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title: "EZB belässt Leitzinssätze unverändert in Frankfurt am Main; Energiepreise steigen, Inflation bleibt hoch."
sdDatePublished: "2026-05-01T08:05:00Z"
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  - name: "central bank"
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  - "Russia"
  - "Ukraine"
  - "Frankfurt am Main"
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EZB belässt Leitzinssätze unverändert in Frankfurt am Main; Energiepreise steigen, Inflation bleibt hoch.

ERKLÄRUNG ZUR GELDPOLITIK, Frankfurt am Main, 30. April 2026

Europäische Zentralbank
Generaldirektion Kommunikation
Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, Deutschland
Tel.: +49 69 1344 7455, E-Mail: media@ecb.europa.eu, Website: www.ecb.europa.eu

Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.

ERKLÄRUNG ZUR GELDPOLITIK
Frankfurt am Main, 30. April 2026
PRESSEKONFERENZ
Christine Lagarde, Präsidentin der
EZB, Luis de Guindos, Vizepräsident der EZB
Guten Tag, der Vizepräsident und ich begrüßen Sie zu unserer Pressekonferenz.
Der EZB-Rat hat heute beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB unverändert zu belassen. Die neu
verfügbaren Daten stehen zwar weitgehend im Einklang mit unserer bisherigen Einschätzung zu den
Inflationsaussichten, die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum
haben sich jedoch erhöht. Wir sind fest entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die
Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 % stabilisiert.
Durch den Krieg im Nahen Osten sind die Energiepreise kräftig gestiegen, was die Inflation in die
Höhe treibt und das Konjunkturklima belastet. Die Folgen des Krieges für die mittelfristige Inflation und
die Wirtschaftstätigkeit werden von der Intensität und der Dauer des Energiepreisschocks sowie vom
Ausmaß seiner indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte abhängen. Je länger der Krieg
anhält und je länger die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben, desto stärker wird sich dies
voraussichtlich auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft auswirken.
Wir sind weiterhin gut gerüstet, um die aktuelle Unsicherheit zu bewältigen. Als der Euroraum in diese
Phase stark steigender Energiepreise eintrat, lag die Inflationsrate in der Nähe unseres Zielwerts von
2 %. Die Wirtschaft hat sich in den letzten Quartalen als widerstandsfähig erwiesen. Die
längerfristigen Inflationserwartungen sind nach wie vor fest verankert. Allerdings sind die
Inflationserwartungen über kürzere Zeithorizonte erheblich gestiegen.
Wir werden die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen
Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden. So werden
unsere Zinsbeschlüsse auf unserer Beurteilung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen

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Risiken, vor dem Hintergrund aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten, sowie der Dynamik der
zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren. Wir legen uns
nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
Die heute gefassten Beschlüsse finden sich in einer Pressemitteilung auf unserer Website.
Ich werde nun näher erläutern, wie sich die Wirtschaft und die Inflation unseres Erachtens entwickeln
werden. Anschließend werde ich auf unsere Einschätzung der finanziellen und monetären
Bedingungen eingehen.
Wirtschaftstätigkeit
Die Wirtschaft des Euroraums hatte gerade etwas Fahrt aufgenommen, als die aktuellen Turbulenzen
einsetzten. Der vorläufigen Schnellschätzung von Eurostat zufolge erhöhte sich das reale BIP im
ersten Quartal 2026 um 0,1 %. Die Binnennachfrage ist nach wie vor der wichtigste
Wachstumstreiber. Sie wird durch einen robusten Arbeitsmarkt gestützt. Die Konjunkturaussichten
sind jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Sie werden davon abhängen, wie lange der Krieg im
Nahen Osten anhält und wie stark er die Märkte für Energie und andere Rohstoffe sowie die globalen
Lieferketten beeinträchtigt.
Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass der Konflikt die Konjunktur belastet. Umfrageergebnisse
deuten auf eine Wachstumsverlangsamung hin, und Verbraucher und Unternehmen blicken seit
Beginn des Krieges weniger zuversichtlich in die Zukunft. Längere Lieferzeiten und steigende
Vorleistungspreise lassen darauf schließen, dass die Lieferketten allmählich unter Druck geraten.
Perspektivisch dürften hohe Energiekosten die Realeinkommen weiterhin belasten und dazu führen,
dass private Haushalte und Unternehmen zögerlicher konsumieren und investieren. Die
Arbeitslosenquote blieb zwar im März mit 6,2 % in der Nähe ihres historischen Tiefstands, die
Nachfrage nach Arbeitskräften ging aber weiter zurück. Zugleich ist die Finanzlage der privaten
Haushalte nach wie vor solide, und die Investitionen dürften von den höheren Staatsausgaben für
Verteidigung und Infrastruktur sowie von Unternehmen, die zunehmend in neue digitale Technologien
investieren, gestützt werden. Diese günstige Ausgangslage bietet einen gewissen Puffer gegenüber
den Auswirkungen des Krieges.
Der EZB-Rat hebt hervor, dass es dringend notwendig ist, die Wirtschaft im Euroraum zu stärken und
zugleich solide Staatsfinanzen zu gewährleisten. Finanzpolitische Reaktionen auf den

