KEG Bayern fordert echte Reformen für Mittelschulen in Bayern vor dem Landtag; erste Auftaktmaßnahme, weitere Reformen nötig

KEG Bayern: Bayerns Mittelschulen brauchen echte Reformen – Kultusministerin Stolz setzt den ersten Akt

Bayerns Mittelschulen brauchen echte Reformen – Kultusministerin Stolz setzt den ersten Akt

Die KEG Bayern fordert ein klares politisches Bekenntnis zur Mittelschule und zur Leistungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler. Die aktuellen Pläne der Staatsregierung, vorgestellt im Bayerischen Landtag durch Anna Stolz nach zahlreichen Mittelschulwerkstätten, sind aus Sicht der KEG Bayern ein wichtiger erster Schritt – können jedoch nur eine erste Duftmarke sein. Die Rückmeldungen vieler Lehrkräfte zeigen deutlich: Diese Maßnahmen greifen noch zu kurz und werden den grundlegenden strukturellen Herausforderungen nicht gerecht.

Seit Jahren steht die Mittelschule vor einem Imageproblem. Doch dieses ist nicht die Ursache, sondern die Folge politischer Versäumnisse. Attraktivität entsteht nicht durch neue Etiketten oder organisatorische Anpassungen, sondern durch spürbar bessere Lern- und Arbeitsbedingungen.

Der Schulalltag ist vielerorts geprägt von wachsender Heterogenität mit hohem Förderbedarf, einem großen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache sowie einem erheblichen Lehrkräftemangel bei gleichzeitig steigender Belastung. Solange sich diese Rahmenbedingungen nicht deutlich verbessern, bleiben Imagekampagnen ohne Wirkung.

Besonders aufmerksam verfolgt die KEG Bayern die Entwicklung beim Lehramt an Mittelschulen. Während der Bedarf steigt, gehen die Studierendenzahlen zurück. Hier braucht es weitere mutige und nachhaltige Reformen. Dazu gehören echte Gleichwertigkeit aller Lehrämter bei Studiendauer und Besoldung, eine stärkere pädagogische Ausbildung für den Umgang mit heterogenen Klassen, eine fundierte Vorbereitung auf soziale und integrative Herausforderungen sowie attraktivere Perspektiven für Fach- und Förderlehrkräfte.

Gerade jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt, mehr Stellen für Förderlehrkräfte zu schaffen, da diese schneller ausgebildet sind und gezielt Förderung leisten können.

Ohne strukturelle Veränderungen wird es nicht gelingen, ausreichend qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen.

Die aktuellen Reformansätze müssen daher der Auftakt bleiben. Es darf nicht bei steigenden Anforderungen ohne zusätzliche Ressourcen bleiben. Schon heute fehlen hunderte Lehrkräfte an bayerischen Mittelschulen.

Für die KEG Bayern ist klar:„Wer die Mittelschule stärken will, muss zuerst die Menschen stärken, die dort arbeiten.“

Dafür braucht es kleinere Klassen, multiprofessionelle Teams, mehr Schulsozialarbeit und gezielte Sprachförderung, eine verlässliche Unterrichtsversorgung sowie spürbare Entlastung im Schulalltag – ebenso wie eine grundlegende Reform des Mittelschullehramts.

Gleichzeitig braucht es ein klares politisches Bekenntnis zur Mittelschule und ihren Stärken. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bleibt praxisnahe Bildung unverzichtbar. Handwerkliche Fähigkeiten, soziale Kompetenzen und lebensnahe Problemlösungen sind zentrale Stärken der Mittelschule – und sie werden auch künftig nicht ersetzbar sein. Ein gezielter Ausbau des M-Zugs kann zudem leistungsstarke Schülerinnen und Schüler besser fördern und innerhalb der Schulart halten.

Die KEG Bayern begrüßt jede Initiative zur Stärkung der Mittelschule und sieht in den vorliegenden Vorschlägen einen ersten wichtigen Akt. Zugleich verbindet sie damit die zuversichtliche Erwartung, dass Anna Stolz den Mut zu weitergehenden, grundlegenden Reformen aufbringt.

„Die bisherigen Maßnahmen sind ein Anfang – aber sie reichen nicht aus. Wenn wir die Mittelschule wirklich stärken wollen, müssen wir jetzt den Mut haben, die strukturellen Probleme konsequent anzugehen“,erklärt Martin Goppel, Vorsitzender der KEG Bayern.

Eine nachhaltige Stärkung gelingt nur, wenn die gesellschaftliche Bedeutung der Mittelschule ernst genommen, ihre Rahmenbedingungen spürbar verbessert und das Lehramt grundlegend reformiert wird. Dieser Weg eröffnet Chancen – für mehr Bildungsgerechtigkeit und einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bayern.

KEG Bayern – weil Bildung Haltung braucht. Persönlich für Dich da!

Pressekontakt KEG Bayern:presse@keg-bayern.demobil: 0175 8880143Pressefotos:https: