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title: "Klinikum Cracau erhält Auszeichnung für Organspende in Magdeburg; 8.000 warten auf Spenderorgane"
sdDatePublished: "2026-04-30T09:06:00Z"
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Klinikum Cracau erhält Auszeichnung für Organspende in Magdeburg; 8.000 warten auf Spenderorgane

Pressemitteilung: 072/2026
Magdeburg, den 29.04.2026
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Leben weitergeben und Hoﬀnung schenken: Klinikum Cracau für vorbildliche
Organspende geehrt
Magdeburg. Bei einer feierlichen Festveranstaltung in der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt sind heute
das Klinikum Cracau bei Pfeiﬀers der Universitätsmedizin Magdeburg sowie zwei weitere Krankenhäuser aus
Sachsen und Thüringen für ihr besonderes Engagement für die Organspende ausgezeichnet worden.
Die Ehrung nahmen die jeweils zuständigen Landesministerien gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation
(DSO) Region Ost vor.
Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne begrüßte alle Teilnehmenden im Festsaal der Staatskanzlei:
„Organspende rettet Leben. Jede und jeder von uns kann in Folge eines Unfalls oder einer Krankheit auf ein lebenswichtiges
Organ angewiesen sein.“ Organspenden seien nur möglich, wenn Menschen sich bereiterklären, ihre Organe zur Verfügung
zu stellen, wenn der Tod unausweichlich ist. „Organtransplantationen erfordern engagierte Beschäftigte in den
Krankenhäusern, die den sensiblen Prozess mit menschlicher Empathie und hoher medizinischer Kompetenz begleiten. Die
geehrten Krankenhäuser stehen stellvertretend für alle Häuser, die Organspenden möglich machen. Wir danken den
Mitarbeitenden in den heute ausgezeichneten Kliniken stellvertretend für alle, die sich dieser Verantwortung stellen.“
Das Klinikum Cracau habe sehr frühzeitig sowohl ärztliche als auch pﬂegerische Transplantationsbeauftragte bestellt, die in
regelmäßigem Kontakt zur DSO stehen. Konkrete Verfahrensanweisungen für den Fall einer Organspende gewährleisten,
dass alle Beteiligten im Fall einer Organspende ihre Aufgaben kennen und sicher umsetzen können. Fortbildungen zum
Thema Organspende für das gesamte Krankenhauspersonal gehören im Klinikum Cracau obligatorisch dazu.
Thomas Schröder, Geschäftsführer des Klinikums Cracau, betont die Bedeutung der Auszeichnung: „Diese Ehrung ist eine
Anerkennung für die hervorragende Arbeit unseres gesamten Hauses. Eine erfolgreiche Organspende ist keine
Einzelleistung, sondern das Ergebnis einer perfekten Versorgungskette – von der Notaufnahme über die Anästhesie bis hin
zur Intensivstation und dem OP-Team. Es erfüllt uns mit Stolz, dass die Professionalität und die menschliche Wärme, mit der
unsere Mitarbeitenden diesen Prozess begleiten, heute auf Landesebene gewürdigt werden.“
Dr. med. Bernhard Mertz, Transplantationsbeauftragter im Klinikum Cracau, ergänzt:
„Wir erleben täglich, wie wichtig die frühzeitige Wachsamkeit und Sensibilität des Teams sind. Gleichzeitig sehen wir in den
Gesprächen mit den Familien, wie schwer eine Entscheidung zur Organspende fällt, wenn der Wille des Verstorbenen zu
Lebzeiten nicht dokumentiert wurde. Wir verstehen uns daher auch als Botschafter für die eigene Willensbildung. Ein
ausgefüllter Organspendeausweis entlastet die Angehörigen in einer Situation tiefster Trauer und schenkt gleichzeitig
anderen Menschen die Hoﬀnung auf ein Weiterleben.“

Ministerin Grimm-Benne: „Rund 8.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein lebenswichtiges Spenderorgan. Das
sind schwer kranke Patientinnen und Patienten, die gemeinsam mit ihren Familien hoﬀen und bangen. Viele Menschen auf
der Warteliste sterben, bevor sie eine Transplantation erhalten. Die Einführung der Widerspruchslösung bietet die große
Chance, die Zahl der Organspenden deutlich zu erhöhen und damit mehr Leben zu retten.“
Laut einer Umfrage des Bundesinstitutes für Öﬀentliche Gesundheit (BIÖG) steht eine deutliche Mehrheit von 85 Prozent der
Bundesbürgerinnen und -bürger einer Organspende positiv gegenüber. 62 Prozent der Befragte haben ihre persönliche
Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroﬀen. Demgegenüber haben nur 45 Prozent ihren Willen
auch dokumentiert – etwa in einem Organspendeausweis, einer Patientenverfügung oder in beiden.
„Organspenden sind nur möglich, wenn Menschen sich solidarisch zeigen und einwilligen, nach ihrem Tod Organe für die
Transplantation zu spenden. In Deutschland steht eine Mehrheit einer Organspende oﬀen gegenüber. Zugleich fehlt es
häuﬁg an einer klaren, schriftlich festgehaltenen Entscheidung. Das führt dazu, dass Angehörige in der ohnehin schwierigen
Situation eine Entscheidung treﬀen müssen, die sie oft überfordert. Die Widerspruchslösung kann dazu beitragen, die
Spendezahlen zu erhöhen, Wartelisten zu verkürzen und zugleich Angehörige spürbar zu entlasten“, so die Ministerin.
Sachsen-Anhalt verfügt über 36 Entnahmekrankenhäuser. Im Land haben im vergangenen Jahr nur 35 Personen Organe
gespendet (2024: 22). Demgegenüber standen Ende März dieses Jahres in Sachsen-Anhalt 242 Menschen auf der Warteliste
für eine Organtransplantation.
Hintergrund:
Gemeinsam mit der DSO Region Ost werden seit 2005 in jedem Jahr drei mitteldeutsche Krankenhäuser ausgezeichnet.
Neben dem Klinikum Cracau bei Pfeiﬀers der Universitätsmedizin Magdeburg wurden dieses Jahr auch das Elbland Klinikum
Meißen (Sachsen) und das Universitätsklinikum Jena (Thüringen) geehrt.
Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß Transplantationsgesetz und bietet den rund
1.200 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland umfassende Unterstützungsangebote bei den Abläufen der Organspende
an. Dazu gehören Vorträge und Beratungen in den Kliniken, Fort- und Weiterbildungen, ein zertiﬁziertes E-Learning-
Fortbildungsprogramm sowie fachbezogene Informations- und Arbeitsmaterialien. In der DSO-Region Ost betreut ein Team
von zwölf Koordinatorinnen und Koordinatoren über 130 Entnahmekrankenhäuser in allen Belangen der Organspende.
Weitere Informationen: https://dso.de/organspende/statistiken-berichte/jahresbericht.

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