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title: "Konsortium Bildungsmonitoring bundesweite Kreistypisierung unter 400 Stadt- und Landkreisen in Deutschland; sechs Cluster identifiziert"
sdDatePublished: "2026-04-30T19:35:00Z"
source: "https://www.statistik-bw.de/fileadmin/user_upload/Service/Veroeff/Statistisches_Monatsheft/Beitrag_26_04_01.pdf"
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  - name: "education policy"
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  - "Leipzig"
  - "Reutlingen"
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  - "Hessen"
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  - "Wittenberg (Landkreis)"
  - "Wesermarsch"
  - "North Rhine-Westphalia"
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Konsortium Bildungsmonitoring bundesweite Kreistypisierung unter 400 Stadt- und Landkreisen in Deutschland; sechs Cluster identifiziert

Wo ähneln sich die Rahmenbedingungen für die kommunale Bildungspolitik?

Wo ähneln sich die Rahmenbedingungen für
die kommunale Bildungspolitik?
Ergebnisse einer bundesweiten Kreistypisierung
Vor dem Hintergrund demografischer Umbrüche und sozioökonomischer Disparitäten steht die kommunale
Bildungspolitik vor der Herausforderung, mit knappen Ressourcen bedarfsgerechte Infrastrukturen unter
höchst unterschiedlichen Voraussetzungen zu gestalten. Um den gezielten interkommunalen Erfahrungsaus-
tausch zu unterstützen und den Transfer von Lösungsstrategien zu erleichtern, wurde eine Kreistypisierung
durchgeführt, die mittels Clusteranalysen über 20 Indikatoren hinweg sechs vergleichsweise homogene
Gruppen unter den 400 Stadt- und Landkreisen in Deutschland identifiziert. Über die Dimensionen Demografie,
soziale Lage, Wirtschafts- und Siedlungsstruktur werden strukturelle Ähnlichkeiten sichtbar gemacht.
Die aus der empirischen Analyse identifizierten sechs Cluster zeigen Gemeinsamkeiten zwischen den kreis-
freien Städten sowie in den großen Ballungsräumen. Strukturelle Unterschiede in den analysierten Rahmen‑
bedingungen gibt es zwischen den Landkreisen in Nord- und Ostdeutschland sowie denen in West- und
Süddeutschland.
Einleitung
Effektive Bildungspolitik findet vor Ort statt. Als
zentraler Schlüssel für die soziale und ökonomische
Entwicklung einer Gesellschaft ist Bildung untrennbar
mit den lokalen Rahmenbedingungen verknüpft, unter
denen sie entsteht und wirkt. Während aus bildungs-
politischer Perspektive die herausragende Bedeutung
eines hohen Bildungsstandes für die Zukunftsfähig-
keit einer globalisierten Wissensgesellschaft betont
wird (Autor/-innengruppe Bildungsberichterstattung
2024), zeigt sich in der Realität der kommunalen Bil-
dungslandschaften eine erhebliche Heterogenität. Für
das Individuum bringt ein hoher Bildungsstand zwar
bessere „Chancen auf eine individuelle Lebensführung
und auf eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben“ (Autorengruppe Bildungsberichterstattung
2010: S. 16) mit sich, doch sind die Möglichkeiten der
Bildungsteilhabe räumlich ungleich verteilt. Diese
unterscheiden sich nicht nur strukturell zwischen den
Bundesländern, sondern noch deutlicher zwischen
kleinräumigen regionalen Strukturen (vgl. Ammermül-
ler und Zwick 2005; Arnold et al. 2015).
So haben Siedlungsstruktur ebenso wie sozioökonomi-
sche und demografische Entwicklungen einer Region,
wie sinkende Geburtenzahlen oder ein negativer
Wanderungssaldo, direkten Einfluss auf die kommu-
nalen Handlungsmöglichkeiten und -verpflichtungen.
Beispielsweise erfordern Veränderungen in der Alters-
struktur der Bevölkerung eine stetige Anpassung
der Bildungs- und Ausbildungsinfrastrukturen. Dabei
beeinflussen wirtschaftliche Rahmenbedingungen
nicht nur die Quantität von Bildungsangeboten, son-
dern auch deren Nutzen (Bildungserträge) für Indivi-
duen (vgl. Ammermüller und Zwick 2005). Unter die-
sen Nutzen werden sowohl monetäre Erträge wie ein
höheres Einkommen als auch nicht-monetäre Effekte
Bildung und Kultur | Bildungsstruktur und -ausgaben
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Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg | 4/2026
Leben und Arbeiten
Leben und Arbeiten

