Biber kehrt in Wuppertal an die Wupper zurück; Nachwuchs nachgewiesen
Nachlese: Biber-Botschafter-Seminar 2026 in Wuppertal
Nationalparke in NRWBodenschutzMooreLandwirtschaftNaturschutzStadtnaturschutzWasserWälder und Wildnis
BiberGartenschläferLuchsSeeadlerWildkatzeWisentWolfAlle Tiere & PflanzenVogelschlag an Glas
Aus gutem Grunde in Wuppertal: seit 2017, seit der ersten Sichtung, weiß man: es gibt wieder Biber in der Wupper, inzwischen an mehreren Stellen. Nachwuchs wurde inzwischen auch nachgewiesen, durch Fotos u.a. von Ralf Steinberg, der auf dem Seminar auch zugegen war. Die weitgehend positive Resonanz auf die Rückkehr des Bibers in dieses Flußsystem ist auch Elmar Weber zu verdanken, welchem die Erstsichtung gelang, bei der Ausübung seines Angelsports. Seitdem hat er sich für den Biber stark gemacht, zahlreiche Exkursionen durchgeführt, und auch diejenige im Rahmen dieses Seminars geleitet, entlang des Beyenburger Stausees.
Lutz Dalbeck: Der Biber in NRW
Aber der Reihe nach: Los ging es um 10 Uhr, mit der Vorstellungsrunde in einer gemischten Teilnehmer:innen-Gruppe, von privaten fortgeschrittenen Biber-Fans bzw. neu-Interessierten, bis zu Vertretern der Forstverwaltung, und vom Rheinisch-Bergischen Kreis frisch ernannten Biber-Pat:innen. Anschließend gab Lutz Dalbeck von der Biologischen Station im Kreis Düren in seinem Vortrag einen Überblick über die derzeitige Verbreitungssituation in NRW und was noch zu erwarten ist. Darauf folgte eine Bestimmungsübung anhand von Fotos und Videos von Justus Siebert (Biber AG des BUND NRW), was ist Biber, und was nicht (Nutria, Bisam)?
Maria Hinz: der Biber in der Umweltbildung
Wie man den Biber in der Umweltbildung sowohl Kindern als auch Erwachsenen-Gruppen näher bringen kann, dazu gab Maria Hinz, wieder von der Biologischen Station im Kreis Düren, einige Beispiele und Erfahrungswerte in ihrem Vortrag. Anschauungsmaterial in Form von Biber-Präparaten, Fellen, Schädeln konnten von den Teilnehmer:innen begutachtet und auch angefasst werden. Broschüren und Literatur lagen ebenfalls aus, die sechsteilige mobile Biber-Ausstellung des BUND Rhein-Sieg bot eine weitere Möglichkeit, sich in der Pause selbst weiter zu informieren.
Lutz Dalbeck: der Biber als Ökosystem-Ingenieur
Die Mittagspause bot eine Gelegenheit, sich bei Fingerfood in kleineren Kreisen auszutauschen, bevor es mit dem wohl spannendsten Vortrag weiter ging, wiederum von Lutz Dalbeck, Thema: Der Biber als Ökosystem-Ingenieur, mit dem Fokus auf den Erfahrungen und wissenschaftlichen Untersuchungen in der Rureifel, wo der Biber in NRW zuerst, 1981, wieder angesiedelt wurde. Fazit dazu: Der Biber sorgt für Artenvielfalt, in einem Ausmaß, das die meisten nicht erwartet hatten. Nach so viel spannendem Input war der Bedarf an Antworten auf alle möglichen Fragen, z.B. nach dem Konfliktpotential, groß. Dementsprechend wurde die Zeit knapp, der Vortrag von Elmar Weber zum Biber an der Wupper wurde deshalb kurzerhand in den Exkursionsteil verlegt.
Elmar Weber: Exkursion zum Beyenburger Stausee
Angekommen am Exkursionsort, am Beyenburger Stausee, bot sich eher ein Bild von Freizeitpark als von Biber-Wildnis. Hier wird gerudert, gewandert, geangelt, was den Biber offenbar nicht vertrieben hat bislang. Dann ging es hoch, die Straße an der steilen Uferböschung lang, von wo aus man die ersten Biber-Fraßspuren sehen konnte. Diese Zufahrtsstraße hatte das örtliche Biber-Management herausgefordert: die Straße war nämlich abgesackt, im Verdacht stand der Biber, welcher unterhalb im Uferbereich einen Bau gegraben haben soll, wie Weber berichtete. Hätte es sich um einen bewohnten Bau gehandelt, hätte man ihn nicht einfach wegbaggern können. Es wurde schließlich eine pragmatische Lösung gefunden, der Hang unterhalb der Straße wurde gestützt, die Straße repariert, und der Biber hat sich von all dem auch nicht vertreiben lassen.
Einen Biber-Damm gibt es an der Wupper übrigens noch nicht zu sehen, dazu ist sie zu breit, es ist für den Biber schlicht nicht nötig, hier was anzustauen. Spannend wird es, wenn er in die Nebenbäche hoch wandert. Was nur eine Frage der Zeit ist, prognostizierte Elmar Weber.
Der Biber selbst hat sich den Exkursions-Teilnehmer:innen an diesem Tag nicht gezeigt, das war auch nicht zu erwarten, dazu hätte man noch 1-2 Stunden länger ausharren müssen, bis zur Abenddämmerung gegen 19 Uhr. Aber der Tag war schon lang genug und einige hatten eine noch lange Heimreise vor sich.
Auch nächstes Jahr wird dieses Biber-Botschafter-Seminar wieder stattfinden, wohl wieder im März, an welchem Ort: das schauen wir noch.
Biber in der Innenstadt von Wuppertal-Elberfeld
Funfact: rund drei Wochen nach dem Seminar in Wuppertal sorgte ein Biber in Wuppertal-Elberfeld für lokale Schlagzeilen, als er sich bei einem nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt filmen ließ. Ein Happy End gab es auch: er wurde eingefangen und in der Wupper frei gelassen. Wo er wohl auch hin wollte.
Eine weitere Woche später, am 25. April, war der Biber nochmals in Wuppertal präsent, diesmal in offizieller Mission: am Biber-Info-Stand des BUND auf dem Erlebnis- und Informationstag „Wolf, Biber & Co.“ der Station Natur und Umwelt.
Biberbau am Beyenburger Stausee (Wupper)
Buffet gab es auch: orientalisches Fingerfood
Elmar Weber, Exkursionsleiter am Beyenburger Stausee
Fraßspuren an Bäumen, am Beyenburger Stausee
Lurz Dalbeck, Biber-Experte von der Biologischen Station Kreis Düren, Fazit des Vortrages: Ein Bach ohne Biber ist kein vernünftiger Bach
Verbreitungskarte des Bibers in NRW
Lutz Dalbeck, über den Biber als Ökosystem-Ingenieur
Lutz Dalbeck, Auswirken des Bibers auf die Amphibienwelt
Lutz Dalbeck, Auswirken des Bibers auf Libellen
Maria Hinz, der Biber in der Umweltbildung
Infotag am 25.04.2026 in der Station Natur und Umwelt, Wuppertal: Biber-Stand des BUND NRW