Münster genehmigte 2025 die meisten Bauten in NRW; 44.905 Wohnungen insgesamt, +10,7% im Vergleich zu 2024
Diese Kommunen haben 2025 in NRW die meisten Bauten genehmigt - VdW Rheinland Westfalen
Diese Kommunen haben 2025 in NRW die meisten Bauten genehmigt
Münster war 2025 die aktivste Kommune in NRW, was die Genehmigung von neuen Wohnungen betrifft. Die so genannte Baugenehmigungsquote, die aussagt wie viele Genehmigungen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ausgesprochen werden, lag hier bei 56,9. Das geht aus einer Auswertung von IT.NRW hervor. Schlusslicht in dieser Statistik ist Bottrop mit einer Quote von 6,8.
Auf Platz zwei in dem Ranking liegt der Kreis Steinfurt mit einer Quote von 49,8 und die Stadt Düsseldorf mit 48,6. Neben Bottrop schneiden Remscheid (7,1) und Hagen (7,8) schlecht in der Statistik ab. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr in NRW der Bau von 44.905 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zu 2024. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden mit drei und mehr Wohnungen um 4,8 % (+1.128 Wohnungen) auf 24.555 und bei Ein- und Zweifamilienhäusern um 16,6 % (+1.310 Wohnungen) auf 9.191 Wohnungen.
Naturgemäß bilden diese Zahlen aber noch nicht die Auswirkungen des Irankriegs ab, er Ende Februar 2025 ausgebrochen ist. Es wird erwartet, dass in seiner Folge unter anderem die Preise für Baumaterialien steigen, was zu einem erneuten Rückgang der Bauprojekte führen könnte.
Unterwegs mit dem NRW-Bauausschuss in den Niederlanden
Die Niederlande gelten als Land des kostengünstigen Bauens. Indem manche Standards etwa, beispielsweise im Schallschutz, sind nicht so hoch sind wie in Deutschland, können Wohngebäude günstiger entstehen und damit in der Folge auch Mieten günstiger ausfallen. Um zu erkunden, was Nordrhein-Westfalen in der Baupolitik möglicherweise von seinen Nachbarn lernen kann, begab sich der Bauausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags am 25.
- März 2026 auf eine zweitägige Fachreise. VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter begleitete die Abgeordneten-Gruppe. Der VdW Rheinland Westfalen hat gute Verbindungen zu Wohnungsunternehmen in die Niederlande. Schon mehrfach organisierte der Verband Reisen zu Wohnprojekten in das Land, beispielsweise um seine Mitglieder und Arbeitsgemeinschaften über das Energiesprong-Verfahren zu informieren, bei dem Wohngebäude seriell saniert und klimaneutral mit Energie versorgt werden. Die etwa 20 Landtagsabgeordneten aus allen im NRW-Landtag vertretenen Fraktionen informierten sich in Rotterdam und Utrecht unter anderem zu den Bereichen Stadtplanung und Wohnungsbau. VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter sieht in Fachreisen in die Niederlande eine wichtige Quelle des Austauschs. “Die Niederlande machen vor, wie günstiges Bauen mit architektonischer Qualität verbunden werden kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen passen. Dass Landtagsabgeordnete dies mit eigenen Augen sehen und nach NRW tragen, ist absolut richtig.”
