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title: "Stiftung Lebensraum Elbe Jahresbericht 2025 Hamburg; Förderzusage für Hamburg, deine Flussnatur über zehn Jahre"
sdDatePublished: "2026-05-02T00:58:00Z"
source: "https://www.stiftung-lebensraum-elbe.de/fbfiles/Jahresberichte/Jahresbericht-2025-web.pdf"
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  - name: "environmental policy"
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  - name: "water pollution"
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locations:
  - "Harburg"
  - "Hamburg"
  - "Pinneberg"
  - "Stade"
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Stiftung Lebensraum Elbe Jahresbericht 2025 Hamburg; Förderzusage für Hamburg, deine Flussnatur über zehn Jahre

STIFTUNG LEBENSRAUM ELBE
Für lebendige Flussnatur
J A H R E S B E R I C H T 2 0 2 5

A R B E I T S S C H W E R P U N K T 2 0 1 3
die Stiftung Lebensraum Elbe blickt auf ein Jahr intensiver
Arbeit für lebendige Flussnatur zurück. Unsere wichtigs-
ten Erfolge, Meilensteine und Perspektiven präsentiere
ich Ihnen mit diesem Jahresbericht.
Im Fokus stand für uns 2025 eine botanische Rarität,
die weltweit ausschließlich in unserem Wirkungsbereich
vorkommt: der Schierlings-Wasserfenchel. Mit neuen
Trittsteinen, der Sicherung bestehender Vorkommen und
der behutsamen Wiederansiedlung bauen wir Schritt für
Schritt ein Netzwerk von Lebensräumen auf, das die
Zukunft dieser hochspezialisierten Art sichern soll.
Im Auenland Elbmarsch haben wir im vergangenen
Herbst ein großes Strudelloch, einen sogenannten Kolk,
mit Natursteinen gesichert – und damit die Stabilität des
dortigen Deichs.
Eine Reihe 2025 abgeschlossener Machbarkeitsstudien
– etwa für die Alte Ilmenau, das Wassermanagement
in Nordkehdingen, den Twielenflether Sand, die Peute-
Kanäle oder über die Möwenkolonie nahe Lühesand –
bildet die Basis für kommende Maßnahmen, die den
Naturschutz mit den Bedürfnissen von Landwirtschaft,
Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung verbinden.
Mit der Genehmigung für unser Spundwand-Vorhaben
im Hamburger Hafen gehen wir 2026 in die Umsetzung.
Unser Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Fluss-
natur“ erhielt Ende 2025 die Förderzusage für die
Umsetzung in den kommenden zehn Jahren – die ersten
Maßnahmen an Hamburger Flüssen und Kanälen werden
wir in diesem Jahr realisieren.
Diese Erfolge sind nur im konstruktiven Zusammenspiel
mit allen Beteiligten möglich. Ein großes Dankeschön
sage ich dem Stiftungsrat für den stetigen anregenden
Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich
herzlich, dass sie mit Teamwork, Expertise und Ausdauer,
aber auch viel Herzblut und Humor dazu beitragen, den
wertvollen Naturraum der Tideelbe und ihrer Nebenflüsse
zu bewahren.
Ihnen wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
Dr. Elisabeth Klocke,
Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe
Liebe Leserinnen und Leser,
Dr. Elisabeth Klocke,
geschäftsführender Vorstand
I NHA LT
DIE STIFTUNG
1 Vorwort
2 Die Stiftung Lebensraum Elbe
4 Der Stiftungsrat
5 Zahlen & Fakten
ARBEITSSCHWERPUNKT
6 Schierlings-Wasserfenchel:

zur Rettung einer Rarität
ANHANG
22 Projektübersicht
24 Lagebericht zum 31.12.2025
26 Bilanz
27 Anlagenspiegel
27 Gewinn- und Verlustrechnung
28 Anhang zum Jahresabschluss

für das Geschäftsjahr 2025
29 Bestätigungsvermerk des

Abschlussprüfers
30 Impressum
PROJEKTBEISPIELE
  8 Hamburg, deine Flussnatur
10 Auenland Elbmarsch
12 Neue Trittsteine für den Schier-
lings-Wasserfenchel
14 Haseldorfer Vorland:

Raumgewinn für Schierlings-

Wasserfenchel
15 Grünland im Haseldofer

Vorland wird vielfältiger
Dieser Bericht wird gemäß § 13 Lebensraum Elbe-Stiftungsgesetz vorgelegt.
STIFTUNG LEBENSRAUM ELBE
16 Besseres Wassermanagement

in Nordkehdingen
17 Lühesand: Einladung für

Schwarzkopfmöwen
18 Die Alte Ilmenau wiederbeleben

Den Boden für Wiesenvögel

bereiten
19 Mehr Leben für Peute-Kanäle

und Hafen-Spundwände
20 Am Kanal: erstes Netzwerkfest

FlussZeit
1

A R B E I T S S C H W E R P U N K T 2 0 1 3
D I E S T I F T U N G L E B E N S R A U M E L B E
Die Stiftung Lebensraum Elbe wurde am 11. Mai 2010
von der Freien und Hansestadt Hamburg errichtet. Sie
ist eine rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts. Gemäß
dem Lebensraum Elbe-Stiftungsgesetz wird sie von der
Stadt Hamburg und der Hamburg Port Authority finan-
ziert. Das Grundkapital beträgt rund 21 Millionen Euro.
Zusätzlich erhält die Stiftung ein Prozent der Haushalts-
mittel für den Hochwasserschutz sowie fünf Prozent des
Hafengeldes – derzeit rund 3,0 Millionen Euro pro Jahr.
Die Stiftung hat den Zweck, zur Verbesserung des öko-
logischen Zustands der Tideelbe beizutragen. Über
Projektauswahl und -umsetzungen entscheiden der
Vorstand und ein elfköpfiger Stiftungsrat aus Vertretern
der Stadt, der Hafenwirtschaft und des Naturschutzes.
Neben dem Vorstand beschäftigt die Stiftung im März
2026 sieben Mitarbeiterinnen und neun Mitarbeiter.
Der Vorstand
Seit Juli 2013 steht Dr. Elisabeth Klocke der Stiftung
Lebensraum Elbe vor. Die promovierte Chemikerin war
zuvor rund 20 Jahre bei der Stadt Hamburg, insbesondere
im Umweltschutz, tätig. Sie gestaltete u. a. den „Inte-
grierten Bewirtschaftungsplan Elbeästuar“ maßgeblich
mit.
Der Stiftungsrat
Der Stiftungsrat besteht aus elf Mitgliedern. Fünf Mit-
glieder vertreten die Stadt oder die (Hafen-)Wirtschaft,
fünf Mitglieder die Naturschutzverbände. Darüber hin-
aus entscheidet der Senat über den Stiftungsratsvorsitz,
der diesen Gruppen nicht angehören darf.
Der Stiftungszweck
Die Stiftung trägt dazu bei, den ökologischen Zustand
der Tideelbe zu verbessern, die natürliche Vielfalt zu
bewahren und die einzigartigen Lebensräume der
Flusslandschaft zu stärken. Dazu gestaltet sie Ufer und
Vorländer naturnäher, wertet die Elbe und ihre Neben-
gewässer in ihrer ökologischen Struktur auf und fördert
die Entwicklung eines natürlicheren Tidegeschehens.
Sie kann dazu Maßnahmen durchführen, Grundstücke
erwerben, Maßnahmen Dritter fördern, im Auftrag
Dritter Maßnahmen planen und durchführen, die den
Stiftungszweck fördern, sowie Bildungs-, Informations-
und Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
DIE STIFTUNG LEBENSRAUM ELBE
Das Team der Stiftung Lebensraum Elbe: hinten v. l. Andreas Lampe, Johanna Knüppel, Lina Güssefeld, Henrik Hufgard,
Christina Pasquereau; vorn v. l. Dr. Mario Brillinger, Karsten Borggräfe, Markus Brüning, Dr. Elisabeth Klocke, Gerwin Obst,
Britta-Christina Sauer; nicht im Bild: Dr. Maik Bohne, Ronja Hallerbach, Karl Hottenrott, Dr. Philipp Jordan, Linde Köhne,
Katja Rostock, Indra von Bismarck-Osten
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DER STIFTUNGSRAT
Dr. Regina Dube, Stiftungsratsvorsitzende
Dr. Uwe Andreas, Verein zur Förderung von
Naturerlebnissen e. V.
Beatrice Claus, World Wildlife Fund
Claudia Flecken, Hamburg Port Authority
Wolfram Hammer, BUND Hamburg e. V.
Dr. Dirk Lau, Handelskammer Hamburg
Dominik Lucius, Unternehmensverband Hafen
Hamburg e. V.
Alexander Porschke, NABU Hamburg e. V.
Christina Ruddeck, Generaldirektion Wasserstraßen
und Schifffahrt
Kai Schmille, Gesellschaft für
ökologische Planung e. V.
Hans Stökl, Behörde für Umwelt, Klima,
Energie und Agrarwirtschaft
Der Stiftungsrat: Christina Ruddeck, Dr. Dirk Lau, Claudia Flecken, Dr. Regina Dube, Hans Stökl, Beatrice Claus,
Wolfram Hammer, Dominik Lucius; nicht im Bild: Dr. Uwe Andreas, Alexander Porschke, Kai Schmille
D E R S T I F T U N G S R AT
ZAHLEN & FAKTEN
Tideelbe-Spezialist:
der Schierlings-Wasserfenchel
1.987
6.087
unserer Ansiedlungs-
Standorte gedeihen die
Pflanzen besonders gut.
Exemplare haben wir von
2016 bis 2025 an gut
30 Standorten gepflanzt.
wild wachsende
Pflanzen zählten wir
an unseren Ansied-
lungs-Standorten
seit 2016.
An 9
Botanisch heißt der Schierlings-Wasserfenchel
Oenanthe conioides.
Verwandte Seele: die Wiebelschmiele
Die Wiebelschmiele, auch Elbe-Schmiele oder Tide-
Schmiele genannt, ist ein eher unscheinbares Süßgras.
Ihr botanischer Name ist Deschampsia wibeliana.
Sie kommt ausschließlich im Tidebereich der Unterelbe
vor und wächst im sandigen Bereich des Elbufers, gern
zwischen großen Steinen zur Uferbefestigung, auf Buhnen
oder auf Totholz. Weil es von diesen Standorten noch
reichlich gibt, ist sie – anders als der Schierlings-Wasser-
fenchel, der lichte Auwälder und Röhricht bevorzugt –
nicht gefährdet.
4
5

