Ver.di und Telekom-Beschäftigte streiken in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern; Über 7.500 Beschäftigte bislang.
Tarifrunde Telekom 2026: Mehr als 7.500 Beschäftigte im Ausstand | ver.di
Tarifrunde Deutsche Telekom 2026: Mehr als 7.500 Beschäftigte im Ausstand
Über 7.500 Beschäftigte haben in den ersten beiden Streiktagen mitgemacht. Am 30. April 2026 streiken Telekom-Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern. ver.di kämpft für 6,6 Prozent mehr Entgelt und einen Mitgliederbonus für rund 60.000 Tarifbeschäftigte
DerWarnstreik bei der Deutschen Telekomrollt durch die Republik. Nach Streiks im Norden und Nordosten am 28. April und in NRW, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen am 29. April weitet ver.di denArbeitskampfam 30. April 2026 auf Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern aus. Insgesamt haben sich bislang mehr als 7.500 Beschäftigte beteiligt.
Telekom-Warnstreik 2026: Wer streikt wo?
„Mehr als 7.500 Kolleginnen und Kollegen haben sich bereits an den letzten beiden Tagen an den Warnstreiks beteiligt“, sagte ver.di-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert am Ende des zweiten Streiktages. „Gewisse Einschränkungen für Kundinnen und Kunden der Telekom lassen sich nicht vermeiden — uns geht es aber in erster Linie darum, einSignal an die Arbeitgeberzu senden, in den Tarifverhandlungenein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“
Weitere Warnstreiks folgen im Verlauf der Woche— diese Seite wird tagesaktuell aktualisiert.
Die Beschäftigten wurden befragt, die zuständige ver.di-Tarifkommission hat auf dieser Grundlage die Forderungen beschlossen
ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland betonte, mit der Tarifrunde 2024
2025 hatte ver.di eine tragfähige Lösung in Zeiten der Hochinflationsjahre gefunden. Die langfristigen Folgen für die Beschäftigten seien jedoch noch nicht überwunden und der nächste Preisschub stehe vor der Tür. „Unternehmen, die Milliardengewinne erwirtschaften sind in der Lage und in der Verpflichtung, ihren Beschäftigten die Reallöhne zu sichern und ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens zu honorieren.“ Sauerland hoffe auf konstruktive Gespräche und ein verhandlungsfähiges Angebot zur zweiten Verhandlungsrunde.
Die Arbeitgeberseite verkennt offensichtlich die Lebensrealität der Beschäftigten. Wir werden es nicht hinnehmen, wenn das Management aus Rekordumsätzen und Rekordergebnissen nur Rekorddividenden für Aktionäre ableitet und diese über die berechtigten Forderungen der Beschäftigten stellt.
ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom fürbundesweit rund 60.000 Tarifbeschäftigteeine Entgeltsteigerung in Höhe von6,6 Prozent, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Zusätzlich fordert ver.di die Einführung einesver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro im Jahr. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 120 Euro erhöht werden. Für diese fordert ver.di einen zusätzlichen Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro im Jahr. Die ver.di-Tarifkommission hatte diese Forderungen am 13. März 2026 beschlossen.
Der Beschlussfassung durch die Tarifkommission war ein breit angelegter Beteiligungsprozess vorausgegangen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben uns ein sehr klares Bild gezeichnet, welche Erwartungen sie an die Deutsche Telekom haben.Belastungen durch gestiegene Preiseinsbesondere für Lebensmittel, Kraftstoffe und Energie - abzufangen, gewerkschaftliches Engagement zu honorieren und verlässliche Perspektiven in der Transformation standen im Mittelpunkt der Diskussion“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. Daraus ergebe sich die klare Forderung,Reallöhne und Kaufkraft zu steigernsowie einenMitgliederbonus einzuführen.
Die digitale Transformation kann nur gelingen, wenn den Beschäftigten Kündigungsschutz garantiert wird.
Darüber hinaus hat ver.diGesprächsbedarf zur „Magenta-Zukunft“ der Beschäftigten. Die digitale Transformation könne nur gelingen, wenn den Beschäftigten Kündigungsschutz garantiert werde. Auch junge Menschen bräuchten verlässliche und attraktive Perspektiven im Konzern Deutsche Telekom AG. Die Telekom habe hier eine besondere Verantwortung.
Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht ausinsgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.
Die Tarifverhandlungen wurden am 13. April 2026 gestartet. Insgesamt wurden vier Termine bis Ende Mai vereinbart:
Verhandlungsrunde: 13. April 2026 ✓
Verhandlungsrunde: 27. April 2026 ✓ — kein Angebot der Arbeitgeber, Warnstreiks sind die Antwort
Einen ersten Energieschub für die ver.di-Mitglieder und die bevorstehenden Herausforderungen hat es durch die Betriebsratswahlen Mitte März bei der Telekom gegeben. Insgesamt 735 Mandate wurden in 44 Betrieben bei der Wahl vergeben. Davon sind 624, rund 85 Prozent aller Mandate an ver.di-Mitglieder gegangen.
Mehr zu den Tarifverhandlungen auf unserer Kampagnenseite zurTarifrunde Telekom 2026