wie eine gesteigerte Gesundheit und soziale Teilhabe
subsumiert. Auch Siedlungsstruktur und Bildungs-
infrastruktur sind eng miteinander verknüpft: Während
Ballungszentren meist vielfältige Angebote in der
Hochschul- und Erwachsenenbildung bereitstellen
(vgl. Autor/-innengruppe Bildungsberichterstattung
2024), stellt in ländlichen Gebieten bereits die Siche-
rung wohnortnaher Angebote in der frühen Bildung
oder Berufsausbildung eine besondere Herausforde-
rung dar.
Das Ziel von Bildungspolitik kann es daher nicht sein,
flächendeckend identische Angebote zu forcieren;
dafür sind die Voraussetzungen in den Stadt- und
Landkreisen zu unterschiedlich. Die Herausforderung
der Bildungsplanung vor Ort besteht darin, das best-
mögliche und bedarfsgerechte Angebot unter den
gegebenen Bedingungen zu schaffen. Um diesen
spezifischen Herausforderungen zu begegnen, ist ein
systematischer Wissensaustausch („Voneinander-
Lernen“) im kommunalen Bildungsmanagement essen-
ziell (siehe Info-Box „Konsortium Bildungsmonito-
ring“).
Hier setzt die vorliegende Kreistypisierung an, die
Bestandteil der seit vielen Jahren vom Bundesmi-
nisterium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (BMBFSFJ) geförderten „Transferinitiative
Kommunales Bildungsmanagement“ ist. Die Kreis-
typisierung zeigt auf, wo die bildungsrelevanten
Rahmenbedingungen in den kreisfreien Städten und
Landkreisen ähnlich sind und es folglich besonders
lohnenswert sein kann, sich über gemeinsame Heraus-
forderungen und gefundene Lösungen auszutauschen.
Außerdem können mithilfe einer solchen Typisierung
Analysen mit regionalem Bezug auf bundesweiter
Ebene unterstützt werden. Da sich Rahmenbedingun-
gen dynamisch ändern, wird die Kreistypisierung im
zweijährigen Turnus durchgeführt. Als Basis wurden
20 Indikatoren identifiziert, die sich den Dimensionen
demografische Entwicklung, soziale Lage, Wirtschafts-
struktur und Siedlungsstruktur zuordnen lassen.

Info-Box
Konsortium Bildungsmonitoring
Das Statistische Bundesamt, das Statistische
Landesamt Baden-Württemberg und das Deut-
sche Institut für Erwachsenenbildung verfolgen
gemeinsam als „Konsortium Bildungsmonitoring“
(https://www.transferinitiative.de/konsortium_
bildungsmonitoring.php) das Ziel, Kommunen
durch ihre Angebote beim Aufbau eines kom-
munalen Bildungsmonitorings zu unterstützen.
Ein zentrales Instrument ist die Kreistypisierung,
durch die kommunale Rahmenbedingungen
regelmäßig analysiert werden. Zudem stehen
vielfältige Datenangebote zur Verfügung: die
Kommunale Bildungsdatenbank (KBD; www.
bildungsmonitoring.de) mit individualisierbaren
Dashboards, die Regionaldatenbank Deutsch-
land mit umfassenden Struktur- und Regional-
daten, die Volkshochschulstatistik, das gemein-
same Statistikportal der Statistischen Ämter
sowie Einzelauswertungen über die Statistischen
Landesämter. Diese Ressourcen bilden die
Grundlage für eine evidenzbasierte Gestaltung
kommunaler Bildungslandschaften.
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Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg | 4/2026
Leben und Arbeiten

Übersicht
Merkmalsvariablen der Clusteranalyse
Name der Kennzahl
Jahr, Quelle
Demografie
Anteil Bevölkerung unter 18 Jahre
2023, Regionaldatenbank
Anteil Bevölkerung über 65 Jahre
Wanderungssaldo 18 bis unter 25-Jährige
Wanderungssaldo
Soziale Lage
Entwicklung der Arbeitslosenquote bezogen auf die abhängigen zivilen
Erwerbspersonen
2023, 2018, INKAR
Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahre an den zivilen Erwerbspersonen
gleichen Alters
2023, INKAR
Verfügbares Einkommen je Einwohnerin und Einwohner
2022, VGRdL
Anzahl Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung
(65 Jahre und älter)
2023, Regionaldatenbank
Anteil Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung
(65 Jahre und älter)
2023, Regionaldatenbank
Wirtschaftsstruktur
Gewerbesteuer je Einwohnerin und Einwohner
2023, Regionaldatenbank
Bruttoinlandsprodukt je Einwohnerin und Einwohner
2023, VGRdL
Anteil Beschäftigte mit Anforderungsniveau Helferin und Helfer
2023, INKAR
Anteil Betriebe mit 50 bis 249 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
2023, Regionaldatenbank
Anteil Betriebe mit 250 und mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
2023, Regionaldatenbank
Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort im sekundären
Sektor an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
2023, INKAR
Entwicklung Sekundärsektor
2023, 2018, INKAR
Entwicklung Tertiärsektor
2023 2018, INKAR
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) je Einwohnerin und Einwohner
2023, 2018, VGRdL
Siedlungsstruktur
Pendlersaldo
2023, Regionaldatenbank
Anteil Landwirtschaftsfläche an der Gesamtfläche
2023, INKAR
Datenquelle: Eigene Darstellung.
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Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg | 4/2026
Leben und Arbeiten

