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title: "Stadt Halle (Saale) veröffentlicht Kommunalen Wärmeplan in Halle (Saale); treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045"
sdDatePublished: "2026-04-28T12:09:00Z"
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  - name: "environmental policy"
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locations:
  - "Berlin"
  - "Halle (Saale)"
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Stadt Halle (Saale) veröffentlicht Kommunalen Wärmeplan in Halle (Saale); treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
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Kommunaler Wärmeplan
Halle (Saale)

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
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Auftraggeber:
Stadt Halle (Saale)
Marktplatz 1
06108 Halle (Saale)

Auftragnehmer:
EVH GmbH
Bornknechtstraße 5
06108 Halle (Saale)

Erarbeitet mit der Unterstützung:
Energie-Initiative Halle (Saale)
https://energieinitiative-halle.de/

Dienstleister:
con|energy consult GmbH
Joachimsthaler Straße 20
10719 Berlin

Der Kommunale Wärmeplan der Stadt Halle (Saale) wurde gemäß den Anforderungen des
Wärmeplanungsgesetzes erstellt. Der Datenschutz wird durch eine baublockscharfe Darstellung in
den Karten gewährleistet. Inhaltliche und methodische Grundlage für den Kommunalen Wärmeplan
(KWP) der Stadt Halle (Saale) bildet der Projektabschlussbericht vom September 2025, welcher in
Zusammenarbeit mit der con|energy consult GmbH aus Berlin entstand. Auf Basis der
Stellungnahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde der KWP bis zum Februar 2026 angepasst und
aktualisiert. Die Karten des Kommunalen Wärmeplans sind im HALgis frei zugänglich.

Halle (Saale), Februar 2026

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
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Zusammenfassung
Der Kommunale Wärmeplan für Halle (Saale) beinhaltet als zentrales Ergebnis den Pfad zu einer
treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 und ordnet dafür das Stadtgebiet baublockscharf
in voraussichtliche Versorgungsoptionen ein. Ausgangspunkt ist ein heutiger Wärmebedarf von rund
1.800 GWh/a Endenergie, der noch klar fossil geprägt ist: Erdgas deckt ca. 60 Prozent, Fernwärme ca.
37 Prozent. Halle (Saale) verfügt über ein Fernwärmenetz von ca. 220 km (rund 1.700 Anschlüsse)
und ein Gasnetz von knapp 900 km (über 20.000 Anschlüsse). Gleichzeitig steigt die Bedeutung des
Stromnetzes deutlich, was an einem Bedarf von 400 zusätzlichen Ortsnetzstationen deutlich wird.
Im Zieljahr 2045 ist die Wärmeversorgung fossilfrei. Der Anteil an Fernwärme steigt auf ca. 55 Prozent
der Wärmebedarfsdeckung, Heizstrom (v. a. Wärmepumpen) liegt bei ca. 36 Prozent. Parallel sinkt
der Wärmebedarf durch Effizienzmaßnahmen am Gebäude um rund 17 Prozent. Die CO₂-Emissionen
der Wärmeversorgung gehen bis 2045 um etwa 98 Prozent zurück.
Räumlich leitet der Plan daraus ab: In wärmedichten und technisch geeigneten Bereichen wird
Fernwärme ausgebaut und verdichtet; Prüfgebiete markieren Quartiere, in denen Nahwärmenetze
grundsätzlich möglich sind, aber ein koordiniertes Vorgehen vor Ort benötigen; in Randlagen ohne
realistische Netzperspektive dominieren dezentrale Lösungen. Eine Wasserstoffversorgung im
dezentralen Raumwärmemarkt wird stadtweit als sehr wahrscheinlich ungeeignet eingeordnet.
Für die nächsten fünf Jahre priorisiert der Plan Maßnahmen vor allem zum Ausbau/Optimierung der
Energieinfrastruktur, zur Transformation der Fernwärmeerzeugung, städtebauliche Maßnahmen
sowie begleitende Koordination und Bürgerinformation.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
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Inhaltsverzeichnis
1.
VORBEMERKUNG .......................................................................................................................... 5
2.
BESTANDSANALYSE ...................................................................................................................... 6
2.1.
GEBÄUDESTRUKTUR ......................................................................................................................... 7
2.2.
INFRASTRUKTUR .............................................................................................................................. 9
2.3.
WÄRMEERZEUGUNG ...................................................................................................................... 10
2.4.
ENERGIE- UND TREIBHAUSGASBILANZ ................................................................................................. 11
3.
POTENZIALANALYSE ................................................................................................................... 14
3.1.
POTENZIALE FÜR WÄRMENETZE ......................................................................................................... 14
3.2.
POTENZIALE FÜR GEBÄUDEINTEGRIERTE WÄRMETECHNOLOGIEN ................................................................ 22
3.3.
ENERGIEEFFIZIENZPOTENZIALE .......................................................................................................... 23
3.4.
ZUSÄTZLICHE LASTEN IM STROMNETZ .................................................................................................. 25
4.
ZIELSZENARIO ............................................................................................................................ 26
4.1.
RAHMENPARAMETER UND SIMULATIONSMODELL .................................................................................... 26
4.2.
SZENARIO-ERGEBNISSE .................................................................................................................. 28
4.3.
ZIELSZENARIO............................................................................................................................... 29
4.4.
EIGNUNGSGEBIETE ........................................................................................................................ 31
4.5.
ENTWICKLUNG IN DEN STÜTZJAHREN .................................................................................................. 33
4.6.
TRANSFORMATION DER FERNWÄRMEERZEUGUNG .................................................................................. 35
4.7.
INDIKATOREN FÜR ZIELSZENARIO NACH §17 WPG ................................................................................. 36
5.
UMSETZUNGSMAßNAHMEN ........................................................................................................ 37
5.1.
HANDLUNGSFELD INFRASTRUKTUR ..................................................................................................... 37
5.2.
HANDLUNGSFELD WÄRMEERZEUGUNG ............................................................................................... 44
5.3.
HANDLUNGSFELD STÄDTEBAULICHE MAßNAHMEN ................................................................................. 49
5.4.
HANDLUNGSFELD KOORDINATION UND KOMMUNIKATION ........................................................................ 51

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
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1. Vorbemerkung
Wärme in der Form von Raumwärme, Warmwasser oder Prozesswärme verursacht mehr als 50
Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs. Gleichzeitig wird die Wärme bislang aber noch
überwiegend fossil erzeugt. Gesellschaftliches und politisches Ziel ist eine treibhausgasneutrale
Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Erreicht werden soll dies vor allem durch den Einsatz von
erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme. Der Umstieg von fossilen Energieträgern
erfüllt nicht nur die Anforderungen des Klimaschutzes, sondern trägt auch zur Unabhängigkeit der
Versorgung und damit zur Preisstabilität der Wärmeversorgung bei.
Ein Kommunaler Wärmeplan ist der von der Stadt erarbeitete und politisch beschlossene
strategische Fahrplan für die Wärmewende vor Ort. Er bündelt Bestands- und Potenzialanalysen,
entwickelt ein Zielszenario der Wärmeversorgung für das Jahr 2045 und leitet daraus räumlich
konkrete
Maßnahmen
zur
Umsetzung
ab. Der Wärmeplan
ist
ein
Planungs-
und
Orientierungsinstrument und schafft für Gebäudeeigentümer, Infrastrukturbetreiber und alle
Akteure der Wärmewende einen Rahmen für den Heizungstausch.
Ziele der Stadt Halle (Saale) im Kontext der kommunalen Wärmeplanung sind dabei, die
Wärmeversorgung treibhausgasneutral und zugleich bezahlbar, sicher und sozialverträglich zu
transformieren, Investitionen in Netze und Erzeugung zu priorisieren und koordinieren sowie durch
Transparenz die Planungs- und Entscheidungssicherheit für Eigentümer und Unternehmen zu
erhöhen.
Der regulatorische Rahmen der kommunalen Wärmeplanung in Halle (Saale) ergibt sich aus den
Klimazielen
des
Klimaschutzgesetzes
(KSG)
und
dem
seit
01.01.2024
geltenden
Wärmeplanungsgesetz (WPG): Bis spätestens 2045 soll die Wärmeversorgung von Gebäuden auf
erneuerbare Energien und/oder unvermeidbare Abwärme umgestellt werden. Das WPG wirkt auf
kommunaler Ebene und verpflichtet zur Erstellung von kommunalen Wärmeplänen.
Die Stadt Halle (Saale) hat die EVH GmbH mit der Erstellung des Kommunalen Wärmeplans beauftragt.
Erstellt wurde er im Zeitraum von 2023 bis 2025 mit den Partnern der Energie-Initiative Halle (Saale) – einem
lokalen Netzwerk zentraler Akteure der Energiewende – und durch Unterstützung des externen
Dienstleisters con|energy consult GmbH.
Im Rahmen der Erarbeitung des KWP erfolgte außerdem eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung.
Zunächst wurden die Fachbehörden und die Partner der Energie-Initiative Halle (Saale) zur
Stellungnahme aufgefordert und im Rahmen von mehreren Workshops insbesondere die Themen
Flächennutzung für regenerative Energiequellen sowie Effizienzpotenziale im Gebäudebestand
diskutiert.
Der
Start
der
Öffentlichkeitsbeteiligung
erfolgte
mit
einer
öffentlichen
Informationsveranstaltung am 25. September 2025 in der Händel-Halle sowie mit der
Veröffentlichung und Auslage des Planentwurfs sowohl digital als auch in den Standorten der
Stadtverwaltung. Im Nachgang wurden die eingegangenen Stellungnahmen systematisch
ausgewertet, abgewogen und – sofern fachlich sinnvoll – in die Unterlagen eingearbeitet.

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2. Bestandsanalyse
Die Bestandsanalyse beschreibt den Status quo der Wärmeversorgung im Planungsgebiet und
schafft die belastbare Grundlage für eine modellbasierte Fortschreibung der Entwicklung des lokalen
Wärmemarktes. Dafür werden systematisch Informationen und Daten erhoben und konsistent
aufbereitet zu
⁻
der Gebäudestruktur und dem derzeitigen Wärmebedarf im beplanten Gebiet,
⁻
den vorhandenen Wärmeerzeugungsanlagen sowie
⁻
den für die Wärmeversorgung relevanten Energieinfrastrukturanlagen.
Für den Kommunalen Wärmeplan wurde von Grund auf ein digitales Abbild der Stadt aufgebaut.
Dafür wurden folgende Datenquellen zusammengeführt:
In einem ersten Schritt wurden für die räumliche Einordnung offizielle Stadt- und Geodaten genutzt,
zum Beispiel Grenzen von Stadtteilen und Baublöcken, Informationen zu geplanten Neubaugebieten
und Flächen, die grundsätzlich für erneuerbare Energien in Frage kommen. Darauf aufbauend wurde
ein Gebäudemodell erstellt: Als Basis dienten Gebäudegrunddaten und Gebäudestrukturen aus
Quellen wie ALKIS (amtliches Kataster) und OpenStreetMap. Wo vorhanden, wurden diese Daten mit
Sanierungsinformationen lokaler Wohnungsunternehmen angereichert.
Für die Innenstadt wurden zusätzliche städtische Informationen eingearbeitet, z. B.
Sanierungszustand und Anzahl der Geschosse. Wenn der Sanierungszustand bei Gebäuden fehlte,
wurde er abgeschätzt: Dazu wurde die IWU-Gebäudetypologie (typische Gebäudearten nach Baualter
und Standardwerten) und ein temperaturbereinigtes 3‑Jahres-Mittel der gemessenen Verbräuche
genutzt. So werden Gebäude in unsaniert / teilsaniert / saniert eingeteilt. Leerstehende Gebäude, für
die kein Wärmeverbrauch gemessen wurde, wurden aus dem Modell entfernt, damit die Ergebnisse
nicht verfälscht werden.
Für Gebäude mit leitungsgebundener Versorgung (also Gas/Fernwärme) wurden außerdem die
genauen Netzverläufe (georeferenziert und einzelnen Gebäuden zugeordnet) sowie Gas- und
Fernwärmeverbrauchsdaten des Netzbetreibers genutzt. Diese Daten wurden mit Rechenverfahren
verarbeitet, um Wärmebedarfe und Verbräuche konsistent abzuleiten.
Gebäude, die nicht über Gas oder Fernwärme versorgt werden, wurden über Schornsteinfegerdaten
(auf PLZ-Ebene) identifiziert. Daraus wurde abgeleitet, wo z. B. Pellet- oder Heizölkessel genutzt
werden; diese Anlagen wurden dann nach Größe/Leistungsklasse eingeordnet.
Um die energetische Qualität und den Sanierungsstand besser einschätzen zu können, wurden
zusätzlich Referenzdaten (überregional und regional) sowie Zensusdaten von 2011 zu Gebäudealter
und Gebäudetyp herangezogen (neuere Zensusdaten standen zum Bearbeitungszeitpunkt nicht zur
Verfügung).

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2.1.
Gebäudestruktur
Wie die Wärmeversorgung künftig gestaltet wird, hängt stark von der Gebäudestruktur der Stadt ab:
Wo stehen Einfamilienhäuser, wo dominieren Mehrfamilienhäuser, wo gibt es Gewerbegebäude und
wo gelten besondere Anforderungen, etwa durch Denkmalschutz.
In Halle (Saale) existieren über 33.000 Adresspunkte. Diese verteilen sich auf rund 24.000 Gebäude.
Rund 70 Prozent der Gebäude sind Wohngebäude. Knapp 30 Prozent sind Nicht‑Wohngebäude, also
z. B. Gebäude für Gewerbe, Dienstleistungen oder industrielle Nutzungen.
Die rund 17.000 Wohngebäude lassen sich weiter untergliedern nach ungefähr hälftig Ein- und
Zweifamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern. Ein- und Zweifamilienhäuser sind in Halle (Saale)
besonders häufig in Siedlungs- und Randlagen z. B. in der Frohen Zukunft, am Landrain und dem
Dautzsch sowie in eher dörflich geprägten Stadtteilen wie Reideburg und Büschdorf zu finden.
Mehrfamilienhäuser dominieren dagegen in den dicht bebauten innerstädtischen Quartieren (u. a.
Nördliche/Südliche Innenstadt, Paulusviertel) sowie besonders deutlich in den großen Wohngebieten
Halle‑Neustadt und Silberhöhe.

Karte 1 Überwiegender Gebäudetyp (baublockscharf)
Die Baualtersklasse der Gebäude beschreibt, wann ein Gebäude gebaut wurde. Sie gibt damit indirekt
Auskunft über Dachform, Zustand der Gebäudeinfrastruktur und Energieeffizienz. Daraus lassen sich
zwar keine direkten Ableitungen für Wärmeverbrauch und Energieeinsparpotenziale ableiten,
dennoch unterstützen die Informationen die Kommunale Wärmeplanung.

