Claudia Bogedan hält Festrede beim Mahl der Arbeit in Bremen, Oberen Rathaushalle; Demokratievertrauen der Beschäftigten durch Sozialstaatsdebatte gefährdet

Die Mär vom aufgeblasenen Sozialstaat | DGB Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt

Die Mär vom aufgeblasenen Sozialstaat

DachzeileClaudia Bogedan hält Festrede zum 72. Mahl der Arbeit

Auch dieses Jahr laden die Gewerkschaften sowie Arbeit und Leben in Bremen wieder zum traditionellen Mahl der Arbeit ein.Es findet am 29.04.2026 ab 18 Uhr in der Oberen Rathaushalle statt. Dieses Jahr hältClaudia Bogedan, ehemalige Bremer Bildungssenatorin und Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung,die Festrede.

„Die vergleichsweise erfolgreiche Zivilisierung kapitalistischer Arbeitsverhältnisse durch demokratische Schutz-, Beteiligungs- und Gestaltungspolitik erodiert zunehmend. Die Auseinandersetzung um den Sozialstaat darf daher nie aus dem Blick verlieren, dass damit grundlegende Freiheits- und Teilhaberechte berührt werden“, soClaudia Bogedan.

Christian Wechselbaum, der Vorsitzende des DGB in Bremen,ergänzt: „Wer gerade jetzt wieder längere Arbeitszeiten, Karenztage oder Einschnitte beim Sozialstaat ins Spiel bringt, riskiert das Vertrauen der Beschäftigten. Und fehlendes Vertrauen trifft am Ende auch unsere Demokratie. Die Beschäftigten erwarten Verlässlichkeit: starke Tarifverträge, echte Mitbestimmung und eine Politik, die ihnen Sicherheit gibt, anstatt sie mit immer neuen Zweifeln zu konfrontieren.“

Zum Hintergrund:Das Mahl der Arbeit (MdA) ist eine jährliche Feierlichkeit, die erstmals 1954 in Bremen stattfand und seitdem in der Oberen Rathaushalle des Bremer Rathauses abgehalten wird. Der Zweck dieses Festes besteht darin, die Errungenschaften und den Wert der Arbeit zu würdigen und zu feiern. Heute wird das Fest von Gewerkschaften, angehörigen Betriebs- und Personalrät*innen sowie politischen Organisationen genutzt, um ihre Anliegen und Forderungen in Bezug auf Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit zu präsentieren.