Kantonales Labor Zürich führt Solarienkontrollen in Zürich durch; Minderjähriger Zugang trotz Kontrollen.

Jahresbericht 2025

Erfolgs­ rezepte Erfolgs- rezepte Erfolgs- rezepte Kanton Zürich Gesundheitsdirektion Kantonales Labor Zürich Jahresbericht 2025

« Unser Erfolgsrezept:  Exakt, flexibel  und  lösungsorientiert ! » 2 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 1 Editorial

Kochen Sie ebenso gern wie ich? Rezepte geben den Rahmen vor, doch oft braucht es Flexibilität, wenn Zutaten fehlen oder Gäste besondere Bedürfnisse haben. Genau dieses Zusammenspiel aus Vorgaben und Anpassungsfähigkeit prägt auch die Arbeit des Kantonalen Labors Zürich. Das Gericht Chili con Carne fasziniert mich, weil es sich vielfältig variie­ ren lässt. Dieser Spielraum erinnert mich an meine Aufgaben als Kantons­ chemiker. Bei der Kontrolle von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen, Chemi­ kalien, Solarien und Tabakprodukten sind die gesetzlichen Grundlagen unser Rezept. Sie geben vor, was rechtskonform ist und was nicht. Hand­ lungsspielraum haben wir bei den Massnahmen, die wir anordnen. Dabei beachten wir die Verhältnismässigkeit: Die Massnahmen müssen wirk­ sam, geeignet und lösungsorientiert sein, damit der Sollzustand mög­ lichst schnell wieder erreicht wird. Flexibilität ist auch gefragt, wenn Prüfverfahren noch fehlen. Dann ent­ wickeln wir in kurzer Zeit neue Methoden und überführen sie in den Rou­ tinebetrieb, wie zuletzt bei den Analysen von per- und polyfluorierten Alkyl­ substanzen (PFAS). Wenn die Ressourcen nicht ausreichen, setzen wir auf Zusammenarbeit. Deshalb arbeitet Zürich zum Beispiel mit den Ostschwei­ zer Kantonen zusammen, um den Chemikalienvollzug zu koordinieren. Neben ihren alltäglichen Aufgaben haben meine Kolleginnen und Kollegen im Labor, in den Inspektoraten, der Administration, der Buchhaltung, der IT und dem Hausdienst im vergangenen Jahr auch besondere Heraus­ forderungen mit Bravour gemeistert. Dafür danke ich allen ganz herzlich! Um nochmals darauf zurückzukommen, was mich am Kochen und meiner Arbeit fasziniert: Entscheidend sind nicht die einzelnen Zutaten, sondern ihr Zusammenspiel und die Erfahrung bei der Zubereitung. In diesem Sinne: «En Guete» bei der Lektüre unseres Jahresberichtes! Dr. Martin Brunner Kantonschemiker, Leiter Kantonales Labor Liebe Leserin, lieber Leser 3 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Editorial 1

Solarien: Kontrollen zeigen Wirkung Nachdem bei Beginn der Kon­ trollen im Jahr 2022 in fast allen Solarien Mängel festgestellt wur­ den, hat sich die Situation mitt­ lerweile deutlich verbessert. Die Kontrollen sind weiterhin nötig: Einige Solarienbetreiber deakti­ vierten vorsätzlich die automa­ tische Zutrittskontrolle und er­ möglichten damit den Zugang für Minderjährige. Pilze sicher geniessen Wie jedes Jahr informierte das Kantonale Labor die Bevölke­ rung darüber, was beim Sam­ meln und Zubereiten von Pilzen wichtig ist. Nicht vergessen: Pilze immer kontrollieren lassen! Rechtzeitig zur Pilzsaison wur­ de ein Video zum Thema Pilze sammeln veröffentlicht. Darin erklärt eine Pilzkontrolleurin, wie man Pilze korrekt sammelt, was bei der Pilzkontrolle passiert und wie man die Köstlichkeiten richtig zubereitet. Das Video wurde bereits mehr als 5000 Mal angesehen. Foodtruck-Kontrollen Im Sommer wurden Lebens­ mittelproben aus 19 mobilen Foodtrucks kontrolliert. Bei rund 15 Prozent der Proben wurden Mängel festgestellt. Die betrof­ fenen Betriebe behoben diese Mängel in der Regel rasch. See- und Flussbäder im Fokus Pro Badesaison werden über 200 Wasserproben erhoben. Die Resultate zeigen: Der Bade­ spass in den Seebädern ist in der Regel ungetrübt. Beim Baden in Flüssen ist jedoch erhöhte Vorsicht angezeigt. Bunte Vielfalt QR-Code scannen oder draufklicken, um alle Berichte zu lesen Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 4 2 Berichte