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Karte 2 Überwiegende Baualtersklasse (baublockscharf)
Eine weitere wichtige Information für die Erhebung von Potenzialen zur energetischen Sanierung und für
die Planung von Wärmelösungen ist außerdem das Thema Denkmalschutz. Über 2.500 Gebäude
unterliegen dem Denkmalschutz. Bei denkmalgeschützten Gebäuden muss häufig genauer geprüft
werden, welche baulichen Änderungen möglich sind (z. B. an Fassade, Fenstern oder Dach).

Karte 3 Baudenkmäler

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2.2.
Infrastruktur
In Halle (Saale) sorgt ein dichtes Netz aus Leitungen und Anlagen dafür, dass Haushalte, Betriebe und
öffentliche Einrichtungen zuverlässig mit Energie versorgt werden. Für die Wärmewende sind vor
allem Fernwärme und Gas wichtig – gleichzeitig gewinnt auch das Stromnetz an Bedeutung, weil
immer mehr Wärme künftig elektrisch bereitgestellt wird (z. B. durch Wärmepumpen).
Halle (Saale) verfügt über ein rund 220 km langes Fernwärmenetz; das mittlere Alter liegt bei 29
Jahren (Stand 2023). Etwa die Hälfte der Leitungen sind Kunststoffmantelrohre, die nach 1990 verlegt
wurden. Das Netz ist in Primär- und Sekundärnetze unterteilt – vereinfacht: Ein Teil verbindet die
Erzeugung, der andere verteilt die Wärme in die Quartiere. In Halle (Saale) gibt es rund 1.700
Fernwärmeanschlüsse. Die Fernwärme wird in Halle (Saale) in den Energieparks Dieselstraße und
Trotha erzeugt (sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung – KWK).
Das Gasnetz ist mit knapp 900 km sehr umfangreich und versorgt über 20.000 Anschlüsse. Es weist
laut Wärmeplan ein ähnliches Alter wie das Fernwärmenetz auf. Technisch wichtig: 82 Prozent des
Netzes werden im Niederdruckbereich (< 100 mbar) betrieben. Für die sichere Verteilung im
Stadtgebiet werden u. a. Gasdruckregelanlagen eingesetzt, die das Druckniveau an den notwendigen
Stellen absenken.
Das Stromnetz versorgt die Stadt über verschiedene Spannungsebenen (Hoch-, Mittel- und
Niederspannung). Das Versorgungsnetz des Stadtgebietes wird durch sieben Umspannwerke
gespeist;
Umspannwerke
und
Schalthäuser
sind
zudem
fernwirktechnisch
erschlossen
(Überwachung/Steuerung). Die Leitungslänge im Stromnetz beträgt rund 2.500 km. In Zukunft wird
sich die Last im Stromnetz durch den Bedarf an Wärmepumpenstrom deutlich erhöhen. Für den
Ausbau des Netzes sind rund 400 zusätzliche Ortsnetzstationen notwendig.

Karte 4 Fernwärmenetz

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2.3.
Wärmeerzeugung
Die Fernwärmeerzeugung in Halle (Saale) wird heute im Wesentlichen an den beiden
Erzeugungsstandorten Energiepark Dieselstraße und Energiepark Trotha bereitgestellt. Die Wärme
wird dabei überwiegend in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt und ist aktuell noch stark durch den
Einsatz von Erdgas geprägt. Erneuerbare Anteile (z. B. Solarthermie) spielen bislang nur eine
untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund ist für die Erreichung der Klimaziele eine schrittweise
Transformation der Fernwärmeerzeugung vorgesehen.

Karte 5 Wärmeerzeugungsanlagen
Die dezentrale Wärmeversorgung spielt in Halle (Saale) vor allem dort eine zentrale Rolle, wo ein
Anschluss an die Fernwärme technisch oder wirtschaftlich nicht gegeben ist, insbesondere in weniger
verdichteten Randlagen und Quartieren ohne realistische Wärmenetzperspektive. Heute wird dezentrale
Wärme in vielen Gebäuden noch überwiegend über fossil betriebene Heizsysteme, insbesondere Erdgas,
bereitgestellt; in geringerem Umfang kommen auch Heizöl, Pellets und direkte elektrische Anwendungen
vor.

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Karte 6 Dezentrale Wärmeversorgung (baublockscharf)
2.4.
Energie- und Treibhausgasbilanz
Der Endenergiebedarf – also die Energiemenge, die benötigt wird, um den Wärmebedarf aller
Gebäude zu decken – liegt in Halle (Saale) bei rund 1.800 GWh pro Jahr. Der Wärmeverbrauch ist am
höchsten in den dicht besiedelten Gebieten mit Mehrfamilienhäusern. Der durchschnittliche
spezifische Wärmebedarf eines Gebäudes beträgt 119 kWh/m²a.

Karte 7 Wärmeverbrauchsdichte (baublockscharf)

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Wie klimafreundlich die Wärmeversorgung ist, hängt vor allem davon ab, welche Energieträger in den
Gebäuden genutzt werden und wie hoch der Wärmebedarf insgesamt ist. In Halle (Saale) wird der
Wärmebedarf heute noch überwiegend fossil gedeckt. Den größten Anteil an der Wärmeversorgung
mit 60 Prozent hat derzeit Erdgas. Fernwärme stellt etwa 37 Prozent bereit. Andere Energieträger wie
Öl, Strom und Pellets spielen mit zusammen rund 3 Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle.

Karte 8 Primärer Energieträger am Endenergieverbrauch (baublockscharf)
Als Großverbraucher der Fernwärme werden in Halle (Saale) im Kommunalen Wärmeplan vor allem
die Partner der Energie-Initiative Halle (Saale) genannt, also größere Einrichtungen und Unternehmen
mit entsprechend hohen Fernwärmeabnahmen.

Karte 9 Großverbraucher Fernwärme

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Neben dem Verbrauch von Gas für Warmwasser und Heizzwecke wird Gas auch für
Hochtemperaturanwendungen oder industrielle Prozesse verwendet. Im Rahmen der strategischen
Entwicklung des Gasnetzes spielen daher Gasgroßverbraucher eine wichtige Rolle.

Karte 10 Großverbraucher Gas
Aus dem ermittelten (Nutz-)Wärmebedarf von 1.700 GWh pro Jahr lässt sich ein Gesamtwirkungsgrad
der Heizsysteme von rund 94 Prozent ableiten. Das weist insgesamt auf einen modernisierten
Anlagenbestand hin, was u. a. mit dem Modernisierungsschub seit den 1990er Jahren
zusammenhängt. Räumlich konzentrieren sich die höchsten Wärmebedarfe vor allem auf den
verdichteten Stadtkern.
Für den Wärmesektor ergeben sich derzeit jährliche Emissionen von rund 354.000 Tonnen CO₂. Über
95 Prozent der Wärmebedarfe werden aktuell noch mit fossilen Energieträgern gedeckt.
Entsprechend ist die Emissionsverteilung stark von Gas und gasbasierter Fernwärme geprägt: Die
Aufteilung der Emissionen entspricht in etwa dem Energieträgermix der Wärmeversorgung (Gas
größter Posten, Fernwärme zweitgrößter Posten, übrige Energieträger mit kleinem Anteil).

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3. Potenzialanalyse
Ziel der Potenzialanalyse ist es, für das Planungsgebiet Halle (Saale) quantitativ und räumlich
aufzuzeigen, wo Umweltwärme und unvermeidbare Abwärme grundsätzlich nutzbar wären und
welche Optionen sich daraus für Wärmenetze und gebäudeintegrierte Lösungen ableiten lassen. Die
Ergebnisse liefern damit eine fachliche Grundlage für die spätere Ausweisung geeigneter
Versorgungsgebiete und für die Priorisierung von Maßnahmen.
Die
Potenziale
werden
im
Kommunalen
Wärmeplan
als
prozentualer
Beitrag
zur
Wärmebedarfsdeckung ausgewiesen. Wichtig ist: Die ermittelten Größen sind überwiegend
theoretische Potenziale. In der Praxis kann davon nur ein Teil genutzt werden. Deshalb wird
anschließend die Erschließbarkeit der theoretischen Potenziale bewertet. Dazu gehören ihre
technischen
und
wirtschaftlichen
Machbarkeiten,
die
Netzanschlussfähigkeit
und
die
Flächenverfügbarkeit. Zusätzlich ergeben sich für die Realisierung Ausschlusskriterien wie die Lage in
Schutzgebieten oder Genehmigungs- und Rechtsfragen, die bei der Bewertung der Machbarkeit
beachtet werden müssen.
Parallel betrachtet die Potenzialanalyse auch Effizienzpotenziale im Gebäude. Dabei handelt es sich
um Abschätzungen, wie stark sich der Wärmebedarf durch Gebäudesanierung (z. B. Hüllensanierung)
oder durch Effizienzmaßnahmen in gewerblichen und industriellen Prozessen reduzieren lässt. Diese
Effekte sind zentral, weil ein sinkender Bedarf die benötigten Erzeugungs- und Netzausbaukapazitäten
verringern kann.
Da Strom in einer klimaneutralen Wärmeversorgung an Bedeutung zunimmt, werden die zusätzlichen
Lasten des Stromnetzes ebenfalls analysiert. Stromerzeugungspotenziale wie etwa aus Wasserkraft,
Windenergie oder Photovoltaik spielen hingegen für die Wärmeplanung keine Rolle und werden nicht
untersucht.
Um das Wärmepotenzial der jeweiligen Standorte und Quelltypen besser einordnen und ins
Verhältnis setzen zu können, ist die Farblegende in den folgenden Potenzialkarten stets nach ihrem
Deckungsbeitrag am Gesamtwärmebedarf der Stadt sowie in einer einheitlichen Werteskalierung in
Prozent dargestellt.

3.1.
Potenziale für Wärmenetze
Im Rahmen der Analyse wurden Wärmequellen identifiziert, die zur Einspeisung in ein Wärmenetze
(Nah- und Fernwärme) geeignet sind. An die Wärmequellen stellen sich Mindestanforderungen an
Leistung und Temperaturniveau, um den Bau eines Wärmenetzes zu rechtfertigen. Zudem ist die Nähe
zum Bestandsnetz der Fernwärme Voraussetzung für die Einspeisung. Folgende theoretische
Potenziale wurden identifiziert.
Solarthermie
Solarthermie als Erzeugungsoption für Wärmenetze wurde im Rahmen der Kommunalen
Wärmeplanung analysiert. Im Stadtgebiet sind aufgrund der intensiven Flächeninanspruchnahme die
nutzbaren Flächen für Solarthermie begrenzt. Zudem ist der Beitrag von Solarthermie zur Deckung
der Wärmebedarfe aufgrund der geringen Jahresarbeit der Anlagen und der geringen Verfügbarkeit
in den kalten Jahreszeiten begrenzt.
Die dargestellte Auswahl an Flächen beruht auf einer internen Potenzialflächenstudie der EVH GmbH
in Zusammenarbeit mit der Stadt. Es werden auf Ebene von Baublöcken die theoretisch möglichen

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Standorte unabhängig ihrer technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit gezeigt. Es ist nicht
ausgeschlossen, dass weitere Flächen im Stadtgebiet theoretisch für Solarthermie geeignet sind. Die
Karte erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Karte 11 Potenzialflächen Solarthermie (baublockscharf)
Industrielle Abwärme
Das Abwärmepotenzial im Stadtgebiet beläuft sich auf 202.316 MWh/a und verteilt sich auf 35
Betriebsstandorte. Die Berechnungen beruhen auf öffentlichen Daten sowie Erhebungen der EVH
GmbH. Die Standortpotenziale wurden anschließend auf Baublockebene aggregiert.

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Karte 12 Potenziale aus Abwärme (baublockscharf)
See- und Flussthermie
Aus der gespeicherten Wärme der Standgewässer in Halle (Saale) können theoretisch 10.161 MWh
Wärme pro Jahr entzogen werden. Betrachtet wurden dabei alle Seen in Halle ab einer Tiefe von 25
m. Die zwei Seen, die grundsätzlich für eine Wärmegewinnung in Frage kommen, sind der
Hufeisensee und der Osendorfer See. Das Theoretische Potenzial von Flussthermie aus der Saale
beläuft sich auf 2.267.000 MWh/a. Diese Potenziale sind aufgrund ihrer entfernten Lage zum
Fernwärmenetz für Nahwärmenetzlösungen geeignet.

Karte 13 Potenzial aus Fluss-und Seethermie (lagescharf)
Tiefengeothermie

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Tiefengeothermie erschließt Erdwärme aus großen Tiefen und kann als verlässliche Wärmequelle in
das hallesche Fernwärmenetz eingebunden werden. Dazu wird in einem geschlossenen System
Wasser in das Erdreich gegeben und aus Tiefen von ca. 5.000 m an die Oberfläche gebracht. Für Halle
(Saale) könnten über diese geschlossenen Systeme rund 30-40 MW gewonnen werden.

Karte 14 Technisches Potenzial für Tiefengeothermie (baublockscharf)
Biomasse
Eine Vergärung von Bioabfällen kann in Halle (Saale) Biogas bereitstellen, das anschließend in Kraft-
Wärme-Kopplung effizient für ein Nahwärmenetz genutzt wird. In Biogasanlagen werden organische
Substrate unter anaeroben Bedingungen in Fermentern vergoren. Dabei entsteht Biogas (vor allem
Methan und CO₂). Ein Teil der Wärme wird benötigt, um den Prozess auf typischen Gärtemperaturen
von ca. 32–40 °C stabil zu halten.
Nach der Gasaufbereitung wird das Biogas in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt: Ein
Gasmotor erzeugt Strom, die anfallende Abwärme aus Abgasen sowie Motor- und Kühlkreisläufen
wird über Wärmetauscher auf Nahwärmewasser übertragen und typischerweise mit ca. 80–95 °C in
ein isoliertes Nahwärmenetz eingespeist. Übergabestationen in den Gebäuden übertragen die
Wärme ohne hydraulische Vermischung auf Heizung und Warmwasser; Pufferspeicher erhöhen die
Flexibilität, Backup-Erzeuger sichern die Spitzenlast ab.
Insgesamt liegt das theoretische Potenzial aus Biomasse bei 180.000 MWh/a. Dieses verteilt auf
26.000 MWh aus Grünschnitt, 58.000 MWh auf Altholz und Bioabfälle, 6.000 MWh/a aus
Waldrestholz und 90.000 MWh/a auf landwirtschaftliche Biomasse. Diese sind in Karte 15 räumlich
verortet.

