Württembergischer Weinbauverband startet EIP-OPG Traube Württemberg zur Markenpositionierung; KI-gestütztes Tool zur Markenumsetzung
Neues Kooperationsprojekt fördert die Marktpositionierung württembergischer Wein
Neues Kooperationsprojekt fördert die Marktpositionierung württembergischer Wein
Strategisches Konzept für die g.U. Württemberg
Die nationale wie internationale Weinbranche muss sich mit einer hohen Veränderungsdynamik des Marktes auseinandersetzen: Verändertes Konsumverhalten, gestiegene Produktionskosten und volatile Märkte setzen die Marktakteure massiv unter Druck. Dies gilt auch für die rund 6500 Weinbaubetriebe in Württemberg. Die Herkunft ist bei Wein ein entscheidendes Qualitätsmerkmal, das Informationen über Anbaugebiet, Klima, Bodenbeschaffenheit und Rebsorten liefert. Diese Kriterien allein reichen allerdings nicht mehr aus, um die Käufer- und Konsumentenschaft zu überzeugen. Die Sortimentstiefe und -breite, die Vielfalt an Herkünften, Weinstilistiken und den damit verbundenen Informationen ist schlicht überfordernd.
Wie das Profil der geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.) Württemberg für die Verbraucherschaft sowie absatzmittelnde Organisationen im deutschen Weinmarkt gestärkt werden kann, untersucht der Württembergische Weinbauverband im Rahmen des EIP-Projekts „Traube Württemberg“ gemeinsam mit den Forschungspartnern Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn, Fraunhofer IAO und der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg (LVWO).
Erfolgreiche Positionierungsstrategie der Weinbauregion Württemberg
Bewusster Konsum, veränderte Lebensstile und die damit verbundenen Konsumanlässe sowie der Bedeutungsverlust traditioneller Konsumrituale erfordern eine strategische Neupositionierung des Kulturguts Wein. Dies stellt die regionale Weinbranche vor große Herausforderungen, deren Bewältigung nur durch eine Gemeinschaftsleistung der Marktakteure gelingen kann. Die von der Europäischen Union geförderte Operationelle Gruppe (OPG) aus Wissenschaft und Praxis greift diese Herausforderung auf und erarbeitet evidenzbasierte Grundlagen für eine erfolgreiche Positionierungsstrategie der Weinbauregion Württemberg.
Auf Basis fundierter Marktforschung – ergänzt durch sensorische Analysen im Rahmen strukturierter Weinverkostungen – werden die Profilierungs- und Qualitätskriterien der g. U. Württemberg systematisch erarbeitet und geschärft. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in die Entwicklung eines KI-gestützten Tools ein, das Erzeugerbetriebe bei der Umsetzung der Markenstrategie sowie der Produktions- und Qualitätsrichtlinien unterstützt und die erarbeiteten Kriterien in anwendungsorientierte Funktionen überträgt.
„Das Projekt bietet eine einmalige Chance, die bestehenden Stärken unseres Weinbaugebiets, unserer Erzeuger und unserer Produkte konsequent aus Kundensicht zu betrachten. Besonders optimistisch stimmt mich, dass alle Vermarktungsgruppen hinter diesem Vorhaben stehen und gemeinsam an einer starken, positiven Außenwahrnehmung der g. U. Württemberg arbeiten werden“, betont Weinbaupräsident Dietrich Rembold die Bedeutung des EIP-Vorhabens.
Die OPG des EIP-Projekts „Traube Württemberg“ setzt sich aus verschiedenen Institutionen zusammen, unter anderem dem Württembergischen Weinbauverband e. V., dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e. V., dem Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V., dem VDP Württemberg, dem Verein Württemberger Weingüter e. V., dem Verein Württembergischer Kellermeister e. V., der Jungwinzervereinigung Wein.Im.Puls – junges Württemberg e. G., der Landjugend Württemberg-Baden e. V., der Weinheimat Württemberg e. G., der ECOVIN Regionalgruppe Württemberg und Vinissima Frauen und Wein e. V. sowie den Weinerzeugern Golter – Weingut im Klee, Privatkellerei Rolf Willy, Weingut & Weinstube Heinz J. Schwab und den Lauffener Weingärtnern e. G.
Zum formellen Projektstart fand an der LVWO Weinsberg am 27. April 2026 die gemeinsame Auftaktveranstaltung aller Partner statt.
Hintergrund EIP-AGRI:Dieses Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-AGRI) unterstützt. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg. Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-AGRI) werden Anreize für Innovationen gesetzt und Innovationsprozesse über eine Verbesserung des Wissensaustausches zwischen Innovationsakteuren, insbesondere zwischen Wissenschaft und Praxis, beschleunigt. EIP leistet einen Beitrag zu AKIS in Baden-Württemberg sowie zum Querschnittsziel XCO (Wissen, Innovation und Digitalisierung) im GAP-Strategieplan Deutschland.