Seit über zehn Jahren gelten im Kanton Zürich Werbebeschränkungen für Suchtmittel. So dürfen in Kinos keine Werbespots für alkoholische Getränke gezeigt werden. Als ein Kino einen Werbespot für Bier ausstrahl­ te, sorgte das Kantonale Labor dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben bereits ab der nächsten Vorstellung eingehalten wurden. Schnitt ! Keine  Alkoholwerbung  im Kino Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 5 Berichte 2

Selbstkontrolle gilt auch  für uns  Einheitliche Kontrollen schaffen Vertrauen Was wir bei den Kontrollen von Betrieben einfordern, gilt selbst­ verständlich auch für uns. Mit einer konsequenten Selbstkon­ trolle stellen wir die Qualität unserer Arbeit sicher. Durch interne Audits überprüfen wir regelmässig, ob unsere Arbeitsanweisun­ gen und Prozessvorgaben eingehalten werden. Zudem werden unsere Mitarbeitenden bei Inspektionen regelmässig begleitet, um einheitliche Kontrollen sicherzustellen. So schaffen wir Transparenz und Vertrauen in nachvollziehbare, klar definierte und vergleichbare Kontrollkriterien. Auch im Labor gelten höchste Standards Von der Probenahme über die Analyse bis zur Beurteilung der Ergebnisse sind alle Schritte dokumentiert und rückverfolgbar. Die Zuverlässigkeit unserer Messergebnisse prüfen wir konti­ nuierlich mit eigenen Referenzproben. Ergänzend nehmen wir an internationalen Ringversuchen teil und vergleichen uns so mit anderen Laboratorien. Neben der internen Qualitätssicherung werden wir zudem im Rahmen unserer Akkreditierungen von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) geprüft. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website. Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 6 2 Berichte

Hier klicken, um alle Berichte des Jahres 2025 zu lesen Alles «High» Protein? Im Rahmen einer gezielten Kam­ pagne zur Untersuchung von «High Protein» Drinks, Müeslis, Riegeln und Brotaufstrichen wurden 80 Prozent der Produk­ te beanstandet. Das zeigt: Oft sind sie mehr Schein als Sein. Dunkle Osterhasen: Genuss oder Risiko? Schokolade kann Schwerme­ talle enthalten, weil die Kakao­ pflanzen diese aus dem Boden aufnehmen. Bei allen zehn vom Kantonalen Labor untersuchten dunklen Osterhasen lag der Cad­ miumgehalt jedoch unter dem gesetzlich festgelegten Höchst­ wert. Mikrobiologische Qualität von Kaffeegetränken Kaffeeautomaten, die auch Milch erhitzen und aufschäumen kön­ nen, müssen besonders sorgfäl­ tig gereinigt werden. Geschieht dies nicht, leidet die mikrobiolo­ gische Qualität: Fast jede vierte Probe war mangelhaft. Frittierölkontrolle – ganz einfach! Immer mehr Gastronomiebetrie­ be nutzen einfache Messgeräte, um die Qualität ihres Frittieröls selbst zu prüfen. So wird der Zeitpunkt für den Ölwechsel nicht verpasst. Das lohnt sich: Nur 2,5 Prozent von über 2500 geprüften Frittierölproben wur­ den beanstandet. Qualität im Fokus Olivenöl in Tischmenagen Die in Tischmenagen angebote­ nen Öle genügen oft nicht den Qualitätsanforderungen. Grund dafür sind meist Mängel bei der Aufbewahrung. In einigen Fällen deckten die Kontrollen zudem Verfälschungen auf. Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 7 Berichte 2

