis der Eltern, ein Austausch über die
Krippenzeit/Kindergartenzeit und die individuelle Entwicklung des Kindes getätigt.
Für
den
späteren
Kindergartenalltag
bedeutet
dies,
dass
manche
„Aufgaben“ (Begleitung zum Frühstücksplatz, in der Kindergartenöffnung, etc.) von
zukünftigen „Kinderpaten“ übernommen werden.

• Übergang von einer anderen Tageseinrichtung in die Kita
Falls die Eltern damit einverstanden sind, treten wir mit der vorherigen
Kindertagesstätte in Kontakt, um die Beobachtungen und die Entwicklung des Kindes
zu erfahren oder um gegebenenfalls zum Schutze des Kindes geeignete Maßnahmen
einleiten zu dürfen.
• Interne Übergänge in unserer Einrichtung
Das Arbeiten in unserer Kindertageseinrichtung erfolgt nach dem Prinzip der
Altershomogenität – Arbeiten in altersähnlichen Gruppen. Daraus ergibt sich ein
interner Übergang in die Schulanfängergruppe. Die Vorbereitung und der Übergang
werden in der Gruppe spezifisch gestaltet.
Mikrotransitionen finden im Kindergartenalltag in vielfältiger Form statt und bieten den
Kindern Orientierung und Sicherheit. Die „kleineren“ Übergange zwischen den
einzelnen Abschnitten im Alltag können unter dem Punkt 2.3 – Tagesablauf
nachgelesen werden.
• Übergang in die Schule – Vorbereitung und Abschied
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule stellt für die Familien und für das Kind
eine besondere Situation dar. Damit dieser neue Abschnitt erleichtert wird, arbeiten
wir mit der Kooperationslehrerin und mit den Eltern zusammen und bereiten die Kinder
auf den Übertritt vor. Ziel ist es hierbei, die Kinder auf diesen Übergang bestmöglich
vorzubereiten ,sie emotional zu begleiten und ihnen einen positiven Abschied zu
gestalten.

40

„Ich gehe mit meiner
besten Freundin in die
Schule – in Waldkirchen!“
Durch das Projekt "Segel setzen, Leinen los! Auf Piratenreise im letzten Kitajahr"
werden die Kinder auf spielerische Weise in den schulischen Basiskompetenzen
gefördert. Die Kinder entwickeln ein Verständnis für die neuen Anforderungen in der
Schule. Sie stärken ihr Selbstvertrauen/ Selbständigkeit. Sie erleben den Abschied
vom Kindergarten als einen wertvollen und positiven Moment. Eltern und
ErzieherInnenwerden in den Übergangsprozess eingebunden ,um eine stabile
Unterstützung zu gewährleisten.
Ein Abschiedsfest/Piratenfest bei dem die Kinder ihre Erfahrungen mit ihren Eltern
teilen können rundet das Projekt ab. Jährliche angebotene Infoabende am Ende eines
Kindergartenjahres ermöglichen den Eltern der zukünftigen Schulanfänger einen
Einblick in die bevorstehende Thematik.
Die „Großen“ nehmen am altershomogenen Workshop „Schulanfänger auf
Entdeckertour“ und am Schulanfängermorgenkreis teil und werden anhand diverser
„Schulanfängeraufgaben“ auf dieses Ereignis vorbereitet.
Einige Wochen vor Schuleintritt werden die Kinder in die Grundschule eingeladen, um
an einer „Schulschnupperstunde“ teilzunehmen. Die „Schulpaten“ erkunden mit ihnen
das Schulhaus, begleiten sie während der Pause und erklären die Gegebenheiten.
Durch regelmäßige Kontakte und gemeinsame Aktionen wird ein Grundstein eines
nahtlosen Übergangs vom Kindergarten in die Schule gelegt.

Am ersten Schultag bereiten die zukünftigen Schulanfänger durch Spalierstehen am
Schuleingang den Erstklässlern eine besondere Freude – sie werden förmlich in das
neue Leben begleitet.

