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title: "Bayerisches Wirtschaftsministerium initiiert Offensive Unternehmensnachfolge in Bayern, unterstützt von HWK und DIHK; 52.500 Unternehmen, 668.000 Arbeitsplätze, 2027–2031 erwartete Übergaben"
sdDatePublished: "2026-04-29T09:08:00Z"
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Bayerisches Wirtschaftsministerium initiiert Offensive Unternehmensnachfolge in Bayern, unterstützt von HWK und DIHK; 52.500 Unternehmen, 668.000 Arbeitsplätze, 2027–2031 erwartete Übergaben

Offensive_Unternehmensnachfolge

Bayerisches Staatsministerium für
Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

ECKPUNKTE
DER OFFENSIVE
6
STUDIE UNTERNEHMENS-
NACHFOLGE IN BAYERN
8
ERFOLGSFAKTOREN
DER NACHFOLGE
12
INITIATOREN UND PARTNER
18

Hubert Aiwanger
Bayerischer Staatsminister für
Wirtschaft, Landesentwicklung
und Energie
Tobias Gotthardt
Staatssekretär im
Bayerischen Staatsministerium für
Wirtschaft, Landesentwicklung
und Energie
In Bayern stehen zwischen 2027 und 2031 nahezu
52.500 Unternehmen mit einem Mindestgewinn von
50.000 Euro und knapp über 668.000 Mitarbeitern vor
einem Generationenwechsel. Das sind circa 16.000 Unter­
nehmen und 50.000 Beschäftigte mehr als zwischen 2022
und 2026. Die rasante Dynamik und die volkswirtschaftliche
Bedeutung des Generationenwechsels machen das Thema
Unternehmensnachfolge zu einem zentralen Baustein unse­
rer bayerischen Wirtschafts- und Mittelstandspolitik. Zahl­
reiche Förderprogramme und Unterstützungsmaßnahmen
des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Kammern
und anderer Einrichtungen begleiten den Nachfolgeprozess.
Mit der Offensive »Unternehmensnachfolge.Bayern« wollen
wir die Aufmerksamkeit unserer Familienunternehmer noch
stärker auf die Nachfolgefrage richten, auf die bereitste­
henden Informations-, Beratungs- und Förderangebote hin­
weisen und zu einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit
dem Thema anregen. Hierbei unterstützen uns die Arbeits-
gemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern und
der Bayerische Industrie- und Handelskammertag als Mit-
initiatoren sowie viele Partner aus der Wirtschaft.
Die Offensive umfasst zahlreiche Veranstaltungen und wei­
tere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zur Unterneh­
mensnachfolge. Den Ausgangspunkt bildet eine umfas­
sende Studie über die Unternehmensnachfolge in Bayern.
Eine erfolgreiche Unternehmensübergabe ist die Krönung
einer Unternehmerbiografie. Wir möchten dazu beitragen,
dass eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge möglichst
vielen Familienunternehmen gut gelingt.
3

»Die Unternehmensnachfolge stellt den bayerischen
Mittelstand vor zunehmende Herausforderungen. Für
Viele ist soziale Sicherheit attraktiver als Unternehmertum.
Anstelle neuer gesetzlicher Regulatorik brauchen Unter­
nehmensnachfolger Planungssicherheit für Investitionen
in die Zukunft.«
»In rund 22.300 bayerischen Handwerksunternehmen
steht in den kommenden Jahren die Betriebsübergabe
an. Als Partner unterstützen die Handwerkskammern
Betriebsinhaber und deren Nachfolger in allen Phasen
des Übergabeprozesses.«
Franz Xaver Peteranderl
Präsident der Arbeitsgemeinschaft
der bayerischen Handwerkskammern
Prof. Klaus Josef Lutz
Präsident des Bayerischen
Industrie- und Handelskammertages
5

ECKPUNKTE DER OFFENSIVE
6

NACHFOLGE PLANEN – ERFOLG SICHERN

` Die Offensive „Unternehmensnachfolge.Bayern“ wurde vom
Bayerischen Wirtschaftsministerium zusammen mit der Arbeits-
gemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern und dem
Bayerischen Industrie- und Handelskammertag initiiert. Sie
wird von zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft unterstützt.

` Die Offensive zielt darauf ab, das Nachfolgethema noch stärker
im Bewusstsein der bayerischen Familienunternehmer zu ver­
ankern. Nach dem Motto: »Nachfolge planen – Erfolg sichern«
sollen sie mit zahlreichen öffentlichkeitswirksamen Maßnah­
men für eine frühzeitige Beschäftigung mit der Frage des Ge­
nerationenwechsels sensibilisiert und über das breit gefächerte
Unterstützungsangebot in Bayern informiert werden.

` Gleichzeitig wollen die Partner der Offensive ihre Maßnahmen
zur Unterstützung des Generationenwechsels im bayerischen
Mittelstand mit Nachdruck weiterverfolgen und Vernetzungs­
potentiale nutzen.

