ASTAG-Sektion Bern Generalversammlung Scania Schweiz AG Schönbühl; Über 25% der Neuzulassungen elektrisch.
GV Sektion Bern im Zeichen von Dialog, Infrastruktur und Nachwuchs | ASTAG
GV Sektion Bern im Zeichen von Dialog, Infrastruktur und Nachwuchs
Geopolitische Unsicherheiten, steigende Kosten und strukturelle Engpässe prägen den Alltag der Transportbranche. An der Generalversammlung der ASTAG‑Sektion Bern wurde jedoch deutlich: Mit politischer Präsenz, konstruktiver Zusammenarbeit mit Behörden und konsequenter Nachwuchsförderung stellt sich die Branche den Herausforderungen. Die GV fand am Standort Scania Schönbühl statt – am Vorabend des 55‑jährigen Standortjubiläums.
Die 46. Generalversammlung der ASTAG‑Sektion Bern fand in der Werkstatt derScania Schweiz AG in Schönbühlstatt – am Tag vor dem55‑jährigen Jubiläum des Standorts. Die industrielle Umgebung mit historischen und aktuellen Fahrzeugen bot den passenden Rahmen für einen praxisnahen und offenen Austausch.
Das Team von Scania empfing die Teilnehmenden sehr zuvorkommend und sorgte für eine professionelle Betreuung der Veranstaltung. Die Nähe zum laufenden Betrieb unterstrich den direkten Bezug zum Transportalltag.
Die Atmosphäre an der Generalversammlung war geprägt von Offenheit und Dialogbereitschaft. Beim anschliessenden Abendessen wurden die Themen der GV vertieft und persönliche Gespräche gepflegt.
Zum Auftakt der Generalversammlung wurde ein Apéro serviert. Nach dem offiziellen Teil lud der Gastgeber zu einem Grill‑Buffet mit verschiedenen Salaten sowie einem Dessert‑Buffet ein. Der ungezwungene Rahmen bot zusätzlichen Raum für Gespräche und Austausch.
Begrüsst wurden unter anderem Zentralpräsident und Ständerat Thierry Burkart, Nationalrat Lars Guggisberg, Grossrätin Sibylle Plüss‑Zürcher, Vertreterinnen und Vertreter des Tiefbauamts und des Strassenverkehrsamts des Kantons Bern, der Ausgleichskasse Mobil, von Les Routiers Suisses sowie Mitarbeitende der ASTAG‑Geschäftsstelle.
SektionspräsidentMarc Peyerordnete die aktuelle Lage der Branche vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen ein. Der Krieg in der Ukraine und der Nahostkonflikt hätten spürbare Auswirkungen auf Märkte, Energiepreise und Planungssicherheit. Steigende Treibstoffkosten und eine weiterhin fragile wirtschaftliche Situation stellten viele Unternehmen vor grosse Herausforderungen.
Gleichzeitig wies Peyer auf positive Entwicklungen hin. Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs schreite zügig voran, der Anteil elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge bei den Neuzulassungen liege inzwischen bei über einem Viertel. Unterstützt werde dieser Wandel durch gezielte Förderprogramme für die Ladeinfrastruktur. Langfristig bleibe der Strassentransport ein Wachstumsmarkt.
Ein weiterer Schwerpunkt galt der Nachwuchsförderung. Regionale Formate wieRendez‑vous Joboder dieBAMseien besonders wirkungsvoll, da sie näher an den Jugendlichen seien als grosse Pflichtveranstaltungen. Der Jahresbericht wurde von den Mitgliedern mit Applaus genehmigt.
Die Versammlung gedachte in einer Schweigeminute dem kürzlich verstorbenenDavid Piras, Generalsekretär von Les Routiers Suisse und langjährigem Sozialpartner der Branche.
VorstandsmitgliedMartin Oeschthematisierte aktuelle Herausforderungen im Bereich Verkehr, insbesondere den Mangel an Anhängerabstellplätzen im Raum Interlaken. Erste Gespräche mit Gemeinden und dem Flugplatz seien aufgenommen worden. Zudem informierte er über absehbare Verkehrseinschränkungen im Berner Oberland und rief zu frühzeitiger Disposition auf.