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5.5 Basiskompetenzen

Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeits-
charakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und
Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner dinglichen
Umwelt auseinanderzusetzen.
Zu den personalen Kompetenzen zählt die Entwicklung des Selbstwertgefühls, es ist
die Voraussetzung für die Ausbildung von Selbstvertrauen. Dieses entsteht, wenn sich
das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt. Wir als
Kindertageseinrichtung tragen in hohem Maße dazu bei, dass sich Kinder für wertvoll
erachten und mit sich selbst zufrieden sind, indem wir Ihnen mit einem respektvollen
und wertschätzenden Verhalten gegenübertreten.
Zu den lernmethodischen Kompetenzen gehören unter anderem die differenzierte
Wahrnehmung, die Denkfähigkeit und das Gedächtnis. Diese Fähigkeiten werden
durch vielfältige Aufgaben gefördert, die wir in unseren Alltag miteinbauen.
Auch die Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit und den Körper ist
uns in unserer Einrichtung sehr wichtig. Unsere Schulanfänger beschäftigen sich
daher im Schulanfängermorgenkreis sehr ausführlich mit dem Körperschema.
Außerdem steht ein jährlicher präventiver Besuch vom Zahnarzt an.

Durch das Frühstücksbuffet, welches den Kindern täglich angeboten wird, tragen wir
zu einer gesunden Ernährung bei. Selbstbestimmt dürfen sich die Kinder, nach Ihrem
eigenen Belieben, daran bedienen. Begleitet wird dies durch pädagogisches Personal,
welches dabei auf eine ausgewogene Ernährung der Kinder achtet und
gegebenenfalls auch Unbekanntes probieren lässt. Auch unser Obst- und
Gemüseteller, sowie die Auswahl verschiedener Getränke stehen unseren Kindern
täglich zur Verfügung.
Resilienz ist die Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden und
hohe Lebensqualität, sowie der Grundstein für einen kompetenten Umgang mit
individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen und Belastungen.
Resilienz verbindet personale und soziale Ressourcen miteinander. Das Kind wird in
die Lage versetzt, Entwicklungsaufgaben auch unter riskanten Lebensumständen zu

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bewältigen - in positiver Weise. Erworben wird diese im Entwicklungsverlauf, dabei
können Zeiten und Situationen variieren und sich verändern.
Durch frühe Bildung werden bedeutsame Kompetenzen erworben, die die Kinder an
gesunde
Lebensweisen
und
Bewältigungsstrategien
heranführen,
um
mit
Veränderungen und Belastungen umgehen zu können.

6 Beobachtung und Dokumentation

6.1 Simik, Seldak und Perik

Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bildet eine wesentliche
Grundlage
für
pädagogisches
Handeln
in
Kindertageseinrichtungen.
Aussagekräftige Beobachtungsergebnisse vermitteln Einblicke in das Lernen und in
die Entwicklung von Kindern.
Bei uns im Kindergarten werden folgende Beobachtungsbögen von den
Gruppenerzieherinnen zur Dokumentation verwendet.
• Perik (=positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag)
Perik beinhaltet das Miteinander der Kinder, positive und negative Gefühle und die
sozialen und emotionalen Kompetenzen werden angesprochen. Er wird im Alter von
3,5 Jahren bis zum Schuleintritt verwendet.
• Seldak (=Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden
Kindern)
• Sismik (=Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migranten in
Kindertageseinrichtungen)
Unter Literacy verstehen wir die Lese- und Schreibkompetenz. Bei Seldak und Sismik
steht die Sprachbeobachtung und -entwicklung im Vordergrund.
Seldak und Sismik werden ab 4 Jahren bis zum Schuleintritt jährlich dokumentiert.

