Zentrum für Wald und Holzwirtschaft Nachweis Sirococcus tsugae an Atlaszeder und Libanonzeder Burgholz bei Wuppertal; erstmals wieder nachgewiesen in Atlaszeder und Libanonzeder NRW

Waldschutz-Infomeldung Nr. 3/2026 vom 29.04.2026 | Wald & Holz

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Erstnachweis von potenziellem Quarantäneschadorganismus Sirococcus tsugae in NRW an Atlaszeder und Libanonzeder

In dem Waldgebiet Burgholz bei Wuppertal wurde vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft ein Triebsterben an Atlaszeder (Cedrus atlantica) und Libanonzeder (Cedrus libani), verursacht durch den Pilz Sirococcus tsugae nachgewiesen (Abb. 1).

Sirococcus tsugae befällt neben- Hemlocktannenarten (Tsuga hetero-phylla, T. canadensis, T. mertensi-ana) ebenfalls- Zedernarten (Atlaszeder - Cedrus at-lantica, Himalyazeder - C. deodara,Libanonzeder - C. libani) und die- Hybridlärche (Larix x eurolepsis).Mit der Krankheit assoziierte Symptome sind:• eine Vergilbung oder Verbraunung der Nadeln sowie Nadelverlust• Absterben der Triebspitzen (Abb. 2)• bei sehr starkem Befall ein Absterben der betroffenen Bäume (Abb. 3)

Ausbreitung des ErregersDie Konidien1 des Pilzes werden durch Regenspritzer lokal verbreitet, und es ist wahrscheinlich, dass starke Winde die Sporen über größere Entfernungen transportieren können. Pflanzgut, möglicherweise auch geschnittenes Laub und Samen von Cedrus- und Tsuga-Arten aus Ländern, in denen S. tsugae vorkommt, könnten eine Quelle des Erregers sein (PÉREZ-SIERRA ET AL. 2016).VerbreitungDas natürliche Verbreitungsgebiet des Schaderregers liegt in Nordamerika, wo er als erstes an Hemlocktannen beschrieben wurde. Ab dem Jahr 2013 wurden infizierte Bäume an verschiedenen Orten in Europa festgestellt: Auf den Britischen Inseln, in Nordirland, in der Schweiz, in Belgien – und in Deutschland. Im Jahr2023 wurde S. tsugae in Deutschland als ausgerottet gemeldet, nachdem er 2014 an einer Atlaszeder (Cedrus atlantica) in einem privaten Garten in Niedersachsen festgestellt worden war. Ein Vorkommen an anderen Standorten in Deutschland war nicht bekannt. Nun wurde S. tsugae erstmals wieder nachgewiesen an Atlaszeder und Libanonzeder - Abb. 1. Die aktuellen labortechnischen Nachweise im FBB Burgholz (Wuppertal) erfolgten durch das amtliche Diagnoselabor der Landwirtschaftskammer NRW sowie durch das nationale Referenzlabor des Julius-Kühn-Instituts.RisikobewertungIn der Risikoanalyse des JKI (Julius-Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) heißt es: „Wegen seines hohen Schadpotenzials für wertvolle Ziergehölze und Baumschulware stellt Sirococcus tsugae ein erhebliches phytosanitäres Risiko für Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten dar. Aufgrund dieser Risikoanalyse besteht Anlass zur Annahme, dass sich der Schadorganismus in Deutschland oder anderen EU-Mitgliedstaaten ansiedeln und nicht unerhebliche Schäden verursachen kann. Es sollten daher Maßnahmen zur Abwehr der Gefahr durch diesen potenziellen Quarantäneschadorganismus, insbesondere die Verhinderung der Einschleppung, entsprechend Artikel 29 der VO (EU) 2016

2031 getroffen werden.“ Da der Schadorganismus nun in NRW im Wald nachgewiesen wurde, wird durch das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, Team Wald- und Klimaschutz, eine Ausbreitungsanalyse, Untersuchungen und ein Monitoring durchgeführt (Abb. 2, 3). Ziel ist es, das Schadgeschehen und das Auftreten zu lokalisieren und zu dokumentieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu planen.Unterstützen Sie das Sirococcus Monitoring in NRWFalls Ihnen Bäume der benannten Arten mit Symptomen oder mit einem allgemein schlechtem Kronenzustand bekannt sind, teilen Sie Ihre Beobachtung bitte unter folgender E-Mail Adressemit: info@forstschutz.nrw.deAuf diese Weise können Sie einen wichtigen Beitrag zum Monitoring von Sirocuccus tsugae leisten.Vielen Dank!

Fundorte mit positivem Laborbefund in Nordrhein-Westfalen im FBB Burgholz bei Wuppertal.

Absterbende Triebe mit verklebten Nadeln (Atlaszeder).

a (links): Gruppe von Atlaszedern vor dem Befall und ohne Symptome (2016) im Echtfarben-Luftbild.

b (Mitte): Dieselbe Gruppe von Atlaszedern mit sichtbaren Befallssymptomen im Echtfarben-Luftbild von 2025

c (rechts): Beispiel für eine stark geschädigte aber noch nicht abgestorbene Zeder im Bestand

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