Stadt Friedrichshafen Vorstudie zur Umgestaltung des Romanshorner Platzes; Gesamtkosten 1,9 Mio EUR genehmigt
2026 / V 00071 Seite 1 von 7 Referent und Zeitdauer: Adam Rosol und Sascha Deißler, freiraumwerkstadt (20 Minuten) STADT FRIEDRICHSHAFEN Sitzungsvorlage Drucksache-Nr. 2026 / V 00071 Ausfertigungen: Amt für Stadtplanung und Umwelt, AST, BSO, SBV, STP, TGA Dienststelle: Amt für Stadtplanung und Umwelt Aktenzeichen: SU/Ur Si-TGA/FSt 02.04.2026, Unterschrift: Mitzeichnung (Datum, Kurzzeichen): BM Stauber
BM N. N.
EBM Hein
OB Blümcke
Betreff: Umgestaltung Romanshorner Platz - Ergebnis der konzeptionellen Vorstudie Anlage(n): Anlage 1 Entwurf Romanshorner Platz freiraumwerkstadt Anlage 2 Baumgutachten Klug vom 21.01.2026 Medien: Bitte ankreuzen. Alles, was präsentiert werden soll, muss mindestens 3 Arbeitstage vor den jeweiligen Sitzungen der Geschäftsstelle des Gemeinderates zugeleitet werden, damit die Präsentation gewährleistet werden kann. MS Office Dateien (inkl. ppt, .mpp) .pdf-, htm- Dateien DVD Gremium: Datum: Zuständigkeit: Öffentlichkeitsstatus: Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt / Betriebsausschuss SE 05.05.2026 Vorberatung öffentlich Gemeinderat 18.05.2026 Beschluss öffentlich Ggf. Hinweis auf frühere Behandlung des Beratungsgegenstandes (Gremium, Datum, Drucksache-Nr.):
2026 / V 00071 Seite 2 von 7 FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN ja nein Kosten: einmaliger Aufwand (konsumtiv) Betrag: EUR einmalige Auszahlung (investiv) Betrag: 1.900.000 EUR jährlicher Folgeaufwand: Personalkosten Betrag: EUR Sachkosten Betrag: EUR Zuschüsse einmalige Einzahlung Betrag: EUR bzw. Beiträge: laufende Einzahlungen Betrag: EUR MITTELBEREITSTELLUNG IM HAUSHALT: Stadt Ergebnis- HH Finanz-HH Kontierungen: 7.54100000G0004 / 78730000 Stiftung Ergebnis- HH Finanz-HH Kontierungen: Zur Verfügung stehende Mittel Ermächtigungsübertrag 2025 nach 2026: 750.000 EUR Bereitgestellte Mittel 2026: 650.000 EUR Noch bereitzustellen in DHH 2027/2028 (in 2027): 500.000 EUR
2026 / V 00071 Seite 3 von 7 Beschlussantrag: 1. Die konzeptionelle Vorstudie wird zur Kenntnis genommen und der Umgestaltung des Romanshorner Platzes mit erwarteten Gesamtkosten von 1.900.000 EUR wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, aufbauend auf der Vorstudie die Platzgestaltung zu detaillieren, die Maßnahmen auszuschreiben und umzusetzen. FN!-CHECK wurde durchgeführt: ja (der FN!-Check liegt der DS als Anlage bei) Zusammenfassende Einschätzung und Hinweise zur weiteren Planung: nein Begründung: Check nicht erforderlich lt. Ausschlusskatalog
KLIMAWIRKUNG wurde geprüft: ja (der Klima-Check liegt der DS als Anlage bei): Zusammenfassende Einschätzung und Hinweise zur weiteren Planung: Die Umgestaltung hat eine fördernde Wirkung v.a. für die ökologische Tragfähigkeit und Soziales und Gesellschaft. Durch die die Umgestaltung sind keine hervorzuhebenden Wirkungen auf die Rahmenbedingung und die Fernwirkung zu erwarten. nein Begründung: Eine CO2-Einsparung ist nicht quantifizierbar. Grundsätzlich wirkt sich die Umgestaltung durch Baumpflanzungen, Entsiegelung und Förderung des Umweltverbundes positiv auf das Klima aus. Check nicht erforderlich lt. Ausschlusskatalog bzw. FN!-Check
2026 / V 00071 Seite 4 von 7 Begründung: 1. Hintergrund Hintergrund der Neugestaltung des Romanshorner Platzes ist das 2022 vom Gemeinderat beschlossene Gesamtkonzept zur Gestalterischen Aufwertung der Innenstadt, bei dem der Romanshorner Platz als erste Priorität nach dem Adenauerplatz festgelegt wurde. Entsprechend der damals festgelegten Reihenfolge folgt nun, nach Fertigstellung des Adenauerplatzes Ende 2023, die Umgestaltung des Romanshorner Platzes. Der Romanshorner Platz ist mit seiner Lage am Parkhaus „Altstadt“, Busbahnhof und im Bereich der Fähranlegestelle des Bodensees ein wichtiges Eingangstor in die Innenstadt und städtisches Drehkreuz der Mobilität im Umweltverbund. Auf dem Platz bestehen vielfältige Interessen und Nutzungen wie z.B. der Zugang zum