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title: "Swico Positionpapier Kostensteigerungen auf dem Speichermarkt Schweiz; weltweite Preise seit 2025 stark gestiegen"
sdDatePublished: "2026-05-01T02:08:00Z"
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Swico Positionpapier Kostensteigerungen auf dem Speichermarkt Schweiz; weltweite Preise seit 2025 stark gestiegen

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POSITIONSPAPIER
KOSTENSTEIGERUNGEN
AUF DEM SPEICHERMARKT:
EINORDNUNG UND
FORDERUNGEN

Executive Summary

Speichertechnologien sind kritische Grundlagen der digitalen Wirtschaft: DRAM, NAND und HBM er-
möglichen Rechenzentren, Cloud-Dienste, KI-Anwendungen, Unternehmens-IT und Konsumgeräte. Seit
Ende 2025 sind die Preise für Speicherkomponenten weltweit deutlich gestiegen. Treiber sind vor allem
der Ausbau von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur, hohe Marktkonzentration, lange Investitionszyklen
und fragile globale Lieferketten.

Für die Schweiz ist die Entwicklung besonders relevant: Als kleine, offene Volkswirtschaft ist sie bei stan-
dardisierten Speicherkomponenten weitgehend Preisnehmerin und auf internationale Lieferketten ange-
wiesen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Rechenzentren im Inland: Sie sind Standortfaktor, erhöhen
aber auch die Abhängigkeit von Servern, DRAM, NAND, HBM, Spezialgasen und Energieinfrastruktur. Die
Speicherkrise betrifft damit nicht nur Unternehmens-IT, sondern auch Konsumentinnen und Konsumen-
ten, Schulen, Lernende, Kleinstunternehmen und KMU.

Swico fordert eine liberale, resiliente Standortpolitik: Beschaffungen müssen volatile Komponenten-
preise realistisch abbilden, etwa mit Preisgleitklauseln, Liefervorbehalten und Anpassungsmechanismen.
Zugleich braucht die Schweiz offene Märkte, regelbasierten Handel, diversifizierte Lieferketten und bes-
sere Rahmenbedingungen für Cloud-, Rechenzentrums-, KI- und ICT-Infrastruktur. Digitale Souveränität
bedeutet nicht Abschottung, sondern Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und verlässlichen Zugang
zu globalen Wertschöpfungsketten. Im Grunde geht es darum, dass wir digital handlungsfähig bleiben
oder werden und nicht darum, woher welche Produkte kommen.

April 2026

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1
Einleitung
Speichertechnologien wie DRAM, NAND und zunehmend HBM bilden eine der massgeblichen Grundla-
gen für Vernetzung, Innovation und den technologischen Fortschritt in der ICT-Branche und darüber hin-
aus.

–
DRAM (Dynamic Random Access Memory) wird als Arbeitsspeicher (RAM) eingesetzt. Er ist ein
«flüchtiger Speicher» und speichert Daten temporär und blitzschnell, damit Prozessoren sofort darauf
zugreifen können.
–
NAND ist ein permanenter Speicher. Der Begriff «NAND» setzt sich aus «NOT» und «AND» zusam-
men und bezieht sich auf das Logikgatter, das die interne Struktur einer entsprechenden Speicher-
zelle steuert. Dieser Speicher sichert Daten auch ohne Strom («nichtflüchtig») und eignet sich für
grosse Mengen, z. B. Fotos oder Programme. Er ist langsamer als DRAM beim Zugriff, aber ideal für
die Massenspeicherung von Daten.
–
HBM (High Bandwidth Memory) ist Hochleistungs-RAM – also eine sehr leistungsfähige Technologie
für den flüchtigen Speicher. Der Unterschied zwischen HBM- und DRAM-Speichern liegt hauptsäch-
lich in der Art der Verbindung der Komponenten und der Anwendung. HBM ist besonders geeignet
für KI-Training, bei dem Milliarden Daten pro Sekunde fliessen müssen. HBM ist essenziell für soge-
nannte Supercomputer.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Helium. Dieses Edelgas wird in der Halbleiterindustrie gebraucht. Dort
dient es unter anderem für Kühlung, Schutzgas-Atmosphären, Lecktests und bestimmte Produktionspro-
zesse. Gerade bei hochpräziser Chipfertigung sind stabile Gaseigenschaften wichtig. Helium lässt sich
nicht einfach industriell herstellen. Es entsteht über sehr lange Zeiträume durch radioaktive Zerfallspro-
zesse im Erdinnern und wird meist zusammen mit Erdgas gewonnen. Die globale Produktion konzentriert
sich auf wenige Länder, vor allem die USA, Katar und Algerien.

