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title: "Verwaltung der Stadt beantwortet mündliche Anfrage zu U3/Ü3-Versorgungsquoten im Jugendhilfeausschuss; 2035: U3 50%, Ü3 115%"
sdDatePublished: "2026-04-27T14:24:00Z"
source: "https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=1087930\u0026type=do"
topics:
  - name: "education policy"
    identifier: "medtop:20001338"
  - name: "child care"
    identifier: "medtop:20001317"
  - name: "demographics"
    identifier: "medtop:20000770"
  - name: "local authority"
    identifier: "medtop:20000612"
locations:
  - "Dortmund"
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Verwaltung der Stadt beantwortet mündliche Anfrage zu U3/Ü3-Versorgungsquoten im Jugendhilfeausschuss; 2035: U3 50%, Ü3 115%

Beantwortung

Dezernat, Dienststelle
IV/IV/2

Vorlagen-Nummer 27.04.2026

0774/2026
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung
öffentlicher Teil
Gremium
Datum
Jugendhilfeausschuss
05.05.2026

Beantwortung einer mündlichen Anfrage zu den perspektivischen Versorgungsquoten
in der Kindertagesbetreuung
Herr Dr. Heinen fragt im JHA vom 10.03.2026, wie sich die U3-Versorgungsquote in den kom-
menden Jahren voraussichtlich entwickeln wird – insgesamt, allein aufgrund der demografi-
schen Entwicklung und unter Berücksichtigung der bereits fest geplanten Kitamaßnahmen.

Antwort der Verwaltung

Ausgangspunkt ist, dass die U3-Versorgungsquote aktuell bei rund 54% liegt. Im Ü3-Bereich
liegt die Versorgung bei 109% (jeweils gerechnet auf 36 Berechnungsmonate).

Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung von Juni 2025 zeigt sich bei den Kinder-
zahlen voraussichtlich folgende zukünftige Entwicklung nach Altersgruppen.

Nachdem die Zahl der U3-Kinder in den vergangenen Jahren zunächst zurückgegangen
ist, wird bis 2030 wieder ein Anstieg erwartet. Bis 2035 wird die Zahl der U3-Kinder
voraussichtlich bei rund 29.649 Kindern liegen (+ 2.205 gegenüber 2024, dem Aus-
gangsjahr der Prognose)

Gleichzeitig geht die Zahl der Ü3-Kinder perspektivisch weiter zurück und wird nach der
Prognose bis 2035 auf rund 27.893 Kinder sinken (- 1.579 ggü. 2024).

Insgesamt verschiebt sich damit die Altersstruktur der Kinder leicht zugunsten der jüngeren
Jahrgänge, während sich im Ü3-Bereich eine rückläufige Entwicklung abzeichnet.

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Angenommen, es würden ab sofort keine weiteren Betreuungs- und Kitaplätze mehr hinzukom-
men und auch keine entfallen, dann würden in 2035 - rein aufgrund der Entwicklung der Kin-
derzahlen - die Versorgungsquoten U3 bei 50% und Ü3 bei 115% liegen (gerechnet auf jeweils
36 Monate).

Um perspektivisch eine aus fachlicher Sicht angemessene Versorgung zu erreichen, wird in-
nerhalb der Verwaltung derzeit eine U3-Versorgungsquote von rund 60% als Orientierungs-
größe betrachtet, während im Ü3-Bereich weiterhin eine bedarfsgerechte Versorgung im Be-
reich von etwa 100% als ausreichend angesehen wird.
Um diese Größenordnungen bis 2035 zu erreichen, wären rechnerisch rund 17.800 U3-Betreu-
ungsplätze sowie etwa 27.900 Ü3-Betreuungsplätze erforderlich.

Unter Berücksichtigung der bereits fest eingeplanten Kita-Maßnahmen ist nach aktueller Prog-
nose davon auszugehen, dass die Gesamtzahl der Betreuungsplätze perspektivisch ausreichen
wird, um die angestrebten Zielquoten zu erreichen. Im Ü3-Bereich zeichnet sich ein Überhang
von rund 6.855 Plätzen ab, der rechnerisch geeignet ist, das Defizit im U3-Bereich von etwa
1.997 Plätzen zu kompensieren.