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Karte 15: Potenzial aus Biomasse nach Potenzialtyp (baublockscharf)

Die Biomassepotenziale sind flächendeckend vorhanden. Der Baublock im Nordosten von Halle ist
fällt deswegen stärker ins Gewicht, weil dieser flächenmäßig groß und agrarisch geprägt ist.
Landwirtschaftliche Biomasse hat im Vergleich zu den anderen Biomassetypen den mit Abstand
höchsten Energieertrag pro Flächeneinheit.

Karte 16: Potenzial aus Biomasse nach Deckungsbeitrag (baublockscharf)

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Ersatzbrennstoffe
Bio- und Restabfälle z. B. aus Haus- und Gewerbeabfällen, Sperrmüll sowie geeigneten
Industrieabfällen können in einer Ersatzbrennstoffanlage zu Wärme für ein Fernwärmenetz genutzt
werden. Dazu werden die Abfälle zunächst mechanisch-biologisch aufbereitet. Wertstoffe wie
Metalle, Kunststoffe und Papier werden abgetrennt, stark feuchte organische Feinanteile weitgehend
entfernt. Aus der verbleibenden, heizwertreichen Fraktion (u. a. getrocknete organische Bestandteile,
Papier- und Textilreste, Restkunststoffe, Altholz) entsteht durch Zerkleinerung, Siebung und ggf.
Trocknung ein genormter Ersatzbrennstoff mit möglichst konstantem Heizwert.
Dieser Ersatzbrennstoff wird in einer geeigneten Feuerungsanlage eingesetzt. Die entstehende
Wärme erzeugt Dampf, der eine Turbine zur Stromproduktion antreibt. Gleichzeitig wird die Wärme
im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung über Wärmetauscher auf das Fernwärmewasser übertragen
und mit Vorlauftemperaturen von etwa 80–120 °C ins Netz eingespeist.
Aus den in Halle (Saale) verfügbaren Ersatzbrennstoffmengen ergibt sich eine nominale
Feuerungswärmeleistung von rund 25 MWth. Das entspricht einem Wärmepotenzial von etwa 20
Prozent des heutigen Wärmebedarfs. Als Standort für einer Ersatzbrennstoffanlage ist der
Energiepark Trotha geeignet aufgrund verfügbarer Flächen, einer vorliegenden Genehmigung als
Kraftwerksstandort, der Anbindung an das Fernwärmenetz und vor allem aufgrund der
Integrationsmöglichkeit einer Kesselanlage in den bestehenden Kraftwerkspark.

Karte 17 Technisches Potenzial für die Wärmeerzeugung aus Ersatzbrennstoffen (baublockscharf)

Abwasser (zentrale Nutzung)
Gereinigtes Abwasser kann als ganzjährig stabile Wärmequelle für das hallesche Fernwärmenetz
dienen: Kläranlagenabläufe bieten hohe Durchflussmengen bei typischen Temperaturen von ca. 10–
20 °C. Für Halle (Saale) ergibt sich bei einer Wärmepumpenleistung von 18,5 MWel ein jährliches
Wärmepotenzial von ca. 70.000–160.000 MWhth (abhängig von Einsatzstunden und Betriebsweise).

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Karte 18 Technisches Potenzial für die Wärmeerzeugung aus Abwasser (baublockscharf)

Abwasser (dezentrale Nutzung)
Abwasser und Niederschlagswasser lassen sich direkt aus der Kanalisation als Wärmequelle für ein
Nahwärmenetz nutzen. Dazu wird ein Teilstrom über ein Entnahmebauwerk mit Pumpen und Sieben
abgezweigt und von Grobstoffen befreit. Ein korrosionsbeständiger Wärmetauscher (z. B. Edelstahl-
Rohrbündel) überträgt die Wärme des Abwassers (typisch 10–20 °C) hydraulisch getrennt auf einen
sauberen Sekundärkreislauf (Wasser/Sole). Das Abwasser wird dabei um ca. 2–4 K abgekühlt und
anschließend wieder in den Kanal zurückgeführt, ohne den Abfluss zu beeinträchtigen.
Der Sekundärkreislauf speist ein kurzes, isoliertes – häufig „kaltes“ – Nahwärmenetz (typisch 8–20
°C), das die Quellwärme zu dezentralen Gebäudewärmepumpen transportiert. Diese erzeugen vor
Ort Raumwärme und Warmwasser; Pufferspeicher glätten Lastschwankungen, und eine automatische
Reinigung reduziert Biofilm- und Verschmutzungseffekte. Niederschlagswasser kann die
Verfügbarkeit saisonal erhöhen.
Als Richtwert wird eine Entzugsleistung von etwa 1 kW je Meter angesetzt; bezogen auf die
betrachteten Potenzialflächen in den PLZ 06112 und 06118 ergibt sich daraus ein theoretisches
Potenzial von < 1.000 MWh/a.

Trinkwasser
Wärme aus Trinkwasser bietet grundsätzlich ein sehr hohes Entzugspotenzial, wird hier jedoch nicht
weiter ausgeführt, da derzeit keine geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen für eine
kommerzielle Nutzung vorliegen. Rein theoretisch wären nach Wärmepumpen-Transformation in
Halle (Saale) bis zu 3.474.000 MWh/a für ein Nahwärmenetz denkbar.

Abwärme aus Rechenzentren

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Abwärme aus Rechenzentren lässt sich effizient für die Fernwärme nutzen, indem sie über
Wärmetauscher ausgekoppelt und mit einer Großwärmepumpe auf ein netztaugliches
Temperaturniveau angehoben wird. Dabei erwärmen die Server ein Kühlmedium typischerweise auf
etwa 25–40 °C. Diese Wärme wird aus dem internen Kühlkreislauf in einen separaten, hydraulisch
getrennten Wasserkreislauf übertragen, der als Wärmequelle (Quellkreis) für die Großwärmepumpe
dient.
Die Wärmepumpe hebt Niedertemperaturwärme in der Regel auf ca. 85 °C an. Anschließend wird die
Wärme über einen weiteren Wärmetauscher in den Vorlauf des Fernwärmenetzes eingespeist –
ebenfalls hydraulisch getrennt, damit Betriebssicherheit und Regelbarkeit von Rechenzentrum und
Netz unabhängig bleiben.
Die Einspeiseleistung wird in der Netzführung bedarfsgerecht angepasst: Rechenzentren eignen sich
vor allem als stabile Grundlastquelle, während Lastspitzen (z. B. an sehr kalten Tagen) weiterhin durch
andere Erzeuger wie Spitzenlastkessel oder zusätzliche Wärmepumpen abgedeckt werden. Aktuell
laufen dazu Vorgespräche zwischen der EVH GmbH und zwei Rechenzentrumsanbietern zur Nutzung
von Rechenzentrumsabwärme.

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3.2.
Potenziale für gebäudeintegrierte Wärmetechnologien
Für die Nutzung von Wärmequellen in integrierten Gebäudetechnologien stehen in Halle (Saale)
Umgebungswärme und Erdwärme zur Verfügung:
Oberflächennahe Geothermie
Oberflächennahe Geothermie kann in Halle (Saale) als regenerative Wärmequelle für ein
Nahwärmenetz dienen. Genutzt wird Erdwärme aus typischen Tiefen bis etwa 400 m bei
Bodentemperaturen von ca. 5–25 °C über geschlossene Systeme wie Erdwärmesonden, -kollektoren
oder -körbe. In ihnen zirkuliert eine Sole (Wasser mit Frostschutz), die dem Untergrund Wärme
entzieht, ohne Grundwasser zu fördern.
Die niedrig temperierte Sole wird in einem „kalten“ Nahwärmenetz (typisch 8–20 °C) zu den
angeschlossenen Gebäuden verteilt. Dort heben Gebäudewärmepumpen das Temperaturniveau für
Heizung und Warmwasser an und können perspektivisch auch Kälte bereitstellen. Pufferspeicher
glätten Bedarfsschwankungen, und die niedrigen Netztemperaturen reduzieren Verteilverluste. Das
Konzept ist damit gut quartiersweise skalierbar.
Bei einer angesetzten Entzugsleistung von rund 50 W/m ergibt sich ein theoretisches
Gesamtpotenzial von ca. 2.680.000 MWh/a.

Karte 19 Potenzial aus oberflächennaher Geothermie

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3.3.
Energieeffizienzpotenziale
Die Energieeffizienz im Gebäudebestand ist wichtig für die Wärmewende in Halle (Saale), denn jede
eingesparte Kilowattstunde Wärme reduziert den Bedarf an Erzeugungsleistung, Netzinfrastruktur
und erneuerbaren Energien.
Auf Basis des gebäudescharfen Modells wird das theoretische Effizienzpotenzial im Bestand aktuell
auf 798.000 MWh beziffert. Treiber ist der heutige Sanierungsstand von 32 Prozent unsanierten und
43 Prozent teilsanierten Gebäuden. Damit ist ein großer Teil der Gebäudehülle und Anlagentechnik
noch nicht auf einem Niveau, das den künftigen Anforderungen entspricht.
Die Analyse zeigt zugleich deutliche Unterschiede nach Eigentümerstruktur: In der organisierten
Wohnungswirtschaft sind die Bestände bereits weit fortgeschritten modernisiert mit einem Anteil
von 77 Prozent sanierter Gebäude (14 Prozent unsaniert, 9 Prozent teilsaniert). Effizienzreserven
liegen daher überproportional bei den Einzeleigentümern, in denen Sanierungsentscheidungen
kleinteiliger und häufig heterogener ausfallen.
Der Rückgang des Wärmebedarfs durch Sanierung wird mittels folgender Parameter gebäudescharf
im Simulationsmodell berechnet:
⁻
Sanierungsrate: Für das Szenario wird gesamtstädtisch ein linear ansteigender
Sanierungspfad von 1,2 Prozent p.a. auf 2,0 Prozent p.a. bis 2045 angesetzt. Die im Modell zu
sanierenden Gebäude werden zufällig ausgewählt; bereits sanierte Gebäude und Neubauten
sind von der Auswahl ausgeschlossen.
⁻
Sanierungstiefe: Die Sanierungstiefe orientiert sich an der IWU‑Gebäudetypologie und
richtet sich nach Baualter, Gebäudetyp und Standard-Wärmebedarfskennwerten. Der
jeweilige
Ausgangszustand
wird
anhand
eines
temperaturbereinigten
3-Jahres-
Verbrauchsmittels den Kategorien unsaniert/teilsaniert/saniert zugeordnet; die Einsparung
ergibt sich aus der Differenz der typologischen Standardwerte, wobei eine Untergrenze von
25 kWh/m² zur Abbildung des Warmwasserbedarfs berücksichtigt wird.
⁻
Berücksichtigung Denkmalschutz: Um realistische Sanierungsdynamiken abzubilden, wird
die Sanierungsrate auf Ebene der Stadtbezirke nach dem Anteil denkmalgeschützter
Gebäude gewichtet (z. B. Mitte −24 Prozent, Nord −4 Prozent). In Bezirken mit geringerem
Denkmalanteil werden die Raten entsprechend erhöht, während der gesamtstädtische Pfad
unverändert bleibt.
Zur Plausibilisierung wird der modellierte Sanierungsstand zudem mit Referenzwerten verglichen. Die
Abweichungen zu Durchschnittswerten für Sachsen-Anhalt liegen dabei maximal bei 12 Prozent.
Im Ergebnis ergibt sich folgendes Einsparpotenzial im Gebäudebereich für Nichtwohngebäude und
Wohngebäude: Im betrachteten Gebiet sinkt laut Modell der Wärmebedarf von 1.700 GWh um rund
17 Prozent auf etwa 1.400 GWh. Dabei liegt das Einsparpotenzial weniger im Gebäudebestand der
organisierten Wohnungswirtschaft, da diese bereits heute eine erheblich höhere Quote an sanierten
und teilsanierten Gebäuden aufweist. Die Last der Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen
im Gebäudebereich entfällt somit auf Gebäudeeigentümer außerhalb der organisierten
Wohnungswirtschaft.

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Karte 20 Energieeinsparung im Gebäudebereich (Nichtwohngebäude)

Karte 21 Energieeinsparung im Gebäudebereich (Wohngebäude)
Wichtiger Hinweis zur Einordnung: Das reale Nutzerverhalten (z. B. Raumtemperaturen, Heiz- und
Lüftungsgewohnheiten) ist in der Potenzialabschätzung nicht explizit abgebildet und kann die
tatsächlich erreichbaren Einsparungen spürbar beeinflussen.
Zudem ist die Entscheidung zur Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäude
Abhängig von deren Kosten. Insbesondere bei bereits sanierten Gebäuden kann der finanzielle
Aufwand zur nochmaligen Dämmung etc. unverhältnismäßig hoch sein, so dass die Bereitstellung von
fossilfreier Wärme die wirtschaftlichere Lösung sein kann.

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3.4.
Zusätzliche Lasten im Stromnetz
Die kommunale Wärmeplanung befasst sich nicht nur mit der Wärme- und Gasnetzinfrastruktur. Zur
Deckung der Wärmebedarfe gewinnen Wärmepumpen eine große Bedeutung, wodurch die
Entwicklung des Stromnetzes ebenfalls simuliert werden muss.
Um in der integrierten Netzplanung Ausbauprioritäten, Engpassbereiche und erforderliche
Betriebskonzepte konsistent abzuleiten, werden in die Betrachtung Lasten im Stromnetz einbezogen.
Die Strombedarfsentwicklung wird damit im Wesentlichen durch drei Treiber geprägt:
⁻
die Umstellung dezentraler Wärmetechnologien von gas- auf strombasiert,
⁻
die prognostizierte Zunahme der Elektromobilität und
⁻
zusätzliche Lasten durch Photovoltaik auf städtischen Dachflächen.
Die PV-Aufdach-Potenziale sind im städtischen Solarkataster erfasst. Das theoretische Potenzial wird
mit 774 MW angegeben. Damit steht ein wesentlicher Baustein zur lokalen, dezentralen
Stromproduktion zur Verfügung, der – je nach Ausbaugrad – die Netze vor neue Anforderungen in
Bezug auf Einspeisung, Lastflüsse und Netzbetrieb stellt.
Die zu erwartenden Strombedarfe aus dem Ausbau der
Ladeinfrastruktur und der
Mobilitätsentwicklung wurden im kommunalen Elektromobilitätskonzept der Stadt Halle (Saale)
abgeleitet. Für die Zieljahre werden die Potenziale mit rund 150.000 MWh/a beziffert. Diese
zusätzlichen Verbräuche wirken typischerweise punktuell im Netz und erhöhen den Bedarf an
vorausschauender Netzverstärkung.