QR-Code scannen oder draufklicken, um alle Berichte zu lesen Listerien im Räucherfisch Geräucherte Fische können mit Listerien belastet sein. Diese Bakterien können bei Risiko­ gruppen zu schweren Infektio­ nen führen. In zwei von fünfzehn untersuchten Fischproben wur­ den Listerien nachgewiesen. Mineralöl in Hülsenfrüchten Das Kantonale Labor Zürich hat in Hülsenfrüchten Mineralöl­ rückstände entdeckt, darunter auch bedenkliche aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Die betroffenen Pro­ dukte wurden zurückgerufen. Pestizid-Bilanz 2025 Wie in den Vorjahren sind pflanz­ liche Produkte aus der Schweiz und der EU weniger belastet als solche aus anderen Herkunfts­ ländern. Am häufigsten wurden Gewürze, Reis, importiertes Gemüse und asiatische Früchte beanstandet. Bei 18 Produkten wurden die Pestizidrückstände als Gesundheitsrisiko eingestuft. Das Kantonale Labor Zürich wies dabei häufig alte, in der Schweiz längst verbotene und beson­ ders giftige Pestizide nach. Neue Vorgaben für PFAS und Ochratoxin A Vollständig oder teilweise fluo­ rierte Stoffe (PFAS) sind in der Umwelt weit verbreitet, ihre Aus­ wirkungen werden laufend un­ tersucht. Das Kantonale Labor Zürich hat zusammen mit ande­ ren Kantonen und dem Bundes­ amt für Umwelt BAFU 76 Proben untersucht und 13 davon bean­ standet. Für das Schimmelpilzgift Ochra­ toxin A gelten neue Vorgaben unter anderem für Ölsaaten, Dattelsirup, Sojabohnen und Hanfsamen. Unsere Untersu­ chungen zeigten unauffällige Ergebnisse. Sicherheit geht vor Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 8 2 Berichte

Für viele Menschen ist Schmuck mehr als nur Zierde, er kann aber auch Risiken bergen. Metallener Schmuck kann Nickel abgeben, Schwermetalle wie Blei und Cadmium ent­ halten oder eine Verletzungs- und Ver­ schluckungsgefahr darstellen. Die Untersu­ chung von 32 Schmuckstücken wie Ohrringen, Armbändern und Ketten zeigte, dass der Grossteil unbedenklich ist. Sechs Produkte mussten jedoch vom Markt genommen wer­ den. Eine Sendung mit Armreifen aus Indien wurde vom Zoll entsorgt. Schmuck oder  gefährlich  ? 9 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Berichte 2

Das Jahr in Zahlen Betriebe und Inspektionen 246 Industrie 112 Inspektionen 107 kein Risiko 0 Risiko gross 3 Risiko erheblich 96 Risiko klein 5180 Handel 2777 kein Risiko 4 Risiko gross 69 Risiko erheblich 785 Risiko klein 1849 Inspektionen 9457 Gastronomie 5667 kein Risiko 17 Risiko gross 404 Risiko erheblich 2639 Risiko klein 5743 Inspektionen 1683 Gewerbe 685 Inspektionen 1191 kein Risiko 5 Risiko gross 38 Risiko erheblich 283 Risiko klein «Mehr Betriebe – gezielte Kontrollen» Im Kanton Zürich ist die Zahl der Betriebe gestiegen. Um die Ressourcen der Lebensmittel­ kontrolle gezielt einzusetzen, ist die Risikobeurteilung der Betriebe zentral. Jeder Betrieb wird nach einem einheitlichen System bewertet, welches das Intervall bis zur nächsten Kontrolle festlegt. Betriebe mit erhöhtem Risiko werden häufiger kontrolliert, solche mit gut funktionierender Selbstkontrolle in grösseren Abständen. So werden die Ressourcen dort eingesetzt, wo sie für den Schutz der Gesundheit am meisten Wirkung entfalten. 10 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 3 Betriebsstatistik