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6.2 Portfolio

Das Recht jedes Kindes auf Bildung ist uns ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die
Begleitung und Dokumentation der Bildungsprozesse.
Für jedes Kind wird eine „Bildungsbiografie“- ein Portfolio entwickelt. Es orientiert sich
an den Bereichen des Bildungsprogramms und enthält Informationen, die für die
Planung und Reflexion pädagogischer Prozesse und Aktivitäten wichtig und förderlich
sind.
Durch Beobachten, Wahrnehmen und Aufzeichnen dieser Prozesse wird das
Lernverhalten des einzelnen Kindes erfasst und verstanden. Dabei wird versucht,
nachzuvollziehen, worum es dem Kind geht, welche Fähigkeiten es gut einsetzt,
welche Möglichkeiten es ausprobiert, oder wo noch Nachholbedarf ist. Damit wird das
Portfolio zu einem Instrument des Dialoges aller Erziehungsbeteiligter.

6.3 Kinderschutz

Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung ist im SGB VIII§ 8a gesetzlich geregelt.
Bei Anzeichen für eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls haben die
pädagogischen Fachkräfte den Hinweis an die Eltern zu geben, dass sie einen
Anspruch
auf
geeignete
Hilfen
haben.
Bei
Anzeichen
eines
erhöhten
Entwicklungsrisikos stimmt das pädagogische Personal mit den Eltern des Kindes das
weitere Vorgehen ab und zieht gegebenenfalls mit der Zustimmung der Eltern
entsprechende Stellen hinzu.
In
diesem
Zusammenhang
ist
bei
der
Anmeldung
zum
Besuch
der
Kindertageseinrichtung von den Eltern eine Bestätigung der Teilnahme des Kindes an
der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung vorzulegen.
Es ist schriftlich festzuhalten, ob vonseiten der Eltern ein derartiger Nachweis
vorgelegt wurde. (Rechtsgrundlage: Art. 9a BayKiBiG)
Der Schutzauftrag bezieht sich unter anderem auch auf den Hinweis des
Rauchverbotes in den Räumen und im Außenbereich der Kindertageseinrichtung nach
§ 3 Abs. 3 AVBayKiBiG.

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7 Erziehungspartnerschaft

7.1 Elternarbeit

Um im Kindergarten eine gute pädagogische Arbeit leisten zu können, ist die
Kooperation mit den Eltern – im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft –
ein wichtiger Bestandteil. Die Eltern sind die „Experten“ für die Lebenswelt ihres
Kindes. Nur durch Offenheit, Kooperation und Vertrauen ist ein abgestimmtes und
kindorientiertes
Handeln
möglich,
welches
zur
Optimierung
der
Entwicklungsbedingungen beiträgt.
• Elterngespräche
Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist hierbei die Kommunikation mit den Eltern. Ein
regelmäßiger Dialog zwischen ihnen und den Erziehern ist unabdingbar. Dieser
Austausch kann zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden, einerseits infolge von Tür- und
Angelgesprächen beim Bringen / Abholen des Kindes oder andererseits bei konkret
terminierten Elterngesprächen. Inhalte der Konversation können sein: der Verlauf der
Eingewöhnungsphase, der momentane Entwicklungsstand des Kindes, die
Wahrnehmung von bestimmten Anzeichen, aktuell bestehende Probleme, der
Austausch über Erziehungsziele,-stile, Fragen oder Wünsche seitens der Eltern.

• Elternabend
Des Weiteren sind gruppeninterne oder gruppenübergreifende Elternabende Teil
unserer Elternarbeit. Sie werden in der Regel aus konkreten Anlässen angeboten.
Dazu zählen wir beispielsweise die Thematiken
- Beginn des neuen Kindergartenjahres
- Verabschiedung der Schulanfänger
- Einführung des Angebots „Vorkurs Deutsch“
- Änderung des Betreuungsangebotes
- usw.

