Katja Domschky wird Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Münster; erstes rein weibliches Präsidium Lebensräume für Generationen gestalten Die Düsseldorfer Architektin Katja Domschky ist neue Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Das Architektenparlament wählte die 55-jährige am 21. März in Münster zur Nachfolgerin von Ernst Uhing (70), der sein Amt nach mehr als zwölf Jahren an der Spitze der größten deutschen Architektenkammer zur Verfügung gestellt hatte. Dipl.-Ing. Katja Domschky führt seit 2004 die Agentur ACUBE für Kommunikation, Marketing und Strategie. - Ein Gespräch mit der Präsidentin der Architektenkammer NRW. ‎Sie führen seit 2004 die Agentur ACUBE und unterstützen als Kommunikationsexpertin die Architekturbranche bei Positionierung und Präsentation. Wie wird diese Perspektive in Ihr neues Amt einfließen? Katja Domschky: Als Beraterin habe ich in den vergangenen Jahren einen tiefen Einblick in die Herausforderungen von Planungsbüros in ganz Deutschland bekommen. Für unseren Berufsstand ist es wichtig, unsere berufspolitischen Ziele verständlich und in großer Breite zu vermitteln. Das sind grundsätzliche Themen wie ein zukunftsfähiges Berufsbild, aber auch sehr konkrete Notwendigkeiten für die Berufsausübung, etwa ein faires Wettbewerbswesen oder die gerechte Honorierung. Besonders liegt mir aber am Herzen, zu vermitteln, dass Architektur ist kein reines Konsumgut ist, sondern unseren Lebensraum für Generationen gestaltet. ‎ Obwohl der Begriff „Bauwende“ in der öffentlichen Diskussion an Bedeutung gewinnt, kommt die praktische Umsetzung nur schleppend voran. Was muss passieren? Katja Domschky: Wir müssen hier gegen viele Widerstände aus Lobbygruppen ankämpfen. Das wollen wir hartnäckig tun, um das nachhaltige, klimagerechte Planen und Bauen in der Branche zur Selbstverständlichkeit zu machen - und in der Gesellschaft zum akzeptierten Standard. Dazu gehört, jeden Abriss eines Bestandsbaus zu hinterfragen und mit den Auftraggebenden nach Alternativen zu suchen. Wir gehen das ganze Paket der gesetzlichen und normativen Rahmenbedingungen mit Nachdruck an. Dazu gehört das Konzept einer „Oldtimer-Regelung“ für die Entwicklung des Gebäudebestands; dazu gehört aber auch das Gesamtkonzept „Gebäudetyp-E“, mit dem einfacher – und damit ressourcenschonender – geplant und gebaut werden kann. Entscheidend wird zudem die Umsetzung der europäischen Zielvorgaben in der EPBD auf nationaler Ebene sein. Wenn der Kennwert „Möglichst wenig CO2-Emission“ zum zentralen Maßstab wird, und zwar über den gesamten Lebenszyklus des Bauwerks hinweg, wird sich das Nachdenken über die Qualität von Gebäuden ändern – und die Bauwende Fahrt aufnehmen. Die AKNW hat mit Ihnen und den neuen Vizepräsidentinnen Gesche Arns-Büsker, Dagmar Grote und Friederike Proff erstmals ein rein weibliches Präsidium. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht? Katja Domschky: Die neue Konstellation ist Ausdruck einer allgemeinen Entwicklung unserer Zeit; schließlich reicht heute ein Blick in die Zeitung, um zu erkennen, dass Chancengleichheit ein gesellschaftliches Ziel ist. Das neue Präsidium spiegelt aber auch die Tatsache wider, dass schon seit vielen Jahren mehr junge Frauen als Männer Architektur studieren. Wir stürzen uns nun gemeinsam in die Arbeit. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen! Lesen Sie auch:Kommentar der AKNW-Präsidentin Katja Domschky zum Thema „Lasst uns reden – und handeln!“(News-Meldung vom 20. April 2026). --- Source: https://www.aknw.de/aktuelles/news/details/news/lebensraeume-fuer-generationen-gestalten sdDatePublished: 2026-04-30T15:08:00Z Topics: architecture, construction and property, environmental policy, sustainability, women Locations: North Rhine-Westphalia, Münster, Düsseldorf, Germany