221 Trinkwasserversorgungen 67 Inspektionen 232 Badeanlagen 63 Inspektionen 1800 Chemikalienbetriebe 114 Inspektionen 118 Solarien 32 Inspektionen Bei der Statistik für Solarien und Chemikalienbetriebe ist zu beachten, dass diese Betriebe nicht meldepflichtig sind. Für bestimmte Chemikalienbetriebe, wie zum Beispiel Hersteller, Importeure, ausgewählte Händler oder Schädlingsbekämpfer, ist es hingegen vorgeschrie­ ben, dem Kantonalen Labor eine Chemikalien-Ansprechperson mitzuteilen. Diese Betriebe werden in ein risikobasiertes Kontrollschema aufgenommen. 11 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Betriebsstatistik 3

« Mit  gezielten Kontrollen   und Testkäufen  sorgen wir dafür, dass die Vor­gaben des Tabakproduktegesetzes eingehalten werden. » 12 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 4 Interview

Neue Fachstelle für Tabakprodukte, elektronische Zigaretten und Jugendschutz Seit dem Inkrafttreten des neuen Tabak­ produktegesetzes gelten schweizweit die gleichen Regeln für die Herstellung und Vermarktung von Tabakprodukten und E-Zigaretten. Der Regierungsrat hat für den Vollzug eine Fachstelle beim Kantonalen Labor Zürich geschaffen. Dr. Marita Skarpeli-Liati ist Chemikerin und leitet die neue Fachstelle für Tabakprodukte. Sie gibt einen Ein­ blick in den Aufbau der Fachstelle und die vielfältigen Vollzugsaufgaben. Marita, wie bist du beim Aufbau der Fachstelle vorgegangen? Der Zürcher Regierungsrat hat im Juli 2025 beschlos­ sen, dass das Kantonale Labor Zürich für den Vollzug des neuen Tabakproduktegesetzes zuständig ist. Der Aufbau der Fachstelle war vielseitig und spannend: Wir haben Vollzugskonzepte erarbeitet, IT-Systeme erweitert, neue Arbeitsprozesse eingeführt, ein Team aufgebaut und Testkäufe in Auftrag gegeben. Ich schätze die Möglichkeit sehr, einen effizient funktio­ nierenden Vollzug aufbauen zu können. Was hat sich mit dem neuen Gesetz genau ge­ ändert? Bisher waren Tabakprodukte im Lebensmittelgesetz geregelt. In einigen Kantonen galten zusätzlich teils unterschiedliche Regelungen wie beispielsweise bei der Altersgrenze für den Verkauf. Mit dem Tabakpro­ duktegesetz gelten neu schweizweit einheitliche Re­ geln. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Produkte keine unerwarteten Gesundheitsrisiken ver­ ursachen. Werbung, Sponsoring und Verkaufsförde­ rung wurden eingeschränkt. Der Bund hat drei Serien von Warntexten und Warnbildern überarbeitet. Die Unternehmen müssen künftig alle zwei Jahre eine an­ dere Serie auf den Packungen anbringen. Zudem wur­ de der Jugendschutz gestärkt: Tabakprodukte dürfen nicht an unter 18-Jährige abgegeben werden. Ausser­ dem gibt es neu eine schweizweite gesetzliche Grund­ lage für Testkäufe. Was bedeutet dies für die Betriebe? Wie bei den Lebensmitteln sind die Unternehmen selbst für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verantwortlich. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Produkte gesetzeskonform vermarktet werden. Das betrifft unter anderem die Zusammensetzung, Kenn­ zeichnung, Sicherheitsanforderungen, die Werbung und die Abgabe, also insbesondere den Jugendschutz. Neu müssen sie beispielsweise auch Notfallmassnah­ men wie einen Rückruf regeln. Zudem müssen Herstel­ ler und Importeure ihre Produkte beim Bund melden. Wie wird das genau kontrolliert? Unsere Fachstelle führt Betriebs- und Produktekontrol­ len, Werbekontrollen sowie Testkäufe durch. Betriebs­ kontrollen finden bei den Unternehmen beziehungs­ weise Verkaufsstellen vor Ort statt. Dabei prüfen wir Herstellungsprozesse, Selbstkontrollkonzepte, Melde­ pflichten und die Werbung. Auch Webshops werden kontrolliert. Die Produkte werden im Labor auf ihre Zutaten analysiert und die Kennzeichnung wird über­ prüft. Bei Testkäufen wird mithilfe beauftragter Jugend­ licher kontrolliert, ob Tabakprodukte an Minderjährige abgegeben werden. In der Stadt Zürich wurden 2023 in 25 Prozent der Fälle Alkohol und Tabak an Jugend­ liche verkauft. Dies zeigt den Handlungsbedarf. Wie geht es jetzt weiter? Seit dem 1. November 2025 vollziehen wir effektiv das Gesetz. Wichtig ist dabei der Austausch insbesonde­ re mit anderen Kantonen, dem Bund und Gemeinden. Ich freue mich, dass wir dank der neuen Fachstelle einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, leisten können. Neues Tabakproduktegesetz Seit dem 1. Oktober 2024 gilt das neue Tabakproduktegesetz. Es regelt die Her­ stellung und Vermarktung von Produkten wie Zigaretten, Zigarren, Schnupf- und Kautabak, Tabakerhitzern, Snus, Vapes und Hanf mit niedrigem THC-Gehalt. Zu­ dem schafft es die gesetzliche Grund­ lage für Testkäufe.  Dr. Marita Skarpeli-Liati   Chemikerin, Leiterin Fachstelle   für Tabakprodukte  13 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Interview 4