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Energiepreisschock sollten befristet, zielgerichtet und auf die jeweilige Situation zugeschnitten sein.
Reformen, die darauf abzielen, das Wachstumspotenzial des Euroraums zu erhöhen und die
Energiewende zu beschleunigen, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren, sind
wichtiger denn je. Die Vollendung der Spar- und Investitionsunion ist entscheidend für die
Finanzierung von Innovationen, die Förderung des digitalen Wandels und die Steigerung der
Produktivität. Der digitale Euro und tokenisiertes Zentralbankgeld für Finanzmarkttransaktionen
werden die strategische Autonomie, Wettbewerbsfähigkeit und finanzielle Integration Europas stärken
und Innovationen im Zahlungsverkehr vorantreiben. Daher ist es besonders wichtig, die Verordnung
zur Einführung des digitalen Euro rasch anzunehmen. Die Vereinfachung und Harmonisierung von
Vorschriften im gesamten EU-Binnenmarkt werden zu einem schnelleren Wachstum europäischer
Unternehmen beitragen.
Inflation
Die Inflation stieg im April auf 3,0 %, nach 2,6 % im März und 1,9 % im Februar. Der Anstieg ist
getragen von stark anziehenden Energiepreisen, die auf den Krieg im Nahen Osten zurückzuführen
sind. Bei Energie erhöhte sich die Teuerung im April sprunghaft auf 10,9 %. Im März hatte sie bei
5,1 % gelegen. Die Inflation bei Nahrungsmitteln stieg im April geringfügig auf 2,5 %. Die Inflationsrate
ohne Energie und Nahrungsmittel ging von 2,3 % im März auf 2,2 % zurück. Darin spiegelt sich ein
Rückgang der Teuerung bei Dienstleistungen von 3,2 % im März auf 3,0 % wider. Der Preisauftrieb
bei Waren erhöhte sich auf 0,8 %, nach 0,5 % im März.
Die Indikatoren der zugrunde liegenden Inflation haben sich in den letzten Monaten kaum verändert.
Der EZB-Indikator für die Lohnentwicklung (Wage Tracker) und Umfragen zu den Lohnerwartungen
deuten bislang weiterhin auf sinkende Arbeitskosten im Laufe des Jahres 2026 hin. Zugleich lassen
Umfrageergebnisse auf einen Anstieg bei anderen Kostenkomponenten und bei den
Verkaufspreiserwartungen schließen. Die Inflationserwartungen sind über kürzere Zeithorizonte
erheblich gestiegen. Die meisten Messgrößen der längerfristigen Inflationserwartungen liegen bei rund
2 %. Dies begünstigt, dass sich die Inflation auf mittlere Frist in der Nähe des Zielwerts stabilisiert.
Angesichts des Energiepreisanstiegs wird die Inflation auf kurze Frist bei deutlich über 2 % bleiben.
Angesichts des länger werdenden Zeitraums mit hohen Energiepreisen schlagen indirekte
Auswirkungen und Zweitrundeneffekte voraussichtlich stärker auf die allgemeine Inflation durch. Wir
werden daher den Umfang und die Dauer des starken Energiepreisanstiegs und seine Auswirkungen

