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title: "ver.di führt zwei Warnstreiktage im öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen durch; 1500 Teilnehmende bei zentraler Kundgebung in Hannover"
sdDatePublished: "2026-04-29T14:03:00Z"
source: "https://nds-bremen.verdi.de/++file++69f0c72095fa727bbc7ff029/download/Standpunkte_ver.di_17-2026_Bericht_Aktivenkonferenz.pdf"
topics:
  - name: "labour relations"
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  - name: "labour dispute"
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  - name: "public transport"
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  - "Lower Saxony"
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  - "Germany"
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ver.di führt zwei Warnstreiktage im öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen durch; 1500 Teilnehmende bei zentraler Kundgebung in Hannover

Standpunkte (KW 17-2026) _04

ver.di Landesbezirk
Niedersachsen-Bremen
standpunkte
Informationen des ver.di-Landesbezirks
Niedersachsen – Bremen
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht
ein positives Fazit der beiden Warnstreiktage im öffentli-
chen Nahverkehr in Niedersachsen. „Die Beteiligung der
Kolleg*innen an allen betroffenen Standorten war sehr
gut. Bei der zentralen Demonstration am heutigen Diens-
tag waren rund 1500 Beschäftigte des ÖPNV auf den
Straßen“, sagte Marian Drews von ver.di, der die Verhand-
lungen führt. Die Auswirkungen der Arbeitsniederlegun-
gen waren an beiden Warnstreiktagen in allen betroffe-
nen Städten deutlich zu spüren.
ver.di setzt sich in dieser Tarifrunde für bessere Arbeitsbedingun-
gen für die Beschäftigten im ÖPNV ein, die unter den Tarifvertrag
Nahverkehr in Niedersachsen fallen. Dazu gehören die
Kolleg*innen aus folgenden Betrieben: ÜSTRA Hannover, BSVG
Braunschweig, GÖVB Göttingen, SWO Mobil Osnabrück, WVG
Wolfsburg, Delbus Delmenhorst, Stadtbus Goslar, Stadtverkehr
Hildesheim, MOIN Lüneburg und die Stadtwerke-Verkehrsgesell-
schaft Wilhelmshaven. Bislang ist insbesondere beim Thema
„Arbeitszeit“ keine Bewegung der Arbeitgeberseite wahrzuneh-
men. „Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder
Bayern haben durch ihre jüngsten Tarifabschlüsse im ÖPNV aber
gezeigt, dass dort Veränderungen möglich sind. Wir appellieren
an die Kommunalen Arbeitgeber in Niedersachsen, sich an
diesen Abschlüssen ein Beispiel zu nehmen“, sagt Drews.
KW 17 / 2026
ver.di
TARIFVERHANDLUNGEN FÜR DEN ÖPNV IN NIEDERSACHSEN
1500 Teilnehmende bei zentraler Kundgebung in Hannover
„Wir tragen Verantwortung für tausende Menschen und die
Millionenwerte der Fahrzeuge. Der Druck bei steigenden
Fahrgastzahlen wächst – und wir haben immer weniger, manch-
mal auch gar keine Regenerationszeiten innerhalb einer Schicht.
Darum brauchen wir auch in Niedersachsen eine Reduzierung
der Wochenarbeitszeit“, sagte Vertrauensleutesprecher Emanuel
Gläß bei der Kundgebung in Hannover.
Die Forderungen für diese Tarifrunde lauten im Einzelnen:
•
Arbeitszeit: 37,5 Std./Woche
•
Sonntagszuschlag auf 40 Prozent erhöhen
•
Zeitzuschläge: Bezahlung nach der jeweiligen individuellen
Entgeltstufe, mindestens aber nach Stufe 3
•
Urlaubsgeld: Erhöhung bis EG7 auf 650 Euro und ab EG8
auf 550 Euro
•
Modernisierung der Entgeltordnung
•
Urlaub: 33 Tage Urlaub
•
Weitere Zuschläge: Einführung einer Mitteldienstzulage,
Beginn Nachtarbeit ab 20.00 Uhr
•
Laufzeit bis 31.12.2028
Die nächsten Verhandlungen sind für den 11. Mai geplant.
ver.di
ver.di