Untersuchungen nach Warenkategorie «Ob drinnen oder draussen: Die Badewasserqualität wird kontrolliert!» Das Kantonale Labor Zürich untersucht jährlich über 1000 Badewasserproben aus mehr als 200 Hallen- und Freibädern sowie aus Flüssen und Seen. Bei allen Proben wird die mikro­ biologische Qualität geprüft, bei Badewasser aus Schwimmbädern zusätzlich chemische Parameter wie der Chlor- und Harnstoffgehalt. Die Resultate aus den Fluss- und Seebädern werden regelmässig auf der interaktiven Badewasserkarte aufgeschaltet. Nebst der aktuellen Badewasserqualität sind dort auch Messwerte aus den vergangenen Jahren und Fotos der Badestellen zu finden. Wir wünschen viel Spass in der Badi! 21’278 untersuchte Proben 32 Kosmetika 32 Schmuck 33 Spielzeug 61 Getränke 56 Lebensmittel- kontaktmaterialien 88 Spezial- lebensmittel 104 Chemikalien 120 Diverse 301 Harn­proben (von Tieren) 1387 Dusch- und Badewasser 4481 Tierische Produkte 2044 Pflanzliche Produkte 3703 Genussfertige Speisen 8836 Trinkwasser 14 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 5 Laborstatistik

Beanstandungsgründe «Gezielte Analysen bei Risikoprodukten ergeben höhere Beanstandungsquoten.» Die Untersuchung von Proben erfolgt risikobasiert. Das bedeutet, dass Produkte, die ein Risiko für die Gesundheit darstellen könnten, gezielt und häufiger kontrolliert werden. Dabei kann eine einzige Probe gleichzeitig auf mehrere Parameter untersucht werden. Eine Honig­ probe wird beispielsweise auf Tierarzneimittelrückstände und Pestizide geprüft, während bei einem Sportriegel die Nährwerte und Zusatzstoffe im Fokus stehen. Insgesamt analy­ sierte das Kantonale Labor Zürich rund 3000 Substanzen. 9,4 Prozent aller Proben waren zu beanstanden. Aufgrund der gezielten Probenahme sieht die Statistik weit ungünstiger aus als die tatsächliche Situation auf dem Markt. Anzahl beanstandete Proben 307 Kennzeichnung 666 Rückstände 929 Mikrobiologie 48 Zusammen- ­setzung 150 Übrige 15 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Laborstatistik 5

Kantonales Labor Kanton Zürich Das Kantonale Labor – überall «Für Sie unterwegs: Kontrollen im ganzen Kanton Zürich und darüber hinaus!» Ob eine Lebensmittelkontrolle im Restaurant oder die Prüfung der Badewasserqualität in einem Schwimmbad – unsere Mitarbeitenden sind im ganzen Kanton für Sie im Einsatz.  02 01  09  07  10  08 16 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 6 Mitarbeitende