2
Internationale Entwicklungen auf dem Speichermarkt
Die Preise für Speicherkomponenten, insbesondere für DRAM- und NAND-Speicher, sind seit Ende 2025
weltweit deutlich gestiegen. Diese Entwicklung ist kein isoliertes Phänomen einzelner Produktkategorien,
sondern Ausdruck einer internationalen Marktverengung, die mehrere Ursachen gleichzeitig hat. Dazu ge-
hören die stark gestiegene Nachfrage nach Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur, eine hohe Konzentra-
tion auf wenige Hersteller, lange Investitions- und Produktionszyklen sowie komplexe, global verflochtene
Lieferketten.

2.1
Stark wachsende Nachfrage nach Speicher
Ein wesentlicher Grund für die aktuellen Preissteigerungen liegt in der ausserordentlich hohen Nachfrage
nach Speicher im Zuge des weltweiten Ausbaus von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Der historisch
schnelle Aufbau neuer KI-Rechenzentren gilt als zentraler Treiber der jüngsten Preisbewegungen bei
DRAM und NAND. Auch die grossen Speicherhersteller bestätigen diese Entwicklung.

Die Nachfrage ist dabei nicht nur gestiegen, sondern hat sich qualitativ verschoben. Ein wachsender Teil
der Investitionen fliesst in speicherintensive Anwendungen wie KI-Training, KI-Inferenz, Hyperscale-Re-
chenzentren und leistungsstarke Cloud-Infrastrukturen. Diese Anwendungen benötigen nicht nur mehr
Speicher, sondern häufig auch technisch anspruchsvollere und margenstärkere Speicherprodukte.
Dadurch geraten andere Marktsegmente unter zusätzlichen Druck, weil Produktionskapazitäten nicht be-
liebig ausgeweitet oder kurzfristig umgeschichtet werden können.

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Einer der wesentlichen Gründe liegt in der ausserordentlich hohen Nachfrage nach Speicher insgesamt.
Gerade der weltweit rasante Ausbau von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur ist ein massgeblicher Trei-
ber. Doch die Nachfrage hat nicht bloss zugenommen, sondern sich auch qualitativ verschoben. Ein wach-
sender Teil der Investitionen fliesst in speicherintensive Anwendungen wie KI-Training, KI-Inferenz, Hy-
perscale-Rechenzentren und leistungsstarke Cloud-Infrastrukturen. Diese Anwendungen benötigen
nicht nur mehr Speicher, sondern häufig auch technisch anspruchsvollere Hochleistungs-Speichertech-
nologien. Dadurch geraten andere Marktsegmente unter zusätzlichen Druck, weil Produktionskapazitäten
nicht beliebig ausgeweitet oder kurzfristig umgeschichtet werden können.

2.2
Hohe Marktkonzentration
Ein zweiter zentraler Faktor ist die hohe Konzentration des Marktes. Die OECD hält fest, dass standardi-
sierte Speicherchips wie DRAM und NAND von einer kleinen Zahl integrierter Hersteller produziert wird.
Diese Konzentration ist Folge hoher Kapitalkosten, ausgeprägter Skaleneffekte und technologischer Spe-
zialisierung. In einem solchen Markt können bereits begrenzte Veränderungen bei Nachfrage, Kapazitäts-
allokation oder Investitionsplanung zu spürbaren Preisausschlägen führen. 1

2.3
Komplexe Lieferketten
Die Entwicklung der Speicherpreise lässt sich nicht ohne Blick auf die Lieferketten verstehen. Die Halb-
leiterwertschöpfungskette ist global organisiert, hochgradig spezialisiert und arbeitsteilig aufgebaut. Das
hoch verflochtene Sytem macht die Lieferketten leistungsfähig, aber auch störanfällig.

Für den Speichermarkt bedeutet dies, dass Angebotsengpässe nicht allein in der Endfertigung entstehen.
Engpässe können entlang der gesamten Kette auftreten, etwa bei Produktionsanlagen, Reinraumkapazi-
täten, Spezialchemikalien, Packaging, Testkapazitäten, Energieversorgung oder qualifiziertem Personal.
Hinzu kommen geopolitische Spannungen, Exportkontrollen und die regionale Konzentration wichtiger
Fertigungsschritte in Ostasien. Neue Produktionskapazitäten lassen sich in diesem Umfeld nur mit gros-
sem Kapitaleinsatz und langer Vorlaufzeit aufbauen. Preissteigerungen auf dem Speichermarkt sind des-
halb auch Ausdruck begrenzter kurzfristiger Flexibilität der globalen Lieferketten.