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Wichtig ist uns auch, Wünsche, Fragen und Bedürfnisse der Eltern zu erfassen, ernst
zu nehmen und diese unseren Möglichkeiten entsprechend umzusetzen.
• Elternbefragung
Deshalb stellen einen weiteren wichtigen Aspekt unserer Bildungs- und
Erziehungsarbeit
regelmäßige
Elternbefragungen
dar.
Sie
geben
uns
als
Kindergartenpersonal einmal jährlich die Möglichkeit, unsere Kooperationsfähigkeit mit
den Eltern zu hinterfragen und zu evaluieren.
• Elterninformationen
Die Eltern erhalten regelmäßige Informationen über die pädagogische Arbeit im Haus.
Vor den Eingangstüren hängen Wochenrückblicke der jeweiligen Gruppe zur Einsicht
aus.
Familienbriefe
und
wichtige
Informationen
werden
den
Eltern
im
Nachrichtenportal „Telegram“ übermittelt.
• Elternbeteiligung
Jederzeit laden wir die Eltern dazu ein, im Sinne der Partizipation aktiv am
Gruppengeschehen und an der Arbeit im Haus teilzunehmen. Wir bieten ihnen die
Möglichkeit, sich bei diversen Aktionen mit ihren Ideen einzubringen und mitzuwirken
– sei es bei der Mitgestaltung von Festen und Feiern oder der Mitarbeit bei
Kindergottesdiensten.
Auch bieten wir im Rahmen von Hospitationen den Eltern die Möglichkeit an, das
Gruppengeschehen im Haus mitzuerleben. Interessierte Eltern werden dabei aktiv
miteingebunden, z.B. durch einen Besuch in der Stammgruppe ihres Kindes oder
durch die Funktion als Lesepaten.
Auf der anderen Seite sind auch die Eltern dazu verpflichtet, dem Träger bzw. der
Einrichtung zur Erfüllung ihrer Aufgaben folgende Daten mitzuteilen:
-
Name und Vorname des Kindes
-
Geburtsdatum des Kindes
-
Geschlecht des Kindes
-
Staatsangehörigkeit des Kindes und der Eltern
-
Namen, Vornamen und Anschriften der Eltern
-
Anspruch des Kindes auf Eingliederungshilfe (Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG)

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-
Rückstellung
des
Kindes
von
der
Aufnahme
in
die
Grundschule
(Art. 37 Abs. 2BayEUG)
Änderungen sind dem Träger bzw. der Einrichtung unverzüglich mitzuteilen. Die Eltern
sind auf diese Pflichten und die Folgen eines Verstoßes (Bußgeld) hinzuweisen.
 rechtliche Grundlage: Art. 26a und Art. 26b BayKiBiG

7.2 Elternbeirat

Zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres findet die Wahl des Elternbeirates statt. Er
stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen Elternschaft, Kindergarten und Träger dar. Der
Elternbeirat in seiner Funktion hat grundsätzlich eine beratende Tätigkeit. Er wird von
der Einrichtungsleitung und dem Träger angehört und informiert, bevor wichtige
Entscheidungen getroffen werden. Dazu zählen beispielsweise Themen wie die
Jahresplanung, die Personalausstattung, Informations- und Bildungsveranstaltungen
für Eltern, Öffnungs- und Schließzeiten, die Höhe der Elternbeiträge oder die
pädagogische Konzeption. Unser Elternbeirat fördert und unterstützt zudem die
Gestaltung und Ausstattung des Kindergartens und hilft aktiv bei der Organisation und
der Durchführung von Festen und Feiern. Aktionen wie Ski- und Schwimmkurs oder
Flohmärkte
werden
eigenverantwortlich
organisiert
und
dadurch
die
Zusammengehörigkeit der gesamten Elternschaft gefördert. Wichtige Informationen
gibt der Elternbeirat per Aushang, Handzettel oder über eine separate Seite im
Familienbrief bekannt.

„Gemeinsam Feste zu feiern, ist immer besonders schön!“

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8 Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung ist darauf ausgelegt, durch geeignete Maßnahmen und die
Festlegung von Standards die gute Qualität der pädagogischen Arbeit für Kinder und
ihre Eltern in dieser Einrichtung zu sichern und Prozesse zu optimieren.

8.1 Kinderkonferenz, Kinderbefragung

Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend
ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. „Beteiligung“ bedeutet „Partizipation“ im
Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung.
Kinderkonferenzen eröffnen den Kindern die Möglichkeit, an Entscheidungen
mitzuwirken. Sie lernen demokratische Elemente kennen, wenn bei Abstimmungen die
Mehrheit entscheidet. Sie lernen auch eigene Bedürfnisse zugunsten der Gruppe
zurückzustellen und Meinungen anderer zu akzeptieren. Kinder erleben sich dabei
nicht nur als Einzelperson mit eigenem Willen, sondern auch als Gruppenmitglied mit
Gruppeninteressen. Regeln des Zuhörens und der Redezeit („Sprechstein“), Erfahrung
der Meinungsfreiheit und der Gleichberechtigung der Stimmen werden erlebbar
gemacht. Alle können ihre Anliegen in der Gruppe einbringen. Auf diese Weise lernen
die Kinder, Lösungsmöglichkeiten für Konflikte zu suchen und zu entwickeln.
Auch die Kinderbefragung ist Teil der Partizipation und wird bei uns im Kindergarten
nach Bedarf von den pädagogischen Mitarbeiterinnen durchgeführt. Sie orientiert sich
an einem bestimmten Thema (z. B. Essenssituation im Kinderrestaurant).

8.2 Elternbefragung

Die Elternbefragung findet einmal jährlich im Kindergarten statt. Darin werden
allgemeine Fragen über die Einrichtung, beispielsweise unsere Öffnungszeiten
gestellt, sowie die Möglichkeit gegeben, Wünsche seitens der Eltern zu äußern. Die
Befragung kann anonym abgegeben werden. Nach der Auswertung durch das
pädagogische Personal muss das Ergebnis für die Eltern ausgehängt werden.

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Die Befragung ist rechtlich vorgegeben und muss bei einer Rechnungsprüfung
vorgelegt werden.

8.3 Mitarbeitergespräche

Jährliche Mitarbeitergespräche dienen dem gemeinsamen Austausch zwischen
Leitung und Mitarbeiter über die aktuelle Situation im Kindergarten und der konkreten,
eigenen beruflichen Stellung, sowie möglicher Zukunftsperspektiven.
Die daraus resultierenden Zielvereinbarungen werden schriftlich festgehalten.

8.4 Fort- und Weiterbildungen

Regelmäßige
Fortbildungsveranstaltungen
des
Personals
helfen
den
Berufsanforderungen gerecht zu werden.
Die Teilnahme an angebotenen Arbeitskreisen und dem Qualitätszirkel der
Frühförderung usw. sind für uns selbstverständlich.
Für Fortbildungen stehen den Mitarbeitern maximal 5 Arbeitstage im Jahr zur
Verfügung. Für Teamfortbildungen können zwei zusätzliche Schließtage angesetzt
werden. Die Genehmigung dieser Maßnahme obliegt dem Träger.

8.5 Teambesprechungen/Konferenzen

Einmal wöchentlich findet eine Wochenplanung für das pädagogische Fachpersonal
der Gruppen statt. In regelmäßigen Teambesprechungen, bei der alle Mitarbeiter
anwesend sind, werden größere Planungen zu Festen und Feiern (Erntedank,
Muttertag, Familienfest, Schulanfängerabschluss) durchgeführt.

„Dienstbesprechungen sind mit
allen Erwachsenen – da sind
immer viele Stühle um den Tisch!“

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8.6 Aufnahmeverfahren

• Anmeldeverfahren
Bei uns ist eine ganzjährige Anmeldung möglich. Eine Anmeldung bedeutet nicht, dass
das Kind auch aufgenommen werden kann. Zu den Auswahlkriterien gehören neben
sozialen, erzieherischen, medizinischen und psychologischen Gründen auch die
Zuständigkeit zur Gemeinde und die Stellung als Geschwisterkind. Vorschulkinder
haben Vorrang bei der Aufnahme.
• Anmeldegespräch
Das Anmeldegespräch wird von der Kindergartenleitung übernommen und findet am
Nachmittag statt. Hierfür wird zuvor ein Termin vereinbart. Folgende Inhalte werden
besprochen:
-
erster persönlicher Kontakt (Kindergartenleitung und Eltern stellen sich vor)
-
die Einrichtung wird vorgestellt, zugleich erfolgt eine Führung durch das Haus
-
die pädagogische Arbeit und die Schwerpunkte der Einrichtung
-
schriftliche Informationen über den Kindergarten werden verteilt (z.B.
Aufnahmevertrag)
-
Aufnahmekriterien (Bereitschaft der Eltern zur Zusammenarbeit z.B. Akzeptanz
der Konzeption, Begleitung der Eingewöhnungsphase…)
-
falls möglich: Vorstellung der späteren Bezugsperson
-
Zeit für Fragen der Eltern

