RAG Infanterie Hamburg absolviert Einsatzersthelfer-A Ausbildung in Reichspräsident-Ebert-Kaserne, Hamburg; Verwundetentransporte organisieren
Anstrengend, herausfordernd, interessant: RAG Infanterie absolviert Einsatzersthelfer-A-Ausbildung - Reservistenverband
Anstrengend, herausfordernd, interessant: RAG Infanterie absolviert Einsatzersthelfer-A-Ausbildung
Hamburg. Drei Tage, die es in sich hatten: Vom 17. bis zum 19. April 2026 nahm die im Mai 2025 gegründete RAG Infanterie Hamburg an einer intensiven Ausbildung zum Einsatzersthelfer A (EEH-A) in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne teil. Unter der Leitung von Oberfeldarzt der Reserve PD Dr. Dr. Frenzel stand dabei vor allem eines im Fokus: die Fähigkeit, in kritischen Situationen schnell, sicher und fachgerecht zu handeln.
Schon zu Beginn wurde deutlich, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Lehrgang handelt. Die Ausbildung war gleichermaßen anstrengend, herausfordernd und interessant – eine Kombination, die den Teilnehmenden sowohl körperlich als auch mental alles abverlangte. Ziel war es, die Soldatinnen und Soldaten in die Lage zu versetzen, Erste-Hilfe-Maßnahmen und lebensrettende Sofortmaßnahmen sicher anzuwenden – im Inland ebenso wie im erweiterten Einsatzkontext.
Von Druckverband bis Tourniquet: Wundversorgung unter realistischen Bedingungen
Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung war die Wundversorgung. Dabei wurden klassische Maßnahmen wie das Anlegen eines Druckverbandes intensiv trainiert. Dieser besteht aus einer sterilen Wundauflage, einer Bandage und einem Druckpolster – ein bewährtes Verfahren, das in vielen Notfallsituationen Anwendung findet.
Deutlich drastischer wurde es beim Umgang mit starken Blutungen. Hier kam das sogenannte Tourniquet zum Einsatz, ein Abbinde-System aus dem Individual First Aid Kit (IFAK). Die klare Empfehlung: vier Tourniquets pro Ausrüstung, um im Ernstfall jede Extremität versorgen zu können. Ergänzt wurde dieser Ausbildungsteil durch das sogenannte „Wound Packing“. Dabei wird die Blutungsquelle direkt manuell komprimiert und die Wunde anschließend mit hämostatischen Materialien verschlossen – eine Technik, die insbesondere bei Schuss- und Stichverletzungen lebensrettend sein kann.
Leben retten im Takt: Reanimation und AED-Training
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Im Drill-Training wurden die Abläufe so lange wiederholt, bis sie in Fleisch und Blut übergingen: 30-mal drücken, zweimal beatmen, Kopf überstrecken. Unterstützt wurde die Reanimation durch den Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED), der im Notfall den entscheidenden Unterschied machen kann.
Die wiederholten Übungseinheiten verlangten den Teilnehmenden ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer ab. Gleichzeitig zeigte sich, wie wichtig standardisierte Abläufe sind, um in Stresssituationen handlungssicher zu bleiben.
TCCC und MANV25: Wenn Theorie auf Realität trifft
Besonders anspruchsvoll gestalteten sich die praktischen Übungen im Bereich Tactical Combat Casualty Care (TCCC) und Tactical Field Care. Hier wurden realitätsnahe Szenarien simuliert, die die Teilnehmenden an ihre Grenzen brachten. Der Höhepunkt: ein Massenanfall von Verletzten mit mehr als 25 Kameradinnen und Kameraden.
In diesen Szenarien ging es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch um Organisation, Kommunikation und Transportstrategien. Verwundete mussten priorisiert, versorgt und unter schwierigen Bedingungen abtransportiert werden – eine komplexe Aufgabe, die nur im Team zu bewältigen ist.
Mehr als nur Pflaster und Verband: Breites Themenspektrum
Neben den taktischen und medizinischen Kerninhalten wurden auch klassische Erste-Hilfe-Themen behandelt. Dazu gehörten unter anderem Maßnahmen bei Ertrinkung, Erfrierung und Verbrennungen. Ebenso standen CBRN-
ABC-Verletzungen auf dem Ausbildungsplan – also Szenarien mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahren.
Ein weiterer wichtiger Baustein war der Umgang mit Stress sowie die psychosoziale Notfallversorgung. Denn Einsätze hinterlassen nicht nur körperliche, sondern auch mentale Spuren. Ergänzt wurde dies durch Schulungen im Bereich Hygiene, die gerade in Einsatzlagen eine entscheidende Rolle spielt.
Praxisnah und eindrucksvoll: Die Highlights des Lehrgangs
Zu den eindrucksvollsten Momenten des Lehrgangs zählten zweifellos die praxisnahen Übungen. Besonders das Drill-Training in der Reanimation sowie die komplexen TCCC-Szenarien hinterließen bleibenden Eindruck. Ein weiteres Highlight war die Be- und Entladung eines Rettungstransportwagens der Feuerwehr Hamburg – eine Übung, die den Transfer von Theorie in die Praxis greifbar machte.
Am Ende der drei intensiven Tage stand ein klares Ergebnis: Die Teilnehmenden der RAG Infanterie Hamburg sind nun in der Lage, qualifiziert und verhaltenssicher Erste Hilfe zu leisten. Sie können lebensrettende Sofortmaßnahmen anwenden, Kameradenhilfe leisten und Verwundetentransporte organisieren.
Die Ausbildung hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Selbstvertrauen geschaffen. Oder, wie es der Leiter der RAG Infanterie Hamburg, Hauptmann der Reserve Dr. Rewel formulierte: „Man hofft, das Gelernte nie anwenden zu müssen – aber wenn es darauf ankommt, ist man bereit.“
Mit diesem Lehrgang hat die noch junge RAG Infanterie Hamburg einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht – und eindrucksvoll gezeigt, dass Engagement, Ausbildung und Teamgeist die Grundlage für Einsatzbereitschaft und Sicherheit bilden.
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