Karte 22 Stromnetzausbau

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4. Zielszenario
Das Zielszenario beschreibt die langfristige Entwicklung der Wärmeversorgung für das gesamte
Planungsgebiet der Stadt Halle (Saale). Die Herleitung und Auswahl des Zielszenarios stützt sich auf
die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse. Eine vorgelagerte Eignungsprüfung wurde in Halle
(Saale) nicht separat durchgeführt, da die vorliegende Datenlage eine vollumfängliche Analyse des
gesamten Betrachtungsgebiets ohne relevanten Mehraufwand ermöglicht.
4.1.
Rahmenparameter und Simulationsmodell
Die Prognose des Zielszenarios erfolgt auf Basis eines gebäudescharfen Bottom-up-
Simulationsmodells. Die Transformation von Einzelgebäuden und deren Investitionsentscheidungen
bildet dabei die Grundlage. Daraus abgeleitet wird die gesamtstädtische Entwicklung aggregiert. Es
handelt sich um ein jahresscharfes Entscheidungsmodell zum Heizungswechsel (Discrete-Choice-
Ansatz). Für jedes Gebäude wird jeweils zum Zeitpunkt eines fälligen Heizungsaustauschs nach Ablauf
einer angenommenen Nutzungsdauer die Wahl einer neuen Heizungstechnologie simuliert.
Der Algorithmus betrachtet zunächst die dynamische Entwicklung des Gebäudebestands und deren
Wirkung auf die Wärmenachfrage. In einem daran gekoppelten, interaktiven Prozess wird der
Heizungswechsel auf Gebäudeebene simuliert, wobei die Wahlmöglichkeiten jeweils von der
Verfügbarkeit leitungsgebundener Infrastrukturen (z. B. Fernwärme- oder Gasnetze) abhängig sind.

Abbildung 1 Methodisches Vorgehen

Für die Szenariensimulation wurden einheitliche, szenarioübergreifende Rahmenparameter
festgelegt, um die Ergebnisse der unterschiedlichen Entwicklungspfade methodisch sauber
vergleichen zu können. Die nachfolgende Abbildung zeigt die zentralen Eingangsgrößen des
Simulationsmodells.

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Abbildung 2 Überblick der Parameter
Der Simulationszeitraum wurde auf die Jahre 2025 bis 2045 definiert und bildet damit den
Transformationspfad bis zum im Wärmeplanungsgesetz (WPG) maßgeblichen Zielhorizont ab.
Im Modell stehen den Gebäudeeigentümern Heizungstechnologien entsprechend den Vorgaben des
GEG zur Verfügung. Für die Anzahl der jährlichen Heizungswechsel sind Annahmen zur
durchschnittlichen Standzeit (Nutzungsdauer) eines Heizungssystems notwendig. Die gewählten
Nutzungsdauern für die neu einzusetzenden Technologien sind angesichts der durchschnittlichen
langjährigen Kesseltauschrate in Deutschland von ca. 30 – 35 Prozent vergleichsweise gering.
Zentrale
ökonomische
Einflussgrößen
wie
Energieträgerpreise
sowie
Kosten-
und
Parameterannahmen zu Heizungstechnologien werden über Preiszeitreihen abgebildet, die in allen
betrachteten Szenarien identisch angesetzt sind. Damit wird sichergestellt, dass Unterschiede
zwischen Szenarien nicht aus variierenden Kostenannahmen resultieren, sondern aus den jeweils
gewählten Struktur- und Infrastrukturannahmen.
Regulatorische Vorgaben werden im Modell explizit berücksichtigt und in Form von zeitabhängigen
Einschränkungen auf die Technologiewahl abgebildet. Neben diesen allgemeinen Setzungen wurden
räumlich
differenzierte
Restriktionen
implementiert,
um
lokale
Gegebenheiten,
Schutzanforderungen und technische Umsetzbarkeitsgrenzen abzubilden. So werden Pelletkessel in
Fernwärmegebieten ausgeschlossen, um Regelungen bzw. Zielsetzungen zu Emissions- und
Luftqualitätsaspekten in dicht besiedelten Versorgungsräumen zu berücksichtigen. Geothermische
Anlagen bzw. Sole-Wasser-Wärmepumpen werden zudem in Wasserschutzgebieten als nicht
verfügbare Option geführt. Darüber hinaus werden sie in hochverdichteten Innenstadtbereichen
ausgeschlossen, da dort die für Erdbohrungen erforderlichen unversiegelten Flächen nur
eingeschränkt verfügbar sind und die technische Realisierbarkeit damit systematisch begrenzt ist.
Wasserstoff
wird
im
Leitungssystem
ausgeschlossen;
damit
wird
für
dezentrale
Raumwärmeanwendungen keine Verfügbarkeit bzw. Marktdurchdringung unterstellt.
Die Wahlentscheidung ist im Modell überwiegend wirtschaftlich geprägt. Dies wird durch eine
Gewichtung der Wärmevollkosten von mindestens 75 Prozent umgesetzt, sodass die Simulation auf
Gebäudeebene weitgehend kostenminimierende Entscheidungen abbildet. Die Wärmevollkosten
setzen sich dabei aus drei Komponenten zusammen: erstens der Annuität als abgezinster jährlicher
Anteil der Investitionskosten des neuen Heizsystems, zweitens den Betriebskosten (als Anteil der
Investitionskosten) und drittens den laufenden Energieträgerkosten. Dadurch wird die
Technologiewahl nicht nur durch Investitionsentscheidungen, sondern auch durch die langfristige
Kostendynamik der Energieträger bestimmt.
Um
das
reale
Entscheidungsverhalten
besser
zu
approximieren,
werden
zusätzlich
Gleichartigkeitsfaktoren berücksichtigt. Diese bilden technologiespezifische Verharrungstendenzen
ab, indem Wechsel zu als „ähnlich“ wahrgenommenen Systemen (z. B. innerhalb leitungsgebundener

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Logiken) wahrscheinlicher werden als Wechsel zu weniger ähnlichen Systemen. Damit werden nicht
rein ökonomische Präferenzen, Pfadabhängigkeiten und Wechselbarrieren modelltechnisch
abgebildet.
Technologische Wahlmöglichkeiten sind im Modell zudem an Infrastrukturverfügbarkeit gekoppelt.
Leitungsgebundene Optionen wie Fernwärme oder Gas können nur dann gewählt werden, wenn die
jeweilige Netzverfügbarkeit im betreffenden Gebiet und Jahr gegeben ist. Rechtliche
Rahmenbedingungen – etwa zeitabhängige Einbaubeschränkungen – wirken ebenfalls als
Einschränkung des verfügbaren Technologie-Sets und verändern damit die Entscheidungsräume der
Gebäudeeigentümer über die Zeit.
Hinweis zu möglichen Synergieeffekten mit benachbarten Wärmeplänen (gemäß § 21 Nr. 4 WPG):
Im Hinblick auf potenzielle Synergieeffekte von benachbarten Wärmeplänen ist zu berücksichtigen,
dass sich die kommunalen Wärmeplanungen in der Region derzeit in unterschiedlichen Bearbeitungs-
und Zeitständen befinden. Für Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern ist die Fertigstellung
der kommunalen Wärmeplanung laut WPG bis 2028 verpflichtend. Zum Redaktionsschluss lagen nach
aktuellem Kenntnisstand noch keine abstimmungsfähige Bearbeitungsstände vor. Vor diesem
Hintergrund kann noch keine Synergiebewertung vorgenommen werden. Bei der Fortschreibung des
Kommunalen Wärmplanes werden entsprechende Entwicklungen mitberücksichtigt.
4.2.
Szenario-Ergebnisse
Für die kommunale Wärmeplanung in Halle (Saale) wurden mehrere Szenarien parametriert und
simuliert, um unterschiedliche Transformationspfade bis 2045 systematisch zu bewerten. Der
Szenarienvergleich
dient
dazu,
die
Auswirkungen
verschiedener
Infrastruktur-
und
Marktentwicklungen auf Wärme- und Stromverbräuche, auf die Netzanforderungen sowie auf die
gesamtwirtschaftlichen Kosten transparent gegenüberzustellen.
Die Szenarien unterscheiden sich im Wesentlichen über drei Einflussgrößen: den jährlichen Aus- und
Aufbau von Fern- und Nahwärmenetzen, die unterstellten Anschlussquoten an diese Wärmenetze
sowie die Annahme zur Verfügbarkeit von Erdgas über 2040 hinaus. In allen betrachteten Szenarien
spielt Wasserstoff im dezentralen Raumwärmemarkt keine Rolle.

Abbildung 2 Szenarienvergleich

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Über alle Szenarien hinweg zeigen die Projektionen steigende Verbräuche für Wärme und Strom. Die
Dynamik unterscheidet sich jedoch deutlich – abhängig vom Verhältnis zwischen Fernwärmeausbau
und dem daraus abgeleiteten Bedarf an strombasierter Wärmeversorgung: Ein geringerer
Fernwärmeausbau führt zu einem stärkeren Ausbau- und Bedarfsdruck im Stromsystem (Szenario S1),
während ein ambitionierterer Fernwärmepfad den zusätzlichen Strombedarf für Raumwärme dämpft
(Szenario S3).
4.3.
Zielszenario
Als Zielszenario wurde Szenario S3 Planungssicherheit gewählt, da es unter den betrachteten
Szenarien die geringsten volkswirtschaftlichen Gesamtkosten aufweist. Im Zielbild 2045 ist die
Wärmeversorgung fossilfrei.
In wärmedichten, technisch und volkswirtschaftlich geeigneten Gebieten wird die Fernwärme
ausgebaut und verdichtet. Sie sind in der Karte als Wärmenetzverdichtungs- und -ausbaugebiete
gekennzeichnet. In den ausgewiesenen Prüfgebieten sind Nahwärmenetze aufgrund der
Wärmedichte und Wärmequellenpotenzialen grundsätzlich möglich, es bedarf zur Realisierung aber
eines koordinierten Vorgehens der ansässigen Gebäudeeigentümer. In weniger verdichteten
Randlagen ohne realistische Netzperspektive werden dezentrale Wärmeversorgungen dominieren.

Karte 23 Versorgungsgebiete 2045
In der Gesamtentwicklung verschiebt sich der Wärmemarkt weg von Erdgas hin zu einem Mix aus
Fernwärme, Heizstrom und einem kleineren Anteil Biomasse. Die leitungsgebundene Versorgung
übernimmt dabei eine Schlüsselrolle: Im Zielszenario steigt der Anteil der Fernwärme auf 55 Prozent
des Gesamtwärmebedarfs. Dieser Zuwachs wirkt sich vor allem dadurch aus, dass der Strombedarf
für das Heizen im Vergleich zu Szenarien mit geringerem Fernwärmeausbau niedriger ausfällt – mit
entsprechenden Effekten auf die Dimensionierung des Stromnetzausbaus. Im Zieljahr decken
Pelletkessel rund 8 Prozent der Wärme, während Heizstrom etwa 36 Prozent der
Wärmebedarfsdeckung übernimmt.

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In der nachfolgenden Abbildung sind die Entwicklungen der Wärmebedarfe nach Energieträgern bis
zum Zieljahr abgebildet.

Der Wärmebedarf und damit die Wärmemenge, die in den Gebäuden für Raumwärme und
Warmwasser tatsächlich benötigt wird, beträgt im Zielszenario 1.400 GWh. Der Endenergieverbrauch
nach Energieträgern, also jene Energiemengen aus Strom, Fernwärme oder Brennstoff zur Deckung
des Wärmebedarfs, beträgt rund 1.120 GWh.

Abbildung 4 Wärmebedarf und Endenergiebedarf im Zieljahr 2045
Die CO₂-Emissionen der Wärmeversorgung sinken bis 2045 um rund 98 Prozent; verbleibende
Restemissionen sind im Wesentlichen auf Biomasse zurückzuführen, die im Szenario eine begrenzte
Ergänzungsrolle einnimmt. Parallel zur Umstellung der Versorgung sinkt der Wärmebedarf durch
energetische Sanierungen um etwa 17 Prozent. Die damit verbundenen Sanierungskosten werden
bis 2045 auf rund 2,2 Mrd. Euro geschätzt. Der rückläufige Bedarf reduziert den langfristigen Druck
auf Erzeugungskapazitäten und Netzinfrastrukturen und unterstützt so die Zielerreichung.
Abbildung 3 Entwicklung des Wärmebedarfs nach Energieträger

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4.4.
Eignungsgebiete
Aus dem Zielszenario lässt sich für alle Baublöcke in Halle (Saale) ableiten, welche Bereiche sich eher
für leitungsgebundene Lösungen (Fern- bzw. Nahwärme) und welche eher für individuelle, dezentrale
Wärmetechnologien eignen. Die Eignungsgebiete werden den vier Eignungsstufen zugeordnet: sehr
wahrscheinlich ungeeignet, wahrscheinlich ungeeignet, wahrscheinlich geeignet und sehr
wahrscheinlich geeignet.
Räumlich konzentrieren sich die Eignungsgebiete für Wärmenetze vor allem auf den zentralen
Ortskern entlang einer Nord-Süd-Achse sowie westliche Teile der Stadt. Mit den Kategorien
„wahrscheinlich geeignet“ und „sehr wahrscheinlich geeignet“ sind die Baublöcke gekennzeichnet, in
denen die Versorgung mit Fernwärme bereits möglich oder die Erschließung in den nächsten Jahren
geplant ist. In den als „ungeeignet“ deklarierten Gebieten ist der Fernwärmeausbau nicht geplant.

Karte 24 Eignungsgebiete für Wärmenetze
Die Eignungsgebiete für dezentrale Wärmetechnologien zeigen demgegenüber ein gegenteiliges
Muster: Sie liegen überwiegend in den Randbereichen von Halle (Saale). Diese Gebiete sind
typischerweise durch geringere Wärmedichten, größere Distanzen zwischen Gebäuden und eine
fehlende bzw. perspektivisch unwahrscheinliche leitungsgebundene Infrastruktur geprägt. In diesen
Lagen sind dezentrale, gebäudebezogene Lösungen in der Regel plausibler und wirtschaftlicher
darstellbar als ein Netzausbau.

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Karte 25 Eignungsgebiete für dezentrale Wärmetechnologien
Eine Wärmeversorgung auf Basis von Wasserstoff wird für das gesamte Stadtgebiet als sehr
wahrscheinlich ungeeignet eingeschätzt. Begründet wird dies mit dem Fehlen relevanter
Ankerkunden in Halle (Saale) sowie damit, dass Wasserstoff für den dezentralen Raumwärmemarkt
als tragende Option gesehen wird. Eine Nutzung von grünem Wasserstoff in der zentralen Erzeugung
von Fernwärme und die Verteilung über Wärmenetze wird dadurch nicht grundsätzlich
ausgeschlossen; sie wäre in der Gebietssystematik jedoch der Kategorie „Wärmenetze“ zuzuordnen.

