Nonfood-Discounter gewinnen an Bedeutung in Deutschland; 55 Prozent der Jüngeren ersetzen Innenstadtbesuch

Nonfood-Discounter gewinnen an Bedeutung – vor allem bei Jüngeren - IFH KÖLN

Neuer Trend Check Handel beleuchtet Bekanntheit und Nutzung von Nonfood-Discountern und zeigt: Action & Co. sind fest im Alltag vieler Konsument:innen verankert, insbesondere Jüngere kaufen bevorzugt bei TEDi und Action. Werbewahrnehmung insgesamt auf moderatem Niveau. Der wachsende Besuch von Nonfood-Discountern führt in vielen Warengruppen zu Kaufverlagerungen zulasten des Fachhandels, während die Anbieter selbst zunehmend durch Asia‑Plattformen wie Temu und Co. unter Wettbewerbsdruck geraten.

Welche Rolle spielen Nonfood-Discounter im Einkaufsprozess der Verbraucher:innen? Dieser Frage geht der aktuelle Trend Check Handel des ECC KÖLN nach. Die Ergebnisse zeigen: Die Bekanntheit und Reichweite der Anbieter ist insgesamt hoch und Nonfood-Discounter sind fest im Alltag vieler Konsument:innen verankert. Rund 23 Prozent der Konsument:innen geben an, in den vergangenen zwei Jahren vermehrt bei Nonfood-Discountern eingekauft zu haben. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den 18- bis 29-Jährigen: 45 Prozent dieser Zielgruppe zog es in den letzten zwei Jahren zunehmend zu den preisorientierten Anbietern. Zwar ist auch die Kaufrate insgesamt relativ hoch, doch das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft: Mehr als ein Viertel der bisherigen Nicht-Käufer:innen (27 %) kann sich vorstellen,

Nutzungsunterschiede zwischen den Anbietern je nach Altersgruppe

Ein Blick auf die einzelnen Anbieter zeigt: Zwar ist die Bekanntheit insgesamt hoch, die Nutzungsraten unterscheiden sich jedoch deutlich. KiK erreicht mit 95 Prozent die höchste Bekanntheit (Jüngere: 80 %), gefolgt von TEDi und Woolworth. Bereits 65 Prozent der Konsument:innen haben bei KiK und TEDi eingekauft. Besonders die jüngere Zielgruppe nutzt vor allem TEDi und Action (je 64 Prozent), während Woolworth und KiK in dieser Zielgruppe an Reichweite verlieren. Produktseitig dominieren Dekoartikel (57 %), Schreib- und Spielwaren (54 %) sowie Haushaltswaren (44 %). Jüngere Käufer:innen greifen zudem überdurchschnittlich häufig zu DIY-Produkten (57 %).

Werbewahrnehmung von Nonfood-Discountern auf moderatem Niveau

Die Werbung von Nonfood-Discountern erreicht einen spürbaren Teil der Konsument:innen: So hat knapp jede:r Dritte (31 %) bereits Werbung von Action und KiK wahrgenommen, bei TEDi liegt der Wert bei 26 Prozent und bei Woolworth bei 17 Prozent. Der klassische Handzettel erzielt bei TEDi mit 17 Prozent noch die höchste Aufmerksamkeit, während KiK vor allem durch TV-Werbung (14 %) auffällt. Action erreicht Konsument:innen vergleichsweise stärker über Social Media, insbesondere über Instagram (10 %) und YouTube (8 %). Andere Nonfood-Anbieter erzielen über soziale Netzwerke bislang deutlich geringere Reichweiten.

Der steigende Besuch von Nonfood-Discountern wirkt sich spürbar auf andere Einkaufsorte aus. 38 Prozent der Konsument:innen geben an, dass der Einkauf im Nonfood-Discounter den Besuch in der Innenstadt ersetzt – bei den Jüngeren sogar 55 Prozent. Auch der Fachhandel gerät zunehmend unter Druck: Vor allem in den Sortimenten DIY, Saisonware, Dekoration sowie Schreib- und Spielwaren verlagern Konsument:innen ihre Einkäufe und Nonfood-Discounter stellen hier oftmals schon einen vollwertigen Ersatz zum Fachhandel dar. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck auch für die Nonfood-Discounter selbst zu. So geben 23 Prozent der Konsument:innen und 48 Prozent der Jüngeren an, Produkte, die zuvor bei Nonfood-Discountern gekauft wurden, inzwischen verstärkt über Asia-Plattformen wie Temu und Co. zu beziehen.

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Über den Trend Check Handel

Mit dem „Trend Check Handel“ analysiert das ECC KÖLN regelmäßig bevölkerungsrepräsentativ das Stimmungsbild zum Konsumverhalten in Deutschland. Für die vorliegende sechzehnte Befragungswelle wurden im März 2026 497 Konsument:innen in einer repräsentativen Onlinebefragung zu ihrem Einkaufsverhalten vor dem Hintergrund aktueller Krisen, Konsumtrends und zur Konsumstimmung befragt. Im Fokus der aktuellen Befragung standen Nonfood-Discounter.

Hier geht es zurkostenfreien Management Summaryim Shop des IFH KÖLN.

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