Eberhard Lösch (Noser Engineering) präsentiert datengetriebene Wertschöpfung in Grenchen; 95% der KI-Projekte liefern keinen messbaren Nutzen

Wie datengetriebene Innovation echte Unternehmenswerte schafft | hftm

Rund 70 Teilnehmende folgten am 30. April 2026 der Einladung des hftm Fördervereins zum Netzwerkanlass im CAMPUS TECHNIK in Grenchen. Im Zentrum des Abends stand eine Frage, die aktuell durch Chefetagen und Werkhallen gleichermassen hallt: Wie lassen sich mit Daten, Internet of Things und Künstlicher Intelligenz echte, messbare Unternehmenswerte schaffen?

Internet of Things bezeichnet dabei die Vernetzung von physischen Geräten und Maschinen, die über Sensoren Daten erfassen, austauschen und so neue Einblicke in Prozesse ermöglichen.

Nach der Begrüssung durch Michael Benker, Direktor der hftm, führte Moderator Nino Tomasone von der Digital Impulse AG durch den Abend. Im Fokus stand das Referat von Eberhard Lösch, KI- und Datentransformationsexperte bei Noser Engineering.

Zwischen Hype und Realität: Warum 95% scheitern

Nach einer kurzen Einführung über Noser Engineering, startete Lösch mit einer nüchternen Einordnung ins Thema: Trotz enormer Investitionen bleiben viele KI-Initiativen hinter den Erwartungen zurück. Rund 95% aller Projekte erzielen keinen messbaren Geschäftsnutzen.

Die eigentliche Frage lautet nicht, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wie. Oder zugespitzt: KI ersetzt nicht Unternehmen. Sondern Unternehmen, die KI sinnvoll nutzen, ersetzen jene, die es nicht tun.

Vom Buzzword zum Business Case

Was es braucht, um aus Daten echten Mehrwert zu generieren, zeigte Eberhard Lösch entlang konkreter Ansätze und Praxisbeispiele. Im Zentrum stand dabei ein Perspektivenwechsel: Data-driven Business ist kein separates Projekt, sondern ein integraler Bestandteil des bestehenden Geschäftsmodells.

Oder in einer Formel verdichtet:Data + Use = Value

Erst wenn Daten aktiv genutzt werden, entstehen daraus Wirkung und Wettbewerbsvorteile. Entscheidend sind dabei klar priorisierte Use Cases – also konkrete Anwendungsfälle, die sowohl einen hohen Mehrwert versprechen als auch realistisch umsetzbar sind.

Wie Unternehmen diesen Weg gehen können, zeigte Lösch anhand von drei zentralen Archetypen der datengetriebenen Wertschöpfung:

Optimierung von Reporting und Prozessen

Industrialisierung von datenbasierten Use Cases

Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf Basis von Daten

Diese Ansätze machen deutlich: Der Hebel von IoT und KI liegt nicht nur in Effizienzsteigerungen, sondern auch in völlig neuen Denk- und Geschäftsansätzen.

Besonders greifbar wurde das Thema durch Praxisbeispiele aus der Industrie. So kann etwa die frühzeitige Erkennung von fehlerhaften Prozessen den Ausschuss halbieren und die Liefertreue auf bis zu 98% steigern. Oder ein präziserer Sales-Forecast ermöglicht eine deutlich zuverlässigere Produktionsplanung.

Weitere Beispiele zeigten, wie IoT-Lösungen Produktionsprozesse transparenter machen, Lebensmittelabfälle reduzieren oder sogar ganze Infrastrukturen effizienter und skalierbarer gestalten – von der Smart Factory bis zur vernetzten Kaffeemaschine.

Technologie ist nur die halbe Miete

Neben Technologie spielen jedoch auch kulturelle und organisatorische Faktoren eine zentrale Rolle. Erfolgreiche Unternehmen verankern KI strategisch, fördern Kompetenzen auf allen Ebenen und schaffen eine Umgebung, in der Experimente möglich sind – inklusive Fehlerkultur.

Oder anders gesagt: Der grösste Hebel liegt nicht in den Daten selbst, sondern im Handeln.

Im Anschluss an das Referat entwickelte sich eine anregende Frage- und Diskussionsrunde, in der die Teilnehmenden die Impulse aus dem Vortrag aufgriffen, vertieften und kritisch hinterfragten. Beim anschliessenden Apéro wurde intensiv weiterdiskutiert, vernetzt und reflektiert.

Der nächste Netzwerkanlass findet am 10. September 2026 statt und widmet sich autonomen KI-Agenten und ihren Potenzialen für die Praxis. Mehr Informationen finden Siehier.

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