Karte 26 Eignungsgebiete für Wasserstoffnetze

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Auf Basis der so ermittelten Eignungskulisse wird anschließend eine erste Einteilung in
voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete vorgenommen. Diese Einteilung dient der kommunalen
Wärmeplanung gemäß § 18 WPG; sie ist ausdrücklich nicht verbindlich im Sinne einer individuellen
Verpflichtung. Aus der Zuordnung entstehen weder Rechte noch Pflichten, und es ergibt sich keine
Verpflichtung, eine bestimmte Wärmeversorgungsart tatsächlich zu nutzen oder bereitzustellen. Die
Gebietseinteilung hat damit zunächst einen informativen Charakter für Gebäudeeigentümerinnen
und -eigentümer.
Inhaltlich wird zwischen vier Gebietstypen unterschieden. Wärmenetzverdichtungsgebiete umfassen
Teilräume, die bereits unmittelbar an bestehenden Wärmenetzen liegen und daher ohne großen
Ausbauaufwand an das vorhandene Netz angeschlossen werden können; dies betrifft in Halle (Saale)
insbesondere Bereiche im Zentrum entlang einer Nord-Süd-Achse sowie im Westen.
Wärmenetzausbaugebiete sind Teilräume, in denen derzeit noch kein Wärmenetz vorhanden ist, die
aber perspektivisch an das bestehende Netz angeschlossen werden sollen; hierfür werden vor allem
Gebiete im zentrumsnahen Norden benannt. Wärmenetzneubaugebiete werden für Halle (Saale)
nicht ausgewiesen, da aktuell keine entsprechenden Vorhaben ohne Bezug zum bestehenden Netz
geplant sind. Schließlich werden Gebiete der dezentralen Wärmeversorgung ausgewiesen: Teilräume
ohne perspektivischen Anschluss an das Fernwärmenetz, insbesondere östliche, nördliche und
südliche Randgebiete, in denen dezentrale Wärmetechnologien voraussichtlich die naheliegendste
und wirtschaftlichste Versorgungsform darstellen.
Die dargestellte Gebietseinteilung ist ein erster Entwurf auf Basis der Simulationsergebnisse des
zugrunde gelegten Szenarios. Eine abschließende Festlegung sollte mit lokalen Stakeholdern sowie
der Stadt Halle (Saale) abgestimmt und mit den Planungen der relevanten Akteure abgeglichen
werden. Das WPG sieht vor, dass die planungsverantwortliche Stelle die Gebietseinteilung
anschließend baublockscharf beschließt.
4.5.
Entwicklung in den Stützjahren
In den nachfolgenden Karten ist die Entwicklung der Versorgungsgebiete in den Stützjahren 2030,
2035 sowie 2040 dargestellt.
Die Entwicklung des Fernwärmenetzes beruht auf der Ausbaustrategie für Fernwärme der
Energieversorgung Halle Netz GmbH, welche auf Basis der Simulationsergebnisse der kommunalen
Wärmeplanung eine realistische Umsetzungsstrategie entwickelt hat. Dabei wurden die Maßnahmen
zur Erschließung und Verdichtung der Straßen und Quartiere auf einer Zeitskala eingeordnet.
Prüfgebiete für Nahwärmenetze wurden dort ausgewiesen, wo bereits konkrete Projektplanungen
vorhanden sind. Alle anderen theoretisch für Nahwärmenetze geeigneten Gebiete erscheinen
hingegen erst im Zielszenario als Prüfgebiete. Sollten sich hier konkrete Projekte abzeichnen, werden
auch diese Projekte bereits in den Stützjahren ausgewiesen.

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Karte 27 Versorgungsgebiete 2030
Im Vergleich zum Jahr 2030 wird in 2035 die Fernwärme weiter erschlossen. Beispielsweise wird der
Ausbau im Paulusviertel vorangetrieben. Zudem erfolgen im gesamten Stadtgebiet weitere
Maßnahmen der Verdichtung.

Karte 28 Versorgungsgebiete 2035

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Beim Vergleich der Karten 2035 und 2040 ergeben sich auf baublockebene keine sichtbaren
Unterschiede. Das liegt vor allem daran, dass die Erschließung neuer Fernwärmegebiete bereits
realisiert ist. Eine Verdichtung der Gebiete findet statt, ist aber aufgrund der Darstellung auf
Baublockebene nicht in der Karte ersichtlich.

Karte 29 Versorgungsgebiete 2040

4.6.
Transformation der Fernwärmeerzeugung
Die Fernwärmeversorgung in Halle (Saale) wird derzeit an zwei Kraftwerkstandorten überwiegend
durch die Verbrennung von fossilem Erdgas bereitgestellt. Für die Erreichung der Klimaneutralität ist
deshalb eine grundlegende Transformation der Erzeugungsstruktur erforderlich. Der im
Transformationskontext dargestellte Dekarbonisierungspfad der Fernwärme sieht eine schrittweise
Substitution der fossilen Erzeugung durch Technologien vor, die erneuerbare Wärmequellen nutzbar
machen und gleichzeitig unvermeidbare Abwärme systematisch in das Wärmenetz integrieren.
Bis zum Zieljahr 2045 soll der bestehende Erzeugerpark so weiterentwickelt werden, dass die
Wärmebereitstellung ohne fossile Energieträger auskommt. Dazu umfasst der Transformationspfad
neben der Anpassung der Anlagen für den Einsatz klimaneutraler Brennstoffe vor allem die Ergänzung
um neue Erzeugungstechnologien, die auf lokal bzw. regional verfügbaren Wärmequellen basieren.
Genannt werden insbesondere Großwärmepumpen zur Nutzung von Abwasserwärme, die
Einbindung von industrieller Abwärme sowie die Erschließung von Tiefengeothermie als langfristig
stabile und wetterunabhängige Wärmequelle für die leitungsgebundene Versorgung. Die
wesentlichen geplanten Maßnahmen und ihr jeweiliger Beitrag zur Dekarbonisierung werden in
einem
möglichen
Realisierungspfad
(vgl.
Abschnitt
Handlungsfeld
Wärmeerzeugung)
zusammengeführt; die dort genannten Zeiträume verstehen sich als Szenarioannahmen und
markieren einen plausiblen Umsetzungskorridor.

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4.7.
Indikatoren für Zielszenario nach §17 WPG
Nachfolgend sind die Indikatoren für die Jahre 2030, 2035, 2040 und 2045 aufgeführt, die gemäß §17 WPG verpflichtend zu erheben sind. Diese
Indikatoren dienen zur Nachverfolgung wichtiger Kennzahlen und zur Bewertung der Wärmeplanung.

Tabelle 1 Indikatoren für Zielszenario
*... als Energieträger für leitungsgebunden und gasförmige Wärmeversorgung kommt nur Fernwärme resp. Erdgas zum Einsatz

2030
2035
2040
2045
jährlicher Endenergieverbrauch der gesamten Wärmeversorgung, nach Endenergiesektoren
und Energieträgern – Energieträger Gas
GWh/a
799,4
454,2
125,1
0,2
Energieträger Fernwärme
GWh/a
742,2
773,8
862,3
820,3
Energieträger Strom
GWh/a
39,1
99,2
140,6
167,5
Energieträger Öl
GWh/a
69,4
58,2
20,6
0,3
Energieträger Pellets
GWh/a
47,9
96,1
129,8
127,1
jährliche Emission von Treibhausgasen im Sinne von § 2 Nummer 1 des Bundes-
Klimaschutzgesetzes der gesamten Wärmeversorgung des beplanten Gebiets
t
Kohlendioxid-
Äquivalent
289.916
165.982
64.900
4.257
jährlicher
Endenergieverbrauch
der
leitungsgebundenen
Wärmeversorgung
nach
Energieträgern (nur Fernwärme)
GWh/a
742,2
773,8
862,3
820,3
Anteil der Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch der leitungsgebundenen
Wärmeversorgung
Prozent
100
100
100
100
Anteil der leitungsgebundenen Wärmeversorgung am gesamten Endenergieverbrauch der
Wärmeversorgung
Prozent
44
52
69
73
Anzahl der Gebäude mit Anschluss an ein Wärmenetz und deren Anteil an der Gesamtheit der
Gebäude im beplanten Gebiet
Prozent
12
15
21
21

Anzahl
2725
3455
4837
4885
jährlicher Endenergieverbrauch aus Gasnetzen nach Energieträgern
GWh/a
799,4
454,2
125,1
0,2
Anteil der Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch der gasförmigen Energieträger –
nur Energieträger Gas
Prozent
100
100
100
100
Anzahl der Gebäude mit Anschluss an ein Gasnetz und deren Anteil an der Gesamtheit der
Gebäude im beplanten Gebiet
Prozent
62
31
9
0

Anzahl
14614
7278
2031
0

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5. Umsetzungsmaßnahmen
Umsetzungsmaßnahmen sind der Teil der kommunalen Wärmeplanung. Sie beschreiben, welche
Projekte und Aktivitäten umgesetzt werden sollen, in welchem Zeitraum und wer dafür
verantwortlich ist, damit die Wärmewende vor Ort tatsächlich ins Handeln kommt.
Ziel ist, die Wärmeversorgung schrittweise klimafreundlicher und gleichzeitig zuverlässig zu machen
sowie Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren und zu koordinieren. Für Bürgerinnen und Bürger schaffen
Umsetzungsmaßnahmen vor allem Orientierung, welche Lösungen in einem Gebiet perspektivisch
möglich sind und wie der Fortschritt geplant und überprüft wird.
Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen sind für den Planungshorizont der nächsten fünf Jahre
angedacht. Anschließend wir der Kommunale Wärmeplan fortgeschrieben und neue Maßnahmen
festgelegt.
5.1.
Handlungsfeld Infrastruktur
Für die Transformation der Wärmeversorgung im Stadtgebiet bedarf es Anpassungen der
Energieinfrastruktur. In den Eignungsgebieten für Wärmenetze wird die Fernwärme ausgebaut. Für
die Strombedarfe zur Wärmebereitstellung sowie die zusätzlichen Lasten durch die Mobilitätswende
und den Ausbau von Dach-Photovoltaik müssen die Stromnetze ertüchtigt werden. Im Bereich der
Energieinfrastruktur sind in den nächsten fünf Jahren bis zur Revision des Kommunalen Wärmeplans
folgende Maßnahmen geplant.

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Temperaturabsenkung im Fernwärmenetz
 Ziel und Hintergrund: Mit der Transformation der Fernwärmeerzeugung hin zu regenerativen
Erzeugungsanlagen (z. B. Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie) gewinnt die Absenkung der
Netztemperaturen an Bedeutung. Niedrigere Vorlauftemperaturen ermöglichen einen
effizienteren Betrieb dieser Technologien und sind damit eine zentrale Voraussetzung für die
langfristige Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme betrifft das gesamte Stadtgebiet, da
Temperaturregime, Netzführung und Kundenanlagen systemweit zusammenwirken.
 Technisches Konzept: Derzeit liegen die Maximaltemperaturen je nach Netzabschnitt bei etwa 120
bis 130 °C. Perspektivisch sollen die Temperaturen zunächst auf unter 100 °C und langfristig auf
unter 90 °C abgesenkt werden. Dafür sind neben netztechnischen Anpassungen insbesondere
Prüfungen und ggf. Umrüstungen an Kundenanlagen (z. B. Hausanschluss-/Übergabestationen)
erforderlich. Ergänzend ist ein klarer, nachvollziehbarer Absenkungspfad zu definieren und zu
kommunizieren.
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen, da technische Anpassungen, Abstimmung mit Kunden und
Umsetzung schrittweise erfolgen müssen.
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH; Beteiligte: EVH GmbH und
Energieversorgung Halle Netz GmbH (insbesondere für Netzführung, technische Standards,
Umsetzungsschritte im Netz und die Schnittstelle zu Kundenanlagen)
 Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst insbesondere Bestandsaufnahme des IST-Standes der
Kundenhausanschlussstationen und relevanter Netzabschnitte, Ableitung unternehmerischer
Entscheidungen (z. B. Kapazitäten, Vertragsmanagement, Investitionsprioritäten), Kommunikation
des Absenkungspfades gegenüber Kundinnen und Kunden sowie Umsetzung der notwendigen
Anpassungen im Netz und an Hausanschlussstationen.
 Kosten und Finanzierung: Für Netz- und Hausanschlussstationsanpassungen wird ein Aufwand
von ca. 5 bis 10 Millionen Euro angesetzt.
 Klimawirkung: Die Klimawirkung ist kongruent mit dem CO₂-Absenkungspfad der Fernwärme, da
die Temperaturabsenkung als Ermöglicher für die Umstellung der Erzeugerstruktur auf
erneuerbare und abwärmebasierte Technologien wirkt.

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Errichtung von Ortsnetzstationen
 Ziel und Hintergrund: Die geplante Dekarbonisierung der Wärmeversorgung (insbesondere durch
mehr Heizstrom, z. B. Wärmepumpen) sowie der wachsende Bedarf durch Elektromobilität
erhöhen die Anforderungen an die Stromnetzinfrastruktur in Halle (Saale). Der Ausbau der
Ortsnetzstationen ist ein zentraler Hebel, um steigende Lasten sicher zu integrieren und die
Stabilität der Energieversorgung dauerhaft abzusichern.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme betrifft das gesamte Stadtgebiet, da zusätzliche
Stromlasten flächendeckend bzw. in vielen Quartieren gleichzeitig auftreten können.
 Technisches Konzept: Bis Anfang der 2030er Jahre wird mit einem zusätzlichen Strombedarf von
insgesamt ca. 116.000 MWh gerechnet (davon ca. 40.000 MWh Heizstrom und ca. 76.000 MWh
Elektromobilität). Zur Deckung dieser Bedarfe und zur Stabilisierung der Verteilnetze sollen im
Stadtgebiet zusätzliche Ortsnetzstationen (ONS) errichtet werden. Bis 2033 wird ein Zuwachs von
ca. 145 Ortsnetzstationen angesetzt.
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen, da Planung, Genehmigung und Umsetzung schrittweise erfolgen
müssen.
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH; Beteiligt: Energieversorgung Halle
Netz GmbH (Netzplanung, Priorisierung von Standorten, technische Umsetzung und
Inbetriebnahme)
 Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Schritte Planung, Genehmigung und Umsetzung
(inklusive Bau, Anschluss und Inbetriebnahme).
 Kosten und Finanzierung: Als Kostenindikation für die Investitionen wird eine Größenordnung von
ca. 35 Millionen Euro angegeben.
 Klimawirkung: Die Klimawirkung erfolgt indirekt und ist gemäß Dekarbonisierungspfad
einzuordnen: Der ONS-Ausbau schafft die netzseitigen Voraussetzungen dafür, dass Wärmewende
und Elektromobilität mit steigenden Strombedarfen technisch zuverlässig umgesetzt werden
können.

