Deutschland BIP Q1 2026 wächst 0,3% q/q in Deutschland; 0,7% Wachstum 2026
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News Flash – 30. April 2026
BIP D/EMU: Solides Wachstum zeigt Konjunkturbild vor Irankrieg Veröffentlichung Aktuell Prognose NORD/LB Vorheriges Quartal BIP Deutschland sa Q/Q, vorl. 0,3% 0,0% 0,2% rev. BIP Deutschland wda Y/Y, vorl. 0,3% 0,1% 0,4% BIP Deutschland nsa Y/Y, vorl. 0,5% 0,1% 0,5% rev. BIP Euroland sa Q/Q, vorl. 0,1% 0,2% 0,2% BIP Euroland sa Y/Y, vorl. 0,8% 0,9% 1,2% Quelle: Destatis, NORD/LB Macro Research Einschätzung
Die deutsche Wirtschaft ist überraschend dynamisch ins Jahr 2026 gestartet. Die heute veröffentlichten BIP-Daten für das erste Quartal bilden dabei überwiegend noch den Konjunkturverlauf vor dem Iran- krieg ab. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ers- ten Quartal saison- und kalenderbereinigt um 0,3% Q/Q zu. Die Jahresrate liegt mit 0,3% Y/Y weiterhin im positiven Bereich, das gleiche gilt für die nicht-kalenderbereinigte Reihe (+0,5% Y/Y). Die deutsche Wirtschaftsleistung expandierte damit nun bereits das zweite Quartal in Folge. Vor allem die privaten und staatlichen Konsumausgaben trugen demnach zum Wachstum bei. Auch die Exporte dürften gegenüber dem Vorquartal zugelegt haben. Selbst der Bremseffekt für die Bauwirtschaft durch den harten und schneereichen Winter konnte hierdurch kompensiert werden. Auf europäischer Ebene legte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal ebenfalls zu, allerdings fiel die Dynamik geringer aus. Im gemeinsamen Währungsraum wuchs das reale BIP saison- und kalenderberei- nigt um 0,1% Q/Q bzw. 0,8% Y/Y. Neben Deutschland erwies sich erneut Spanien (+0,6% Q/Q) als Wachs- tumsmotor, während Frankreichs Wirtschaft lediglich stagnierte. Italien (+0,2% Q/Q) überraschte positiv. Der Irankrieg und der hierdurch ausgelöste Energiepreisschock haben die wirtschaftliche Entwicklung bereits im März belastet. Insbesondere der kräftige Anstieg der Kraftstoffpreise belastet die verfügbaren Einkommen der Verbraucher unmittelbar und hat die Inflation im April Richtung 3%-Marke getrieben. Bereits im März sind die realen Einzelhandelsumsätze in Deutschland um -2,0% M/M regelrecht eingebro- chen – ein klarer Hinweis auf die bevorstehenden Belastungen für den privaten Konsum. Neben der unmittelbaren Wirkung auf die Preise von Kraftstoffen und Heizöl drohen zudem nachgela- gerte Preissteigerungen. Die Preissteigerungen bei Energie- und Industrierohstoffen erhöhen deutlich die Inputkosten der Unternehmen. Zwar zeigen Umfragen, dass die Unternehmen noch nicht im gleichen Umfang ihre Erwartungen zu den zukünftigen Absatzpreisen hochgeschraubt haben. Aber auch hier weist der Trend bereits moderat aufwärts. Das Vermeiden von Zweitrundeneffekten infolge des initialen Preisschubs ist die Kernaufgabe der Geldpolitik und entsprechend im Fokus der EZB. Positiv ist, dass sich die marktbasierten Inflationserwartungen auf mittlere Sicht bislang noch nicht deutlich verschoben ha- ben. Dies gibt den Währungshütern die Gelegenheit, mit einer Anpassung der Geldpolitik noch etwas ab- zuwarten, zumindest bis zur Aktualisierung neuer Projektionen im Juni. Die Wachstumszahlen für das erste Quartal dürften kaum Einfluss auf die Zinsentscheidung der EZB ha- ben, schließlich bilden sie überwiegend noch den Konjunkturverlauf vor dem Irankrieg ab. Die Unsicher- heit über den weiteren Verlauf ist hoch und die Stimmung deutlich eingebrochen. Für das Sommerhalb- jahr rechnen wir daher mit einer spürbaren Dämpfung der konjunkturellen Dynamik. Die deutsche Wirt- schaft wird aber von dem Fiskalimpuls stabilisiert, so dass bei Ausbleiben einer Eskalation eine Rezes- sion wohl vermieden wird. Wir rechnen für Deutschland mit einem Wachstum von 0,7% im Jahr 2026. Fazit
Analyst Christian Lips Chefvolkswirt +49 (0)511 361-2980 +49 (0)172 7351531 christian.lips@nordlb.de Die deutsche Wirtschaft ist überraschend deutlich im ersten Quartal gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal legte die reale Wirtschaftsleistung um 0,3% zu – trotz der Belastungen durch den Iran- krieg und der Energiepreisschub, die sich im März bereits niedergeschlagen haben. Im Euroraum fiel die Dynamik etwas geringer aus. Die Daten zeichnen allerdings überwiegend das Konjunktur- bild vor Beginn des Irankrieges und haben daher für die EZB somit nur begrenzten Informations- wert. Mit zunehmender Konfliktdauer hat sich die Stimmung deutlich eingetrübt. Da der Fiska- limpuls stabilisierend wirkt, rechnen wir für Deutschland mit einem Wachstum von 0,7% in 2026. Macro Research News Flash 30. April 2026
Weitergabe am: 30.04.2026 11:56:31
NORD/LB Macro Research Seite 2 von 2
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