SCHIERLINGS-WASSERFENCHEL:
ZUR RETTUNG EINER RARITÄT
Er blüht von Juni bis August in weißen Dolden, wird
zwei Jahre alt und bis zu zwei Meter groß: der Schier-
lings-Wasserfenchel. Perfekt an die besonderen Bedin-
gungen der Tideelbe angepasst, kommt er weltweit nur
in ihrem Süßwasserbereich und an ihren tidebeeinflussten
Nebenflüssen vor. Die botanische Rarität bevorzugt vor
allem lichte Auwälder und strömungsberuhigte, schli-
ckige Standorte.
Solche Standorte sind durch menschliches Eingreifen –
etwa das Vertiefen der Fahrrinnen oder das Verlegen von
Deichen – äußerst selten geworden. In den letzten Jah-
ren wurden insgesamt nur noch 1.000 bis 6.000 Exem-
plare jährlich gezählt. Die Zahl der blühenden Pflanzen,
die zum Erhalt der Art beitragen, ist sehr viel kleiner. Die
Art ist vom Aussterben bedroht.
Die Stiftung Lebensraum Elbe setzt sich auf vielen Wegen
für das Überleben des Schierlings-Wasserfenchels ein:
Wir schützen bestehende Standorte – zum Beispiel
auf dem Overhaken: Hier haben wir an einem Uferab-
schnitt Buschkisten eingebaut, die den massiven Ufer-
abtrag eindämmen und so dazu beitragen sollen, dass
der benachbarte Schierlings-Wasserfenchel-Standort
erhalten bleibt.
Wir sondieren mögliche neue Standorte, an denen der
Schierlings-Wasserfenchel angesiedelt werden könnte.
Wir entwickeln neue Standorte – indem wir zum Bei-
spiel an geeigneten Orten das Gelände modellieren.
2025 haben wir drei solcher Trittsteine geschaffen: im
Finkenwerder Vorhafen, an der Flottbek im Jenischpark
und in Bishorst (siehe auch S. 12–14).
Die weißen Doldenblüten des Schierlings-Wasserfenchels sind auch bei Insekten beliebt
Wir kultivieren die Art, indem wir fachgerecht Samen
sammeln und vermehren lassen. Die gezogenen Pflan-
zen oder Samen der ersten Generation nutzen wir selbst
oder geeignete Projektträger für die Wiederansiedlung.
Wir siedeln die Arte neu an: 2025 haben wir in Drage
und am Wrauster Bogen junge Exemplare gepflanzt.
Ansiedlungsversuche unternehmen wir bereits seit 2016
– und dokumentieren sie lückenlos. Einige sind erfreuli-
cherweise sehr erfolgreich. An manchen Standorten ist
noch nicht absehbar, ob sich der Schierlings-Wasserfen-
chel dort dauerhaft etablieren wird.
Wir tauschen Erfahrungen aus: Im November 2025
luden wir – wie bereits 2018 und 2021 – Fachleute
aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg
ein, um das vorhandene Wissen über den Schierlings-
Wasserfenchel zu sammeln und zu teilen.
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2
1
3