Housing First: Landesregierung veröffentlicht Umsetzungskonzept
Das Sozialministerium Nordrhein-Westfalen hat ein Umsetzungskonzept für den sogenannte Housing-First-Ansatz veröffentlicht. Es ergänzt die Landesinitiative “Endlich ein ZUHAUSE”, richtet sich aber vor allem an Sozialträger und berührt nicht direkt die bisherige Kooperation der sozial orientierten Wohnungswirtschaft mit dem Ministerium im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit. Dem Housing-First-Ansatz zufolge bekommen selbst Wohnungslose, die abhängig von Drogen sind oder unter psychischen Problemen leiden, eine Wohnung vermietet. Die Verantwortung für die eigene Wohnung, so der Gedanke dahinter, stärke sie und bringe sie weiter dabei, ihre anderen Probleme im Leben zu lösen. “Housing first” richtet sich dabei auf die recht kleine Zielgruppe Obdachloser ohne Anbindung an Hilfesysteme, die auf der Straße leben. Viele Studien zeigen den positiven Einfluss dieses Ansatzes. Bekannt geworden ist der Ansatz über seine Umsetzung in Finnland. In der Wohnungswirtschaft wird der Ansatz eher skeptisch gesehen, es gibt allerdings auch Kooperationen, wie die der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mit dem Vringstreff in Köln. Vorbehalte hegen selbst sozial orientierte Vermieterinnen und Vermieter insbesondere deshalb, weil sie eine Belastung der Nachbarschaft und damit einhergehende Konflikte befürchten. Dass alle ehemals Wohnungslosen mit Suchtproblemen auf diese Weise ihr Leben wieder in den Griff bekommen, wird von ihnen bezweifelt.
Neue Stufe der Solardachpflicht in NRW in Kraft
Bei der vollständigen Erneuerung der Dachhaut eines Gebäudes muss in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Januar 2026 eine Solaranlage auf dafür geeigneten Dachflächen installiert werden. Mehr Mieterstrom-Angebote wird es deshalb aber vermutlich nicht geben. Dazu bestehen noch immer zu viele Rechtsunsicherheiten. Für Neubauten gilt die so genannte Solardachpflicht bereits seit 2024 für Nicht-Wohngebäude und seit 2025 auch für Wohngebäude. Mit Januar 2026 trat sie auch für den Gebäudebestand in Kraft, und zwar dann, wenn ein Dach vollständig erneuert wird. So ist es in §42a der Landesbauordnung NRW geregelt. Die Pflicht greift, wenn die Abdichtung oder die Eindeckung eines Daches vollständig erneuert wird. Hiervon sind Baumaßnahmen ausgenommen, mit denen ausschließlich kurzfristig eingetretene Schäden behoben werden. Weitere Details finden sich in der Solaranlagen-Verordnung Nordrhein-Westfalen. Wer die Hoffnung hat, dass mit dieser neuen Pflicht mehr Mieterinnen und Mieter von günstigem Strom auf dem eigenen Dach profitiert, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.
“Sprechen wir übers Wohnen” mit Dr. Stephan Keller
In vielen Kommunen geben Bürgerinnen und Bürger noch ein weiteres Mal ihre Stimme ab und entscheiden am 28. September, wer künftig in ihren Städten und Kommunen an der Spitze steht. Vor den Stichwahlen sprach VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter mit Dr. Stephan Keller, erneut kandidierender Oberbürgermeister der stadt Düsseldorf. Zu Beginn blickte Keller auf den bisherigen Wahlkampf zurück, skizzierte die prägenden Themen und ordnete das Ergebnis der Kommunalwahl ein. Besonders hervor hob er die Bedeutung von Wohnungspolitik und Stadtentwicklung: Bezahlbarer Wohnraum müsse konsequent vorangebracht werden, verbunden mit einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung der Stadt. Im Hinblick auf die großen Herausforderungen wie Klimawandel, Hitze, demografischer Wandel und steigender Wohnraumbedarf betonte Keller die Rolle leistungsfähiger Verwaltungen. Nur wenn Genehmigungsverfahren beschleunigt und Förderprozesse vereinfacht werden, könne dringend benötigter Wohnraum schneller entstehen. Abschließend ging es um die zunehmende Zahl von Stichwahlen und die höhere Wahlbeteiligung. Keller unterstrich, dass es seine Aufgabe sei, die Vielfalt an Stimmen und Interessen in Düsseldorf zu berücksichtigen und zu vertreten. Der digitale Austausch ist über den Instagram-Kanal des VdW Rheinland Westfalen auch im Nachhinein zu sehen.
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