Universität Leipzig Pilotprogramm ULEAD – Führungskräfteentwicklung in Leipzig; Wirksame Bausteine sollen skaliert werden

Universität Leipzig: Pilotprogramm „ULEAD – Führungskräfteentwicklung“ erfolgreich abgeschlossen

Teilnehmende zogen bei Abschlussveranstaltung Bilanz

Pilotprogramm „ULEAD – Führungskräfteentwicklung“ erfolgreich abgeschlossen

Mit einer Abschlussveranstaltung ist am 22. April das Pilotprogramm ULEAD – Führungskräfteentwicklung an der Universität Leipzig zu Ende gegangen. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitete das Programm Führungskräfte in einem strukturierten Entwicklungsprozess, der Workshops, individuelle Reflexionsformate, kollegialen Austausch und Coaching miteinander verband. Ziel war es, Führungskräfte in ihrer Rolle zu stärken, Reflexion zu ermöglichen und nachhaltige Vernetzung zu fördern. Konzipiert und koordiniert wurde das Pilotprogramm von Juliane Grundmann, HR Managerin für Personalentwicklung (Leadership), die den gesamten Durchlauf inhaltlich und organisatorisch verantwortete.

„In den vergangenen 12 Monaten wurden Führungskräften der Universität imULEAD-Programmvielfältige Kenntnisse zur Unterstützung ihrer Tätigkeit vermittelt. Mit diesen Erfahrungen können nun konkrete Schritte für die künftige Verstetigung der Führungskräfteentwicklung abgeleitet werden“, sagte die Prorektorin für Talententwicklung: Studium und Lehre, Prof. Dr. Brigitte Latzko. Das Thema fließe auch in den Hochschulentwicklungsplan ein.

Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell betonte bei der ULEAD-Abschlussveranstaltung: „Das, was Sie hier geleistet haben, verdient große Anerkennung. Sie haben sich – zusätzlich zu Ihrem anspruchsvollen Führungsalltag – Zeit genommen für Reflexion, für Austausch und für Entwicklung und Sie haben die Bereitschaft und die Offenheit für Perspektivwechsel und Zusammenarbeit gezeigt. Das ist für unsere Universität sehr wichtig."

Die Anforderungen an Führungskräfte seien weiterhin hoch: Komplexität, Dynamik, unterschiedliche Erwartungen und begrenzte Ressourcen. Umso wichtiger sei es, die Führung „nicht dem Zufall zu überlassen, sondern bewusst zu gestalten und zu unterstützen.“ Die aus dem ULEAD-Programm gewonnenen Erfahrungen bildeten eine wichtige Grundlage für die künftige Gestaltung der Führungskräfteentwicklung an der Universität Leipzig.

ULEAD als „Sehr wirksamer Pilot“

„ULEAD war aus meiner Sicht ein sehr wirksamer Pilot. Besonders deutlich wurde, wie stark Formate wie Coaching, Reflexion und kollegiale Vernetzung die Handlungsfähigkeit und Klarheit von Führungskräften stärken“, resümierte Juliane Grundmann.Gleichzeitig hätten die vergangenen 12 Monate gezeigt, dass ein solches komplexes Programm mit Steuerungs- und Kommunikationsaufwand verbunden ist – sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Personalentwicklung. „Die zentrale Erkenntnis ist daher: Wir wissen sehr genau, was wirkt. Die eigentliche Herausforderung liegt nun darin, diese wirksamen Elemente in schlankere, modular aufgebaute und niedrigschwellige Formate zu überführen, um perspektivisch eine größere Breite von Führungskräften zu erreichen“, erklärte Grundmann.

An insgesamt acht Basic-Workshops sowie drei ergänzenden Hands-on-Workshops nahmen 22 Führungskräfte teil. Die Impulsformate dienten insbesondere der Vernetzung zwischen Führungskräften und internen Expert:innen, während über sechs Online-Nuggets ausgewählte Inhalte für weitere Führungskräfte geöffnet wurden. „Im Rahmen der unterschiedlichen Formate konnten nicht nur tragfähige Verbindungen zwischen den Teilnehmenden entstehen, sondern auch Brücken zu internen Expert:innen und zur Hochschulleitung geschlagen werden“, so Grundmann. Personaldezernentin Michaela Jähnig betonte, die Führungskräfteentwicklung in ein Format zu bringen, sei essentiell wichtig. Eine Führungskraft müsse ein klares Verständnis von Aufgaben haben und von anderen Führungskräften lernen. ULEAD habe dafür die Basis geschaffen.

Viele waren auch bei der Abschlussveranstaltung dabei. Einer davon ist Biologiedidaktik-Professor Dr. Jörg Zabel. „Ich habe bei ULEAD viele Menschen getroffen, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Führungskräfte, mit denen ich mich über Herausforderungen und Perspektiven zu Führung austauschen konnte. Das habe ich als Entlastung und Bereicherung empfunden, weil ein solcher Austausch auf Augenhöhe durch berufliche Hierarchien sonst ja eher selten ist, Führungskräfte in ihrer Rolle also tendenziell ‚einsam‘ sind“, betonte er. Er werde künftig „etwas bewusster führen und Entscheidungen besser begründen können“. Als besonders spannend habe Zabel die kollegiale Fallberatung als professionelle Methode empfunden, um die „Schwarmintelligenz“ der Gruppe nutzen zu können für ein verzwicktes Problem.

Kompetenzen für „bedürfnisorientierte Führung“ vertieft

Dr. Annett Kaldich, Dekanatsrätin der Fakultät für Physik und Erdsystemwissenschaften, hat in ihrem Kurs Kompetenzen für eine bedürfnisorientierte Führung vertieft und empfindet das als „Erfolgsfaktor für das Team“. Künftig stehe für sie nach gemeinsam erarbeiteten Teamzielen ein konstruktives Feedback im Vordergrund. „Ich sehe meine Rolle als Führungskraft darin, die Sicht der einzelnen Teammitglieder wahrzunehmen und diese ergebnisorientiert im Sinne der Teamziele einzusetzen“, sagte sie. Das ULEAD-Programm habe ihr verdeutlicht, „was mein Team von mir als Führungskraft benötigt“.

Als noch neuer Führungskraft an der Universität Leipzig wurde ihrem Kollegen Robert Rost im Programmverlauf deutlich, „dass nachhaltige Führung weniger durch fachliche Expertise allein entsteht, sondern vor allem durch Kommunikation, Transparenz und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven innerhalb der Fakultät und der Universität zusammenzuführen“. ULEAD habe insbesondere sein Bewusstsein für die Bedeutung von Reflexionsräumen gestärkt, betonte der Dekanatsrat der Sportwissenschaftlichen Fakultät. „Mein zukünftiges Führungsverhalten orientiert sich an dem Anspruch, Zusammenarbeit bewusst zu gestalten, Menschen zu stärken und Entwicklung innerhalb der Fakultät aktiv zu ermöglichen.“ Besonders wertvoll sei für ihn die Reflexion des eigenen Führungsverhaltens sowie der eigenen Führungserfahrungen.