Patrick Maurer, Kreisoberingenieur des Tiefbauamts Kanton Bern, unterstrich die Bedeutung des Dialogs mit der Branche. Durch gemeinsame Analysen, Fahrversuche und frühzeitige Einbindung könnten Lösungen erarbeitet werden, die sowohl sicher als auch praxisnah sind. Neue Anfragen aus weiteren Kreisen wertete er als positives Zeichen der Zusammenarbeit.
Neu in den Vorstand der ASTAG‑Sektion Bern gewählt wurdenSibylle Plüss‑ZürcherundPriska Dürrenberger‑Meyer. Beide bringen politische Erfahrung und Praxisnähe aus der Transportbranche mit.
ZentralpräsidentThierry Burkartinformierte über die politische Arbeit der ASTAG Schweiz. Im Fokus stand die Weiterentwicklung der LSVA. Durch jahrelange Gespräche mit Verwaltung und Politik habe sich die ASTAG als verlässliche Partnerin etabliert. Erfolge wie die Rabattierung von Euro‑7‑Fahrzeugen und realistische Übergangsfristen seien Ausdruck dieser kontinuierlichen Arbeit.
Burkart kritisierte zudem die aktuelle Verlagerungsdebatte. Die Rückverlagerung im Transitverkehr sei nicht in der Schweiz verursacht, sondern auf unzureichende Infrastrukturen im Ausland zurückzuführen. Nationale Massnahmen könnten dieses Problem nicht lösen. Beim Infrastrukturausbau sei angesichts der politischen Realität ein schrittweises, klug abgestimmtes Vorgehen notwendig.
Patrick Maurerwürdigte die Systemrelevanz der Transportbranche. Der Kanton Bern verstehe sich als Partner des Strassentransports. Sicherheit, Substanzerhalt und ein konstruktiver Austausch mit allen Anspruchsgruppen seien zentrale Leitlinien der kantonalen Infrastrukturpolitik.
Hansruedi Schenkstellte die neueFamilienausgleichskasse Mobilvor. Ab dem 1. Januar 2027 können die Familienzulagen im Kanton Bern branchenkonform und aus einer Hand abgewickelt werden. Ziel ist eine deutliche Entlastung der Unternehmen bei gleichbleibenden Leistungen.
Der GastgeberScania Schweiz AGgewährte Einblicke in den Standort Schönbühl. Mit einem Lehrlingsanteil von rund 30 Prozent und mehreren Swiss‑Skills‑Finalisten setzt Scania gezielt auf Nachwuchsförderung. Neue Antriebstechnologien stellen hohe Anforderungen an Ausbildung, Arbeitssicherheit und Infrastruktur. Ein geplanter Neubau soll den Standort langfristig weiterentwickeln.
Der Standort Schönbühl wurde vor55 Jahren eröffnetund zählt heute zu den wichtigen Scania‑Betrieben in der Schweiz. Anlässlich des Jubiläums lud Scania am Folgetag der GV zu einemTag der offenen Toreein. Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke hinter die Kulissen, konnten Fahrzeuge und Technik aus nächster Nähe erleben und mit dem Team vor Ort ins Gespräch kommen.
Aus der ASTAG‑Geschäftsstelle informiertenFranco DigirolamoundNathan Bettlerüber aktuelle Projekte und Angebote. Vorgestellt wurden das FörderprogramminCharge, die neue PlattformASTAG Charge, die kommendenSwissSkillssowie freie Plätze in den LehrgängenDisponent
Die Generalversammlung machte deutlich: Die Herausforderungen für die Transportbranche bleiben anspruchsvoll. Gleichzeitig bestehen tragfähige Strukturen, um diese gemeinsam anzugehen – durch kontinuierlichen Dialog, engagierte politische Arbeit und gezielte Investitionen in Infrastruktur und Nachwuchs.
Die Ausbildung verbindet Theorie und Praxis und bereitet optimal auf die vielseitigen Anforderungen in allen Bereichen der Transport- und Logistikbranche vor. Lehrgangsstart 2026 in allen Regionen.
Das neue Erhebungssystem LSVA III hat per 1. Januar 2026 das alte System LSVA II vollständig abgelöst.
Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG verstärkt seine Bestrebungen rund um die Dekarbonisierung des Strassentransports.
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