` Kristallisationspunkt der Offensive ist die Nachfolgewebseite
des Bayerischen Wirtschaftsministeriums (www.stmwi.bay­
ern.de/wirtschaft/mittelstand/unternehmensnachfolge).
Sie
enthält wichtige Tipps für eine erfolgreiche Unternehmens­
nachfolge, Erläuterungen zur breiten Palette an Unterstüt­
zungsangeboten, Hinweise zu Expertenkontakten, Veranstal­
tungen und Informationsmaterialien sowie anschauliche Er­
folgsgeschichten.

` Der Ausgangspunkt der Offensive bildete 2017 eine groß an­
gelegte empirische Studie zur Unternehmensnachfolge, die
auch eine wissenschaftliche Prognose zum Nachfolgegesche­
hen für den Zeitraum 2017 – 2021 enthielt und für den Zeitraum
2022 – 2026 aktualisiert wurde. Eine aktuelle Untersuchung
erfasst das Nachfolgegeschehen für den Fünfjahreszeitraum
2027 – 2031.
7

STUDIE UNTERNEHMENSNACHFOLGE IN BAYERN
8

KERNAUSSAGEN DER STUDIEN
Der Generationenwechsel in bayerischen Familien-
unternehmen wird sich beschleunigen
Im Freistaat Bayern sind rund 556.840 Familienunternehmen aktiv.
Im Zeitraum 2027 – 2031 stehen davon rund 52.500 ausreichend
attraktive Unternehmen mit ca. 668.000 Arbeitsplätzen zur Über­
gabe an.
Erfolgsfaktoren sind frühzeitiges und rechtzeitiges Handeln
Erfolgreiche Unternehmensübergaben werden – so der Befund
aus den Befragungen – »frühzeitig« und »rechtzeitig« eingeleitet.
Die Sensibilisierung der zukünftigen Übergeber ist und bleibt
daher ein wichtiges Thema.
Die familieninterne Nachfolge wird bevorzugt
Familieninterne Nachfolgen stellen in allen Regierungsbezirken
die bevorzugte Nachfolgelösung dar. Der Übergabeprozess kann
sowohl bei einer familieninternen als auch -externen Nachfolge
i.d.R. mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Finanzierung durch Eigenkapital bevorzugt, Bank- und
Förderkredite wichtig
Unternehmensnachfolgen werden größtenteils mit Eigenkapital
und Bankdarlehen finanziert. Förderkredite mit Haftungsfreistel­
lungen bzw. Bürgschaften sind ebenfalls wichtig – gerade auch
aus Expertensicht. Sie spielen bei familienexternen Übernahmen
eine größere Rolle als bei familieninternen Nachfolgen.
9

284.000
55.800
52.100
45.700
60.900
80.300
89.200
21.750
4.800
4.100
3.550
4.750
6.350
7.200
Unterfranken
Oberfranken
Mittelfranken
Oberpfalz
Niederbayern
Oberbayern
Arbeits-
plätze
Unternehmen
Schwaben
GENERATIONENWECHSEL IN BAYERNS FAMILIENUNTERNEHMEN | 2022 – 2026
NACH REGIERUNGSBEZIRKEN
10

Hoher Beratungsbedarf für individuelle Lösungen in jedem
Nachfolgeprozess
Keine Unternehmensnachfolge ist wie die andere. Musterlösun­
gen gibt es nicht. Es besteht hoher Beratungsbedarf insbeson­
dere zum Steuerrecht und zur Vertragsgestaltung. Quantität,
Qualität, Praxisbezug und Transparenz von Information, Beratung
und Förderung des Generationenwechsels sind kontinuierlich ver­
bessert worden. Viele der existierenden Informations- und Bera­
tungsangebote zur Unternehmensnachfolge sind bei Übergebern
und Übernehmern aber noch nicht bekannt genug.
Guter Neustart setzt Veränderungsbereitschaft voraus
Die Unternehmen, bei denen der Neustart gelingt, haben u. a. im
Marketing und Vertrieb Änderungen vorgenommen. Ebenso wur­
den neue Produkte bzw. Dienstleistungen und Produktionspro­
zesse zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eingeführt. Die Digi­
talisierung stellt für Übergeber und Übernehmer eine der größten
unternehmerischen Herausforderungen dar.
Vernetzung der Nachfolgeberater ist wichtig
Die Initiativen der vergangenen Jahrzehnte haben zu einer guten,
regionalen Vernetzung der Akteure geführt. Die Vernetzung sollte
weiter ausgebaut werden, auch im Zusammenspiel zwischen
öffentlichen und privaten Beratern. Auch sollte das Ziel sein, die
Beratung noch stärker auf Kleinstunternehmen auszudehnen.
Diese Unternehmensgruppe, die in den nächsten Jahren drei von
vier Unternehmensnachfolgen auf sich vereinen wird, ist derzeit
bei der Inanspruchnahme von Informations- und Beratungsleis­
tungen unterrepräsentiert.
Produzierendes
Gewerbe
Handel, Verkehr, Gastgewerbe
Unternehmensbezogene
Dienstleistungen
Personenbezogene
Dienstleistungen
UNTERNEHMEN
BETROFFENE ARBEITSPLÄTZE
13.150
16.150
17.250
5.950
209.400
176.800
162.000
NACH HAUPTWIRT-
SCHAFTSABSCHNITTEN
119.800
11

