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title: "Stadt Köln beantwortet Anfrage zu sexuellen Übergriffen beim Karneval in Köln; kein deutlicher Anstieg über 10 Jahre"
sdDatePublished: "2026-04-29T14:54:00Z"
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  - name: "society"
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  - "Köln"
  - "Germany"
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Stadt Köln beantwortet Anfrage zu sexuellen Übergriffen beim Karneval in Köln; kein deutlicher Anstieg über 10 Jahre

Beantwortung

Dezernat, Dienststelle
I/I-3

Vorlagen-Nummer 29.04.2026

0793/2026
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung
öffentlicher Teil
Gremium
Datum
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
11.05.2026

Beantwortung der schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke betreffend "Sexuelle
Übergriffe während des Karnevals und der Schutz davor" (AN/0480/2026)
Die Verwaltung beantwortet die schriftliche Anfrage der Fraktion Die Linke betreffend "Sexu-
elle Übergriffe während des Karnevals und der Schutz davor" (AN/0480/2026) folgenderma-
ßen:

1) Wie hat sich die Zahl der sexuellen Übergriffe während des Karnevals in den
letzten zehn Jahren entwickelt, unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie?

Im 10-Jahres Vergleich wurden an den Karnevalstagen durchschnittlich etwa 30 Sexualde-
likte/ Jahr angezeigt. In den Jahren 2020 - 2022 lagen die Werte pandemiebedingt deutlich
niedriger. Insgesamt lässt sich anhand der polizeilich bekannt gewordenen Fälle keine deutli-
che Zunahme sexueller Gewalt im Karneval belegen.

Im Jahr 2024 war zwar ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr erkennbar, welcher jedoch ver-
gleichbar mit dem Niveau vor der Pandemie ist. Den größten Anteil der an den Karnevalsta-
gen registrierten Sexualdelikte machen sexuelle Belästigungen aus. Der Mittelwert des 10-
Jahres Vergleichs liegt bei etwa 20 Delikten/ Jahr. Im 10-Jahres Vergleich wurden an den Kar-
nevalstagen durchschnittlich 3 Vergewaltigungen/ Jahr angezeigt. Die Anzahl der Delikte lag
in den Jahren 2019, 2024 und 2025 auf einem identischen Niveau. 2026 wurde eine Verge-
waltigung angezeigt.

Am 29.01.2024 wurde durch das Polizeipräsidium Köln die Social Media Kampagne „It’s a
dress not a yes!“ veröffentlicht, um auf sexuelle Übergriffe im alltäglichen Leben und auch an
Karneval aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Der Social Media Beitrag wurde 2,4
Millionen Mal aufgerufen und durch diverse Künstler*innen, Karnevalsbands und Tanzgruppen
geteilt. Aufgrund der großen Aufmerksamkeit ist es wahrscheinlich, dass die Kampagne kurz
vor Karneval auch das Anzeigeverhalten von Geschädigten beeinflusst.

2) Welche Instrumente setzte die Stadt Köln konkret ein, um Frauen während der
Karnevalszeit vor sexuellen Übergriffen zu schützen?

Die Stadt Köln ist Gründungsmitglied der Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt, die seit
Jahren sehr erfolgreich das Projekt EDELGARD umsetzt. EDELGARD steht für eine solidari-
sche Stadtgesellschaft, in der sexualisierte Gewalt keinen Platz hat – auf der Straße und über-
all sonst.

Die Stadt Köln unterstützt die Initiative durch die Finanzierung der Koordinierungsstelle im

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Haushalt 2025/2026 mit jeweils 100.000 Euro und somit auch die Einsätze an Karneval in
Köln. Derzeit befindet sich die Initiative in der Gründung eines selbstständigen Vereins EDEL-
GARD mit dem Ziel, die dauerhafte Finanzierung über das Jahr 2026 hinaus sicherzustellen.

Über Karneval 2026 und am Elften im Elften 2025 war EDELGARDmobil sowohl telefonisch
erreichbar als auch mit Info-Teams auf der Straße unterwegs und für Feiernde ansprechbar.
In den Regionen Südstadt, Zülpicher Platz/ Barbarossaplatz sowie Aachener Straße/Brüsseler
Platz tauschten sich die Teams mit Feiernden aus und informierten über die Möglichkeit, sich
im Bedarfsfall Hilfe zu holen. Ergänzend wurden rund 150 Betriebe (Bars, Kneipen, Kioske u.
a.) eingebunden, die mit Plakaten auf das Hilfsangebot aufmerksam machten. Begleitend fand
eine umfangreiche Medienpräsenz durch Veröffentlichungen in verschiedenen klassischen
Medien und Social Media statt. Damit sollten Menschen in Köln sowohl auf das EDELGARD-
Angebot zu Karneval aufmerksam gemacht werden als auch zum Thema sexualisierte Gewalt
sensibilisiert werden. Dabei konnten insgesamt mehr als 4700 Personen über die Maßnah-
men erreicht werden.

Gez. Blome