Deutschland Inflationsrate April 2026 2,9% Y/Y HVPI 2,9% Y/Y Destatis Schnellschätzung; Ostereffekt mildert Inflationsschub durch Irankrieg Kraftstoffpreise gedämpft

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Wir bitten um Beachtung der besonderen Hinweise auf den letzten Seiten dieser Studie. Seite 1 von 2

News Flash – 29. April 2026

Deutschland: Ostereffekt mildert Inflationsschub durch Irankrieg Veröffentlichung Aktuell Prognose NORD/LB Vormonat VPI M/M, vorl. 0,6% 0,6% 1,1% VPI Y/Y, vorl. 2,9% 2,9% 2,7% HVPI M/M, vorl. 0,5% 0,7% 1,2% HVPI Y/Y; vorl. 2,9% 3,0% 2,8% Quelle: Destatis, NORD/LB Macro Research Einschätzung

Das Statistische Bundesamt hat soeben die Schnellschätzung zur Entwicklung der Verbraucherpreise für den Berichtsmonat April veröffentlicht. Demnach ist die Inflationsrate in nationaler Abgrenzung (VPI) erwartungsgemäß auf 2,9% Y/Y gestiegen. Bei dem für europäische Zwecke harmonisierten Verbrau- cherpreisindex (HVPI) lagen die Erwartungen leicht höher, auch hier ergibt sich im April jedoch eine Jah- resrate von 2,9% Y/Y. Gegenüber dem Vormonat legten die Verbraucherpreise somit um 0,6% M/M bzw. 0,5% M/M zu. Insgesamt liegen die Zahlen damit weitgehend im Rahmen der Prognosen von Volkswirten. Die bislang verfügbaren Details zeigen, dass die Inflation wie schon im Vormonat sehr stark durch mas- sive Energiepreissteigerungen angeheizt wurde. Energie war demnach im April um 10,1% Y/Y teurer als im gleichen Vorjahresmonat – zuletzt war die Dynamik Anfang 2023 höher. Hier schlagen besonders stark die erheblichen Preisanstiege an den Zapfsäulen zu Buche. Bei Nahrungsmitteln bleibt die Jahres- rate seit einigen Monaten recht stabil, im April verteuerten diese sich um 1,2% Y/Y. Im Gegensatz hierzu verlangsamte sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen deutlich von zuvor 3,2% auf nur 2,8% Y/Y. Entsprechend ist auch die Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) zurückgegan- gen und liegt nur noch bei 2,3% Y/Y. Allerdings ist dies zum Gutteil auf einen Ostereffekt zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr lagen Ostern und damit auch die Osterferien deutlich früher. Die rund um Os- tern regelmäßig zu beobachtenden saisonalen Preisauftriebe sind zu einem Gutteil in den März gefallen. Typischerweise betrifft dies die Preise von Pauschalreisen sowie Kraftstoffe. Der isolierte Anteil des Ostereffekts auf die Entwicklung der Kraftstoffpreise ist in diesem Jahr sehr schwer zu identifizieren. Hierbei sind Überlagerungen mit den globalen Energiepreisschwankungen in- folge des Iran-Konflikts und die seit dem 1. April gültige staatliche Regulierung von Kraftstoffpreiserhö- hungen (nur einmal pro Tag um 12:00 Uhr) zu berücksichtigen. Die Verzerrungen durch die Lage der Os- terfeiertage mahnen aber auf jeden Fall zur Vorsicht bei der Interpretation, warum der Inflationsanstieg beim HVPI minimal geringer als erwartet ausgefallen ist. Für Mai und Juni ist zudem der Tankrabatt zu berücksichtigen, der über den Effekt auf die Kraftstoffpreise temporär die Inflationsrate dämpfen wird. Vor der morgen zur Veröffentlichung anstehenden Schnellschätzung zur Inflationsentwicklung im Euro- raum liegen neben den deutschen Zahlen bislang nur Daten aus Spanien (3,5% Y/Y) und Irland (3,6% Y/Y) vor – woraus sich noch kein verlässlicher Trend ableiten lässt. Wir halten daher an unserer Prognose (2,9% Y/Y) fest und bleiben damit leicht unter der Konsensprognose. Für die morgige Zinsentscheidung der EZB ergeben sich durch die neuen Inflationsdaten keine unerwar- teten Impulse, die das Pendel zu einer sofortigen Zinserhöhung ausschlagen lassen könnten. Aufgrund der nach wie vor hohen Unsicherheit über den weiteren Konfliktverlauf sind die Währungshüter gut be- raten, es für den Moment bei einer hawkishen Rhetorik zu belassen. Eine Neubewertung dürfte erst auf Basis der im Juni anstehenden Aktualisierung der Projektionen erfolgen. Fazit

Analyst Christian Lips Chefvolkswirt +49 (0)511 361 - 2980 +49 (0)172 735 1531 christian.lips@nordlb.de Die Inflationsrate ist in Deutschland im April wie erwartet auf 2,9% Y/Y gestiegen. Bei dem für eu- ropäische Zwecke harmonisierten Verbraucherpreisindex (ebenfalls 2,9% Y/Y) lagen die Progno- sen zwar minimal höher, hieraus lässt sich jedoch keinesfalls eine Erleichterung ableiten. Viel- mehr haben sich durch den Ostereffekt, staatliche Eingriffe und die volatile Entwicklung der glo- balen Energiepreise starke Verzerrungen ergeben. Im Mai und Juni kommt der Tankrabatt als neue Verzerrung hinzu, seine temporär preisdämpfenden Effekte sind in den beiden Monaten zu berücksichtigen. Schaut man hier hindurch, bleibt es bei einem Energiepreisschock infolge des Irankonflikts, der die EZB vor neue Herausforderungen stellt. Auf Basis neuer Projektionen dürfte im Juni eine Neubewertung des geldpolitischen Kurses anstehen. Macro Research News Flash 29. April 2026

Weitergabe am: 29.04.2026 16:51:20

NORD/LB Macro Research Seite 2 von 2

News Flash – 29. April 2026 Wichtige Hinweise: Dieses Informationsschreiben (nachfolgend als „Information“ be- zeichnet) ist von der NORDDEUTSCHEN LANDESBANK GIROZENTRALE („NORD/LB“) erstellt worden. Die für die NORD/LB zuständigen Aufsichtsbehörden sind die Europäische Zentral- bank („EZB“), Sonnemannstraße 20, D-60314 Frankfurt am Main, und die Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht („BaFin“), Graurheindorfer Str. 108, D-53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, D-60439 Frankfurt am Main. Sofern Ihnen diese Information durch Ihre Sparkasse überreicht worden ist, unterliegt auch diese Spar- kasse der Aufsicht der BaFin und ggf. auch der EZB. Eine Überprü- fung oder Billigung dieser Information oder der hierin beschriebe- nen Produkte oder Dienstleistungen durch die zuständige Auf- sichtsbehörde ist grundsätzlich nicht erfolgt.

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