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title: "Deutscher Turner-Bund e.V. Stellungnahme zur Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt des Bundestages; 60+ Anteil auf 23,2% (2025)"
sdDatePublished: "2026-04-30T13:17:00Z"
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  - "Frankfurt am Main"
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Deutscher Turner-Bund e.V. Stellungnahme zur Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt des Bundestages; 60+ Anteil auf 23,2% (2025)

Stellungnahme DTB Seniorensport Stand 30.04.2026

Seite 1

Deutscher Turner-Bund e.V.

     Frankfurt, 30. April 2026
Dr. Michaela Werkmann (Vorständin)

Schriftliche Stellungnahme
zur Sitzung des Ausschusses für Sport und Ehrenamt des Deutschen
Bundestages am 6. Mai 2026

zum Thema
„Seniorensport: Bedeutung von Bewegung für Gesundheit und Teilhabe in einer
alternden Gesellschaft“

vorgelegt vom
Deutschen Turner-Bund e.V. (DTB)

Vorbemerkung
Mit 5,28 Millionen Mitgliedern ist der Deutsche Turner-Bund (DTB) nicht nur der zweitgrößte
deutsche Spitzensportverband, sondern mit rund 1,23 Millionen Mitgliedern im Alter ab 60
Jahren zugleich der größte Seniorensportverband Deutschlands. In bundesweit 16.035
Vereinen, organisiert in 22 Landesturnverbänden, bildet der DTB eine tragende Säule des
organisierten Sports und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Er vereint vielfältige
Aufgaben und Arbeitsfelder, wobei neben dem Spitzensport und dem Kinder- und
Jugendbereich insbesondere der Breiten-, Fitness- und Gesundheitssport einen zentralen
Schwerpunkt darstellt.
Vor
dem
Hintergrund
des
demografischen
Wandels
gewinnen
Maßnahmen
zur
Gesundheitsförderung im Alter erheblich an gesellschaftlicher und (sport-)politischer
Bedeutung. Bewegung ist dabei ein zentraler Aspekt und entsprechende Angebote für ältere
Menschen werden künftig eine noch stärkere Rolle im organisierten Sport einnehmen.
Bewegung ist ein zentraler Faktor für den Erhalt von Gesundheit, Selbstständigkeit und
Lebensqualität im höheren Lebensalter. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zur Prävention
von Erkrankungen bei, erhält Mobilität und Leistungsfähigkeit und stärkt zugleich die soziale
Teilhabe und wirkt Einsamkeit im Alter entgegen.
Sport und Bewegung älterer Menschen kommt innerhalb des DTB eine herausragende
Bedeutung zu. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der DTB sowie die zahlreichen Turn- und
Sportvereine den Begriff „Seniorensport“ aufgrund der hohen Heterogenität der Zielgruppe
bewusst weit fassen. Denn eine angemessene und nicht stigmatisierende Ansprache stellt
einen wichtigen Zugang zur Zielgruppe dar und trägt dazu bei, den vielfältigen
Dem Ausschuss ist das vorliegende Dokument in nicht barrierefreier Form zugeleitet worden.

