EU-Kommission setzt vorläufiges EU-Mercosur-Abkommen in Hamburg in Kraft; EuGH prüft Klimarecht; Vetorecht umgangen

Greenpeace-Stellungnahme zum vorläufigen Abschluss des EU-Mercosur-Abkommens | Greenpeace e.V. Presseportal

Greenpeace-Stellungnahme zum vorläufigen Abschluss des EU-Mercosur-Abkommens

Hamburg, 30. April 2026 – Die EU-Kommission setzt das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ab dem 1. Mai vorläufig in Kraft. Diese Umsetzung erfolgt, obwohl der Europäische Gerichtshof (EuGH) zurzeit noch prüft, ob das Abkommen überhaupt mit geltendem EU-Recht vereinbar ist. Er untersucht zwei zentrale Punkte: Die Übereinstimmung mit dem europäischen Klimarecht steht in Frage, da das Abkommen den Handel mit klima- und naturschädlichen Produkten schürt – darunter Rindfleisch aus Regenwaldgebieten, Einwegplastik, Pestizide und Verbrenner-Autoteile. Zum anderen prüft der Gerichtshof das Verfahren der Ratifizierung, da das Vetorecht der EU-Mitgliedstaaten umgangen wurde. Eine endgültige Ratifizierung des Abkommens durch das Europäische Parlament steht aus, bis der EuGH ein Urteil gefällt hat. Die Umgehung der demokratischen Kontrollmechanismen hält Greenpeace-Waldexperten Harald Gross für inakzeptabel:

Die Kommission umging das Vetorecht der EU-Staaten durch das sogenannte „Splitting“. Dabei trennt sie das Vertragswerk in einen politischen und einen handelsbezogenen Teil. Während ein umfassendes Assoziierungsabkommen die Einstimmigkeit aller EU-Mitgliedstaaten erfordert, reicht für den isolierten Handelsteil eine qualifizierte Mehrheit aus. So umgeht die Kommission die Notwendigkeit, nationale Parlamente einzubeziehen.

Seit 1999 verhandeln die EU- und Mercosur-Länder über das Freihandelsabkommen. Es sollZölle auf klima- und umweltschädliche Güter wie Rindfleisch, Soja, Pestizide, Autos und Einwegplastik senken oder abschaffen. Die EU unterhält bereits gute Handelsbeziehungen mit den Mercosur-Staaten. Vor allem Auto-, Chemie-, Agrarkonzerne würden vom Zollabbau profitieren. Die gestiegene Exportnachfrage könnte mehr Regenwald in Südamerika zerstören, um landwirtschaftliche Flächen zu schaffen.

Greenpeace arbeitet international, setzt sich mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur und Gerechtigkeit für alle Lebewesen ein.

Das verwendete Bildmaterial steht 14 Tage nach Veröffentlichung zum Download für Medien zur Verfügung. Lieferbedingungen: keine Weitergabe an Dritte, kein Weiterverkauf, keine Archivierung, nur für redaktionelle Zwecke, Quellenangabe obligatorisch.

Miryam NadkarniPressesprecherin Waldwende, Amazonas-Regenwald, CBDmiryam.nadkarni@greenpeace.org0160-3319793vCard herunterladen

Harald GrossExperte für Waldschutzharald.gross@greenpeace.org0170 - 1832195vCard herunterladen

Donnerstag, 30. April 2026, 13:56 Uhr CEST

Greenpeace zum EU-Gipfel in Brüssel – Aktivisti verwandeln EU-Kommissionsgebäude in „Trump Tower“Greenpeace protestierte am EU-Gipfel in Brüssel gegen Zugeständnisse an Trump, indem Aktivisten das EU-Kommissionsgebäude in einen „Trump Tower“ verwandelten.

Greenpeace protestierte am EU-Gipfel in Brüssel gegen Zugeständnisse an Trump, indem Aktivisten das EU-Kommissionsgebäude in einen „Trump Tower“ verwandelten.

Greenpeace Stellungnahme zur vorläufigen Anwendung des EU-Mercosur-DealsGreenpeace kritisiert die EU-Kommission scharf: Um das Mercosur-Abkommen durchzudrücken, soll die demokratische Prüfung umgangen werden. Ein Affront gegen Umwelt.

Greenpeace kritisiert die EU-Kommission scharf: Um das Mercosur-Abkommen durchzudrücken, soll die demokratische Prüfung umgangen werden. Ein Affront gegen Umwelt.

Einladung Presse-Briefing: Rechtslage EU-Mercosur-DealAm 4. März um 15:00 Uhr (MEZ) diskutieren Greenpeace-Rechtsexperten über die neusten Entwicklungen des EU-Mercosur-Abkommens. Wie würde die vorläufige Anwendung funktionieren und was sind ihre Ausw…

Am 4. März um 15:00 Uhr (MEZ) diskutieren Greenpeace-Rechtsexperten über die neusten Entwicklungen des EU-Mercosur-Abkommens. Wie würde die vorläufige Anwendung funktionieren und was sind ihre Ausw…

Greenpeace zur deutschen Unterstützung des TropenwaldfondsDeutschland wird den Tropenwaldfonds TFFF mit einer Milliarde Euro unterstützen, kündigte Brasiliens Umweltministerin Marina Silva zusammen mit dem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva an.

Deutschland wird den Tropenwaldfonds TFFF mit einer Milliarde Euro unterstützen, kündigte Brasiliens Umweltministerin Marina Silva zusammen mit dem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva an.