Alfred Schwarz Stolpersteinverlegung am Stadtforum Dresden; 400. Stolperstein in Dresden
Stadtforum: Stolperstein für Gehörlosensportler Alfred Schwarz
Stadtforum: Stolperstein für Gehörlosensportler Alfred Schwarz
Mit der Verlegung eines Stolpersteins für Alfred Schwarz am Stadtforum erinnert die Landeshauptstadt Dresden an das Schicksal eines engagierten Bürgers und Opfers der NS-Diktatur. Die Verlegung findet am Mittwoch, 6. Mai 2026, um 15 Uhr statt. Die Zweite Bürgermeisterin Eva Jähnigen wird ein Grußwort sprechen.
Alfred Schwarz, 1892 in Hamburg-Altona geboren, war gehörlos, jüdischen Glaubens und Mitbegründer des „Dresdner Taubstummen Schwimmvereins 1920“, des heutigen Dresdner Gehörlosen-Sportvereins 1920 e. V. Während der NS-Zeit wurde er aufgrund seiner Herkunft verfolgt, aus dem Verein ausgeschlossen und 1944 zur Zwangsarbeit verpflichtet. Seine Deportation war für den 16. Februar 1945 angekündigt. Er überlebte die Bombardierung Dresdens drei Tage zuvor jedoch nicht, da ihm als Jude verboten war, einen Luftschutzkeller aufzusuchen.
Die Initiative für den Stolperstein am Stadtforum geht auf den Dresdner Gehörlosen-Sportverein 1920 e. V. zurück. Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetschenden begleitet.
Am 6. und 7. Mai 2026 verlegt der Verein „Stolpersteine für Dresden“ darüber hinaus elf Stolpersteine an zehn weiteren Orten im Stadtgebiet. Die Gedenksteine sind Teil des europaweiten Projekts des Künstlers Gunter Demnig, das inzwischen mehr als 100.000 Erinnerungsorte in über 30 Ländern umfasst. Ziel ist es, die Namen der Opfer der nationalsozialistischen Diktatur an die Orte zurückzubringen, an denen sie zuletzt freiwillig lebten.
Stolpersteinverlegungen am 6. Mai 2026
14 Uhr für Amalie Esser in der Behrischstr. 32, 01277 Dresden-Striesen14.30 Uhr für Ernst Wauer am Neumarkt 10, 01067 Dresden-Altstadt15 Uhr für Alfred Schwarz am Stadtforum Dresden in der Waisenhausstraße 14, 01067 Dresden15.30 Uhr für August Fehst in der Stollestraße 28, 01069 Dresden-Löbtau [zugleich der 400. Stolperstein in Dresden]16 Uhr für Helene Eyfe in der Bernhardstraße 114, 01187 Dresden-Plauen
Stolpersteinverlegungen am 7. Mai 2026
12 Uhr für die Diakonissen Helene Grünert, Helene Rost und Emma Hartmann vorm Diakonissenkrankenhaus Dresden in der Bautzner Straße Ecke Wolfsgasse, 01099 Dresden-Neustadt12.25 Uhr für Therese Eicher in der Hoyerswerdaer Straße 10, 01099 Dresden-Neustadt13.25 Uhr für Christel Ute Neuber in der Prohliser Straße 12, 01237 Dresden-Reick13.50 Uhr für Berthold Heim am Lockwitzgrund 9, 01257 Dresden-LockwitzMehr dazu aufhttps:
14.15 Uhr für Dr. Rudolf Ochs in der Hermann-Conradi-Straße 7, 01257 Dresden-Lockwitz
Den Abschluss der Verlegungen bildet eine öffentliche Feierstunde am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 18 Uhr in der Diakonissenhauskirche (Bautzner Straße 70). Dann wird all der Menschen gedacht, für die am 6. und 7. Mai 2026 Stolpersteine verlegt wurden. Angehörige und Paten erzählen aus deren Leben, umrahmt von Musik.
Alfred Schwarz wurde am 23. November 1892 in Hamburg-Altona in eine jüdische Familie geboren. Er hatte mehrere Geschwister, darunter seinen Bruder Iwan und seine Schwester Gretel, die wie er gehörlos waren. Die Mutter soll eine gebürtige Engländerin gewesen sein. Die Eltern wohnten auf der Blasewitzer Straße in Dresden. Alfred war gehbehindert. Er erlernte den Beruf eines Damenschneiders. Verheiratet war er mit einer Nichtjüdin, Johanna Rolle. Sie wohnten in der Bankstraße 11 in Dresden.Am 3. Juli 1920 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Iwan und weiteren Sportfreunden den „Dresdner Taubstummen Schwimmverein 1920“, der noch heute als „Dresdner Gehörlosen-Sportverein 1920 e. V.“ besteht. Zu den Mitgliedern gehörten auch die Ehefrauen der beiden Brüder und ihre Schwester Gretel. Mithilfe eines zinslosen Kredits des Bankhauses Arnhold konnte der Verein ein Grundstück in Königstein-Halbestadt erwerben und baute dort ein Wander- und Erholungsheim.Aufgrund seiner sogenannten privilegierten Mischehe wurde Alfred Schwarz erst im Dezember 1944 zu schwerer Zwangsarbeit verpflichtet. Er musste in ein sogenanntes Judenhaus ziehen, zuerst in die Bautzner Straße 20, später in die Sporergasse 2. Er war wie seine Geschwister für die Deportation in ein Vernichtungslager am 16. Februar 1945 vorgesehen. Jedoch kam er wie alle Bewohner des Hauses Sporergasse 2 beim Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 ums Leben, da es ihnen verboten war, einen Luftschutzkeller aufzusuchen. Lediglich seine Schwester Gretel entkam diesem Schicksal, da sie sich zum Zeitpunkt des Angriffs in Berlin aufhielt und anschließend wahrscheinlich nach Spanien emigrierte. Die Suche nach ihr durch die Dresdner Sportfreunde blieb ergebnislos.
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