• Elternabend für die zukünftigen Kindergarteneltern
Im Juni erhalten alle neuen Eltern eine Einladung zum Kennenlern-Elternabend. Die
Eltern stellen sich im Namen ihres Kindes vor. Grundsätzliche Informationen bzgl. des
Tagesablaufes und der Eingewöhnungszeit werden mitgeteilt und die zukünftigen
Gruppen
und
Bezugspersonen
des
Kindes
werden
vorgestellt.
Die Elternhausaufgaben für das Portfolio und die Checkliste „Was braucht mein Kind
im Kindergarten?“ werden ausgehändigt.

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• Aufnahmegespräch
Das Aufnahmegespräch wird von der zukünftigen Bezugsperson des Kindes
übernommen. Auf folgende Gesprächsinhalte legen wir besonderen Wert:
-
die Erzieherin stellt sich vor
-
Fragen über die Interessen des Kindes stehen im Mittelpunkt
-
Gruppensituation und Gruppenkonstellation werden erläutert
-
Tagesablauf wird vorgestellt
-
weitere Informationen über den Kindergarten werden geklärt
-
Zeit für Fragen der Eltern
-
Eingewöhnungskonzept wird besprochen
-
Kontrolle der Angaben im Betreuungsvertrag

Das Anmelde- und Aufnahmegespräch ist als Basis für eine gemeinsame
Zusammenarbeit für unsere Einrichtung grundlegend.
Das Aufnahmeverfahren wird mit der Unterzeichnung des Betreuungsvertrages
abgeschlossen.

8.7 Beschwerdemanagement

Sind Sie zufrieden,
dann sagen Sie es weiter,
wenn nicht, sagen Sie es uns!

Helfen Sie uns, uns zu verbessern- wir danken für Ihre Meinung!
Ihre Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge sind deshalb unentbehrlich!
Nutzen Sie dazu unseren „Wünschekasten“, der sich im oberen Eingang befindet.
In regelmäßigen Abständen werden Sie im Elternbrief aufgeklärt, was mit Ihren
Ideengeschieht.
Die Zusammenarbeit im Team und mit den Eltern ist geprägt von Respekt,
Freundlichkeit und Toleranz. Dazu gehört auch ein positiver Umgang mit Kritik.
„Unser Wünschekasten“

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Veränderungen finden statt, wenn man sich von lieb gewonnenen Verhaltensweisen
trennen kann und Risikobereitschaft zeigt.
Mitarbeiter, Eltern und Kinder fühlen sich nicht nur für „ihre“ Gruppe verantwortlich,
sondern für die gesamte Einrichtung!
Teamentwicklung in einer Kindertageseinrichtung ist entscheidend für eine positive
Arbeitsatmosphäre und eine erfolgreiche pädagogische Arbeit. Es geht dabei darum,
aus Individuen ein starkes Team zu formen, das effektiv zusammenarbeitet,
gemeinsame Ziele verfolgt und Konflikte gemeinsam konstruktiv löst.

9 Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Zusammenarbeit unseres Kindergartens mit begleitenden Institutionen ist unter
dem Gesichtspunkt der ganzheitlichen Förderung des Kindes zu sehen. Gemeint ist
eine konkurrenzlose, gleichrangige und freiwillige Zusammenarbeit mit dem Ziel einer
individuellen Förderung und Erziehung der Kinder.
Unser Kindergarten profitiert von der Kooperation mit anderen Einrichtungen, indem
er sich deren Ressourcen bedient, deren Fachkompetenz und Angebote nutzt und für
die eigene pädagogische Arbeit fruchtbar macht. Die Angebotspalette im Kindergarten
wird dadurch vergrößert und in ihrer Wirkungskraft verstärkt.
Kooperation bedeutet außerdem, Vorschläge für Verbesserungsmöglichkeiten an die
entsprechenden Stellen zu tragen, um positive Lebensbedingungen und eine kinder-
und familienfreundliche Umwelt zu schaffen.

