Chemnitz, Rostock, Oldenburg, Weißenfels, Hamburg kämpfen um Play-Ins in der Endphase der Hauptrunde; fünf Teams streben Zehnter an

Kochs NachschlagNoch fünf Teams mit realistischen Chancen: Wer schafft die Play-Ins?

Wir stehen drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde, und der Kampf um die Tickets für die Postseason ist spannend wie selten zuvor. Wer schafft die Playoffs, wer die Play-Ins, und von welcher Position gehen die Teams in das Rennen um die Meisterschaft? Rechnerisch hatScience City Jenaals 16. des Klassements sogar noch Chancen auf die Play-Ins, obwohl die Thüringer den Ligaerhalt noch nicht gesichert haben. Auch dieSKYLINERSals 15. und mit einem Sieg mehr auf dem Konto könnten die Postseason noch erreichen. Ich verzichte in meinen folgenden Betrachtungen aber auch auf sie, weil die Ausgangsposition der Frankfurter aus meiner Sicht zu schlecht ist und inWill ChristmasundTill Papezwei ganz wichtige Spieler im Saisonendspurt fehlen. Ludwigsburg, Vechta und Trier können sogar noch die Playoffs erreichen und sind aus meiner Perspektive so gut wie sicher in den Play-Ins.

Also konzentriere ich mich in diesem „Play-In-Nachschlag“ auf die fünf Mannschaften aus Chemnitz, Rostock, Oldenburg, Weißenfels und Hamburg, für die eine direkte Playoff-Teilnahme lautTabellenrechnernicht mehr möglich ist, die aber unbedingt das (vermeintlich) einzig verbliebene Ticket als Zehnter ergattern möchten.

Was ist nur los mit den Sachsen in dieser Saison? Die Mannschaft vonRodrigo Pastoreliefert weder die gewohnten Leistungen noch die erwarteten Ergebnisse. Der Heimauftritt am Montag gegen Bamberg war eine einzige Enttäuschung. Das Potenzial des Kaders ist groß, aber von Harmonie auf dem Feld war gegen den Pokalsieger nichts zu erkennen. Am Sonntag müssen die NINERS bei den Albatrossen in Berlin ran, die aber zuvor am Freitag noch zum Spitzenspiel in München aufschlagen. Mit der Heimbegegnung gegen die ersatzgeschwächten SKYLINERS und der Auswärtspartie bei den dann wahrscheinlich schon abgestiegenen Braunschweigern stehen am letzten Wochenende lösbare Aufgaben auf dem Programm.

EWE Baskets Oldenburg (11., 14-17)

Der ehemalige Playoff-Stammgast kämpft auch in dieser Spielzeit „nur“ um die Play-Ins. Offensiv wären die Oldenburger mit dem sechstbesten Rating ein Playoff-Team, am defensiven Ende des Feldes sind sie aber als 15. schwach. Am letzten Saisonwochenende stehen sie beim Heimspiel gegen Braunschweig vor einer Pflichtaufgabe und in München vor einer extrem hohen Hürde. Deshalb ist der Auftritt am Samstag in Trier die Schlüsselbegegnung, von deren Ausgang die Chancen massiv abhängen. Oldenburg gegen Trier, da war doch etwas? Richtig, in der Hinrundenpartie legteChris Clemons52 Punkte auf und dürfte sich so an der Mosel besonderer Aufmerksamkeit erfreuen!

Nachdem die Rostocker in der vergangenen Spielzeit erstmals in den Play-Ins vertreten waren, sah es vor einigen Wochen danach aus, dass sie auch in dieser Saison wieder in der Postseason dabei sein würden. Nach fünf Niederlagen in Folge hat sich das Blatt aber gewendet. Die Offensive produziert schlicht und ergreifend zu wenig. Ich gehe davon aus, dass die zuletzt in München fehlenden Spieler bis aufAndy van Vlietzurückkehren werden. Aber dennoch wird es nicht einfach. Der Wochenendgast aus Jena würde mit einem Sieg den Klassenerhalt sichern. Danach geht es zu den ultraheißen Vechtaern, bevor am letzten Spieltag mit Hamburg ein direkter Konkurrent an die Ostsee kommt.

Eine Saison wie auf der Achterbahn! Nach sechs Spieltagen Tabellenführer, dann der Absturz mit 13 Niederlagen in Folge. Zuletzt gewannen die Weißenfelser sechs von acht Aufeinandertreffen. Unter dem neuen CoachMilenko Bogicevichat die Mannschaft ihre offensive Stabilität zurückgefunden, ist aber defensiv weiterhin das Schlusslicht. Der Sieg gegen Würzburg am Wochenende war beeindruckend, vor allem wegen der nur 52 zugelassenen Gegenpunkte. Aber der SYNTAINICS MBC muss noch zwei Mal auswärts ran und hat seine letzten beiden Partien in fremden Hallen verloren. Zudem kommt in Bamberg noch das heißeste Team der Liga in den Wolfsbau.

Veolia Towers Hamburg (14., 13-18)

Wer hätte in Hamburg geglaubt, dass es in dieser Saison noch um die Play-Ins gehen könnte? Nach acht Niederlagen zum Start sah es zappenduster aus, doch das Festhalten an TrainerBenka Barloschkymachte sich ebenso bezahltwie die Nachverpflichtungen. Mit Partien in Bamberg, gegen Würzburg und in Rostock ist das Restprogramm der Hanseaten knackig. Ebenso wie Weißenfels gehen die Hamburger mit Rückenwind in den Endspurt. Sie haben ihre Saison bereits gerettet und nichts zu verlieren. Das mag bei den Oldenburgern, die ebenfalls schlecht gestartet sind, noch ähnlich sein. Chemnitz und Rostock stehen hingegen unter Druck.

Ich sehe für Chemnitz, Oldenburg und Rostock die Chance, auf 16 Siege zu kommen. Das hieße für den SYNTAINICS MBC und die Towers, dass sie alle verbleibenden Spiele gewinnen müssten, um eine Chance zu haben. Das ist vor allem für Hamburg unwahrscheinlich. Die Weißenfelser würden in jedem direkten Vergleich mit den derzeit vor ihnen platzierten Teams den Kürzeren ziehen. So gesehen hätten sie selbst bei drei Erfolgen nur Aussichten, wenn Chemnitz, Oldenburg und Rostock maximal noch ein Spiel gewinnen würden. Angesichts dieser Konstellation spricht vieles für eine Entscheidung zwischen diesen drei Mannschaften. Entsprechend werfen wir einen Blick auf die direkten Vergleiche. Chemnitz würde dabei gegen Rostock gewinnen und gegen Oldenburg verlieren. Das Duell Rostock - Oldenburg ginge an die SEAWOLVES. Bei einem Dreier- oder einem Vierervergleich mit dem MBC lägen die NINERS vorne, weshalb ich ihnen – auch aufgrund des Restprogramms – die besten Chancen auf die Play-Ins einräume.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast “Talkin‘ Basketball”, der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßighier im News-Centerrechts unter der Rubrik “Kochs Nachschlag”.

Kochs NachschlagNoch fünf Teams mit realistischen Chancen: Wer schafft die Play-Ins?

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