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Prüfung von Nahwärmenetzen
 Ziele und Hintergrund: Ziel der Maßnahme ist es, für ausgewählte Quartiere der inneren Stadt zu
prüfen, ob Wärmenetzlösungen technisch und wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sind und welche
Perspektive diese Gebiete langfristig im Kontext eines möglichen Fernwärmeanschlusses haben.
Damit soll frühzeitig Planungsgrundlage für spätere Entscheidungen geschaffen und die
kommunale Wärmeplanung in künftigen Revisionen fachlich belastbar fortgeschrieben werden.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Im Fokus stehen die innerstädtischen Bereiche Giebichenstein und
Paulusviertel West. Diese Quartiere eignen sich nach Gebäudestruktur und Wärmebedarfen
grundsätzlich als Wärmenetzgebiete.
 Technisches Konzept: Ein kurz- bis mittelfristiger Fernwärmeausbau ist für diese Gebiete aktuell
nicht vorgesehen. Dennoch werden die Quartiere gezielt daraufhin untersucht, ob alternative
Wärmenetzlösungen (z. B. quartiersbezogene Netze) möglich sind und welche Voraussetzungen
für einen längerfristigen Anschluss an das Fernwärmenetz geschaffen werden müssten. Die
Ergebnisse sollen als Entscheidungs- und Priorisierungsgrundlage dienen und in zukünftige
Aktualisierungen der kommunalen Wärmeplanung einfließen.
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und hat aufgrund des Prüf- und
Planungsvorlaufs eine erwartete Dauer von mehr als fünf Jahren (inkl. Einordnung in spätere
Revisionen und ggf. Folgemaßnahmen).
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortung: EVH GmbH; Beteiligte: Energieversorgung Halle
Netz GmbH (fachliche Prüfung, Netzkonzeption, Schnittstellen zur Infrastruktur- und
Ausbauplanung)
 Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Schritte Vorplanung und Planung (inklusive
Variantenprüfung, Grobkonzept und Bewertung als Grundlage für weitere Entscheidungen).
 Kosten und Finanzierung: Eine Kostenindikation für Investitionen ist derzeit noch nicht benannt,
da sie vom Ergebnis der Vorprüfung, den Varianten und einem möglichen späteren
Umsetzungsumfang abhängt.
 Klimawirkung: Die Klimawirkung ist gemäß Dekarbonisierungspfad und im Zusammenhang mit
einem potenziellen Wärmenetzausbau einzuordnen: Die Maßnahme bereitet die netzseitigen
Voraussetzungen vor, um perspektivisch klimaneutrale Wärmequellen effizient in der
Quartiersversorgung nutzbar zu machen.

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Fernwärmeerschließung in den kommenden 5 Jahren – Einzelmaßnahmen
 Ziel und Hintergrund: Einzelmaßnahmen im Fernwärmeausbau betreffen Fernwärmeanschlüsse,
die aufgrund technischer und organisatorischer Gründe nicht im Rahmen eines straßenzugs- oder
flächenbezogenen Ausbaus erschlossen werden können. In den kommenden 5 Jahren sollen so in
Halle (Saale) 36 Anschlüsse mit einem Wärmebedarf von ca. 8 GWh erschlossen werden.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahmen finden im gesamten Stadtgebiet statt, wo sich
Fernwärme technisch und wirtschaftlich sinnvoll erschließen lässt. Über die Hälfte der
Maßnahmen konzentrieren sich auf die Stadtviertel Altstadt (6 Hausanschlüsse), Südstadt (5
Hausanschlüsse), nördliche Innenstadt (4 Hausanschlüsse) und südliche Innenstadt (4
Hausanschlüsse).
 Technisches Konzept: Die Fernwärmeverlegung erfolgt in der Regel in einem offenen Verfahren in
einem Rohrgraben. An kritischen Stellen, z. B. bei Verlegungen im Bereich von Baumwurzeln,
erfolgt die Verlegung ohne Erstellungen eines Rohrgrabens mittels geschlossener Verfahren (z. B.
Einsatz von Bodenrakete).
 Zeitliche Einordnung: Die Errichtung der Einzelanschlüsse fokussiert sich im Wesentlichen auf die
Jahre 2025, 2026 und 2027 (ca. 80 Prozent des geplanten Wärmebedarfes).
 Handlungsschritte: Vor dem jeweiligen Baumaßnahmenbeginn erfolgt im Rahmen des
Genehmigungsverfahren
die
Einbeziehung
städtischer
Behörden.
Planungs-
und
Statusänderungen
werden
regelmäßig
in
entsprechenden
Gremien
kommuniziert
(Arbeitsgruppen- und Koordinierungsrunden – vgl. auch Handlungsfelder Koordination und
Kommunikation).
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortung: EVH GmbH; Beteiligte: Energieversorgung Halle
Netz GmbH (fachliche Prüfung, Netzkonzeption, Schnittstellen zur Infrastruktur- und
Ausbauplanung, Umsetzung)
 Kosten und Finanzierung: Die Kostenschätzungen für Einzelmaßnahmen belaufen sich auf ca. 8,2
Millionen Euro. Der Fernwärmeausbau wird über aktuelle Fördermittel des Bundes mitfinanziert
(Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW und Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle BAFA). Die aktuelle Basisfördersätze liegen zwischen 30 Prozent und 40 Prozent.
 Klimawirkung: Für die Klimawirkung wird eine Einsparung von 114 t CO2/a erwartet.
 Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Wesentliche Voraussetzungen und Abhängigkeiten ergeben
sich aus der Verfügbarkeit von bautechnischen Kapazitäten sowie der Sicherstellung der
Finanzierungsgrundlage.

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Fernwärmeerschließung in den kommenden 5 Jahren – straßenbezogener Ausbau
 Ziel und Hintergrund: Beim straßenbezogenen Ausbau der Fernwärme werden bei technischer
und organisatorischer Eignung einzelner Anschlüsse aggregiert und im Rahmen einer
zusammenhängenden Baumaßnahme umgesetzt. In den kommenden 5 Jahren werden in Halle
(Saale) ca. 292 Anschlüsse straßenbezogen erschlossen. Der Wärmebedarf der erschlossenen
Liegenschaften liegt bei ca. 28.000 MWh.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Im Wesentlichen werden die Stadtviertel nördliche Innenstadt (115
Hausanschlüsse) Lutherplatz/Thüringer Bahnhof (62 Hausanschlüsse) und Gesundbrunnen (53
Hausanschlüsse) erschlossen.
 Technisches Konzept: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahmen zum straßenbezogenen Ausbau fokussiert sich im
Wesentlichen auf die Jahre 2026 bis 2029 (ca. 85 Prozent des geplanten Wärmebedarfes).
 Handlungsschritte: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Kosten und Finanzierung: Die Kostenschätzungen für Einzelmaßnahmen belaufen sich auf ca. 30
Millionen Euro. Die Situation zur Förderkulisse besteht analog zur Einzelmaßnahmenerschließung.
 Klimawirkung: Für die Klimawirkung wird eine Einsparung von 423 t CO2/a erwartet.
 Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung

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Fernwärmeerschließung in den kommenden 5 Jahren – flächenbezogener Ausbau
(Quartiersausbau)
 Ziel und Hintergrund: Beim flächenbezogenen Ausbau der Fernwärme werden ganze Stadtteile
zusammenhängend mit Fernwärme erschlossen (Quartierserschließung). Dabei erfolgt die
Erschließung zumeist in mehreren, jährlich aufeinander folgenden, Bauabschnitten. In den
kommenden 5 Jahren werden in Halle (Saale) so 431 Anschlüsse erschlossen. Der Wärmebedarf
der erschlossenen Liegenschaften liegt bei ca. 42.000 MWh.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Im Wesentlichen werden Stadtteile in den Stadtviertel
Lutherplatz/Thüringer Bahnhof (123 Hausanschlüsse), Damaschkestraße (98 Hausanschlüsse)
nördliche Innenstadt (92 Hausanschlüsse) erschlossen.
 Technisches Konzept: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahmen finden in der gesamte Jahresscheibe 2025 bis 2030 statt.
Verstärkte Aktivitäten sind in den Jahren 2027, 2028 und 2029 geplant (Erschließung von ca. 2/3
des geplanten Wärmebedarfes).
 Handlungsschritte: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung
 Kosten und Finanzierung: Die Kostenschätzungen für Einzelmaßnahmen belaufen sich auf ca. 46
Millionen Euro. Die Situation zur Förderkulisse besteht analog zur Einzelmaßnahmenerschließung.
 Klimawirkung: Für die Klimawirkung wird eine Einsparung von 636 t CO2/a erwartet.
 Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Analog zur Einzelmaßnahmenerschließung

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5.2.
Handlungsfeld Wärmeerzeugung

Wärmepumpe Kläranlage Nord
 Ziel und Hintergrund: Ziel der Maßnahme ist es, die im Abwasser der Stadt Halle (Saale)
enthaltene Wärmeenergie als erneuerbare bzw. umweltwärmebasierte Quelle für die
Fernwärmeversorgung zu nutzen. Damit soll ein relevanter Beitrag zur Dekarbonisierung der
Fernwärmeerzeugung erreicht und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter reduziert
werden.
 Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme ist im halleschen Norden westlich der Saale verortet.
Als Standort und Einspeisepunkt dient das Klärwerk Lettin.
 Technisches Konzept: Am Klärwerk Lettin ist die Errichtung einer Großwärmepumpe mit einer
thermischen Leistung von ca. 18 MW vorgesehen. Die Wärmepumpe soll die dem Abwasser
entzogene Wärme auf ein versorgungstaugliches Temperaturniveau anheben und direkt in das
Fernwärmenetz der Stadt Halle (Saale) einspeisen.
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist kurzfristig angelegt und soll innerhalb von weniger als
fünf Jahren umgesetzt werden. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH; Beteiligte: Hallesche Wasser und
Stadtwirtschaft GmbH (insbesondere im Kontext Klärwerksstandort, Schnittstellen zur
Abwasserinfrastruktur und Projektumsetzung)
 Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Fertigstellung der Detailplanung, die bauliche
Umsetzung sowie die Inbetriebnahme der Anlage.
 Kosten und Finanzierung: Die Investitionskosten werden in einer Größenordnung von 20 bis 30
Millionen Euro veranschlagt. Eine zentrale Voraussetzung ist die Finanzierbarkeit, insbesondere
über geeignete Fördermittelkulissen (aktuell: u. a. Bundesförderung für effiziente Wärmenetze
BEW).
 Klimawirkung: Als Klimawirkung wird ein Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 10
Prozent angegeben.
 Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Voraussetzung ist vor allem die gesicherte Finanzierung, u. a.
durch Fördermittel, sowie die erfolgreiche technische und organisatorische Umsetzung am
Standort Klärwerk Lettin.

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Industrielle Abwärme
 Ziel und Hintergrund: Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung ist vorgesehen, industrielle
Abwärme künftig stärker für die leitungsgebundene Wärmeversorgung in Halle (Saale) zu nutzen.
Ziel ist es, bisher ungenutzte Wärme aus industriellen Prozessen zu erschließen und damit die
Dekarbonisierung der Fernwärme spürbar voranzubringen.
 Räumlicher Fokus/Gebiet: Die Maßnahme wird im halleschen Süden bzw. Westen verortet. Als
potenzieller Einspeisepunkt wird in den aktuellen Planungen insbesondere der Bereich Südliche
Neustadt zugrunde gelegt (beispielhaft auch Südstadt).
 Technisches Konzept: Kern der Umsetzung ist der Bau einer Fernwärmeleitung zur Anbindung der
Abwärmequellen bis zum Einbindepunkt im bestehenden Fernwärmenetz sowie die Errichtung
von Großwärmepumpen zur Temperaturanhebung auf ein netztaugliches Niveau. Vorgesehen ist
ein stufenweiser Ausbau der Wärmepumpenkapazität mit einer Zielgröße von bis zu 114 MW.
 Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen. Mit einer Umsetzung ist nicht vor 2035 zu rechnen; der Zeitplan
ist zudem abhängig von der Realisierung anderer Großprojekte (u. a. EBS/Geothermie).
 Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH; Beteiligte: Externe
 Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Schritte Planung, Genehmigungen, Ausschreibung
sowie die bauliche Realisierung inklusive Inbetriebnahme.
 Kosten und Finanzierung: Die Investitionskosten werden mit bis zu 200 Millionen Euro
veranschlagt. Eine zentrale Voraussetzung ist die Finanzierbarkeit, insbesondere über geeignete
Fördermittelkulissen.
 Klimawirkung: Als Klimawirkung wird ein Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 25
Prozent angegeben.
 Voraussetzungen/Abhängigkeiten: Voraussetzungen sind vor allem die Genehmigungsfähigkeit
der Anlagen und Leitungsinfrastruktur sowie die gesicherte Finanzierung. Darüber hinaus
bestehen Abhängigkeiten von der Umsetzung anderer Großprojekte (EBS/Geothermie).

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Ersatzbrennstoffanlage

Ziel und Hintergrund: Mit der Maßnahme soll die energetische Nutzung SWH-interner
Stoffströme gestärkt werden. Durch eine Ersatzbrennstoffanlage (EBS) in Kraft-Wärme-Kopplung
sollen gleichzeitig Wärme für das Fernwärmenetz und Strom bereitgestellt werden. Ziel ist es, die
Fernwärmeerzeugung weiter zu dekarbonisieren und die Versorgung langfristig resilienter
aufzustellen.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme ist im halleschen Norden östlich der Saale
vorgesehen. Der konkrete Einspeisepunkt in das Fernwärmenetz ist für diesen Bereich
vorgesehen (Detailfestlegung erfolgt im Projektverlauf).

Technisches Konzept: Geplant ist eine EBS-Anlage, die über KWK Wärme und Strom erzeugt. Die
Anlage soll eine thermische Leistung von ca. 20 MW erreichen. Abhängig von der internen
Bewertung und Projektpriorisierung wird eine Umsetzung bis 2030 als möglich eingeschätzt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen, da Planung, Genehmigung und Umsetzung schrittweise erfolgen
müssen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH; Beteiligte: Hallesche Wasser und
Stadtwirtschaft GmbH

Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Schritte Bewertung, Planung, Genehmigungen,
Ausschreibungen sowie die bauliche Umsetzung.

Kosten und Finanzierung: Die Investitionskosten werden mit ca. 90 Millionen Euro angegeben.
Zentrale Voraussetzungen sind Finanzierbarkeit und Genehmigungsfähigkeit. Klimawirkung: Als
Klimawirkung wird ein Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 10 Prozent genannt.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Voraussetzungen sind insbesondere die gesicherte
Finanzierung sowie die Genehmigungsfähigkeit des Anlagenkonzepts und des Standorts (inklusive
erforderlicher Nebenanlagen und Netzanschlüsse).