Ausschussdrucksache

Ausschuss für Sport und Ehrenamt
21(5)98
Deutscher Bundestag

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Lebenssituationen sowie unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen und individuellen
Bedürfnissen im Alter gerecht zu werden.
Die steigende Relevanz für Maßnahmen zeigt sich auch in der Mitgliederentwicklung des DTB:
Der Anteil der Menschen ab 60 Jahren hat sich seit 2000 nahezu verdoppelt (12,2 % auf 23,2
% im Jahr 2025). Turn- und Sportvereine sind dabei weit mehr als reine Bewegungsanbieter:
Sie sind soziale Begegnungsorte, Akteure im präventiven Bereich sowie zentrale Strukturen
für Teilhabe und Lebensqualität im Alter. Damit sind sie unverzichtbare Partner für eine
zukunftsfähige Sport-, Gesundheits- und Sozialpolitik in einer alternden Gesellschaft.
Der DTB engagiert sich in diesem Handlungsfeld systematisch und nimmt seine
gesellschaftliche Verantwortung mit höchsten qualitativen Standards wahr. Innerhalb der
Turnstrukturen bestehen vielfältige Erfahrungen in der Entwicklung und Umsetzung
zielgruppenspezifischer Angebote und Programme sowie in der Aus- und Fortbildung. Ein
zentrales Good-Practice-Modell stellt das Projekt „Im Alter AKTIV und FIT leben (AuF leben)
– Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kommune“ dar, welches die Förderung von
Bewegung im Alter systematisch in kommunale Strukturen integriert und dabei die enge
Zusammenarbeit von Sportvereinen, Kommunen und weiteren lokalen Akteuren in den
Mittelpunkt stellt. Darüber hinaus schafft der DTB vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe
älterer Menschen am Sport. Großveranstaltungen wie die Welt-Gymnaestrada sowie das
Internationale Deutsche Turnfest bieten mit zielgruppenspezifischen Formaten besondere
Beteiligungs- und Erlebnisräume für ältere Teilnehmende. Dies zeigt sich auch in der starken
Beteiligung in der Praxis: Bei der Welt-Gymnaestrada 2023 nahmen bspw. 474 Personen ab
60 Jahren aus 128 Vereinen teil, 2019 waren es 537 Personen aus 149 Vereinen. Am Turnfest
2025 haben insgesamt 5.280 Teilnehmende im Alter von 60 Jahren und älter teilgenommen,
davon 814 Personen in 39 Wettkämpfen.
Die Zahlen verdeutlichen, dass auch der leistungsorientierte Bereich (Wettkampfformate) im
höheren Lebensalter einen Teil der Angebotslandschaft darstellt, wenn auch nicht im
Vordergrund stehend. Im Turnen bestehen entsprechende Angebote, die auf großes Interesse
stoßen und gut angenommen werden (z. B. Deutsche Seniorenmeisterschaften). Im Jahr 2025
fanden bspw. 25 Wettkämpfe statt, mit 26 bis 367 Teilnehmenden je Veranstaltung (insgesamt:
1.442 Teilnehmende). Wettkampfformate werden aktuell in elf Sportarten angeboten (z. B.
Gerätturnen, Gymnastik, DTB-Dance), wobei sowohl die Nachfrage zur Teilnahme als auch
die Anzahl der beteiligten Sportarten eine steigende Tendenz aufweisen. Die Formate bieten
älteren Menschen die Möglichkeit, sich individuelle Ziele zu setzen, Leistungsfähigkeit zu
erhalten und persönliche Erfolge zu erleben. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag
zur Motivation für regelmäßiges Training sowie zur Förderung von Gesundheit und sozialer
Teilhabe. Sie verdeutlichen damit: Leistungsorientierung ist auch im Alter möglich und sinnvoll
– eingebettet in einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Freude an Bewegung, Gemeinschaft
und Gesundheit im Mittelpunkt stehen.

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Aktuelle Situation, Herausforderungen und Bedarfe
Bewegungsangebote für ältere Menschen stellen – wie einleitend erläutert – bereits heute
einen zentralen Bestandteil der Vereinslandschaft innerhalb des DTB dar und sind
flächendeckend in den Turn- und Sportvereinen verankert. Im Zuge des demografischen
Wandels gewinnen spezifische Angebote kontinuierlich an Bedeutung und werden zukünftig
eine noch wichtigere Rolle im organisierten Sport einnehmen – sowohl in den einzelnen
Vereinen als auch im Kontext von regionalen, nationalen und internationalen (Breiten-)
Sportveranstaltungen. Hierbei wird es zum einen darauf ankommen bereits aktive ältere
Menschen möglichst lange in Bewegung zu halten und zum anderen inaktive ältere Menschen
(wieder) für regelmäßige Bewegung zu gewinnen. Darauf müssen sich Vereine strategisch
einstellen und in dieser Entwicklung durch die übergeordneten Verbände unterstützt werden.
Zudem müssen Sportveranstaltungen explizite Angebote für die Zielgruppe älterer Menschen
gestalten.
Mit dieser Entwicklung gehen jedoch vielschichtige Herausforderungen einher. Aus Sicht der
älteren Menschen bestehen weiterhin Zugangsbarrieren, etwa durch gesundheitliche
Einschränkungen, Mobilitätsprobleme, soziale Isolation oder eine zunehmende Komplexität
von Informations- und Kommunikationswegen. Gleichzeitig erschwert die große Heterogenität
der Zielgruppe eine einheitliche Ansprache und erfordert differenzierte und niedrigschwellige
Angebotsstrukturen.
Für die Vereine bedeutet dies, ihre Angebote stärker zu individualisieren und qualitativ
weiterzuentwickeln, bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Personal, Qualifikation und
Organisation. Dies geschieht unter zunehmend herausfordernden Rahmenbedingungen, etwa
durch den Mangel an qualifizierten Übungsleitenden und ehrenamtlich Engagierten, durch
begrenzte infrastrukturelle Ressourcen sowie durch wachsende Anforderungen an
Kooperation und Vernetzung auf kommunaler Ebene.
Auch die Verbände stehen vor der Aufgabe, diesen Transformationsprozess aktiv zu gestalten.
Sie müssen den demografischen Wandel im Sport systematisch begleiten, ihre
Unterstützungs- und Qualifizierungsstrukturen weiterentwickeln und zugleich mit begrenzten
personellen und finanziellen Ressourcen umgehen. Hinzu kommen steigende Anforderungen
an Vernetzung, Positionierung im Bereich der Gesundheitsförderung sowie die Sicherstellung
nachhaltiger Strukturen jenseits kurzfristiger Projektlogiken.
Insgesamt zeigt sich, dass die Weiterentwicklung von Bewegungsangeboten für ältere
Menschen eine gemeinsame Aufgabe aller Ebenen des organisierten Sports darstellt.
Aus diesen Herausforderungen ergeben sich aus Sicht des DTB konkrete Bedarfe, die im
Folgenden dargestellt werden:

