Sächsische IHKs: Kita-Infrastruktur nachhaltig sichern in Chemnitz, Dresden, Leipzig; Fachkräftebindung stärkt regionalen Arbeitsmarkt
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Sächsische IHKs: Kita-Infrastruktur nachhaltig sichern
Kammern sprechen sich für differenzierte und koordinierte Bedarfsplanung aus
Chemnitz, Dresden, Leipzig, 30. April 2026
Die sächsischen Landesverbände des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben heute in Dresden einForderungspapier „Kitas in Sachsen: Bildungsort und Standortfaktor“vorgestellt. Dazu äußern sich die Sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) wie folgt:
Aus Sicht der Wirtschaft sind Kitas weit mehr als reine Betreuungsangebote – sie stellen einen zentralen Bestandteil der regionalen Infrastruktur dar und sind ein entscheidender Faktor für die Attraktivität von Standorten. Für Familien ist die verlässliche Verfügbarkeit wohnortnaher Kinderbetreuung mit hoher pädagogischer Qualität und Betreuungszeiten, die zu den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt passen, häufig eine grundlegende Voraussetzung, um sich langfristig für einen Wohn- und Arbeitsort zu entscheiden. Damit tragen Kitas unmittelbar zur Fachkräftebindung und zur Stabilisierung regionaler Arbeitsmärkte bei.
Angesichts des demografischen Wandels bedarf es einer strukturellen Weiterentwicklung des Systems, die jedoch klug und regional ausgesteuert in enger Abstimmung zwischen Kita-Trägern, Kommunen, Landkreisen und der Staatsregierung erfolgen muss. Wichtig dabei: Alle Akteure müssen über kommunale Grenzen und Zuständigkeiten hinausdenken, um regionalen Entwicklungen und Perspektiven gerecht werden zu können.
Ein unkoordinierter Rückbau oder eine starke Ausdünnung von Betreuungsangeboten kann erhebliche negative Wirkungen entfalten. So verstärken fehlende oder unzureichende Betreuungsstrukturen Abwanderungstendenzen und schwächen damit bestehende wirtschaftliche Strukturen. Gleichzeitig erschweren sie die Ansiedlung neuer Unternehmen.
Kitas sollten deshalb konsequent als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und als strategisch relevante Infrastruktur verstanden werden. Ihre Planung und Weiterentwicklung dürfen sich nicht ausschließlich an kurzfristigen Schwankungen der Anzahl der Kinder orientieren. Vielmehr bedarf es einer vorausschauenden, regional differenzierten Bedarfsplanung, die auch bei temporär sinkender Auslastung Bestand hat und wirtschaftliche Perspektiven von Regionen berücksichtigt.
Nur so können alle sächsischen Regionen ihre Attraktivität sichern, gleichwertige Lebensverhältnisse gewährleisten und weiterhin als Wohn- und Wirtschaftsstandorte bestehen. Eine nachhaltige Sicherung der Kita-Infrastruktur ist damit ein wesentlicher Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Freistaates.
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