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Tiefengeothermie

Ziel und Hintergrund: Mit der Maßnahme soll das geothermische Potenzial in Halle (Saale) für
die leitungsgebundene Wärmeversorgung nutzbar gemacht werden. Tiefengeothermie kann eine
grundlastfähige, wetterunabhängige Wärmequelle für die Fernwärme darstellen und ist damit ein
zentraler Baustein für die langfristige Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im halleschen Süden bzw. Westen verortet. Als
mögliche Einbindung in die Fernwärme werden als Einspeisepunkte beispielhaft der Bereich
Südstadt bzw. Südliche Neustadt genannt (konkrete Festlegung im Projektverlauf).

Technisches Konzept: Vorgesehen ist die Nutzung von Heißwasser aus Tiefengeothermie über
Bohrungen von bis zu 6.500 Metern. Die Umsetzung erfolgt in drei Ausbaustufen; das
Gesamtpotenzial wird auf bis zu 57 MW geschätzt. Nach aktuellem Planungsstand kann die
Umsetzung der ersten beiden Stufen bis 2035 erfolgen.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen. Der Zeitplan ist zudem abhängig von der Realisierung anderer
Großprojekte (insbesondere EBS und industrielle Abwärme).

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: EVH GmbH, Beteiligte: externe Partner
(insbesondere für Projektentwicklung, Finanzierung, Bohr- und Untertageleistungen)

Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst die Schritte Bewertung, Planung, Genehmigungen,
Ausschreibungen sowie die bauliche Umsetzung (inkl. Bohrungen, Anlagenerrichtung, Anbindung
und Inbetriebnahme).

Kosten und Finanzierung: Die Investitionskosten werden mit bis zu 500 Millionen Euro
angegeben. Vorgesehen ist eine Projektfinanzierung mit externem Partner; ergänzend ist die
Finanzierbarkeit u. a. über geeignete Fördermittelkulissen sicherzustellen.

Klimawirkung: Als Klimawirkung wird ein Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von ca. 40
Prozent angegeben.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Voraussetzungen sind insbesondere die gesicherte
Finanzierung (inkl. Förderkulissen und externer Partnerstruktur), eine umfassende technische
Evaluierung (u. a. Untergrund-/Reservoirbewertung) sowie die Genehmigungsfähigkeit von
Bohrungen, Anlagen und Netzanbindung. Zudem bestehen Abhängigkeiten von anderen
Großprojekten (EBS/industrielle Abwärme) hinsichtlich Priorisierung und Zeitplan.

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Abwärme aus Rechenzentren

Ziel und Hintergrund: Ziel der Maßnahme ist es, perspektivisch entstehende Abwärme aus
Rechenzentren als Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung in Halle (Saale) zu erschließen.
Rechenzentren führen kontinuierlich Wärme aus Kühlprozessen ab; dieses Potenzial kann –
technisch aufbereitet – einen relevanten Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme leisten.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im halleschen Norden östlich der Saale verortet.
Der konkrete Einspeisepunkt in das Fernwärmenetz ist für diesen Bereich vorgesehen und wird
im Projektverlauf in Abhängigkeit vom Standort der Rechenzentren festgelegt.

Technisches Konzept: Die bei den Rechenzentren anfallende Niedertemperaturwärme soll über
Wärmepumpen auf ein netztaugliches Temperaturniveau angehoben und anschließend in das
bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden. Die technische Auslegung (z. B. Leistung,
Einbindung, Leitungsanbindung) hängt maßgeblich von Größe, Betriebsweise und Kühlkonzept
der jeweiligen Rechenzentren ab.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist langfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen. Die zeitliche Umsetzung ist ungewiss, da sie von der tatsächlichen
Errichtung und Inbetriebnahme der Rechenzentren abhängt. In der Zwischenzeit liegt der Fokus
zunächst auf anderen prioritären Großprojekten (u. a. Geothermie, industrielle Abwärme, EBS).

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: externe Partner (Rechenzentrumsentwickler/-
betreiber);
Beteiligte:
EVH
GmbH
sowie
externe
Beteiligte
(insbesondere
Rechenzentrumsunternehmen, ggf. Planungs- und Anlagenbaupartner)

Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst zunächst den aktiven Austausch mit potenziellen
Errichtern von Rechenzentren. Daran anschließend folgen – bei konkreter Projektentwicklung –
Planung,
Genehmigungen,
Ausschreibung
sowie
die
bauliche
Umsetzung
inklusive
Inbetriebnahme.

Kosten und Finanzierung: Die Investitionskosten sind derzeit nicht kalkulierbar, da Umfang und
technische Auslegung unmittelbar von Standort, Größe und Verfügbarkeit der Rechenzentren
abhängen.

Klimawirkung: Als Klimawirkung wird ein Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 15
Prozent angegeben (unter der Annahme entsprechender Verfügbarkeit und Einspeisemengen).

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Zentrale Voraussetzung ist die Verfügbarkeit: Die
Maßnahme ist direkt an die Ansiedlung und den Betrieb von Rechenzentren gekoppelt. Ohne
diese Grundlage kann die Abwärmenutzung nicht umgesetzt werden.

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5.3.
Handlungsfeld Städtebauliche Maßnahmen
Dekarbonisierung städtischer Gebäude

Ziel und Hintergrund: Ziel ist es, die Energieeffizienz der städtischen Gebäude durch geeignete
Maßnahmen sukzessive zu erhöhen sowie die Wärmeversorgung bis 2045 zu dekarbonisieren.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist langfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: Stadt Halle (Saale); Beteiligte: EVH GmbH,
Stadtwerke
Halle
GmbH,
Fachbereiche
der Stadtverwaltung,
Dienstleistungszentrum
Bürgerbeteiligung, Gebäudeeigentümer

Handlungsschritte: Die Umsetzung umfasst zunächst die Identifikation relevanter Quartiere.
Darauf aufbauend erfolgen Sanierungs-Checks bei den Eigentümern sowie die Durchführung
lokaler Veranstaltungs- und Vernetzungsformate zur Förderberatung.

Kosten und Finanzierung: Die Finanzierung erfolgt über das KfW‑Programm 432,
Städtebaufördermittel, Landesförderungen sowie gegebenenfalls durch Eigenkapital.

Klimawirkung: Als Klimawirkung wird eine CO2-neutrale Wärmeversorgung für städtische
Gebäude angestrebt.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Abgleich der Wärmeplanung mit städtischen Konzepten

Ziel und Hintergrund: Die Wärmeplanung wird mit städtischen Fachkonzepten wie dem
Flächennutzungsplan
(FNP),
dem
Landschaftsplan
und
dem
Integrierten
Stadtentwicklungskonzept
(ISEK)
abgeglichen,
um
Wärmeversorgungsgebiete
sowie
Eignungsräume für Wärmeleitungen und erneuerbare Energiequellen in der langfristigen
Siedlungsentwicklung zu berücksichtigen. Ziel ist eine enge Synchronisation von Energie‑, Bau‑
und Stadtentwicklungsplanung.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: Stadt Halle (Saale); Beteiligte: Fachbereich
Umwelt, Stadtplanung, Liegenschaften

Handlungsschritte: Zunächst werden bestehende Flächen auf ihre Eignung als Potenzialräume für
die Wärmeversorgung geprüft, etwa für Nahwärmesysteme oder Solarthermie. Anschließend
erfolgt die Bewertung dieser Flächen unter Berücksichtigung der in der Wärmeplanung
festgelegten Zielgebiete und Konzeptdarstellungen. Abschließend werden geeignete Flächen für
die erneuerbare Wärmeerzeugung oder für den Ausbau der Wärmeinfrastruktur abgeleitet und
festgelegt.

Kosten und Finanzierung: Die Kosten und die konkrete Finanzierungsgrundlage liegen derzeit
noch nicht vor.

Klimawirkung: Die zu erwartende Klimawirkung, liegt noch nicht konkret vor.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Für das Monitoring erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der
Wärmeplanungskonzepte.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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5.4.
Handlungsfeld Koordination und Kommunikation
Informationsplattform und Bürgerdialog

Ziel und Hintergrund: Ziel ist es, die Bekanntheit der kommunalen Wärmeplanung auf über
60 Prozent der Bevölkerung zu steigern. Dafür soll eine digitale Informations- und
Beteiligungsplattform zur Wärmewende in Halle (Saale) über www.halle.de aufgebaut werden.
Ergänzend
sind
regelmäßige
Bürgerforen
sowie
begleitende
Informations-
und
Kommunikationskampagnen vorgesehen.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen
und
Verantwortlichkeiten:
Verantwortlich:
Stadt
Halle
(Saale);
Beteiligte:
Dienstleistungszentrum Bürgerbeteiligung, Energieagenturen, Volkshochschule, Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

Handlungsschritte: Die Umsetzung erfolgt über den Online-Wärmeatlas, der zentrale
Planungsinformationen bereitstellt, ergänzt durch FAQs, eine Förderdatenbank und digitale
Beteiligungstools. Darüber hinaus werden Informations- und Dialogveranstaltungen in den
Stadtteilen und Quartieren durchgeführt.

Kosten und Finanzierung: Die Kosten und die konkrete Finanzierungsgrundlage liegen derzeit
noch nicht vor.

Klimawirkung: Die zu erwartende Klimawirkung liegt noch nicht konkret vor.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Für das Monitoring sind jährlich die Nutzerzahlen zu
erfassen und die Rückmeldungen systematisch auszuwerten.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

Seite 52 von 60

Sanierungsmanagement in Quartieren

Ziel und Hintergrund: Ziel ist es, die Sanierungsrate von Wohngebäuden in den Pilotquartieren
auf 2,5 Prozent pro Jahr zu erhöhen. Dafür wird ein kommunaler Quartiersansatz aufgebaut, der
eine integrierte Wärme-, Sanierungs- und Förderberatung in energetisch besonders
sanierungsbedürftigen Bestandsquartieren etabliert.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist langfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: Stadt Halle (Saale); Beteiligte: EVH GmbH,
Stadtwerke Halle GmbH, Fachbereich Städtebau und Bauordnung, Fachbereich Umwelt,
Dienstleistungszentrum Bürgerbeteiligung, Gebäudeeigentümer

Handlungsschritte: Zunächst werden die relevanten Quartiere identifiziert. Anschließend
erfolgen
Sanierungs-Checks.
Abschließend
werden
lokale
Veranstaltungs-
und
Vernetzungsformate zur Förderberatung durchgeführt.

Kosten und Finanzierung: Die Umsetzung wird durch eine Förderung im Rahmen des KfW-
Programms 432 unterstützt. Ergänzend stehen Mittel der Städtebauförderung sowie weitere
Landesförderungen zur Verfügung.

Klimawirkung: Die Klimawirkung wurde noch nicht bestimmt.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Harmonisierung städtischer Baumaßnahmen mit der Wärmeplanung

Ziel und Hintergrund: Ziel ist eine effizientere Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung.
Dafür werden Bau‑ und Sanierungsmaßnahmen an städtischen Infrastrukturen zeitlich und
räumlich mit geplanten Maßnahmen der Wärmeinfrastruktur, insbesondere dem Ausbau der
Fernwärme, abgestimmt. Durch diese koordinierte Vorgehensweise sollen Synergien genutzt und
Kosten deutlich reduziert werden.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: Stadt Halle (Saale); Beteiligte: EVH GmbH,
Stadtwerke Halle GmbH, Fachbereich Stadtplanung, Mobilität

Handlungsschritte: Es wird ein zentrales Koordinierungsverfahren zur Leitungsbündelung in der
Wärmeplanung eingerichtet, die Wärmeplanung in das kommunale Baustellenmanagement
integriert,
geplante
Tiefbaumaßnahmen
mit
den
im
Wärmeplan
ausgewiesenen
Trassenkorridoren abgeglichen und ein gemeinsamer digitaler Bauzeitplan zur abgestimmten
Umsetzung aller Maßnahmen genutzt.

Kosten und Finanzierung: Die Kosten und die konkrete Finanzierungsgrundlage liegen derzeit
noch nicht vor.

Klimawirkung: Die zu erwartende Klimawirkung liegt noch nicht konkret vor.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Für das Monitoring erfolgt eine jährliche Evaluierung zum
Deckungsgrad der Maßnahmensynergien.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Optimierung verwaltungsinterner Genehmigungsverfahren

Ziel und Hintergrund: Ziel ist es, die Genehmigungsdauer für klimarelevante Vorhaben bis 2028
um 25 Prozent zu reduzieren. Dazu wird ein Genehmigungsmanagement für relevante Bau- und
Infrastrukturmaßnahmen eingeführt, das die Beschleunigung, Priorisierung und Vereinfachung
verwaltungsinterner Genehmigungsprozesse für Wärmenetze, Netzanschlüsse und bauliche
Maßnahmen im Kontext der Wärmetransformation sicherstellt. Ergänzend werden ein zentrales
Verfahrensmonitoring sowie ein verbindlicher Eskalationsmechanismus für den Umgang mit
Verzögerungen eingerichtet.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen
und
Verantwortlichkeiten:
Verantwortlich:
Stadt
Halle
(Saale);
Beteiligte:
Energieversorger, Fachbereiche der Stadtverwaltung

Handlungsschritte: Einführung eines vorrangigen Bearbeitungspfad für Klimaprojekte und
Festlegung von verbindlichen Bearbeitungsfristen. Einrichtung eines Koordinators für die
Umsetzung der Wärmewende mit Querschnittskompetenz. Digitalisierung und Standardisierung
der Antragsverfahren (z. B. online-Genehmigungsplattform für Netzanschlüsse).

Kosten und Finanzierung: Eine Stelle für die Koordination der Wärmewende wäre
wünschenswert; die konkreten Kosten sind derzeit jedoch noch nicht bezifferbar.

Klimawirkung: Die zu erwartende Klimawirkung, liegt noch nicht konkret vor.

Voraussetzungen / Abhängigkeiten: Es erfolgt ein Bearbeitungszeitmonitoring und eine
Zufriedenheitsauswertung.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Abgleich mit den Freiraum- und Begrünungskonzepten

Ziel
und
Hintergrund:
Ziel
ist
eine
effiziente
Umsetzung
von
Freiraum-
und
Begrünungskonzepten. Dazu wird die Wärmeplanung systematisch mit den städtischen Grün- und
Freiraumkonzepten abgestimmt. Schwerpunkt ist die konfliktarme Integration klimarelevanter
Maßnahmen wie Geothermiebohrungen, Trassenführungen, Solarthermieanlagen oder
Nahwärmenetze in sensiblen Freiräumen.