„Wie in einem Spinnennetz sind
auch wir mit unseren
Kooperationspartnern
eng verknüpft. Dadurch entsteht ein
wunderbares
Kooperationsnetzwerk!“

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Unter dem Motto „Wir und die anderen“
   haben wir in folgendem Schaubild unsere Netzwerkpartner aufgeführt:

>> GRUNDSCHULE <<

Der Übergang vom Kindergarten in die
Schule stellt für die Familien und für das
Kind eine besondere Situation dar. Damit
dieser neue Abschnitt erleichtert wird,
arbeiten wir mit Lehrern & den Eltern
zusammen und bereiten die Kinder auf
den Übertritt vor.
Durch regelmäßige Kontakte und Aktionen
wird ein Grundstein eines nahtlosen
Übergangs vom Kindergarten in die
Grundschule gelegt.

>> INTERDISZIPLINÄRE
FRüHFöRDERSTELLE <<

Die Förderung der kindlichen Entwicklung
ist während der ersten Lebensjahre am
effektivsten.
Die Frühförderstelle macht denjenigen
Eltern Angebote, deren Kinder in ihrer
körperlichen, kognitiven, sprachlichen,
emotionalen oder sozialen Entwicklung
Unterstützung brauchen.
Zudem besteht die Möglichkeit einer
Individualbegleitung
im
Kindergarten,
diese
stellt
eine
pädagogische
Unterstützung für Kinder mit besonderen
Bedürfnissen dar und dient der besseren
Bewältigung des Kita-Alltages.
>>SCHULVORBEREITENDE
EINRICHTUNG <<
Noch nicht schulpflichtige Kinder, die zur
Entwicklung
ihrer
Fähigkeiten
sonderpädagogische
Anleitung
und
Unterstützung benötigen, können in einer
schulvorbereitenden Einrichtung betreut
werden.
Ziel ist es dort – auch im Hinblick auf die
Erlangung
der
Schulreife
–
die
Voraussetzungen für ein erfolgreiches
Lernen zu schaffen und gegebenenfalls
einen
nahtlosen
Übergang
in
ein
Förderzentrum zu ermöglichen.

>> KINDERÄRZTE <<

Durch ihn werden in der Regel die
Vorsorgeuntersuchungen
im
Kinder-
gartenalter durchgeführt. Es erfolgt dort
auch die Beratung zur gegebenenfalls
notwendigen
Vervollständigung
des
Impfschutzes.

Bei etwaigen Entwicklungsauffälligkeiten
wird die Koordination von weiteren
Fördermaßnahmen übernommen.

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Fazit:
Die Kitalandschaft wird noch bunter und vielfältiger werden. Das Schöne an der
Zukunft ist aber, dass sie offen ist - sie kann von uns gestaltet werden, es liegt also
letztendlich an uns.
Kitaentwicklungsprozesse fördern die Professionalisierung der Einrichtung,
unterstützen Bildungsakteure und stärken somit die Bildungsqualität.
>> ERGOTHERAPIE <<
Die Ergotherapie hilft, bei Kindern eine
noch
nicht
vorhandene
Handlungs-
fähigkeit zu erreichen, die aufgrund von
Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen in
nicht ausreichendem Maße ausgebildet ist.
 Diese ganzheitliche Maßnahme kann
diverse
Inhalte
umfassen,
z.B.
das
Trainieren & Vor-bereiten von körperlichen
Bewegungs-abläufen oder das Trainieren
von Kraft und Ausdauer.

>> LOGOPÄDIE <<
Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten,
Sprachentwicklungsverzögerungen,
Stimm- oder Hörstörungen können bei uns
im Haus von geschulten Logopäden betreut
werden.

