Deutsche Krebsgesellschaft und Bundesvereinigung Lebenshilfe fordern inklusivere Versorgung von Krebskranken in Deutschland; Ergebnisse liefern konkrete Handlungsempfehlungen für onkologische Einrichtungen

Fachverbände fordern inklusivere Versorgung Krebskranker | Presse und Politik

Fachverbände fordern inklusivere Versorgung Krebskranker

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe haben anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai auf Defizite in der onkologischen Versorgung hingewiesen. Im Fokus steht die Situation von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung. „Teilhabe bedeutet auch Teilhabe an medizinischer Versorgung“, betonte Konstanze Blatt, designierte Generalsekretärin der DKG. Niemand dürfe nach einer Krebserkrankung aufgrund von Barrieren von Nachsorgeangeboten ausgeschlossen sein.

Mit dem neu gestarteten Projekt „SeiTeil“ wollen beide Organisationen bestehende Versorgungslücken systematisch untersuchen. Erfasst werden sollen Erfahrungen und Bedarfe Betroffener, Angehöriger und Unterstützender, um darauf aufbauend konkrete Empfehlungen für eine inklusivere Versorgung nach einer Krebserkrankung zu entwickeln.

Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung erkrankten ähnlich oft an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung, doch die Versorgungsstrukturen seien oft nicht ausreichend auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet, heißt es seitens der beiden Organisationen. Herausforderungen zeigten sich insbesondere bei Aufklärung und Diagnostik, in der Kommunikation sowie bei der Einbindung Angehöriger. Dies könne etwa zu verspäteten Diagnosen und unzureichender Nutzung von Therapieangeboten führen.

Ein zentrales Element des Projektes ist die Einbindung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung als Co-Forschende. Diese sei entscheidend „um das Angebot wirklich inklusiv und an den Bedarfen der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ausgerichtet gestalten zu können“, erklärte Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. Die Untersuchungsergebnisse sollen Wissenslücken schließen und konkrete Handlungsempfehlungen für onkologische Einrichtungen liefern. Zudem ist geplant, Informationsmaterialien in leichter Sprache zu entwickeln.

Am Donnerstag debattiert der Bundestag in erster Lesung die Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Darin ist vorgesehen, die Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen zu verbessern, unter anderem auch beim Zugang zu medizinischen Dienstleistungen.(sr)

Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes

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