Räumlicher Fokus / Gebiet: Die Maßnahme wird im gesamten Stadtgebiet durchgeführt.

Technisches Konzept:

Zeitliche Einordnung: Die Maßnahme ist mittelfristig angelegt und wird voraussichtlich mehr als
fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Rollen und Verantwortlichkeiten: Verantwortlich: Stadt Halle (Saale); Beteiligte: Fachbereiche
der Stadtverwaltung, externe Umweltplaner

Handlungsschritte: Zunächst wird geprüft, inwieweit die geplante Wärmeinfrastruktur Grün- und
Freiräume beeinträchtigen könnte. Gleichzeitig werden geplante Straßenbaumaßnahmen
berücksichtigt und auf Grundlage der Freiraum- und Begrünungskonzepte geeignete Eignungs-
und Ausschlussgebiete definiert. Anschließend erfolgt die Bewertung möglicher Synergien, etwa
der Einsatz von Photovoltaik über Parkflächen. Zudem ist sicherzustellen, dass die Wärmeplanung
konsequent in die Landschafts- und Freiraumplanung integriert wird.

Kosten und Finanzierung: Die Kosten und die konkrete Finanzierungsgrundlage liegen derzeit
noch nicht vor.

Klimawirkung: Die Verbesserung des Stadtklimas und CO2-Einsparung durch Umsetzung der
Maßnahmen.

Voraussetzungen/Abhängigkeiten: Das Monitoring erfolgt über eine Grünflächen‑ und
Verträglichkeitsprüfung für Wärmeprojekte.

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

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Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1 METHODISCHES VORGEHEN .......................................................................................................... 26
ABBILDUNG 2 SZENARIENVERGLEICH ................................................................................................................. 28
ABBILDUNG 3 ENTWICKLUNG DES WÄRMEBEDARFS NACH ENERGIETRÄGER ................................................................. 30
ABBILDUNG 4 WÄRMEBEDARF UND ENDENERGIEBEDARF IM ZIELJAHR 2045................................................................. 30

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)

Seite 60 von 60

Kartenverzeichnis*
KARTE 1 ÜBERWIEGENDER GEBÄUDETYP (BAUBLOCKSCHARF) .................................................................................... 7
KARTE 2 ÜBERWIEGENDE BAUALTERSKLASSE (BAUBLOCKSCHARF) ............................................................................... 8
KARTE 3 BAUDENKMÄLER .................................................................................................................................. 8
KARTE 4 FERNWÄRMENETZ ................................................................................................................................ 9
KARTE 5 WÄRMEERZEUGUNGSANLAGEN ............................................................................................................. 10
KARTE 6 DEZENTRALE WÄRMEVERSORGUNG (BAUBLOCKSCHARF) ............................................................................. 11
KARTE 7 WÄRMEVERBRAUCHSDICHTE (BAUBLOCKSCHARF) ...................................................................................... 11
KARTE 8 PRIMÄRER ENERGIETRÄGER AM ENDENERGIEVERBRAUCH (BAUBLOCKSCHARF) .................................................. 12
KARTE 9 GROßVERBRAUCHER FERNWÄRME ......................................................................................................... 12
KARTE 10 GROßVERBRAUCHER GAS .................................................................................................................. 13
KARTE 11 POTENZIALFLÄCHEN SOLARTHERMIE (BAUBLOCKSCHARF) .......................................................................... 15
KARTE 12 POTENZIALE AUS ABWÄRME (BAUBLOCKSCHARF) ...................................................................................... 16
KARTE 13 POTENZIAL AUS FLUSS-UND SEETHERMIE (LAGESCHARF) ............................................................................ 16
KARTE 14 TECHNISCHES POTENZIAL FÜR TIEFENGEOTHERMIE (BAUBLOCKSCHARF) ........................................................ 17
KARTE 15: POTENZIAL AUS BIOMASSE NACH POTENZIALTYP (BAUBLOCKSCHARF) ........................................................... 18
KARTE 16: POTENZIAL AUS BIOMASSE NACH DECKUNGSBEITRAG (BAUBLOCKSCHARF) .................................................... 18
KARTE 17 TECHNISCHES POTENZIAL FÜR DIE WÄRMEERZEUGUNG AUS ERSATZBRENNSTOFFEN (BAUBLOCKSCHARF) ............... 19
KARTE 18 TECHNISCHES POTENZIAL FÜR DIE WÄRMEERZEUGUNG AUS ABWASSER (BAUBLOCKSCHARF) .............................. 20
KARTE 19 POTENZIAL AUS OBERFLÄCHENNAHER GEOTHERMIE .................................................................................. 22
KARTE 20 ENERGIEEINSPARUNG IM GEBÄUDEBEREICH (NICHTWOHNGEBÄUDE) ............................................................ 24
KARTE 21 ENERGIEEINSPARUNG IM GEBÄUDEBEREICH (WOHNGEBÄUDE) .................................................................... 24
KARTE 22 STROMNETZAUSBAU ......................................................................................................................... 25
KARTE 23 VERSORGUNGSGEBIETE 2045 ............................................................................................................. 29
KARTE 24 EIGNUNGSGEBIETE FÜR WÄRMENETZE .................................................................................................. 31
KARTE 25 EIGNUNGSGEBIETE FÜR DEZENTRALE WÄRMETECHNOLOGIEN ..................................................................... 32
KARTE 26 EIGNUNGSGEBIETE FÜR WASSERSTOFFNETZE .......................................................................................... 32
KARTE 27 VERSORGUNGSGEBIETE 2030 ............................................................................................................. 34
KARTE 28 VERSORGUNGSGEBIETE 2035 ............................................................................................................. 34
KARTE 29 VERSORGUNGSGEBIETE 2040 ............................................................................................................. 35

*Hinweis: Grundlage für die o.g. kartographischen Abbildungen bildet der Amtliche Stadtplan Stadt Halle
(Saale), FB Städtebau und Bauordnung, Abt. Stadtvermessung

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
Beteiligungsdokumentation

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Beteiligungsdokumentation zum Kommunalen Wärmeplan Halle (Saale)
30. Januar 2026

Die Öffentlichkeits- und Akteursbeteiligung für den Kommunalen Wärmeplan der Stadt Halle
(Saale) erstreckte sich über einen Zeitraum von März 2025 bis Januar 2026 und bildete einen
zentralen Bestandteil des gesamten Wärmeplanungsprozesses. Die Stadt verfolgte das Ziel, den
Transformationspfad hin zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung transparent,
nachvollziehbar und dialogorientiert zu gestalten und eine breite Einbindung von Bevölkerung,
Fachakteuren, Institutionen und politischen Entscheidungsträgern sicherzustellen. Grundlage
dieser Beteiligungsphase war die Fertigstellung des Wärmeplans in der Fassung vom 22. September
2025, der im Anschluss zur Offenlage bereitgestellt und in mehreren Formaten der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht wurde.
Der offizielle Auftakt der Öffentlichkeitsbeteiligung fand am 25. September 2025 in der Händelhalle
statt. Dabei handelte es sich um eine kombinierte Informations- und Dialogveranstaltung, bei der
den Besucherinnen und Besuchern ein ausführlicher Überblick über die zukünftige
Wärmeversorgung der Stadt gegeben wurde. An verschiedenen Themenständen konnten die
Besucher einen Einblick in die wesentlichen Elemente des kommunalen Wärmeplans nehmen sowie
Fachinformationen zu Fernwärme, Wärmepumpe, Gebäudedaten, Förderprogrammen sowie
digitalen Werkzeugen wie „GebäudeCheck" und „FörderFinder" erhalten. Die breite öffentliche
Resonanz von über 300 Teilnehmenden zeigt sich in einem umfangreichen Pressespiegel. Diese
Medienpräsenz trug maßgeblich dazu bei, die Sichtbarkeit des Wärmeplanungsprozesses zu
erhöhen und die Bevölkerung auf den Beteiligungszeitraum aufmerksam zu machen.
Parallel zur Informationsveranstaltung begann die formelle Offenlage des Wärmeplans, die vom 25.
September bis 30. Oktober 2025 andauerte. Der vollständige Plan, bestehend aus dem
Abschlussbericht, den Maßnahmensteckbriefen zu den Handlungsfeldern Infrastruktur,
Wärmeerzeugung, Kommunikation und Koordination sowie städtebaulichen Maßnahmen, den AG-
Karten zu Versorgungsgebieten und Netzstrukturen sowie weiteren Dokumenten, wurde an
mehreren öffentlich zugänglichen Orten ausgelegt. Dies erfolgte im Foyer der Scheibe A in der
Neustädter Passage sowie im Bürgerservice des Ratshofs am Marktplatz. Da es an beiden
Standorten keine Möglichkeit gab, großformatige Karten aufzuhängen, wurden diese direkt in den
Ordner integriert, um eine vollständige Einsichtnahme zu gewährleisten. Ergänzend wurde ab dem
26. September eine Ausstellung in der vierten Etage des Ratshofs eingerichtet, sodass der
Wärmeplan auch über die formalen Auslegungsorte hinaus kontinuierlich zugänglich war. Parallel
erfolgte eine umfassende digitale Bereitstellung der Dokumente auf der städtischen
Beteiligungsplattform www.mitmachen-in-halle.de sowie auf der themenspezifischen Webseite
www.halle.de/kwp, die beide im Einladungsschreiben und während der Auftaktveranstaltung
prominent kommuniziert wurden. Im Rahmen der Offenlage wurde die Möglichkeit geschaffen,
Fragen und Stellungnahmen an die zentrale E-Mail-Adresse des Dienstleistungszentrums
Klimaschutz zu richten (dlz- klimaschutz@halle.de), die als Anlaufstelle für Bürgeranliegen diente.
Die Stadt wies in mehreren Unterlagen und im Amtsblatt ausdrücklich darauf hin, dass
Rückmeldungen auf diesem Weg willkommen sind. Die Beteiligungsphase wurde durch digitale
Werkzeuge unterstützt, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als „Digitale Helfer der
Wärmewende" beworben wurden. Dazu zählten insbesondere der „GebäudeCheck", der
Eigentümerinnen und Eigentümern eine Bewertung des energetischen Sanierungsstands und
möglicher Effizienzmaßnahmen ermöglichte, sowie der „FörderFinder", der individuelle
Fördermöglichkeiten für Heizungstausch, Wärmedämmung oder Photovoltaik recherchierte. Beide
Werkzeuge wurden im Zuge der Beteiligung ausführlich vorgestellt und dienten als

Kommunaler Wärmeplan der Stadt Halle (Saale)
Beteiligungsdokumentation

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niedrigschwellige Hilfsmittel für die Orientierung im komplexen Themenfeld der Wärmeplanung.
Durch diese Tools konnte die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern eine konkrete Einschätzung der
Auswirkungen der Wärmeplanung auf das eigene Gebäude ermöglichen und gleichzeitig
Transparenz hinsichtlich wirtschaftlicher und technischer Optionen schaffen.
Bereits vor Beginn der öffentlichen Beteiligung fand eine umfassende frühzeitige Einbindung
relevanter institutioneller Akteure statt. Dies betraf insbesondere die Energie- Initiative Halle
(Saale) sowie Fachbereiche der Stadtverwaltung. Dadurch wurden elementare an der
Energiewende beteiligten Institutionen bzw. Interessenvertreter aktiv darum gebeten,
Stellungnahmen abzugeben und sich in die Erarbeitung der Planfassung einzubringen.
Parallel zur Offenlage fanden Ende September bis Anfang Dezember 2025 umfangreiche politische
Konsultationen statt. In diesem Zeitraum wurden sämtliche Fraktionen des Stadtrates in
Einzelterminen umfassend informiert. Begonnen wurde am 29. September mit der Fraktion Die
Linke, gefolgt von der AfD am 6. Oktober, sowie Volt/Mitbürger am 13. Oktober. Es folgten die CDU-
Fraktion am 20. Oktober, Bündnis 90/Die Grünen und FDP/FW am 3. November, sowie Hauptsache
Halle am 10. November. Die SPD-Fraktion schloss die Beteiligungsrunde am 8. Dezember ab. Diese
Gespräche hatten das Ziel, die Fraktionen über Inhalte, Szenarien und Maßnahmen des
Wärmeplans zu informieren, Fragen zu klären und Anregungen für die spätere Beschlussfassung
aufzunehmen. Die politischen Konsultationen wurden somit zu einem integralen Bestandteil des
Beteiligungsprozesses und trugen dazu bei, eine spätere breite politische Legitimation des
Wärmeplans vorzubereiten.
Im Anschluss an die Öffentlichkeitsphase beginnt der formale Gremienlauf, der sich nach den
Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes richtet. Die Beschlussvorlage, in der Fassung vom 18.
November 2025, dokumentiert diesen Prozess ausführlich und legt dar, dass der Wärmeplan in
allen relevanten Ausschüssen vorgestellt und beraten wird, bevor dem Stadtrat am 25. März 2026
die endgültige Fassung zur Entscheidung vorgelegt wird. Die Beschlussvorlage hält zudem fest, dass
der kommunale Wärmeplan als strategische Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Bereich
der Wärme- und Energieinfrastruktur dient und die Transparenz gegenüber der Bevölkerung stärkt,
da Entscheidungen künftig kohärent und datenbasiert erfolgen können. Der Wärmeplan
verpflichtet die Verwaltung, jährliche Monitoringberichte vorzulegen, die Umsetzung der
Maßnahmen zu koordinieren und den Plan turnusgemäß fortzuschreiben.
Die Beteiligungsphase zum Kommunalen Wärmeplan Halle (Saale) war bzw. ist damit umfassend,
mehrstufig und transparent gestaltet. Die Kombination aus einer großen Auftaktveranstaltung,
mehreren Auslegungsorten, einer digitalen Bereitstellung aller Unterlagen, niedrigschwelligen
Informations- und Beratungsmöglichkeiten sowie der gezielten Einbindung politischer Gremien
und relevanter Akteure führte dazu, dass der Planungsprozess breit abgestützt und öffentlich
nachvollziehbar wurde. Insbesondere der Einsatz digitaler Instrumente, die hohe Medienpräsenz
und die gründliche Einbindung der Energie-Initiative, sowie der Fachbereiche trugen dazu bei, die
Wärmeplanung als gesamtstädtisches Gemeinschaftsprojekt zu verankern. Die Beteiligung
ermöglichte es den Bürgerinnen und Bürgern, ihre Fragen einzubringen, sich über technische und
finanzielle Optionen zu informieren und den Transformationsprozess aktiv mitzugestalten. Damit
erfüllt die Stadt Halle (Saale) nicht nur die gesetzlichen Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes,
sondern übertrifft diese durch zusätzliche dialogorientierte Elemente, die den sozialen und
informativen Charakter des Verfahrens stärken.