Salon International – Projekt Wie wollen wir erinnern? Jenfeld, Hamburg; Publikumspreis für Voices of Bahrenfeld
Projekt „Wie wollen wir erinnern?“ mit Hamburger Stadtteilkulturpreis 2026 ausgezeichnet
Durch die Veranstaltung in der Halle 424 im Oberhafen führte die Autorin und Slampoetin Mona Harry.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Herzlichen Glückwunsch an die beiden ausgezeichneten Projekte! Mit ‚Wie wollen wir erinnern?‘ zeigt Salon International eindrucksvoll, wie Stadtteilkultur in Jenfeld neue Wege der Auseinandersetzung mit ihrer Stadtteilgeschichte eröffnet. Das Projekt verbindet lokale Erfahrungen mit globalen Perspektiven, nimmt unterschiedliche Perspektiven auf und macht Erinnerungskultur unmittelbar erlebbar. Das mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Audio-Walk-Projekt ‚Voices of Bahrenfeld‘ ist ein weiteres herausragendes Beispiel dafür, wie innovative Projekte gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen die Menschen vor Ort aktiv einbinden und Stadtteilgeschichte hörbar machen.
Gerade in einer Zeit, in der die Freiheit der Künste und das Vertrauen in Kulturinstitutionen unter Druck geraten, ist es wichtiger denn je, solche offenen Räume für Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Dafür setzen wir uns mit Nachdruck in Hamburg ein. Mein besonderer Dank gilt allen Förderern des Stadtteilkulturpreises sowie STADTKULTUR HAMBURG.“
Corinne Eichner, Geschäftsführung STADTKULTUR HAMBURG: „Das Projekt ‚Wie wollen wir erinnern?‘ von Salon International macht deutlich, wie künstlerische Freiheit gerade in Zeiten sich verhärtender Debatten neue Räume für Austausch eröffnen kann. Es bringt Menschen im Stadtteil zusammen, um auf neue, innovative Weise unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte sichtbar zu machen und Erinnerungskultur gemeinsam weiterzuentwickeln.
Mit dem Publikumspreis für ‚Voices of Bahrenfeld‘ der Kulturagent*innen Hamburg wird außerdem ein Projekt gewürdigt, in dem junge Menschen ihren Stadtteil selbst erzählen – und damit zeigen: Eine neue Generation erhebt ihre Stimmen und gestaltet aktiv mit, wie wir als Stadtgesellschaft erinnern wollen. Beiden Projekten gratulieren wir herzlich zu dieser Auszeichnung.“
Das partizipativeProjekt „Wie wollen wir erinnern?“initiiert rund um den sogenannten Tansania-Park in Jenfeld einen offenen Dialograum, in dem Nachbarschaft, Künstlerinnen und Expertinnen gemeinsam Fragen von Kolonialgeschichte, Erinnerungskultur und Perspektivwechsel verhandeln.
DieJurywürdigte insbesondere die gesellschaftliche Relevanz und innovative Herangehensweise des Projekts:
„Die Jury zeichnet das Projekt ‚Wie wollen wir erinnern?‘ aus, weil es sich auf innovative und partizipative Weise mit dem kolonialen Erbe des sogenannten Tansania-Parks in Hamburg-Jenfeld auseinandersetzt. Es verbindet lokale Perspektiven und aktuelle Fragestellungen mit globalen historischen Zusammenhängen und bringt Themen wie Kolonialismus und Nationalsozialismus in einen direkten Bezug zur Lebenswelt vor Ort. Mit künstlerischen und kreativen Formaten eröffnet das Projekt neue, niedrigschwellige Zugänge zur Geschichte und macht sie im Alltag erfahrbar. Im Zentrum steht die aktive Beteiligung der Bewohner*innen: Erinnerung wird nicht vorgegeben, sondern gemeinsam gestaltet. Durch die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven, unter anderem aus der Schwarzen Community sowie durch internationale Kooperationen, entsteht ein vielstimmiger Austausch. In der Verbindung von kultureller Bildung, künstlerischer Praxis und nachbarschaftlichem Engagement zeigt das Projekt beispielhaft, wie zeitgemäße Erinnerungskultur im Stadtteil gelingen kann: offen, dialogisch und gesellschaftlich relevant.“
DerStadtteilkulturpreiswird gestiftet und unterstützt von der Hamburgischen Kulturstiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Patriotischen Gesellschaft von 1765 sowie der Behörde für Kultur und Medien. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. fördert die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung, verantwortet als Branchenexpert*in die Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs.