Die zentrale Herausforderung liegt damit künftig weniger im weiteren quantitativen Ausbau,
sondern vielmehr in einer bedarfsgerechten Steuerung und Umverteilung der bestehenden Ka-
pazitäten zwischen U3- und Ü3-Betreuungsplätzen.

Betreuungsplätze
Kindertagespflege
(Q IV/25)
U3
Ü3
U3
Ü3
U3
Ü3
U3
U3
Ü3
U3
Ü3
Kitajahr 2025/26
27.444
29.463
10.965
31.654
145
488
3.576
14.686
32.142
54%
109%
Kinderzahlen 2035
(Bevölkerungsprognose 2025)
29.649
27.893
10.965
31.654
145
488
3.576
14.686
32.142
50%
115%
Neue Plätze bis 2035
29.649
27.893
1.117
2.606
145
488
3.576
15.803
34.748
53%
125%
Erreichung Zielquoten
29.649
27.893
1.117
2.606
145
488
3.576
17.800
27.893
60%
100%
Umwandlung U3 in Ü3
-1.997
6.855
Abbau Ü3
4.858
Kinderzahlen
(Stand: 31.12.2024)
Betreuungsplätze Kita
(Erfassungsdatei 25/26)
Versorgungsquote
Betreuungsplätze
gesamt
Betreuungsplätze privat-
gewerbliche Kitas

Strategisch bedeutet dies, dass der zukünftige Steuerungsbedarf nicht mehr im weiteren flä-
chendeckenden Ausbau liegt, sondern in einem gezielten Ausbau in unterversorgten Planungs-
regionen und vor allem in einer gezielten Anpassung der Angebotsstrukturen. Zentrale Hand-
lungsansätze sind dabei:

Die Umwandlung bestehender Ü3-Kapazitäten in U3-Betreuungsplätze, insbesondere
dort, wo sich aufgrund der demografischen Entwicklung perspektivisch Überhänge im
Ü3-Bereich abzeichnen.

Weitere Schaffung von Neubauten, um die durchschnittliche Altersstruktur der aktuell
rund 700 Kitas stadtweit zu verjüngen und damit langfristig eine stabile Angebotsstruktur
vorhalten zu können. In die Jahre gekommene Bestandsgebäude können oftmals nicht
auf die aktuellen Anforderungen angepasst werden und auch ein Wechsel zwischen U3

3

und Ü3 Gruppen ist aufgrund der unterschiedlichen pädagogischen Anforderungen an
die jeweiligen Raumkonzepte nicht ohne Weiteres möglich.

Der gezielte Abbau einzelner Ü3-Kapazitäten, beispielsweise im Zuge von ohnehin an-
stehenden Standortentscheidungen oder auslaufenden Mietverhältnissen.

Die frühzeitige Abstimmung mit den Trägern über mögliche Anpassungen der Gruppen-
strukturen.

Die Verwaltung beabsichtigt, diese strategische Fragestellung im Arbeitskreis der freien und
öffentlichen Träger (AK80) am 20.05. vorzustellen und gemeinsam mit den Trägern mögliche
Ansatzpunkte zu diskutieren. Ziel ist es, frühzeitig in einen strukturierten Dialog darüber einzu-
treten,

an welchen Standorten eine Umwandlung von Ü3- in U3-Betreuungsplätze sinnvoll und
umsetzbar ist,

wo perspektivisch sanierungsbedürftige oder strukturell ungeeignete Standorte auslau-
fen könnten und

wie notwendige Anpassungen möglichst verträglich, sozialraumorientiert und planbar
gestaltet werden können.

In diesem Zusammenhang wird die Verwaltung im Laufe des Sommers zudem eine Abfrage zu
auslaufenden Mietverträgen und Standortperspektiven bei den Trägern durchführen, um früh-
zeitig mögliche Steuerungsoptionen zu identifizieren.
Ziel ist es, die notwendigen Anpassungen transparent und im Dialog mit den Trägern zu entwi-
ckeln, um die Betreuungsangebote langfristig bedarfsgerecht auszurichten.

Gez. Voigtsberger