Christoph Steiner FPÖ stört Bischofspredigt in Zell am Ziller, Tirol; Eklat löste Debatte über Politik in Gottesdienst aus
FPÖ-Politiker stört Bischofspredigt mit Zwischenruf - katholisch.de
FPÖ-Politiker stört Bischofspredigt mit Zwischenruf
Zell am Ziller‐ Bei einem Volksfest hat ein FPÖ-Politiker seinen Unmut über die Predigt eines Bischofs lautstark geäußert. An der Kritik hält er fest: “Linke Agitation” gehöre nicht in eine Eucharistiefeier.
Der Zwischenruf eines Politikers bei einer Predigt des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler hat in Österreich für einen Eklat gesorgt. Wie die “Tiroler Tageszeitung” am Montag berichtete, nahm der Nationalratsabgeordnete derFreiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Christoph Steiner, am Sonntag am Gottesdienst beim Gauder Fest in Tirol teil. Das Fest im Zillertal ist eines der größten Brauchtumsfeste Österreichs.
Dabei soll Steiner mit einem lautstarken Zwischenruf die Predigt Glettlers gestört haben. “Wärst besser grüner Politiker geworden”, sagte Steiner laut “Tiroler Zeitung”. Gegenüber der Zeitung erklärte der FPÖ-Abgeordnete, er habe die Äußerung nicht geschrien, sondern unmittelbar nach der Predigt einer Sitznachbarin gesagt. Der Vizepräsident des Tiroler Landtags, Dominik Mainusch (ÖVP) widersprach dem und berichtete von einem für “alle hörbaren” Zwischenruf, der “zum Fremdschämen” war.
Laut “Tiroler Tageszeitung” hält der Politiker inhaltlich an seiner Kritik fest. Glettler habe 20 Minuten lang die FPÖ diskreditiert. “Das war der echte Skandal bei der Messe. Für mich als gläubiger und bekennender Katholik gehört parteipolitische linke Agitation nicht in eine Eucharistiefeier, das sollte der Bischof von Innsbruck verstehen und einsehen”, so Steiner.
Laut der Diözese Innsbrucksprach Glettler sich in seiner Predigt für mehr Zusammenhalt, aber gegen Spaltungstendenzen aus. Anstelle von “Abschottung in ideologische Blasen” brauche es mehr Begegnung und die gemeinsame Suche nach Lösungen. Ziel sei ein “Miteinander, das trägt” als Antwort auf wachsende Unsicherheit in der Gesellschaft. Angesichts von Verunsicherung und wachsender Polarisierung brauche es eine Haltung der Wachsamkeit: “Euer Herz lasse sich nicht verwirren”, zitierte Glettler laut Diözese aus der Bibel und warnte dabei vor politischen und gesellschaftlichen Akteuren, die vereinfachende Versprechen und Feindbildern benutzen. Die FPÖ erwähnte der Bischof laut Predigtmanuskript nicht namentlich. (cbr)
Immer top informiert: katholisch.de auf WhatsApp
Wir schicken Ihnen aktuelle Artikel kompakt und praktisch auf Ihr Smartphone mit unserem neuen WhatsApp-Angebot. Einfach über den Link oder QR-Code dem Kanal beitreten und nichts mehr verpassen.
Bischöfe in Österreich kritisieren FPÖ-Wahlslogan
“Wärst besser grüner Politiker geworden”
“Dieser Satz spielt mit einem Zitat aus der Bibel…”