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auf die Preis- und Lohnentwicklung, die Inflationserwartungen und die gesamtwirtschaftliche Dynamik
genau beobachten.
Risikobewertung
Die Risiken für die Wachstumsaussichten sind abwärtsgerichtet. Der Krieg im Nahen Osten stellt für
die Wirtschaft im Euroraum weiterhin ein Abwärtsrisiko dar und verschärft das volatile weltweite
Politikumfeld. Eine anhaltende Störung der Energieversorgung könnte die Energiepreise stärker und
länger als derzeit erwartet in die Höhe treiben. Diese Faktoren würden die Einkommen schmälern und
dazu führen, dass sich Unternehmen und private Haushalte mit Investitionen und Ausgaben
zurückhalten. Der bremsende Effekt auf das Wachstum würde sich verstärken, wenn die Blockade
wichtiger Seewege zu akuten Engpässen bei zentralen Vorleistungen führte und Unternehmen im
Euroraum dadurch gezwungen wären, die Produktion zu drosseln. Eine Eintrübung der Stimmung an
den globalen Finanzmärkten könnte die Nachfrage weiter schwächen. Zusätzliche Friktionen im
Welthandel könnten Störungen bei den Lieferketten verschärfen, einen Rückgang der Exporte
verursachen sowie den Konsum und die Investitionen schwächen. Andere geopolitische Spannungen,
insbesondere der ungerechtfertigte Krieg Russlands gegen die Ukraine, sind nach wie vor ein großer
Unsicherheitsfaktor. Das Wachstum könnte hingegen höher ausfallen, wenn die Wirtschaft sich
hinsichtlich der durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Störungen als anpassungsfähiger
erwiese oder der Konflikt rascher beigelegt würde als derzeit erwartet. Zudem könnten die geplanten
Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, Reformen zur Steigerung der Produktivität sowie der
Einsatz neuer Technologien durch die Unternehmen im Euroraum das Wachstum stärker als erwartet
ankurbeln. Neue Handelsabkommen und eine tiefere Integration des Binnenmarkts könnten ihrerseits
das Wachstum stärker ankurbeln als derzeit erwartet.
Die Risiken für die Inflationsaussichten sind aufwärtsgerichtet. Wenn die Energiepreise stärker und für
länger als derzeit erwartet anstiegen, nähme die Inflation im Euroraum weiter zu. Dies könnte verstärkt
werden und länger anhalten, wenn sich die höheren Energiepreise stärker als erwartet auf andere
Preise und die Löhne auswirkten, wenn in der Folge die längerfristigen Inflationserwartungen
anstiegen oder wenn es zu breiter angelegten Störungen der globalen Lieferketten käme. Anhaltende
handelspolitische Spannungen könnten zu stärker fragmentierten globalen Lieferketten führen, die
Versorgung mit kritischen Rohstoffen beeinträchtigen und Kapazitätsengpässe in der Wirtschaft des
Euroraums verstärken. Die Inflation könnte hingegen niedriger ausfallen, wenn die wirtschaftlichen
Folgen des Krieges im Nahen Osten von kürzerer Dauer wären als gegenwärtig erwartet oder die

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indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte weniger ausgeprägt wären. Mehr Volatilität und eine
größere Risikoaversion an den Finanzmärkten könnten die Nachfrage belasten und damit auch die
Inflation verringern.
Finanzielle und monetäre Bedingungen
Der Krieg im Nahen Osten hat für erhebliche Volatilität an den globalen Finanzmärkten gesorgt. Die
allgemeinen Finanzierungsbedingungen sind weiterhin restriktiver als vor dem