ERFOLGSFAKTOREN DER NACHFOLGE
12

Die Unternehmensnach­
folge ist für alle Beteiligten
eine Herausforderung.
Eine pauschale Vorgehens­
weise gibt es nicht, denn
kein Betrieb ist wie der
andere. Für Unternehmer,
Übergeber und Nachfolger
stehen Orientierungshilfen
zur Verfügung.
WORAUF ES ANKOMMT
Frühzeitige und aktive Planung
Unternehmer befassen sich häufig viel zu spät mit der Nachfol­
gefrage und unterschätzen die Vielschichtigkeit des Nachfolge­
prozesses. Das kann nicht selten die nach­haltige Sicherung des
eigenen Lebenswerkes samt der damit verbundenen Arbeits­
plätze gefährden.
Je früher der Übergeber die Nachfolge anpackt, umso mehr Zeit
bleibt für die notwendige Informationsbeschaffung, eine ausführ­
liche Beratung durch Experten, eine systematische Planung so­
wie die erfolgreiche Übergabe.
Unterstützung von Experten
Die Übergabe eines Unternehmens wirft viele unterschiedliche
Fragen auf. Passgenaue Lösungen fordern einen neutralen Blick
von außen. Kompetente und individuelle Beratung sind beim
Übergabeprozess eine große Hilfe.
In Bayern stehen hierzu vielfältige Angebote zur Verfügung.
Auswahl und Qualifikation des geeigneten Nachfolgers
Eine wichtige Frage bei der Übergabe eines Unternehmens
lautet: Passen das Unternehmen und der potentielle Nachfolger
auch wirklich zusammen? Das Anforderungsprofil muss selbstver­
ständlich für beide Seiten stimmen. Für den Nachfolger muss das
Unternehmen das »Richtige« sein. Für das Unternehmen wieder­
rum müssen die persönlichen Voraussetzungen des potentiellen
Nachfolgers wie fachliche Qualifikation, kaufmännisches Wissen,
Sozialkompetenz sowie Führungsstil passen.
13

Ermittlung des Unternehmenswertes
In der Praxis zeigt sich: Der Unternehmenswert ist einer der häu­
figsten Streitpunkte zwischen Übergeber und Übernehmer. Die
Erwartungen gehen hier oft weit auseinander. Dies liegt unter
anderem auch daran, dass der Übergeber mit seinem Unterneh­
men einen hohen emotionalen Wert verbindet. Die Ermittlung
des Unter­nehmens­wertes als Basis für Kaufpreisverhandlun­
gen muss daher sehr sorgfältig geschehen und auf eine Art und
Weise, die für alle Beteiligten nachvollziehbar ist. Hier ist in jedem
Fall Beratung erforderlich.
Businessplan mit Unternehmensstrategie
Ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan ist eine wichtige
Voraussetzung für den Unternehmenserfolg nach der Übernahme.
Was steckt dahinter?
Der Businessplan:

` basiert auf dem Istzustand des zur Übernahme anstehenden
Unternehmens

` enthält wichtige Aussagen zur derzeitigen Lage und künftigen
Ausrichtung

` bildet die Grundlage für Bankengespräche und die Finanzierung
der Übernahme

` bietet (nochmals) die Möglichkeit eines qualifizierten, kritischen
und ehrlichen Selbstchecks, auf Basis der festgestellten Rah­
menbedingungen.
14

Passgenaue Finanzierung der Unternehmensübernahme
Die Finanzierung der Übernahme wird häufig unterschätzt und
das, obwohl gerade diese einen der wichtigsten Punkte darstellt.
Das gilt für beide Seiten: Die Übertragung trägt zum einen zur
Sicherung der Altersversorgung des Übergebers bei. Zum ande-
ren muss der Übernehmer den benötigten Kapitalbedarf zur
Übernahme und Weiterführung des Betriebs, einschließlich sei­
ner eigenen Lebenshaltungskosten, finanzieren und sichern. Auch
zur Fi­nan­zie­rung sollten sich beide Seiten frühzeitig ausführlich
beraten lassen, um beispielsweise Fördermittel in Anspruch neh­
men zu können.
Gestaltung der Übernahme und Klärung der steuerlichen
und rechtlichen Folgen
Die Rechtsform und Art der Übernahmegestaltung betrifft die
Beziehung zwischen Übergeber und Übernehmer. Sie bestimmt
den gesetzlichen Handlungsrahmen des Unternehmens. Alle in
diesem Zusammenhang getroffenen Entscheidungen haben eine
Vielzahl rechtlicher, finanzieller, struktureller und persönlicher
Konsequenzen für beide Parteien. Dazu gehören beispielsweise
Haftungsfragen, steuerliche Auswirkungen, unternehmensbezo­
gene Schutzrechte und Verbindlichkeiten. Unterstützung