Ziel der Therapie ist die weitestgehende
Behebung aller sprachlichen Defizite und
damit die Verbesserung der Sprachqualität.

>> PFARRGEMEINDE <<
Die
Zusammenarbeit
mit
der
Pfarrgemeinde
ist
geprägt
von
gegenseitiger Wertschätzung & Akzeptanz.
 Sie zeichnet sich beispielsweise durch die
Mitgestaltung von Gottesdiensten, etwa
beim jährlichen Familienfest oder bei der
Kindersegnung
zu
Beginn
des
Kindergartenjahres aus. Unser Pfarrer
nimmt sich stets der Anliegen von unseren
Kindern und Mitarbeiterinnen an.
>> POLITISCHE GEMEINDE <<
Die Stadt Waldkirchen unterstützt uns nicht
nur durch Zuschüsse, sondern hat auch
jederzeit ein offenes Ohr für unsere
Anliegen.
Auch wir zeigen unser Engagement, indem
wir uns regelmäßig an Festlichkeiten der
Stadt
beteiligen,
beispielsweise
beim
jährlichen
Bürgerfestival,
dem
Inklusionsfest
oder
bei
diversen
Verschönerungsaktionen des Stadtbildes.

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10 Schlussgedanken

...weil wir alle Kinder waren (sind)!

Diese Elternkonzeption möchte Anregung sein,
die Kindheit und die Kindergartenzeit
zu feiern - als eine Zeit intensiver Empfindungen
voller Staunen und voller Lebensfreude.

Es ist uns eine Herzensangelegenheit,
Ihr Kind zu begleiten | zu fördern | zu bilden
und einen ureigenen Weg mit Ihm zu begehen!

Und es sollte eine Ermutigung sein,
ein bisschen mehr davon in unser Erwachsenenleben
hinüberzuretten und uns selber ruhig einmal mit den
zuversichtlichen, unbeschwerten und aufrichtigen
Augen eines Kindes zu betrachten.

Es ist ein Plädoyer für den achtsamen Umgang
mit unseren Kindern und mit dem Kind in uns.
Ein Bekenntnis, dass wir eben so viel von
unseren Kindern lernen können, wie sie von uns.

Ein schönes Bild hat Jesper Juul gezeichnet, indem er sagt:
„Wir müssen ein Leuchtturm für die Kinder sein. Persönliche Verantwortung lernt man
sehr gut von Leuchttürmen! Einerseits durch deren Vorleben und andererseits
dadurch, dass Verantwortung abgegeben wird.“
Damit unsere Kinder heranwachsen zu Menschen, die sich selbst kennen, lieben,
schätzen und deshalb auch die persönliche Verantwortung für ihr Tun übernehmen
möchten – deshalb begleiten wir sie und fördern die Kultur des Lernens – weil es sich
lohnt!

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung und Ihr Wohlwollen
freuen wir uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Ihr Team des Kindergartens St. Peter

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11 Impressum

© 2026
Adresse:

Kindergarten St. Peter

Jahnstraße 19

94065 Waldkirchen
Telefon:

08581/3445
E-Mail:

kiga.st.peter-waldkirchen@caritas-pa.de
Leiterin:

Kathrin Blöchl
Träger:

Pfarr-Caritasverband Waldkirchen e.V.
Vorsitzender:

Diakon Konrad Niederländer

12 Literaturnachweis

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für

Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung, 2017
Bayerische Bildungsleitlinien,2012
Bürgerhilfe Ingolstadt e.V.
Kita - Ordnung, Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern
DGUV, Kinder Kinder, Ausgabe 1/2018
Veröffentlichung der Konzeption
Diese Konzeption wird auf der Homepage der Stadt Waldkirchen unter
www.stadt-waldkirchen.de und der Homepage der Pfarrei Waldkirchen unter
www.pfarrei-waldkirchen.de veröffentlicht.
Weiter liegt die Konzeption im Kindergarten St. Peter zur Einsichtnahme aus.