Arkéa Home Loans emittierte am 28.04.2026 EUR‑Benchmark‑Bond über 750 Mio. EUR (5.8y) in Frankreich; Buchgröße über 2,5 Mrd EUR Covered Bond & SSA View NORD/LB Floor Research 29. April 2026 // Ausgabe #13 Marketingmitteilung (ergänzende Hinweise s. Disclaimer) Kurze Pause: Die nächste Ausgabe erscheint am 13. Mai 2 / Covered Bond & SSA View // 29. April 2026 Inhalt Marktüberblick Covered Bonds 3 SSA/Public Issuers 6 Cross Asset: Benchmark-Indizes für Covered Bonds und SSA/Public Issuers 10 Charts & Figures Covered Bonds 16 SSA/Public Issuers 22 EZB-Tracker 25 Cross Asset 26 Ausgaben im Überblick 27 Publikationen im Überblick 28 Ansprechpartner in der NORD/LB 29 Flooranalysten: Dr. Norman Rudschuck, CIIA Head of Desk norman.rudschuck@nordlb.de Lukas-Finn Frese SSA/Public Issuers lukas-finn.frese@nordlb.de Lukas Kühne Covered Bonds/Banks lukas.kuehne@nordlb.de Tobias Cordes, CIIA SSA/Public Issuers tobias.cordes@nordlb.de NORD/LB: Floor Research NORD/LB: Covered Bond Research NORD/LB: SSA/Public Issuers Research Bloomberg: Weekly: DS NDB 3 / Covered Bond & SSA View // 29. April 2026 Covered Bonds Marktüberblick Autoren: Lukas Kühne // Dr. Norman Rudschuck, CIIA Primärmarkt: Emittenten zeigen sich weiterhin abwartend Nachdem in den Vorwochen – getrieben durch die ausgerufene Waffenruhe im Nahen und Mittleren Osten – die Emissionsaktivitäten auf dem Primärmarkt wieder an Dynamik ge- wonnen hatten, zeigten sich die Emittenten in den vergangenen fünf Handelstagen erneut zurückhaltend. Bedingt durch Verhandlungen im Pendelmodus, die die Konfliktparteien seit Inkrafttreten des – vorläufigen – Waffenstillstands führen, wagte sich lediglich ein Emittent mit einer Neuemission im EUR-Benchmarksegment an den Markt. So ging die Arkéa Home Loans am 28. April auf die Investoren zu und emittierte einen frischen Bond im Volumen von EUR 750 Mio. und einer Laufzeit von 5,8 Jahren. Der Deal startete mit einer Guidance von ms +39bp area und stieß mit einer Buchgröße von über EUR 2,5 Mrd. auf reges Investoreninteresse. Der Reoffer-Spread wurde bei ms +33bp angesetzt. Da in diesem Jahr Bonds im Volumen von insgesamt EUR 500 Mio. fällig werden, kann die Arkéa Home Loans mit diesem Deal bereits jetzt ein positives Nettoemissionsvolumen für das laufende Jahr aufweisen, was auf eine frühzeitige Adressierung des Refinanzierungsbedarfs hindeutet. Zuletzt war die Arkéa Home Loans im September 2025 mit einer EUR- Benchmark am Markt aktiv, als sie EUR 750 Mio. erfolgreich platzieren konnte. Abseits des EUR-Benchmarksegments hielten sich die Emissionsvolumina ebenfalls in Grenzen. So gab es insgesamt nur sieben weitere Deals, die sich jedoch auf verschiedenste Jurisdiktionen (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden sowie die Schweiz) und Währungen (CHF, NOK und SEK) erstreckten. Trotz der sich häufenden Wochen mit überschaubarer Primärmarkt- aktivität relativiert ein Blick auf das Gesamtjahr dieses Bild etwas. So liegt das Gesamte- missionsvolumen im laufenden Jahr rund +28% über dem Vergleichszeitraum des Vorjah- res. Mit Blick nach vorn werden aus unserer Sicht die Lage im Nahen und Mittleren Osten sowie die makroökonomischen Spillover-Effekte weiterhin die essenziellen Einflussfakto- ren auf die Primärmarktaktivitäten im Covered Bond-Segment darstellen. In den vergange- nen Wochen war jedoch zu beobachten, dass es den Emittenten gelungen ist, selbst kleins- te Emissionsfenster zu nutzen, um frische Ware zu platzieren. Wir gehen davon aus, dass an diesem Vorgehen auch in den kommenden Wochen festgehalten werden wird. Issuer Country Timing ISIN Maturity Size Spread Rating ESG Arkéa Home Loans FR 28.04. FR00140182I0 5.8y 0.75bn ms +33bp AAA / Aaa / - - Quelle: Bloomberg, NORD/LB Floor Research (Rating: Fitch / Moody’s / S&P) Sekundärmarkt: Spreads der jüngst neu emittierten Papiere leicht tighter Getrieben durch die geringe Anzahl an Neuemissionen auf dem Primärmarkt richtete sich der Fokus der Investoren auch in den vergangenen fünf Handelstagen verstärkt auf den Sekundärmarkt. Das größte Interesse lag hierbei auf Covered Bonds im Laufzeitenband von drei bis sieben Jahren. Umsätze waren dabei über sämtliche Jurisdiktionen hinweg zu ver- zeichnen. Das noch einmal gesteigerte Investoreninteresse führte zu einem leichten Tightening der Spreads, was insbesondere bei den jüngsten Neuemissionen zu beobachten war. Gleichzeitig setzte sich der rückläufige Liquiditätstrend fort. Am langen Ende zeigte sich das Marktgefüge zunehmend angespannt: Die Niveaus waren deutlich komprimiert und Umsätze blieben überschaubar. 