Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Teichert besucht Materialforschungs- und Prüfanstalt MFPA Weimar; KI-gestützte Baustoffsortierung ermöglicht Kreislaufwirtschaft

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Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Teichert besucht Materialforschungs- und Prüfanstalt Weimar

30.04.2026Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Wie sehen intelligente Baumaterialien der Zukunft aus und wie wird in der Materialforschungs- und -prüfanstalt Weimar (MFPA) aktuell daran gearbeitet? Bei seinem Antrittsbesuch am 29. April 2026 informierte sich Wissenschaftsstaatsekretär Prof. Dr. Steffen Teichert über wichtige Forschungs- und Drittmittelprojekte der MFPA und wie diese wesentlich dazu beitragen, das Bauwesen nachhaltiger und ressourceneffizienter zu gestalten. Die MFPA ist die größte Landesforschungseinrichtung, An-Institut der Bauhaus-Universität Weimar und eine der drei Partnerinstitutionen des Innovationszentrums Bau in Weimar. Für dessen Neubau wurde vor wenigen Tagen der Grundstein in Weimar-Tröbsdorf gelegt, in welchem zukünftig auch das neu gegründete Bundesbauforschungszentrum seinen Sitz haben soll.

Staatssekretär Teichert dazu: „Die Landesregierung bekennt sich klar zum Bauforschungsstandort Weimar und die Materialforschungs- und -prüfanstalt ist ein zentraler Teil davon. Angesichts der notwendigen CO2-Reduktion in der Baubranche leisten die an der MFPA entwickelten Technologien einen wichtigen Beitrag für nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen. Damit nimmt die Bauforschung in Weimar eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Gerade die Verbindung von Forschung und praktischer Anwendung, wie sie an der MFPA sichtbar wird, ist ein entscheidend für den Innovationsstandort Thüringen.“

Bei einem Rundgang durch die Versuchshalle erhielt Prof. Teichert Einblicke in zahlreiche neue Technologien und konnte sich bei den Versuchsaufbauten davon überzeugen, wie Digitalisierung und Materialforschung heute schon zusammenwirken. KI-gestützte Erkennung und Sortierung von Baustoffen ermöglicht erstmals eine präzise Trennung von Materialien. So können Tracker in Baumaterialien eingesetzt werden, die bei einer späteren Wiederverwertung des Materials genaue Informationen darüber geben, woraus es sich exakt zusammensetzt. Dies schafft die Grundlage für funktionierende Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, Recycling wird vereinfacht, Ressourcen werden geschont, da Baustoffe gezielter getrennt und einfacher wiederverwertet werden können.

Viele der Technologien, die in der MFPA eingesetzt und erprobt werden, stammen aus der Medizintechnik. So die Ultraschalltechnologie, mit deren Hilfe Material- und Bauwerksschäden in der sogenannten Bauwerksdiagnostik früh erkannt werden können. Zum Einsatz kam diese jüngst bei der Ringbrücke in Magdeburg, bei der die Alkali-Kieselsäure-Reaktion zu starken Schäden am Beton führte. Angesichts eines hohen Sanierungsbedarfs in der bestehenden Infrastruktur gewinnen solche Systeme immer mehr an Bedeutung. Sie ermöglichen frühzeitig gezielte Instandhaltungsmaßnahmen, wodurch Lebensdauern verlängert und Kosten gesenkt werden können.

Eine andere weit verbreitete Technologie, die Mikrowellenstrahlung, wird als innovatives Trocknungsverfahren eingesetzt. Damit können Bauprozesse in Echtzeit überwacht und beschleunigt werden, was Energie zu spart und die Bauteilqualität erhöht.

Vorausgegangen war dem Rundgang ein Hintergrundgespräch zu Geschichte, Entwicklung, Struktur und Projekten der Forschungseinrichtung. Neben der Bedeutung von Drittmittelprojekten, aus denen sich die MFPA zu zwei Dritteln finanziert, erörterten Direktor Prof. Dr. Carsten Könke und Geschäftsführer Burkhard Danz auch strategische Fragen wie perspektivisch weitere Weimarer Standorte und Versuchshallen in Bestandsbauten, um begonnenen Entwicklungen und Forschungsprojekten den nötigen Raum zu geben. Der Staatssekretär nahm diese Ideen entgegen und kündigte an, darüber im Gespräch zu bleiben.

Besuch des Staatssekretärs im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Steffen Teichert, in der Materialforschungs- und prüfanstalt (MFPA) an der Bauhaus-Universität Weimar. | Foto: TMBWK