H O Na Na H H für Sie im Einsatz Die Lebensmittelkontrolle prüft jährlich rund 9000 Betriebe. Jährlich werden in über 1500 Restau­ rants, Foodtrucks und Imbissbuden Frittierölproben erhoben. Das Inspektorat prüft die Hygiene in Speisewagen, meistens auf der Stre­ cke Zürich–Winterthur. Unser Labor ist nationales Referenz­ labor für Tierarzneimittel- und Pestizid­ rückstände in Lebensmitteln sowie für Materialien mit Lebensmittelkontakt. Die Abteilung Chemikalien koordiniert den Vollzug in der ganzen Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein. Die Badewasserqualität ist bei 90 Pro­ zent der 73 Badestellen in Zürcher Seen und Flüssen ausgezeichnet. Unsere Mitarbeitenden arbeiten an zwei Standorten: 22 in Volketswil, 102 in Zürich. Sportlich unterwegs: 27 Mitarbeitende haben an Bike to Work teilgenommen und fast 11’000 km zurückgelegt. Im Labor werden pro Jahr rund 20’000 Proben untersucht – nicht nur aus Zü­ rich, sondern aus der ganzen Welt! Ein Teil unserer Fahrzeugflotte ist neu elektrisch unterwegs. Die beiden E-Autos sind schon mehr als 17’000 km gefahren. 01  02  03  04 05 06 07 08 09 10 Wir wirken jedoch auch weit über die Kantonsgrenzen hinaus: Als Referenzlabor sind wir für die ganze Schweiz tätig und koordinieren den Chemikalienvollzug in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Im Kantonalen Labor Zürich arbeiten 124 Personen, ergänzt durch fünf Lernende.  06  03  05  04 17 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Mitarbeitende 6

Marina Caflisch, Bade- und Duschwas­ serkontrolleurin, gewann zwei Gold­ medaillen bei der Shukokai Karate Welt­ meisterschaft in Finnland. Lebens- mittelkontrolleurin Jessica Maggetti hat mit ihren «Swiss Fire Devils» einen Schweizermeistertitel im Grillieren ge­ holt und überzeugte auch bei der Inter­ kontinentalen Barbecue-Meisterschaft in Chile. Die Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaften zeichnete Maurus Biedermann, Leiter Analytik, mit der Wilhelm-Normann-Medaille aus. Damit wurden seine herausragenden Leistun­ gen bei der Untersuchung von Mineral­ ölkohlenwasserstoffen in Lebensmit­ teln gewürdigt. Nun noch zu unserem finanziellen Er­ gebnis: Die Jahresrechung weist einen Aufwand von 22.1 Mio CHF und einen Ertrag von 7.4 Mio CHF aus. Daraus er­ gibt sich ein Saldo von 14.7 Mio CHF. Ein Rekordjahr für unsere  Champions !  18 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 7 Schon gewusst?

Pensionierungen gehören in jedem Betrieb zum Alltag. Personalwechsel bergen zwar das Risiko eines Know-how-Verlusts, bieten einer Organisation aber auch Chancen. Um diese zu nutzen, geht das Kantonale Labor Zürich die Veränderungen frühzeitig an. So auch bei der Pensionierung des Geschäfts­ leitungsmitglieds Bruno Pacciarelli. Der Be­ reichsleiter Spurenanalytik tritt im Herbst 2026 nach mehr als 40 Jahren beim Kantonalen Labor Zürich in den Ruhestand. Sein Nach­ folger Robin Kämpf, aktuell Abteilungsleiter der Tierarzneimittelanalytik, bereitet sich be­ reits auf die Übernahme seiner neuen Aufga­ ben vor. Eine sorgfältige Nachfolgeplanung ist nicht nur wichtig bei der Geschäftsleitung, sondern für die gesamte Organisation. Strukturiertes Wissensmanagement, etwa mit Wissenslandkarten oder einem gemeinsamen Übergabezeitraum, stellt sicher, dass Erfah­ rungen und Expertise weitergegeben werden. So werden Kontinuität und Weiterentwicklung gleichermassen gewährleistet – ein bewährtes Erfolgsrezept. Weiterdenken,  Weitergeben,  Weiterentwickeln. 19 Kantonales Labor Zürich      Jahresbericht 2025 Ausblick 8

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