Hubert Aiwanger Offensive Unternehmensnachfolge München; 52.500 Familienunternehmen stehen vor Übergabe

Aiwanger: “Mit der ‘Offensive Unternehmensnachfolge’ wollen wir mehr junge Leute für Unternehmensverantwortung begeistern”

Aiwanger: “Mit der ‘Offensive Unternehmensnachfolge’ wollen wir mehr junge Leute für Unternehmensverantwortung begeistern”

MÜNCHEN In den kommenden fünf Jahren steht für rund 52.500 Familienunternehmen mit einem Mindestgewinn von 50.000 Euro und insgesamt 668.000 Mitarbeitern eine Firmenübergabe an. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: “Der Mittelstand ist Garant für unseren Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung - heute wie in Zukunft. Nur wenn es gelingt, die Betriebe dann in neue Hände zu geben, sichern wir Arbeitsplätze, Wohlstand und Lebensqualität in allen Regionen Bayerns. Wir tun daher alles, um mehr junge Leute für Unternehmensverantwortung zu begeistern. Deshalb haben wir gemeinsam mit IHK und HWK die ‘Offensive Unternehmensnachfolge’ auf den Weg gebracht.”

An der Initiative sind mehr als 30 Wirtschaftsorganisationen beteiligt und bietet passgenaue Informationsangebote bis hin zur Erstberatung und geförderten Finanzierungsangeboten für die Nachfolger. Denn in Bayern wird Nachfolge als eine besondere Form der Gründung gesehen. Hinzu kommt unsere Kampagne für mehr Selbstständigkeit im Rahmen von Gründerland Bayern. Gleichzeitig gilt es, Unternehmen gezielt durch Innovationen fit für Nachfolge machen. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt deshalb den Mittelstand gezielt bei Innovationsprojekten und Investitionen, unter anderem mit dem Digitalbonus.

“Interessierte Nachfolger brauchen eine bessere Sichtbarkeit von Nachfolgechancen bei der Übernahme von Unternehmen. Kooperationen von etablierten Mittelständer und Start-ups bieten hier ein großes Potenzial zur Innovationssteigerung, das wir besser ausschöpfen müssen. Innovation durch Kooperation ist hier das Schlagwort”, so Aiwanger auf dem Zweiten Bayerischen Nachfolgetag der Bayerischen Industrie- und Handelskammern in Bayern. Deshalb fördert das Bayerische Wirtschaftsministerium das Projekt „Kooperation zwischen Mittelstand und Start-ups“ bis Ende 2029 mit jährlich 500.000 Euro. Wichtig für erfolgreiche Übernahme ist auch der Abbau bürokratischer Hemmnisse, die gerade bei der Rechtsnachfolge spürbar sind. Aiwanger: „Unternehmer brauchen Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten im Wettbewerb, Unternehmertum darf nicht zur bürokratischen Last werden. Hier ist der Bund gefordert, die bürokratischen Hürden zu senken. Unternehmertum muss sich lohnen, dann finden sich auch Nachfolger.“

Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK): „Gelebtes Unternehmertum ist der Garant für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts Bayern. Deswegen müssen wir gemeinsam alles daran setzen, dass möglichst viele Firmen im Freistaat die Nachfolge und Übergabe erfolgreich meistern. Zu viele Unternehmerinnen und Unternehmer starten zu spät mit der Übergabe, lassen zu zögerlich los oder verzichten zu lange auf die Einschaltung von helfender Expertise. Die Flut an Bürokratie, eine Kostenspirale und dazu das Damoklesschwert der Erbschaftsteuer schüren verstärkt Zweifel in der kommenden Generation, ob die Nachfolge des Familienunternehmens wirklich das Richtige ist. Das müssen wir drehen und die Lust am unternehmerischen Anpacken in Bayern neu wecken.“

Die Prognose für die Jahre 2027 – 2031 zeigt, dass rund 16.000 Unternehmen und 50.000 Beschäftigte mehr betroffen sind als zwischen 2022 und 2026. Das ist das Ergebnis der Aktualisierung des Nachfolgegeschehens in Bayern des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Der Hauptgrund für die steigenden Zahlen in den vergangenen Jahren ist, dass die Unternehmensgründer aus der Babyboomer-Generation jetzt das Ruhestandsalter erreichen. Genauere Zahlen, auch zu den einzelnen Regierungsbezirken, finden sich auf der Webseite des Ministeriums zurUnternehmensnachfolge.

+49 89 2162 - 2290

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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (Foto: StMWi)

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