4 / Covered Bond & SSA View // 29. April 2026 Europäischer CRE-Markt weiterhin unter starkem Zins- und Refinanzierungsdruck Der Markt für Commercial Real Estate (CRE) gerät in Europa – nach einer zwischenzeitli- chen Erholungsphase zu Beginn des Jahres – wieder zunehmend unter Druck. Zentraler Auslöser dieser Entwicklung sind die sich nachhaltig verändernden Zinserwartungen der Marktteilnehmer seit der Eskalation im Nahen und Mittleren Osten. Die Ratingexperten von Moody’s führen in einer Studie aus, dass steigende Kosten für Zinsabsicherungen die Finanzierung von Gewerbeimmobilien weiter verteuern. So haben sich Swaps auf den 3-Monats-Euribor mit einer Laufzeit von zwei Jahren zwischen Ende Februar und Ende März um 66 Basispunkte verteuert. Da bei variabel verzinsten CRE‑Darlehen solche Absi- cherungen üblich sind, führen die höheren Swap-Sätze zu spürbar steigenden Gesamtfi- nanzierungskosten für Kreditnehmer. Insbesondere auf Banken mit einem hohen CRE‑Exposure entsteht so ein größerer Druck – aber auch Covered Bonds können sich von den gestiegenen Zinsen und erschwerten Refinanzierungsbedingungen betroffen zeigen. Ein zusätzliches strukturelles Risiko besteht laut Moody’s in der anstehenden Fälligkeits- welle der Jahre 2026/27. Ein Großteil der dann fällig werdenden Immobilienkredite wurde in den Jahren 2021/22 – und somit am Zyklushoch – vergeben. Diese Kredite zeichnen sich durch hohe Bewertungen und eine niedrige Verzinsung aus. Im Mittelpunkt steht die Fra- ge, inwiefern die Finanzierungen auch unter veränderten Marktbedingungen sichergestellt werden können. In der aktuellen Studie merkt Moody’s an, dass die Auswirkungen aller Voraussicht nach stark differenziert ausfallen und sich an der Nutzungsart, dem Standort, der Marktliquidität sowie dem nationalen Refinanzierungsumfeld orientieren werden. Neben den gestiegenen Risiken konnte in den vergangenen Handelswochen jedoch auch die Stabilität des Covered Bond-Marktes beobachtet werden, der seine Rolle als Safe- Haven erneut unter Beweis stellte. So zeigten Covered Bonds kaum Spread-Ausweitungen, während gleichzeitig insbesondere Investoren mit einem hohen Anteil an Fremdfinanzie- rung unter Druck geraten könnten. Eine länger anhaltende Phase restriktiverer Kreditbe- dingungen dürfte Transaktionsvolumina, Bewertungen und auch die Refinanzierungsfähig- keit für den Moment dämpfen. Moody’s konkludiert, dass sich Investoren noch intensiver auf die Qualität der Assets sowie eine stabile Kapitalstruktur und Zinsabsicherung fokussie- ren sollten. Fitch: Covered Bond-Emittenten aus den Niederlanden im Fokus Die Ratingexperten von Fitch bescheinigen den niederländischen Covered Bond-Emit- tenten in ihrer jüngst veröffentlichten Peer-Gruppen-Analyse ein hohes Maß an Stabilität. Die acht untersuchten Programme von insgesamt sechs Instituten (ABN Amro, Achmea, ASN Bank, ING Bank, NIBC und Van Lanschot Kempen) weisen allesamt ein Long-Term Issuer Default Rating von AAA auf. Grundlage hierfür sind insbesondere die soliden Emit- tentenratings im Bereich von BBB+ bis AA. Zusätzlich wirken sich die hohen Rating-Uplifts sowie komfortablen Downgrade-Puffer von bis zu sieben Notches positiv auf das Pro- grammrating aus. Dieses wird darüber hinaus insbesondere durch die hohe Qualität der Deckungsstöcke getragen, die nahezu ausschließlich aus erstrangig besicherten Wohn- bauhypotheken bestehen. Diese weisen stabile Beleihungsausläufe sowie in Teilen einen substanziellen Anteil an staatlich garantierten Darlehen auf. Als Folge der kürzlich ange- passten Ratingmethodik von Fitch ist die für ein AAA-Rating erforderliche Übersicherungs- quote gesunken und liegt für drei der acht Programme bei 0%. Am Ende des IV. Quartals 2025 belief sich das ausstehende Volumen der von Fitch bewerteten niederländischen Covered Bonds auf rund EUR 107 Mrd., dem ein Deckungsstockvolumen von circa EUR 131 Mrd. gegenüberstand. Damit gehört der Markt für niederländische Covered Bonds zu den größten weltweit und zählt laut Fitch weiterhin zu den robustesten und qualitativ hoch- wertigsten Covered Bond-Märkten Europas. 