Im Bewerbungszeitraum für den 23. Hamburger Stadtteilkulturpreis von Anfang November 2025 bis Anfang Januar 2026 wurden insgesamt 57 Projekte und Programme eingereicht. Die Preisstifterinnen nominierten darauszehn Finalistinnen, die die Vielfalt und Qualität der Hamburger Stadtteilkultur exemplarisch abbilden (in alphabetischer Reihenfolge):
• Die StadtteilperformanceALTONA MACHT AUF!des altonale freundeskreis
• Das EmpowermentprojektHajusom Rap Squadvom Hajusom e.V.
• DasHammer Sommerfestivalder Stadtteilinitiative Hamm
• DerKreativ-Stammtisch 60+ im Altonaer Museumvon DINGE Fotokunst
• Die LiteraturreiheKulturhaus Schmökereivom Kulturhaus Süderelbe
• Die inklusivenMinibar Moralia Festspielevon Atelier Freistil, Barner 16 und Minibar Moralia
• Das Kunst- und MedienprojektSo wünsche ich mir Ottensenvom bild+begegnung e.V.
• Das Projekttheater 36 – bühnenkunst inklusivam Goldbekhaus von Leben mit Behinderung Hamburg
• Der Audio-WalkVoices of Bahrenfeldder Kulturagent*innen Hamburg
Die Auswahl des Gewinner*innen-Projektes erfolgte durch die Jury mit Prof. Dr. Julius Heinicke (Institut für Kulturpolitik, Universität Hildesheim), Jennifer Tharr (DROSOS STIFTUNG) und Klaus Kolb (ehemaliger Geschäftsführer der KUNSTKLINIK).
Zum dritten Mal wurde in diesem Jahr der Publikumspreis der Hamburger Stadtteilkultur vergeben, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Über einen Zeitraum von drei Wochen hatte die Öffentlichkeit die Möglichkeit, online für eines der zehn Finalistinnen-Projekte abzustimmen. Der Preis wurde im Rahmen der Verleihung von der Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG, Corinne Eichner, an die Kulturagentinnen Hamburg überreicht. Das Projekt„Voices of Bahrenfeld“ermöglichte rund 500 Schüler*innen der Esther-Bejarano-Schule, ihren Stadtteil im Rahmen eines Audio-Walks neu zu erzählen.
DieHamburger Stadtteilkultursteht für aktive Teilhabe, gesellschaftliche Mitgestaltung und kulturelle Vielfalt. Sie schafft Räume für Begegnung, stärkt Bildungsgerechtigkeit und fördert künstlerischen Nachwuchs. Als unverzichtbarer Bestandteil urbaner Entwicklung ermöglicht sie Identitätsbildung vor Ort und bringt Kultur dorthin, wo Menschen leben. Stadtteilkultur ist nahbar, relevant und Ausdruck der vielfältigen Perspektiven unserer Stadtgesellschaft.
Bitte beachten Sie, dass dieser Inhalt automatisch übersetzt wurde.
Projekt „Wie wollen wir erinnern?“ mit Hamburger Stadtteilkulturpreis 2026 ausgezeichnet
Mit dem Stadtteilkulturpreis werden wegweisende Projekte und Programme der lokalen Kultur in Hamburg gewürdigt. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde heute durch den Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosdaüberreicht. Der mit 2.000 Euro dotierte Publikumspreis der Stadtteilkultur ging an das Projekt „Voices of Bahrenfeld“.
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