Gegner der Luegbrücke demonstrieren auf der Brennerautobahn A13 zwischen Schönberg und Brenner; 32.000 Fahrzeuge erwartet, Verkehrschaos droht
Kundgebung auf dem Brenner: Chaos zu Pfingsten vorprogrammiert
Kundgebung auf dem Brenner: Chaos zu Pfingsten vorprogrammiert
Land Tirol kann Versammlung auf der A 13 nicht verbieten +++ Demonstration am Samstag, den 30. Mai +++ Reisende müssen mit massiven Beeinträchtigungen rechnen
München.München. Es klingt wie ein verkehrspolitisches Schreckensszenario, wird aber Ende Mai Realität. Die Brennerautobahn A 13 wird am Samstag, den 30. Mai, von 11 bis 19 Uhr zwischen der Mautstelle Schönberg und Brenner in beide Richtungen nicht befahrbar sein. Und das mitten in den Pfingstferien. Grund für die Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Route ist nicht etwa eine Sanierungsmaßnahme, sondern eine Demonstration. Bereits im letzten Jahr haben Gegner des Neubaus der Luegbrücke versucht, ihren Unmut in Form von Demonstrationen Ausdruck zu verleihen. Damals scheiterten sie mit ihrem Vorhaben am Land Tirol. In der Zwischenzeit hat das zuständige Landesverwaltungsgericht aber entschieden, dass Demonstrationen auf der A13 möglich seien.
Brenner in den Pfingstferien gesperrt
Der nun für die Demonstration gewählte Samstag ist ein Datum, das für viel Aufsehen und Chaos sorgen kann. Denn der Samstag liegt mitten in den bayerischen Pfingstferien, auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sind Schulferien. Damit trifft die Vollsperrung vor allem Urlaubsreisende. Der Autobahnbetreiber ASFINAG schätzt, dass an diesem Tag mehr als 32.000 Fahrzeuge den Brenner passieren würden. Da an diesem Tag bereits ein Lkw-Verbot in Kraft ist, wird der Schwerlastverkehr nicht beeinträchtigt. Das große Problem an der geplanten Sperrung der Brennerpassage: Weder die ASFINAG noch das Land Tirol können eine Alternativroute anbieten oder empfehlen. „Da der Reiseverkehr regelmäßig auch die Tauernautobahn A 10 an ihre Grenzen bringt, ist es utopisch zu denken, dass der komplette Verkehr vom Brenner auf die Tauernautobahn umgelenkt werden kann“, erklärt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. Auch Routen über den Reschenpass, das Timmelsjoch oder die Felbertauernstraße sind nicht dafür geeignet, die zusätzliche Verkehrslast zu tragen.
Ebenso sind regionale Umleitungen nahezu ausgeschlossen. Das nachgeordnete Straßennetz ist chronisch überlastet und musste zuletzt mit verschärften Durchfahrtsverboten entlang der Autobahn geschützt werden. Hinzu kommt, dass zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit am 30. Mai von 11 bis 19 Uhr auch eine Totalsperre der Brennerstraße (B182) sowie der Ellbögener Straße (L3) eingerichtet wird. Reisenden bleibt damit nur eine Chance, nämlich den betroffenen Samstag als Reisetag zu vermeiden. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen wird auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai zu einer deutlichen Mehrbelastung führen.
Die ASFINAG rechnet mit einem Verkehrschaos und appelliert in einem offenen Brief an die zuständige Behörde, die Veranstaltung in dieser Form nicht zu genehmigen. Die Totalsperre einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas würde zu massiven Belastungen für die Bevölkerung führen.
Urlauber, die genau am 30. Mai über den Brenner müssen, haben also ein großes Problem. „Wer noch spontan umbuchen und damit den Reisetag verschieben kann, sollte dies dringend tun“, rät Alexander Kreipl. „Generell raten wir entschieden davon ab, am 30. Mai in der betroffenen Region unterwegs zu sein. Die Vollsperrung wird sicherlich zu zahlreichen Staus und enormen Zeitverlusten führen.“
Pressefoto Bastian Hambalgo, JPG 5.41 MB (300 dpi)