  1 Ein idealer Standort: zeitweise überflutet,

am Schilfrand, im lichten Schatten von

Weiden
2    – 3  	Wir sammeln Schierlings-Wasserfenchel

Samen und ziehen Jungpflanzen ...

  4 ... die wir an geeigneten Stellen setzen
A R B E I T S S C H W E R P U N K T
4
Wo der Schierlings-Wasserfenchel
entlang der Tideelbe vorkommt,
zeigt unsere online abrufbare
Verbreitungskarte (Stand 2025):
Mehr zu unseren
Schierlings-Wasserfenchel-
Maßnahmen gibt es auf
unserer Website:
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Hamburgs Wasserläufe sind wertvolle Lebensadern für
Natur und Menschen – und vielfältigen Herausforderun-
gen ausgesetzt: etwa durch den Klimawandel, starke
menschliche Nutzungen oder Einträge aus dem Umfeld.
Hier setzt „Hamburg, deine Flussnatur“ an: Es möchte
die Gewässer mit ihren Auen als lebendige Naturräume
in Hamburg stärken und sie besser aus der freien Land-
schaft hinein in die verdichtete Stadt verbinden.
Für mehr Artenreichtum und Lebensqualität
Entstehen soll ein blau-grüner Biotopverbund mit leben-
digen Gewässerachsen. Das Ziel: mehr Raum im Gewäs-
ser und in den Auen, damit sich Lebewesen besser ent-
wickeln, sowie verbundene Gewässerkorridore, in denen
sie sich ungehindert bewegen können.
Die Basis für die Arbeit im Naturschutzgroßprojekt ist
ein Pflege- und Entwicklungsplan: über 500 Maßnahmen
entlang von acht Gewässerachsen mit rund 375 Kilo-
metern Uferlinie. „Hamburg, deine Flussnatur“ ist damit
eines der größten deutschen Naturschutzgroßprojekte
im urbanen Raum.

Von den geplanten Lösungen – wie neuen Flachwas-
serzonen oder naturnah verlängerten Gewässerläufen
– wird Hamburg umfassend profitieren. Ein besseres
Mikroklima, Frischluftachsen, Schutz vor extremen Wet-
terereignissen und mehr Rückzu