ver.di
VERNETZEN, AUSTAUSCHEN, ORGANISIEREN
ver.di-Aktiventagung in Hannover mit rund 90 Teilnehmenden
Rund 90 Kolleg*innen aus dem gesamten Landesbezirk
sind am vergangenen Wochenende zur Aktiventagung in
Hannover zusammengekommen, um sich auszutauschen,
voneinander zu lernen und neue Impulse für die gewerk-
schaftliche Praxis mitzunehmen. Eingeladen hatte das
Orgateam der Aktiven- und Vertrauensleute-Vernetzung
des ver.di-Landesbezirks. Die Resonanz hat gezeigt: Der
Bedarf an Vernetzung, politischer Einordnung und konkre-
tem Handwerkszeug ist groß.
Bereits beim ersten Austausch am Freitag wurde deutlich, wie
breit das Spektrum der Erfahrungen ist – von Kolleg*innen mit
jahrelanger Praxis als Aktive/Vertrauensleute bis zu denen, die
erst seit Kurzem aktiv sind und „ihre ersten Schritte gehen“. Am
Abend wurden die ersten Kontakte geknüpft, gemeinsame
Herausforderungen benannt und erste Ideen für die Aktivenar-
beit diskutiert.
Am Samstag startete die Tagung mit der ersten Workshopphase.
In insgesamt zehn Arbeitsgruppen konnten sich die Kolleg*in-
nen gezielt austauschen, weiterbilden und von- und miteinander
lernen. Themen waren unter anderem „Erfolgreiche Aktiventref-
fen“, „Gesprächsführung zur Mitgliedergewinnung“, „Modera-
tion von Gruppen“ oder „kreative Öffentlichkeitsarbeit“. Auch
politische Fragen standen im Fokus: Im Workshop „Kapitalismus
in der Krise – in welcher Welt wollen wir leben?“ wurde intensiv
über gesellschaftliche Perspektiven diskutiert, während es in der
Arbeitsgruppe „Haltung zeigen – Ansprache gegen rechte
Parolen im Betrieb“ um konkrete Strategien gegen rechte Hetze
ging.
Ein inhaltlicher Höhepunkt war der Vortrag von Claudia
Bogedan von der Hans-Böckler-Stiftung mit anschließender
Diskussion: Unter dem Titel „Die Mär vom aufgeblasenen Sozial-
staat und andere Sozialstaatsmythen – ein Faktencheck“ ordne-
te die Sozialwissenschaftlerin zentrale Debatten ein. Sie machte
deutlich, dass viele gängige Narrative über einen „zu großen“
Sozialstaat einer faktenbasierten Prüfung nicht standhalten. Im
Anschluss stellte Andrea Wemheuer, ver.di-Landesbezirksleite-
rin, das „Bündnis starker Sozialstaat“ vor und betonte die Rolle
von Gewerkschaften im Kampf für soziale Sicherheit und
Gerechtigkeit.
In der zweiten Workshophase am Nachmittag wurden die
Themen weiter vertieft und praktisch gearbeitet. Besonders
großes Interesse fanden die Runden zur Beteiligungskultur –
etwa am Beispiel der Krankenhausbewegung an der Medizini-
schen Hochschule Hannover – sowie zur Frage, wie Aktive und
Betriebsräte strategisch zusammenarbeiten können. Auch ein
niedrigschwelliger Einstieg in die Aktiven- und Vertrauensleute-
arbeit wurde angeboten und rege genutzt.
Zum Abschluss kamen alle Teilnehmenden noch einmal zusam-
men, um die weitere gemeinsame Arbeit in den Blick zu nehmen.
Vorgestellt wurde die Aktiven- und Vertrauensleutevernetzung
im Landesbezirk – als zentrale Struktur, um Austausch zu
stärken, Erfahrungen zu bündeln und gemeinsame Strategien
weiterzuentwickeln. Deutlich wurde: Erfolgreiche Gewerk-
schaftsarbeit lebt von Beteiligung, klarer Haltung und guter
Organisation. Viele Kolleg*innen nahmen konkrete Ideen mit –
sei es für die Ansprache neuer Mitglieder, die Planung von
Aktionen oder den Umgang mit politischen Herausforderungen
im Betrieb.
Die Aktiventagung hat gezeigt, wie viel Kraft in gemeinsamer
Organisierung steckt. Mit frischen Ideen, gestärktem Selbstbe-
wusstsein und neuen Kontakten gehen die Teilnehmenden
zurück in ihre Betriebe – bereit, sich weiter einzumischen und für
bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen.
Sei dabei!
Hier geht’s zur Aktiven-VL-Vernetzung
ver.di Niedersachsen-Bremen
Aktiv im Betrieb | Landesbezirk Niedersachsen-Bremen
ver.di
Jonah Bublitz
Jonah Bublitz

