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title: "VDFU e.V. Stellungnahme vor Bundestags-Ausschuss für Tourismus in Berlin; 78 Millionen Gäste pro Jahr sichern Jobs"
sdDatePublished: "2026-04-29T07:09:00Z"
source: "https://www.bundestag.de/resource/blob/1170458/Stellungnahme-Stone.pdf"
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  - "Berlin"
  - "Germany"
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VDFU e.V. Stellungnahme vor Bundestags-Ausschuss für Tourismus in Berlin; 78 Millionen Gäste pro Jahr sichern Jobs

Ausschussdrucksache 21(20)64

Ausschussdrucksache 21(20)64
Ausschuss für Tourismus
27. Sitzung am 06.05.2026
Öffentliche Anhörung
Stellungnahme zum Thema
„Freizeitwirtschaft“

Manuela Stone
Geschäftsführerin LEGOLAND Deutschland Resort;
Vizepräsidentin im Verband Deutscher Freizeitparks und
Freizeitunternehmen e.V. (VDFU)

Dem Ausschuss ist das vorliegende Dokument in nicht barrierefreier Form zugeleitet worden.
21. Wahlperiode

Stellungnahme des VDFU e.V.

Zur Anhörung des Ausschusses für Tourismus des Deutschen Bundestages am 06. Mai 2026

Freizeitwirtschaft als Anker für Tourismus, Prosperität
und Standortentwicklung im ländlichen Raum
Berlin, April 2026
Freizeitparks und Freizeitunternehmen schaffen verlässlich Arbeit und Mehrwert und
sie machen Menschen vor allem Freude. Gerade in schwierigen Zeiten mit multiplen
Krisen ist das ein Wert an sich. Vielfach sichern Freizeit
- und Erlebniseinrichtungen
gerade in ländlich geprägten Regionen Prosperität und Wohlstand und sorgen für
touristische Entwicklung. Multiple Krisen haben der Freizeitwirtschaft in den
vergangenen Jahren zugesetzt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, gerade
– aber
nicht ausschließlich
– im ländlichen Raum Standorte und Strukturen zu sichern, die
starke Anker für lebendige Regionen sind.

Die Freizeitwirtschaft ist eine tragende Säule des Deutschlandtourismus.
Die mittelständischen und
zumeist familiengeführten Untern ehmen bereiten jährlich rund 78 Millionen Gäste n aller so zialer
Schichten einzigartige Freizeiterlebnisse
 und bieten zuverlässig Arbeitsplätze
. Zugleich leisten sie
insbesondere einen positiven Beitrag zur Außenhandelsbilanz, weil sie internationale Nachfrage in
heimische Regionen lenken und dort Wertschöpfung binden. Freizeitunternehmen sind damit
touristische Angebote, Arbeitgeber, Investoren und regionale Impulsgeber zugleich.

1. Welche Rolle spielen Freizeiteinrichtungen für eher ländlich geprägte Räume?

Freizeit - und Erlebniseinrichtungen übernehmen in ländlichen
Regionen vielfach eine Ankerfunktion.
Sie schaffen nicht verlagerbare Arbeitsplätze, stabilisieren Nachfrage und erhöhen die Sichtbarkeit
ihrer Standorte weit über die Region hinaus. Wo andere Wachstumstreiber fehlen, wirken sie als
verlässliche Wirtschaftsfaktoren und identitätsstiftende Orte.

Ihre Wirkung reicht weit über das Kerngeschäft hinaus. Freizeiteinrichtungen stärken regionale
Wertschöpfungsketten, weil sie Nachfrage nach Übernachtungen, Gastronomie, Dienstleistungen,
Bauleistungen und Mobilität auslösen. Damit sind sie im ländlichen Raum nicht nur Teil der
Tourismuswirtschaft, sondern ein Hebel für regionale Prosperität insgesamt.

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor:
sie sind Orte der Begegnung , erhöhen Lebensqualität und
ermögl ichen gesellschaftliche Teilhabe . Sie machen Regionen attraktiver als Wohn
-, Arbeits - und
Besuchsorte und stärken damit auch die Bindung von Fachkräften, Familien und Gästen.

2. Welche Potenziale liegen darin für Tourismus und Standortentwicklung?

Freizeiteinrichtungen schaffen Reiseanlässe. Sie generieren Tagesreisen, Kurzurlaube und
Übernachtungen, verlängern Aufenthaltsdauern und verbessern die Auslastung touristischer
Infrastruktur. Gerade dort, wo sie als Leitbetrieb oder bekanntes Ausflugsziel wirken, stärken sie
Profil und Sichtbarkeit ganzer Regionen. Als Teil des Deutschlandtourismus ziehen sie zudem
internationale Gäste an und sorgen dafür, dass touristische Ausgaben im Inland wirksam werden.

Für die Standortentwicklung ergeben sich daraus drei Potenziale: Erstens stärken
Freizeiteinrichtungen die ökonomische Resilienz ländlicher Räume durch Beschäftigung, Nachfrage
und Anschlussinvestitionen. Zweitens fördern sie touristische Diversifizierung, weil sie
Besucherströme in die Fläche lenken und Reiseanlässe außerhalb klassischer Hotspots schaffen.
Drittens erhöhen sie die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Deutschland, weil sie
attraktive Erlebnisse vor der Haustür und für internationale Gäste anbieten.

In Zeiten, in denen heimischer Tourismus und Naherholung an Bedeutung gewinnen, leisten
Freizeitunternehmen damit einen wichtigen Beitrag zu einem robusten, regional verankerten und
zukunftsfähigen Tourismusmodell.

3. Welche Rahmenbedingungen sind relevant?
Damit Freizeitunternehmen ihre Rolle als regionale Anker und touristische Impulsgeber weiterhin
erfüllen können, braucht es verlässliche, faire und praxistaugliche Rahmenbedingungen.

A. Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes

Die Freizeitwirtschaft ist durch stark schwankende und zeitlich konzentrierte Nachfrage geprägt.
Besucherspitzen entstehen an Wochenenden, Feiertagen, in Ferienzeiten und oft sehr kurzfristig
wetterbedingt. Die starre tägliche Höchstarbeitszeit wird dieser Realität häufig nicht gerecht.
Eine
praxisnahe Lösung stellt eine wöchentliche statt tägliche Betrachtung der Höchstarbeitszeit
dar – bei
unverändert hohem Gesundheitsschutz.

Eine solche Reform bedeutet keinen Abbau von Arbeitsschutz, sondern eine notwendige
Modernisierung. Sie erleichtert gebündelte Arbeitstage mit anschließendem Freizeitausgleich,
verbessert die Planbarkeit und organisiert das Saisongeschäft sachgerechter.

Gerade in ländlichen Regionen ist das entscheidend: Arbeitskräftemangel, demografischer Wandel und
angespannte Wohnungsmärkte erschweren die Personalgewinnung. Mehr Flexibilität stärkt daher
auch die Standortstabilität der Unternehmen.

• Einführung einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit

• Unveränderter Gesundheitsschutz und klare Ruhezeiten

• Mehr Planbarkeit und Flexibilität für Beschäftigte und Unternehmen

B. Bürokratieabbau
Die Freizeitwirtschaft ist überwiegend mittelständisch geprägt. Gerade diese Betriebe leiden unter
komplexen Nachweis - und Dokumentationspflichten, langwierigen Genehmigungsprozessen und
unklaren Zuständigkeiten. Entbürokratisierung ist deshalb kein Randthema, sondern eine
Standortfrage.
Jeder unnötige Verwaltungsaufwand bindet Ressourcen, die für Investitionen, Innovation und
Beschäftigung fehlen. Besonders im ländlichen Raum wirken überkomplexe Verfahren doppelt
belastend. Nötig sind einfachere, digitalere und schnellere Abläufe.

• Vereinfachte Genehmigungs - und Planungsverfahren
• Digitalisierte Verwaltungsabläufe und kürzere Bearbeitungszeiten

• Praxistaugliche Regeln für Beschäftigung und Fachkräfteeinwanderung

C. Faire Besteuerung von Freizeit
- und Erlebniseinrichtungen
– die „Faire Sieben“
Sowohl Verg nügungsparks in allen deutschen Nachbarländern als auch Freizeiteinr ichtungen
hierzulande, wie Zoos, B äder oder Volksfeste profitieren von
einem ermäßigten Umsatzsteuersatz auf
Eintrittsentgel te. Einzig Vergnügungsparks in Deutschland werden hingegen zum vollen Regelsatz
besteuert.
Diese umsatzsteuerliche Behandlung von
Verg nügungsparks und vergleichbaren Einrichtungen ist
sachlich nicht überzeugend und wirtschaftspolitisch nachteilig.

Diese Ungleichbehandlung schwächt die Investitionsfähigkeit, erschwert Preisstabilität und belastet
deutsche Standorte im europäischen Wettbewerb. Eine Harmonisierung der Umsatzsteuer würde
Investitionen erleichtern, Bürokratie reduzieren und Entwicklungschancen im Inland verbessern.

• Ermäßigter Umsatzsteuersatz bzw. faire steuerliche Gleichstellung innerhalb der Freizeitwirtschaft

• Bessere Investitionsbedingungen und fairer Wettbewerb im europäischen Vergleich

• Steuerliche Gleichstellung freiwilliger Samstagszuschläge mit Sonn
- und Feiertagszuschlägen
Politische Schlussfolgerung
Freizeit - und Erlebniseinrichtungen sind keine nachgeordneten Konsumorte, sondern wirtschaftliche,
gesellschaftliche und touristische Infrastrukturen mit hoher Relevanz
– nicht nur im ländlichen Raum.
Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen Reiseanlässe, stärken Wertschöpfung und tragen als tragende
Säule des Deutschlandtourismus dazu bei, dass auch internationale touristische Nachfrage in
heimischen Regionen wirksam wird.

Über den VDFU e.V.
Der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e.V. (VDFU) ist
ein Branchenverband der Freizeitwirtschaft
im deutschsprachigen Raum. Er vertritt
rund 150 besucherstarke Freizeit - und Erlebniseinrichtungen – darunter
Freizeitparks, Erlebniswelten, Zoos, Tierparks und Indoor
-Attraktionen – gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Diese Einrichtungen begrüßten im Jahr 202
5 insgesamt fast 7 8 Millionen Besuchende und beschäftigen rund 50.000
Mitarbeitende. Dem VDFU -Geschäftsnetzwerk sind zudem mehr als 2
50 Zuliefer betriebe bun desweit.