IWF senkt Weltwirtschaftswachstum 2026; Ölpreis steigt 84% Wenn geopolitische Schocks zum Alltag werden: Die neue Realität der Märkte Wenn geopolitische Schocks zum Alltag werden: Die neue Realität der Märkte Die aktuelle April-Ausgabe der Economics & Finance Perspectives analysiert, wie der Beginn des Irankriegs und die faktische Sperrung der Straße von Hormuz innerhalb weniger Wochen die wirtschaftliche Ausgangslage des Jahres 2026 grundlegend verändert haben und welche Folgen das für Konjunktur, Inflation und Finanzmärkte haben könnte. Der Beginn der US-israelischen Militärschläge gegen den Iran am 28. Februar 2026 hat die wirtschaftliche Ausgangslage des laufenden Jahres grundlegend verändert. Die faktische Sperrung der Straße von Hormuz trieb den Rohölpreis seit Jahresbeginn um 84 Prozent nach oben und unterbrach globale Lieferketten. Ein kurzes Waffenruhe-Fenster Anfang April entspannte die Lage vorübergehend, doch mit der erneuten Schließung der Meerenge pendelt sich der Ölpreis derzeit bei rund 95 bis 105 US-Dollar je Barrel ein. Die Folgen sind bereits in den Daten sichtbar. Der IWF senkte im World Economic Outlook April 2026 seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft auf 3,1 Prozent und warnt im adversen Szenario einer anhaltenden Blockade vor einem Rückgang auf 2,5 Prozent. Im Euroraum sprang der Harmonisierte Verbraucherpreisindex im März auf 2,6 Prozent und verzeichnete den stärksten Monatsanstieg seit Oktober 2022. Deutschland ist als exportorientierte und energieintensive Volkswirtschaft besonders exponiert. Die Gemeinschaftsdiagnose rechnet für 2026 mit einem BIP-Wachstum von lediglich 0,4 Prozent, und die BMWE-Frühjahrsprojektion vom 23. April 2026 liegt mit 0,3 Prozent bereits darunter. Wir verorten unser Basisszenario für den Euroraum bei einem Wachstum von 0,8 bis 1,0 Prozent und einer Jahresdurchschnittsinflation von 2,8 bis 3,0 Prozent. Damit liegen wir über der Inflations-Projektion der EZB von 2,6 Prozent. Im adversen Szenario mit einer stagflationären Verfestigung bei anhaltender Hormuz-Blockade dürften Wachstum und Inflation weit schlechtere Niveaus erreichen. In diesem Fall erwarten wir 0,2 Prozent bis 0,4 Prozent Wachstum für die Eurozone, was zwischen der adversen EZB-Einschätzung und dem Downside Szenario der Allianz liegt. Für Deutschland betrachten wir die Wachstumsprognose der Gemeinschaftsdiagnose von 0,4 Prozent als das optimistische Ende des realistischen Szenariospektrums. Dass die BMWE-Frühjahrsprojektion mit 0,3 Prozent (preis-, saison-, und kalenderbereinigt) bereits darunterliegt, signalisiert, dass auch die offizielle Erwartung in diese Richtung tendiert. Bei einer Inflation, die im Basisszenario zwischen 2,7 und 3,0 Prozent liegen dürfte, überwiegen die inflationären Aufwärtsrisiken. Im adversen Szenario anhaltender Blockade und einsetzender Zweitrundeneffekte bei Löhnen und Erzeugerpreisen dürfte das Wachstum diese Marken deutlich verfehlen, während die Inflation bis 3,5 Prozent selbst die der Bundesbank-Warnung von „deutlich in Richtung 3 Prozent" übersteigen würde. Geldpolitisch steht die EZB vor einer Kehrtwende. Noch bevor Kriegsbeginn wurden für dieses Jahr keine weiteren Zinsschritte seitens der EZB erwartet. Aktuell hingegen preisen Marktteilnehmer nun für Juni 2026 einen ersten Zinsschritt um 25 Basispunkte ein, gefolgt von einer weiteren Erhöhung bis Jahresende. Wir halten diesen Pfad für das wahrscheinlichste Basisszenario, sofern die Öl-Preise oberhalb von 90 US-Dollar je Barrel verbleiben und die April-Inflationsdaten eine weitere Beschleunigung des Preisdrucks im zweiten Quartal bestätigen. An den Finanzmärkten hat der Angebotsschock Stagflationserwartungen etabliert. Diese Erwartungen führen dazu, dass sich Anleihen- und Aktienkurse vermehrt in die gleiche Richtung bewegen. Erhöhte Laufzeitprämien und eine veränderte Korrelation zwischen Aktien und Anleihen sind Ausdruck einer strukturellen Neubewertung, die auch nach einer möglichen Deeskalation nicht vollständig zurückgehen dürfte. Der IWF warnt im Global Financial Stability Report zusätzlich vor wachsenden Verwundbarkeiten unter anderem in Staatsanleihemärkten und im Private-Credit-Segment. Economics & Finance Perspective April 2026: Wenn geopolitische Schocks zum Alltag werden: Die neue Realität der MärkteDie aktuelle April-Ausgabe der Economics & Finance Perspectives analysiert, wie der Beginn des Irankriegs und die faktische Sperrung der Straße von Hormuz innerhalb weniger Wochen die wirtschaftliche Ausgangslage des Jahres 2026 grundlegend verändert haben und welche Folgen das für Konjunktur, Inflation und Finanzmärkte haben könnte.PDF, 2,2 MB, 28.04.2026 Economics & Finance Perspective April 2026: Wenn geopolitische Schocks zum Alltag werden: Die neue Realität der Märkte Konjunktur & MärkteEuropa zwischen Optimismus und strukturellen ProblemenDie neue Ausgabe der Economics & Finance Perspectives zeigt die aktuellen Herausforderungen Europas in einer globalen Wirtschaft.Artikel vom 27.02.2026 Europa zwischen Optimismus und strukturellen Problemen Konjunktur & MärkteFinanzstabilität im Spannungsfeld technologischer Disruption und politischer RisikenEinen Überblick über aktuelle Entwicklungen der Finanzstabilität und der makroprudenziellen Aufsicht gibt „Financial Stability Perspectives“.Artikel vom 24.02.2026 Finanzstabilität im Spannungsfeld technologischer Disruption und politischer Risiken Konjunktur & MärkteWirtschaft und Märkte zwischen KI-Boom und geopolitischen BrüchenDie neue Ausgabe der Economics & Finance Perspectives zeigt eine Wirtschaftslage, die unübersichtlich und von vielschichtigen Herausforderungen geprägt ist.Artikel vom 27.11.2025 Wirtschaft und Märkte zwischen KI-Boom und geopolitischen Brüchen --- Source: https://www.gdv.de/gdv/themen/wirtschaft/wenn-geopolitische-schocks-zum-alltag-werden-die-neue-realitaet-der-maerkte-198752 sdDatePublished: 2026-04-28T11:07:00Z Topics: economy, economy, business and finance Locations: Germany, Iran, United States, Berlin