5 / Covered Bond & SSA View // 29. April 2026 Covered Bond-Ratings werden nicht von neuer Haftungskaskade beeinflusst Am 20. April 2026 wurde das neue CMDI-Paket (Crisis Management and Deposit Insurance) im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Hintergrund der Reform ist die Harmonisierung des euro- päischen Bankenkrisenmanagements sowie die Anwendbarkeit der zur Verfügung stehen- den Abwicklungsinstrumente auch bei kleinen und mittleren Instituten. Insbesondere die in diesem Zuge kommunizierte Anpassung der Haftungskaskade im Abwicklungsfall hatte einen direkten Einfluss auf den Markt für Senior Unsecured Debt. Durch die Besserstellung von Depositen innerhalb der Kaskade müssen Senior Preferred-Anleihen künftig einen höheren Verlustbeitrag tragen. Standen diese beispielsweise in Deutschland bislang auf einer Stufe mit unbesicherten Kundeneinlagen von z.B. Gebietskörperschaften, werden letztere nun bessergestellt. Ziel der EU ist eine generelle Präferenz von Depositen gegen- über Senior Unsecured Debt. In direkter Folge der Reform, die nach einer Übergangsphase von 24 Monaten 2028 in Kraft treten soll, hat die Ratingagentur Moody’s die Ratings von 114 Finanzinstituten aus 21 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums angepasst. Wäh- rend bei 47 Instituten die Deposit Ratings nach oben angepasst wurden, mussten 22 Ban- ken ein Downgrade ihres Senior Unsecured Debt-Ratings hinnehmen. Die Up- bzw. Down- grades umfassten in der Regel lediglich ein Notch – bei zahlreichen Instituten wurde dar- über hinaus lediglich der Outlook angepasst. Moody’s stellt gleichzeitig klar, dass die An- passungen primär technischer Natur sind und nicht pauschalisiert erfolgten. Vielmehr wurde bei der Ratingfindung Rücksicht auf die jeweiligen Tranchengrößen und Refinanzie- rungsstrukturen der Institute genommen, um so eine bank- und strukturspezifische Bewer- tung vornehmen zu können. Aufgrund dieser technischen, im Ausmaß stark begrenzten und lediglich auf die Änderungen der Haftungskaskade zurückzuführenden Ratinganpas- sungen, ist mit keinen negativen Einflüssen auf das Rating von Covered Bonds zu rechnen. vdp macht erste Vorschläge für die anstehende Pfandbriefnovelle Seit der Umsetzung der europäischen Covered Bond‑Richtlinie in deutsches Recht, die am 15. April vom Bundestag beschlossen wurde, gab es keine signifikanten Anpassungen des Pfandbriefgesetzes. Mit der anstehenden Novellierung des Pfandbriefgesetzes könnte sich dies jedoch kurzfristig ändern. So sprach sich der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) auf seiner Jahrespressekonferenz (vgl. Pressemitteilung) dafür aus, die Beleihungs- wertgrenze für im Deckungsstock enthaltene Wohnimmobiliendarlehen von 60% auf 80% anzuheben. Dies würde laut vdp einer Anpassung an den europäischen Standard entspre- chen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Emittenten stärken, da größere Teile der von Pfandbriefbanken vergebenen Wohnimmobilienkredite über die Platzierung von Pfandbriefen refinanziert werden könnten. Im europäischen Kontext ist eine Beleihungs- wertgrenze von 80% der gängige Standard. Das deutsche Pfandbriefgesetz unterscheidet sich v --- Source: https://www.nordlb.de/meine-nordlb/download/research-dokument-14091?cHash=6f8133384f834d4b044a3048a80f13fd sdDatePublished: 2026-04-29T10:07:00Z Topics: banking Locations: Bavaria, Portugal, Mecklenburg-Vorpommern, Japan, South Korea, Brandenburg, Vietnam, Poland, Hannover, Denmark, Schleswig-Holstein, Czech Republic, New Zealand, Canada, North Rhine-Westphalia, United States, Ukraine, Norway, Italy, Rhineland-Palatinate, United Kingdom, Ireland, Austria, Lower Saxony, Australia, Germany, Berlin, Spain, Netherlands, Thailand, Greece, Belgium, Switzerland, Sweden, Taiwan, Dortmund, Luxembourg, Hamburg, Estonia, Bremen, Saarland, France, Finland, Singapore