Helium zeigt exemplarisch, wie anfällig digitale Lieferketten gegenüber Rohstoff-, Energie- und Geopoli-
tikrisiken sind. Das Gas wird in der Halbleiterproduktion, bei Präzisionsprozessen, in Glasfaseranwendun-
gen und in hochkapazitiven Speichersystemen eingesetzt; zugleich ist die globale Versorgung stark kon-
zentriert. Katar produzierte 2025 rund 63 Mio. m³ Helium und damit nahezu ein Drittel der Weltproduktion.
Im März 2026 führten kriegsbedingte Störungen und Angriffe auf Katars Gas- und LNG-Infrastruktur in
Ras Laffan auch zu Einschränkungen bei der Heliumversorgung, da Helium als Nebenprodukt der Erdgas-
verarbeitung anfällt. Die aktuelle Marktlage mit steigenden Halbleiter-Preisen sowie eingeschränkter Ver-
fügbarkeit verdeutlicht, dass digitale Infrastruktur nicht nur von Chips, sondern auch von Spezialgasen,
Energieinfrastruktur und vorgelagerten Rohstoffketten abhängt.

2.4
Zyklische Marktmechanik
Der Speichermarkt ist traditionell zyklisch. Phasen knapper Kapazität, steigender Preise und späterer Kor-
rektur sind bekannt. Im gegenwärtigen Umfeld fällt die Phase der Knappheit jedoch mit einer ausserge-
wöhnlich starken Nachfragewelle zusammen, die durch KI- und Rechenzentrumsanwendungen getragen
wird. Das verstärkt die Preisbewegung. Die derzeitige Entwicklung ist deshalb nicht als kurzfristige Markt-
verwerfung allein zu lesen, sondern als Ausdruck eines breiteren Strukturwandels in der digitalen Infra-
struktur.2

1 OECD (2025), Mapping the semiconductor value chain: Working towards identifying dependencies and vulnerabilities, OECD Sci-
ence, Technology and Industry Policy Papers, No. 182, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/4154cdbf-en
2 Bitkom, Speichermarkt: Aktuelle Herausforderungen & Lösungsansätze, 2026, https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikatio-
nen/Speicherchipmarkt-Aktuelle-Herausforderungen-Loesungsansaetze

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Die Situation in der Schweiz
3.1
Hohe Import- und Lieferkettenabhängigkeit
Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz besonders exponiert gegenüber globalen Preisbewegun-
gen. Sie verfügt zwar über Know-how und spezialisierte industrielle Kompetenzen im Halbleiterbereich, ist
bei standardisierten Speicherkomponenten aber auf internationale Lieferketten angewiesen.

Für die Preisentwicklung, beispielsweise bei DRAM, NAND und HBM bedeutet dies eine klare Ausgangs-
lage. Die Schweiz ist in diesem Bereich weitgehend Preisnehmerin. Preisbewegungen entstehen im inter-
nationalen Markt und werden über Lieferketten in die Schweiz übertragen. Schweizer Unternehmen und
Institutionen sind daher nicht nur von globalen Herstellerentscheiden abhängig, sondern auch von inter-
nationalen Logistik-, Energie- und Investitionsentwicklungen.

Es ergibt sich im Resultat eine doppelte Abhängigkeit: Erstens können Preissteigerungen auf den Welt-
märkten kaum durch lokale Produktionskapazitäten abgefedert werden. Zweitens besteht in angespann-
ten Versorgungslagen das Risiko, dass kleine Märkte gegenüber sehr grossen Volumenmärkten oder stra-
tegischen Grosskunden eine geringere Priorität erhalten.

3.2
Wachsende Bedeutung der Rechenzentren in der Schweiz
Die Relevanz des Themas für die Schweiz zeigt sich auch an der zunehmenden Bedeutung von Rechen-
zentren. Diese sind für die Schweiz nicht mehr nur IT-Infrastruktur, sondern ein bedeutender Standortfak-
tor. Eine aktuelle Auswertung zählt in der Schweiz 114 operative Rechenzentren. 3 Damit gehört die
Schweiz zu den weltweit 19 Ländern mit mehr als 100 Rechenzentren und liegt in den Top 20 der Datacen-
ter-Standorte. Die Schweiz hat sich damit als wichtiger digitaler Knotenpunkt in Europa etabliert.

Diese Entwicklung stärkt den Digitalstandort Schweiz, erhöht aber zugleich seine Exponierung gegenüber
internationalen Lieferketten. Rechenzentren hängen ni