Für ältere Menschen:

Ausbau
niedrigschwelliger
und
wohnortnaher
Bewegungsangebote
zur
Reduzierung struktureller Zugangsbarrieren und Verbesserung der Erreichbarkeit,
insb. auch im ländlichen Raum.

Differenzierte und zielgruppengerechte Angebotsformate zur Berücksichtigung der
heterogenen Bedürfnisse hinsichtlich Gesundheit, Fitness und Lebenslage
Dem Ausschuss ist das vorliegende Dokument in nicht barrierefreier Form zugeleitet worden.

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
Gezielte Ansprache und Aktivierung inaktiver Zielgruppen insbesondere von sozial
isolierten oder bislang sportfernen älteren Menschen

Stärkung sozialer Teilhabe durch Sport zur Reduzierung von Einsamkeit und
Förderung von Gemeinschaftserleben sowohl durch Bewegung als auch durch
ehrenamtliches Engagement

Für Vereine:

Unterstützung bei der Entwicklung differenzierter Angebotsstrukturen zur
Anpassung an die wachsende und heterogene Zielgruppe älterer Menschen

Stärkung kommunaler Einbindung und Vernetzung zur besseren Integration in
lokale Gesundheits- und Sozialstrukturen

Qualifizierung
und
Gewinnung
von
Übungsleitenden
insbesondere
mit
Kompetenzen im Bereich Gesundheit, Prävention und Arbeit mit älteren Menschen

Stärkung
des
Ehrenamts
durch
Entlastung,
Anerkennung
und
neue
Engagementformen

Für Verbände:

Klare politische Positionierung im Bereich Gesundheitsförderung und
Prävention zur Stärkung der Wahrnehmung des organisierten Sports als zentraler
Akteur im Bereich Bewegung im Alter

Ausbau nachhaltiger Vernetzungsstrukturen insbesondere mit Akteuren aus
Gesundheit, Pflege und Kommunen

Langfristig gesicherte und planbare Finanzierungsstrukturen zur Vermeidung
kurzfristiger Projektlogiken und Sicherstellung nachhaltiger Entwicklung, insbesondere
auch bei der (öffentlichen) Förderung von Sportveranstaltungen.

Weiterentwicklung von Aus- und Fortbildungssystemen zur Qualifizierung von
Fachkräften im Bereich Bewegung im Alter

Intensivierung der Vereinsberatung, z. B. durch Good-Practice-Ansätze sowie
praxisnahe, zielgerichtete und ressourcenschonende Unterstützung

Forderungen an die Politik
Aus den genannten Herausforderungen und Bedarfen leitet der DTB folgende fünf zentrale
Forderungen ab:
1. Anerkennung und Stärkung von Bewegung im Alter als Teil der Daseinsvorsorge

Anerkennung von Bewegung und Sport als wesentlicher Bestandteil gesunden Alterns

Stärkere Verankerung des organisierten Sports in der Gesundheits-, Pflege- und
Sozialpolitik

Systematische Einbindung von Sportvereinen in Präventionsstrategien
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2. Schaffung nachhaltiger Förderstrukturen

Langfristige, planbare finanzielle Finanzierung statt kurzfristiger Projektförderung

Stärkung der institutionellen Förderung von Verbänden und Vereinen

Stärkung der Förderung von Breitensportveranstaltungen durch Anerkennung des
gesellschaftlichen Mehrwertes, auch für die Zielgruppe der Älteren

3. Stärkung kommunaler Vernetzung und Zusammenarbeit

Verbindliche Einbindung von Bewegung und Sport in kommunale Gesundheits- und
Sozialstrategien

Stärkung der Rolle von Vereinen als Partner vor Ort

4. Sicherung sozialer Teilhabe

Programme gegen Einsamkeit durch Sport und Bewegung

Spezifische Ansprache bislang unterreprä