Methodik und Ergebnisse der
Kreistypisierung 2025
Die methodische Grundlage der vorliegenden Untersu-
chung bildet eine Clusteranalyse, die es ermöglicht, die
400 Stadt- und Landkreise Deutschlands anhand einer
Vielzahl heterogener Merkmale simultan zu betrach-
ten. Ziel ist es, in sich möglichst homogene Gruppen
(Cluster) zu identifizieren, die untereinander deutliche
Unterschiede aufweisen. Diese Methode eignet sich in
besonderer Weise für die Typisierung der kommunalen
Ebene, da sie komplexe sozioökonomische Ähnlich-
keitsstrukturen sichtbar macht. Eine ausführliche
Dokumentation zu den methodischen Details findet
sich bei Konrath und Bach (2024) sowie Velimsky et al.
(2026).
Die Analysen basieren auf 20 Variablen (siehe Über-
sicht), die bereits in der vorangegangenen Kreis-
typisierung 2023 verwendet wurden (vgl. Konrath
und Bach 2024). Damit folgt die Auswahl den theo-
retischen Vorüberlegungen früherer Erhebungen und
gewährleistet eine methodische Kontinuität (ausführ-
lich hierzu Konrath und Bach 2024). Als Datenquellen
dienen die Regionaldatenbank Deutschland, die Kom-
munale Bildungsdatenbank, die INKAR-Datenbank des
Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung
(BBSR) sowie die Volkswirtschaftlichen Gesamt-
rechnungen der Länder (VGRdL). Die Datenstände
beziehen sich überwiegend auf das Berichtsjahr 2023
(verfügbares Einkommen: 2022).
Wichtig für die Interpretation der Ergebnisse ist der
Hinweis, dass Clusteranalysen nur Ähnlichkeiten
zwischen den Daten/Merkmalen beschreiben, jedoch
keine kausalen Ursache-Wirkungs-Beziehungen abbil-
den. Es zeigt nur, dass die Kommunen ähnliche Eigen-
schaften oder Muster aufweisen. Ein gemeinsames
Cluster bedeutet somit nicht zwangsläufig, dass ein
Merkmal das andere verursacht hat, zum Beispiel dass
eine hohe Arbeitslosigkeit bei Jüngeren eine größere
Abwanderung bewirkt.
Die Ergebnisse der Kreistypisierung 2025 sind in der
Karte veranschaulicht (eine detaillierte tabellarische
Zuordnung findet sich bei Velimsky et al. 2026).
Ähnlich wie bei früheren Analysen ergab die empiri-
sche Untersuchung eine Aufteilung der bundeswei‑
ten Kommunallandschaft in sechs charakteristische
Cluster. Während die Cluster 1, 2 und 3 mit 83, 79 bzw.
168 Einheiten die mit Abstand größten Gruppen bil‑
den, setzen sich die Cluster 4, 5 und 6 aus deutlich
weniger Kreisen und kreisfreien Städten zusammen
(Cl. 4: 12, Cl. 5: 15, Cl. 6: 43).
Geografisch lassen sich klare Verteilungsmuster
erkennen: In den Clustern 2 und 5 sind überwiegend
Landkreise und kreisfreie Städte in Nord- und Ost-
deutschland zu finden. Die Cluster 3 und 6 umfassen
vor allem Einheiten in West- und Süddeutschland.
Die wirtschaftlich hochzentralisierten (Groß-)Städte
der Cluster 1 und 4 verteilen sich hingegen über das
gesamte Bundesgebiet. Die im Folgenden dargestellte
inhaltliche Beschreibung der Cluster basiert auf den
Clustermittelwerten der betrachteten Variablen. Diese
werden schematisch charakterisiert, um die wesent-
lichen Merkmale der jeweiligen Typen im direkten Ver-
gleich herauszuarbeiten (für detaillierten Mittelwerte
(Kennzahlen) aller Indikatoren siehe Velimsky et al.
(2026)).
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Leben und Arbeiten

Hessen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Schleswig-Holstein
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Sachsen
Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Bayern
Baden-Württemberg
22-22-26-01M, © Kartengrundlage GfK GeoMarketing GmbH, Karte erstellt mit RegioGraph 2025; Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.
Cluster in den Stadt- und Landkreisen Deutschlands 2025
Datenquellen: Eigene Berechnungen auf Basis von Daten der Regionaldatenbank, Kommunale Bildungsdatenbank, INKAR-Datenbank des Bundesinstituts
für Bau-, Stadt- und Raumforschung und die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder.
Cluster 1
Cluster 2
Cluster 3
Cluster 4
Cluster 5
Cluster 6
Karte
9
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