standpunkte
ver.di-Kolleg*innen aus Kindertageseinrichtungen haben
sich in der vergangenen Woche mit der niedersächsischen
Kultusministerin Julia Hamburg zum Austausch getroffen.
Es ging im Kern um die Arbeitsbedingungen der Kita-Be-
schäftigten unter den aktuellen erschwerten Rahmenbe-
dingungen. Die Beschäftigten haben die Gelegenheit
genutzt, beispielhaft aus ihrer Praxis zu berichten und
damit ein eindrückliches Plädoyer für zusätzliches, gut
qualifiziertes Personal zu halten. Nur so können in den
Einrichtungen verlässlich die Qualitätsstandards umge-
setzt werden und das Beste für das Wohlbefinden der
Kinder, die pädagogischen Ansprüche und die Gesundheit
der Kitabeschäftigten und die Verlässlichkeit für die Fami-
lien erreicht werden.
In angenehmer Gesprächsatmosphäre haben sich die Kita-Kol-
leg*innen über die verschiedenen Perspektiven mit Julia
Hamburg ausgetauscht und gemeinsam um den besten Weg
gerungen. Die eindeutige Forderung unserer Kita-Kolleg*innen
bleibt: Besser heute als morgen muss die dritte Kraft nicht nur in
der Krippe, sondern auch in der Kita eingeführt werden.
Eine gute und bezahlte Ausbildung ist die beste Strategie für die
Zukunft der niedersächsischen Kindertagesstätten. Dazu gehört
die Anerkennung und Bezahlung der Schulzeiten als Arbeitszeit,
sowie Zeit und Fachkräfte für die Praxisanleitung. Deshalb
fordert ver.di seit Langem die Einführung der Praxisorientierten
Ausbildung (PiA).
HISTORISCHE CHANCE ODER VERPASSTE WENDE FÜR DIE KITAS?
ver.di im Gespräch mit Niedersachsens Kultusministerin Julia Hamburg
Die Kolleg*innen haben sehr deutlich gemacht, dass mit
weniger oder nichtqualifizierten Kräften die Wende nicht
gelingen wird - im Gegenteil. Darum ist es völlig unverständlich
und ein fatales Signal an unsere Kita-Kolleg*innen, dass mit
dem aktuellen Fraktionsgesetzesentwurf von SPD & Bündnis
90/Die Grünen die befristeten Absenkungen der Mindeststan-
dards im niedersächsischen Kita-Gesetz (NKiTaG) um zwei Jahre
verlängert werden sollen.
Die zentrale erfahrungs- und wissenschaftsbasierte ver.di-Forde-
rung für mehr sozialpädagogische Fachkräfte ist Dreh- und
Angelpunkt für gute Arbeitsbedingungen und für die Sicherung
und Verbesserung der pädagogischen Qualität. „Wir befinden
uns an einem historischen Wendepunkt und wollen jetzt DIE
Chance nutzen: in vielen Regionen gehen die Anmeldezahlen in
den Einrichtungen zurück. Diese freiwerdenden Kapazitäten
müssen qualitätssteigernd genutzt werden“, sagt Sylvia Milsch
von der Gewerkschaft ver.di. Denkbar sind folgende Schritte:
Verkleinerung der Gruppen, Umwandlung in integrative
Gruppen, Einrichtung weiterer Familienzentren oder die Verbes-
serung des Fachkraft-Kind-Schlüssel. Dafür sollen im niedersäch-
sischen Kita-Gesetz (NKiTaG) Anreize und Voraussetzungen
geschaffen werden. Deshalb braucht es eine Novellierung des
NKiTaG noch vor der nächsten Landtagswahl.
V.i.S.d.P.:

ver.di-LBZ Niedersachsen-Bremen, Andrea Wemheuer, Tel. 0511 / 12400 101, Mail: pressestelle.nds-hb@verdi.de
Disclaimer:
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Mail-Adresse pressestelle.nds-hb@verdi.de.
ver.di