Kerstin Stahl erhält Preis für Denkmalpflege im Landkreis Elbe-Elster, Doberlug-Kirchhain; öffentliche Würdigung langjähriger Denkmalsanierung

Kulturreise Elbe-Elster - Denkmal

Begründung für die Auszeichnung von Kerstin Stahl mit dem “Preis für Denkmalpflege” des Landkreises Elbe-Elster

Die Doppelstadt Doberlug-Kirchhain besitzt eine eindrucksvolle Geschichte und damit verbunden auch wichtige regional und überregional bedeutende Objekte der Baukunst. Zu erwähnen wäre in diesem Kontext der gesamte Kloster-Schlosskomplex mit der Klosterkirche, dem Renaissanceschloss und dem Refektorium. Weiterhin wären hier der Rautenstock, der Kleinhof, das Rathaus, das barocke Wohnhaus Markt 1 und die Stadtkirche zu nennen.

Dieses beeindruckende kulturelle und baugeschichtliche Erbe zu bewahren, zu sanieren und einer sinnvollen

Nutzung zuzuführen, ist keine leichte Aufgabe. In dem letzten Jahrhundertviertel konnten unter der Leitung von Kerstin Stahl die wichtigsten Denkmalobjekte reaktiviert, saniert und einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden. Erwähnen möchte ich hier nur auszugsweise die komplette bauliche Sanierung und Restaurierung des Refektoriums, welches vormals als KFZ-Wartungshalle der ehemaligen NVA genutzt wurde und heute zu einem attraktiven Veranstaltungsort für Doberlug und Umgebung geworden ist. Die komplette Sanierung und Restaurierung des Renaissanceschlosses über viele Bauabschnitte und Jahresscheiben hinweg, welche die baulichen und räumlichen Voraussetzungen für die erste Brandenburgische Landesausstellung im Jahr 2014 ermöglichte.

Auch Großprojekte anderer Partner, wie die Stadtpfarrkirche und die Klosterkirche, die durch die zwei Kirchengemeinden saniert und instandgesetzt wurden, oder der Rautenstock, welcher durch einen privaten Investor saniert und umgenutzt wurde, begleitete Kerstin Stahl von städtischer Seite und war stets ein guter und konstruktiver Partner.

Die Lebensqualität einer Stadt hängt auch im besonderen Maße vom Erscheinungsbild der städtischen Straßen und Freiflächen ab. Unter Ihrer direkten Leitung wurden die meisten Straßen, Märkte und Freiräume

der Stadtteile Kirchhain und Doberlug, sowie der Schlossgarten in Doberlug saniert und zukunftstauglich gemacht. Gerade in diesem Bausektor sind unterschiedlichste, und in großen Teilen sogar gegensätzliche, Interessen der Bürger zu berücksichtigen und sinnvoll unter einen Hut zu bringen.

Aber nicht nur die „Schlachtschiffe“ der Baukultur standen im Fokus Ihrer Aufmerksamkeit. Die Bürger in den Denkmalbereichen der Stadtteile Doberlug und Kirchhain fanden immer eine konstruktive Ansprechpartnerin in Fragen der alltäglichen Gebäudesanierung. Gemeinsam mit der unteren Denkmalschutzbehörde fanden im letzten Vierteljahrhundert unzählige Beratungsgespräche mit Bürgern, Kaufinteressenten, Architekten und Ingenieuren statt.

Auch für die baulichen Sorgenkinder der Stadt versuchte sie ständig am Ball zu bleiben, Lösungs- und Nutzungsmöglichkeiten zu finden und geeignete Planungen in die Wege zu leiten. Die Rede ist hier vom Kleinhof, vom Barockgebäude Markt 1 und von der Potsdamer Str. 50-51 in Kirchhain (um nur drei Beispiele zu nennen).

Das erbrachte Engagement, die Zuverlässigkeit, Fachkunde und Leidenschaft von Frau Kerstin Stahl im Umgang mit den vielen genannten Baudenkmalen, Bodendenkmalen und Denkmalbereichen Ihres Wirkungsbereiches verdient in besonderem Maße eine öffentliche Würdigung. Daher zeichnen wir heute Frau Kerstin Stahl mit dem Preis für Denkmalpflege aus.

v.l.n.r. Dr. Gerd Günther, Kerstin Stahl, Anja Miersch, Landrat Christian Jaschinski