Parkhaus und einem großen Lebensmittelmarkt sowie die Bespielung durch das Seehasenfest und den Weihnachtsmarkt. Zudem bietet der Romanshorner Platz die einzige größere befahrbare Aktionsfläche für Sonderveranstaltungen in der Innenstadt. Des Weiteren läuft über den Romanshorner Platz die fuß- und radläufige Verbindung von Osten kommend in die Innenstadt. Im Bestand ist der Romanshorner Platz stark versiegelt. Aufgrund der unzureichenden Beschattung, der Versiegelung und der Reflexion des Gebäudes heizt sich der Bereich im Sommer stark auf. Das vorhandene Baumquartier ist mit Blauglockenbäumen (Paulownien) bestanden und bietet aufgrund der Umrandung der Bäume mit Fahrradstellplätzen und fehlenden Sitzmöglichkeiten keine Möglichkeit den hier entstehenden Schatten zu nutzen. Das im südlichen Randbereich des Platzes befindliche Wasserspiel ist klein dimensioniert und trägt aufgrund der fehlenden Beschattung nur bedingt zur Abkühlung bei. Durch die Anordnung der vorhandenen Elemente wirkt der Platz teilweise unübersichtlich. Verbunden mit unzureichender Beleuchtung entwickelten sich hier zunehmend Angsträume. Infolgedessen sind entsprechend der vorhandenen Konzepte die wesentlichen Ziele zur gestalterischen Bearbeitung des Platzes u.a.:
Aufwertung des Platzes als identitätsstiftender Ort
Förderung der Aufenthaltsqualität
Verbesserung der Begrünung u. Hitzevorsorge
klimaangepasstes Regenwassermanagement
Förderung einer nachhaltigen Mobilität
nachhaltiger Umgang mit vorhandenen Materialien
Stärkung des ansässigen Einzelhandels durch attraktives Umfeld Aufwertung des Platzes als identitätsstiftender Ort Der zum großen Teil versiegelte Vorplatz des Edeka ist ein wichtiges Drehkreuz und wird sowohl im Sommer als auch im Winter durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen bespielt. Die thermische Belastung im Sommer ist hoch, der Platz bietet wenig Grün und schattige Sitzgelegenheiten und die Aufenthaltsqualität ist entsprechend gering. Trotz seiner innerstädtischen Lage und wichtigen Funktion wird der Romanshorner Platz seiner Aufgabe nicht gerecht und soll daher entsprechend aufgewertet werden, um seiner zentralen Bedeutung gerecht zu werden.
2026 / V 00071 Seite 5 von 7 Förderung der Aufenthaltsqualität Der Platz bietet aktuell wenig Aufenthaltsmöglichkeiten und -qualität. Infolge der angrenzenden Mauer des Hafenbahnhofs und der Fahrradabstellanlage entstehen dunkle Räume, die den Aufenthalt einer bestimmten Klientel fördern und Angsträume bilden. Durch die Umgestaltung soll die Aufenthaltsqualität des Platzes in den Vordergrund gestellt werden. Die Schaffung von mehr Sitzgelegenheiten, begrünten und beschatteten Bereichen in Verbindung mit Wasserelementen, welche zusammen das Mikroklima fördern, dienen der Belebung des Platzes. Durch offene Bereiche und bessere Sichtbeziehungen sollen Angsträume aufgelöst werden. Verbesserung der Begrünung u. Hitzevorsorge Die Verbesserung der Hitzevorsorge geht mit der Begrünung einher. Großflächige Entsiegelungen und die Schaffung größerer, beschatteter Grünräume führt zu einer Verbesserung der messbaren und gefühlten Temperatur. Zudem kann durch eine Baumpflanzung entlang der Südfassade die Reflexion der Strahlung und damit die Hitzeentwicklung reduziert werden. Auch die Integration von Wasserelementen trägt zur Hitzevorsorge bei. Klimaangepasstes Regenwassermanagement Auf dem Platz anfallendes Regenwasser soll zur Bewässerung der Grünflächen und der Bäume genutzt werden. Ziel ist es möglichst viel Wasser in der Fläche zu halten, um neben der Erhöhung der Verdunstungsrate, zum einen den Frischwasserbedarf der Grünflächen zu verringern und zum anderen, im Falle eines Starkregenereignisses, eine Überflutung der Unterführung zum Buchhornplatz abzupuffern. Förderung einer nachhaltigen Mobilität Als Drehkreuz des Umweltverbundes bietet der Romanshorner Platz zukünftig eine gesteigerte Aufenthaltsqualität für auf Bus und Bahn wartende Gäste und Einwohnende. Zur Förderung der Erreichbarkeit werden insgesamt 86 Fahrradstellplätze installiert. Diese sind zukünftig in der Nähe zu den Gebäudeeingängen und der Bushaltestelle orientiert. Zudem bietet eine Abstellzone für Leih-E-Pedelecs und -E-Roller ein ergänzendes Angebot zur Fortbewegung. Im Rahmen der Förderung des Fuß- und Radverkehrs Richtung Hinter Hafen ist in zukünftigen Planungen, in Abstimmung mit dem Landratsamt Bodenseekreis, auch die Querungshilfe der Straße zu betrachten und zu berücksichtigen. Nachhaltiger Umgang mit vorhandenen Materialien Auch die Nachhaltigkeit im Umgang mit vorhandenen Materialien und strukturgebenden Elementen liegt im Fokus der Umgestaltung des Platzes. Daher soll die vorhandene Baumgruppe sinnvoll in die Planung integriert und, durch die Entfernung der Fahrradabstellmöglichkeiten an dieser Stelle, zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus sollen Materialien, wie der das gesamten innerstädtische Gebiet verbindende Pflasterstein, weitestgehend belassen bzw. wieder integriert werden. Stärkung des ansässigen Einzelhandels durch attraktives Umfeld Durch die Umgestaltung sollen Besuchende und Einwohnende den Platz stärker als Teil der Innenstadt nutzen. Infolge der höheren Frequentierung soll so auch der ansässige Einzelhandel gestärkt werden. 2. Vorgehen und Ergebnis der konzeptionellen Vorstudie Basierend auf dem 2019 beschlossenen Konzept zur gestalterischen Aufwertung der Innenstadt wurden die Bedarfe und Möglichkeiten des Romanshorner Platzes ermittelt und infolge eines iterativen Prozesses ein Entwurf mit hoher Aufenthaltsqualität, einer Verbesserung der Begrünung und Hitzeentwicklung und einem
2026 / V 00071 Seite 6 von 7 klimaangepasstem Regenwassermanagement entwickelt. Als Teil der Bedarfs- und Möglichkeitenermittlung erfolgte auch die Erstellung eines Baumgutachten zur Beurteilung des Erhaltungspotenzials und der Funktion der Blauglockenbäume durch einen externen Gutachter. Gemäß Baumgutachten des Sachverständigenbüro Klug vom 21.01.2026 (s. Anlage 2) haben die hier stehenden Paulownien eine mittlere Funktion; trotzdem kann ihr Erhaltenspotential als langfristig eingeschätzt werden. Eine leichte Optimierung des Standorts könnte ihr Wachstum und damit ihre Funktion verbessern. Der vorliegende Entwurf (siehe Abb. 1 und Anlage 1) zeigt eine große Klimainsel mit Baumneupflanzungen und einem neuen kühlenden Wasserspiel als neues Zentrum des Romanshorner Platz. Die Insel liegt als eingebettetes Mosaik im bestehenden Pflasterbelag und bietet in den Zwischenräumen Platz für Aufenthalt und saisonale Nutzungen. Der Pflasterbelag außerhalb der umzugestaltenden Bereiche soll weitestgehend erhalten bleiben. Die Baumneupflanzungen fungieren mit Verschattung und Verdunstungskühlung als Klimahaine, und beeinflussen das Mikroklima des Platzes positiv. Die vorhandene Bauminsel mit den Blauglockenbäumen bleibt erhalten und wird in die Gestaltung integriert. Durch Vergrößerung des Wurzelraumes, Belüftung und Düngung werden die Standortbedingungen der Blauglockenbäume verbessert, so dass dieser Baumbestand langfristig erhalten bleibt. Das am südlichen Rand des Platzes geplante Wasserspiel bildet einen Geräuschvorhang hin zur Bushaltestelle Hafenbahnhof und fungiert als überfahrbarer, multifunktionaler Bereich für Feste, so dass Bodenseeweihnacht und Seehasenfest weiterhin dort platziert werden können; das Seehasenfest jedoch in anderer Form (ohne Fahrgeschäfte). Entlang des EDEKA entsteht ein Baumvorhang mit Aufenthaltsbereich zum Platz hin, welcher sich räumlich vom Transit- und Bewegungsbereich absetzt. Hier und im Hain selbst werden zahlreiche Sitzmöglichkeiten die Funktionen des Platzes verbinden – Cafébesuchende und Wartende des ÖPNV finden hier Aufenthaltsmöglichkeiten. Durch die Installation von 43 Fahrradbügeln ist auch die Erreichbarkeit und Förderung des Umweltverbundes berücksichtigt.
2026 / V 00071 Seite 7 von 7 Abbildung 1: Ergebnis der konzeptionellen Vorstudie zur Umgestaltung des Romanshorner Platzes Für neu zu pflanzende Bäume und Besta