Million Beyene entführt in Addis Ababa; ohne Rechtsbeistand oder Familienzugang
Äthiopien, Million Beyene, erneut Journalist entführt
Der äthiopische Journalist Million Beyene (undatiertes Foto)
Am 15. April entführten unbekannte Personen in Zivil Million Beyene. Es wird vermutet, dass der Journalist und Chefredakteur des unabhängigen NachrichtenportalsAddis Standardin einer inoffiziellen Hafteinrichtung festgehalten wird. Die Entführung hängt sehr wahrscheinlich mit seiner Arbeit als Journalist zusammen. Er muss sofort freigelassen werden!
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Million Beyene ist Journalist und Chefredakteur des bekannten unabhängigen NachrichtenportalsAddis Standard.Am 15. April entführten ihn drei unbekannte Männer in Zivil aus der Redaktion desAddis Standardin Addis Abeba. Die drei gaben sich nicht zu erkennen und erklärten weder, warum sie Million Beyene mitnahmen, noch wohin sie ihn bringen wollten.
Zwar wurde keine offizielle Erklärung darüber abgegeben, wer ihn festhält und wo er sich aufhält, doch er könnte wegen seiner Arbeit als Journalist ins Visier geraten sein. Es wird vermutet, dass er ohne Anklage in einer nicht genannten, inoffiziellen Hafteinrichtung festgehalten wird, wo er keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand oder zu seiner Familie hat.
Ich fordere Sie auf, dafür zu sorgen, dass die äthiopischen Behörden eine wirksame, unabhängige, gründliche und transparente Untersuchung der Entführung von Million Beyene durchführen. Sollte er sich im Gewahrsam der äthiopischen Behörden befinden, fordere ich, dass sein Aufenthaltsort unverzüglich bekannt gegeben wird, er sofort und bedingungslos freigelassen wird und die Täter*innen zur Rechenschaft gezogen werden.
Bitte achten und schützen Sie das Recht auf freie Meinungsäußerung.
I am deeply concerned about the abduction of Million Beyene who appears to have been targeted for his journalistic work.
Million Beyene is a journalist and managing editor at prominent independent media outlet Addis Standard. On 15 April, he was abducted from the Addis Standard newsroom in Addis Ababa, Ethiopia’s capital, by three men wearing plain clothes who did not identify themselves or explain why or where they were taking him.
While no official explanation has been communicated about who is holding him and his whereabouts, it is believed that he is being targeted because of his work as a journalist. It is also believed he is being detained without charge in an undisclosed, informal detention facility without access to his lawyer or family.
I call on you to ensure that Ethiopian authorities carry out an effective, independent, thorough and transparent investigation into the abduction of Million Beyene. If he is in the custody of the Ethiopian authorities, I urge that his whereabouts be immediately be disclosed and that he be released immediately and unconditionally and perpetrators be held to account. The right to freedom of expression must be respected and protected at all times.
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
Du hast Probleme beim Ausdrucken des Briefes? Dann klicke bittehier.
Achtung: Bitte prüfe bei derDeutschen Postob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Prime Minister of the Federal Republic of EthiopiaAbiy Ahmed Alic
oBotschaft der Demokratischen Bundesrepublik ÄthiopienBoothstraße 20A12207 Berlin
Prime Minister of the Federal Republic of EthiopiaAbiy Ahmed Ali(keine Briefzustellung nach Äthiopien möglich)X: @AbiyAhmedAliFax (00 251) 111 226 292E-Mail:info@pmo.gov.et
Kopie an:Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik ÄthiopienS. E. Herrn Eskindir Yirga AsfawBoothstraße 20A12207 BerlinFax: 030 – 772 06 26E-Mail:berlin.embassy@mfa.gov.etoderinfo.berlin@mfa.gov.et
Million Beyene ist Journalist und Chefredakteur des bekannten unabhängigen NachrichtenportalsAddis Standard.Am 15. April entführten ihn drei unbekannte Männer in Zivil aus der Redaktion desAddis Standardin der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die drei gaben sich nicht zu erkennen und erklärten weder, warum sie Million Beyene mitnahmen, noch wohin sie ihn bringen wollten. Am Abend der Entführung war sein Mobiltelefon gegen 22 Uhr kurzzeitig erreichbar, danach nicht mehr. Das vergrößerte die Sorgen seiner Angehörigen um seine Sicherheit noch zusätzlich.
Am 24. Februar, zwei Monate vor dem Verschwindenlassen von Million Beyene, entzog die äthiopische Medienbehörde (EMA) demAddis Standarddie Online-Medienlizenz. Die EMA warf dem Portal vor, wiederholt gegen nationale Gesetze verstoßen und die Staatssicherheit untergraben zu haben. In einer Erklärung teilte die EMA mit, das Portal wiederholt verwarnt und aufgefordert zu haben, sein Verhalten zu ändern.Addis Standardsei diesen Aufforderungen nicht nachgekommen. Unter Verweis auf Bestimmungen der Medienproklamation erklärte die EMA, dass das Online-Registrierungszertifikat vonAddis Standarddaraufhin annulliert worden sei.
Addis Standardakzeptiert die Entscheidung der EMA nicht und kündigte an, die Rücknahme seiner Medienlizenz vor Gericht anzufechten. Das Nachrichtenportal erklärte, die Redaktion habe keine formellen Mitteilungen über angebliche Verstöße erhalten – damit wäre die gesetzliche Vorschrift, vor der Rücknahme einer Medienlizenz eine Warnung auszusprechen, nicht eingehalten worden.Addis Standardführte auch weitere rechtliche Mängel im Vorgehen der EMA an.
Dieses Vorgehen der äthiopischen Behörden ist leider kein Einzelfall. In den letzten Monaten wurden weitere Journalist*innen von maskierten und nicht identifizierbaren Personen entführt. Die Entführungen stellen einen klaren Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit dar. Diese sind sowohl durch regionale als auch durch internationale Menschenrechtsabkommen geschützt, denen Äthiopien beigetreten ist.
Verstöße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, einschließlich der Pressefreiheit, sowie Angriffe auf Journalistinnen haben in Äthiopien in den letzten Jahren zugenommen. Im Januar 2026 entzog die äthiopische Medienbehörde (EMA) dem NachrichtenportalWazema Radiodie Lizenz, weil seine Berichterstattung den nationalen Interessen des Landes zuwiderlaufen soll. Im Februar 2026 verweigerte die EMA drei in Addis Abeba ansässigen Reuters-Journalistinnen die Verlängerung ihrer Akkreditierung.
Außerdem werden in Äthiopien seit langem – und insbesondere in Zeiten politischer Spannungen – immer wieder Journalist*innen entführt, in der Regel von maskierten Sicherheitskräften in Zivil. Sie werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und ihnen wird der Zugang zu Rechtsbeiständen oder Angehörigen verweigert.
- April 2026Äthiopien: Erneut Journalist entführt
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