OOWV modernisiert Kläranlage Holdorf; deutlich höhere Betriebssicherheit bei Starkregen
Mehr Stabilität bei Starkregen: OOWV modernisiert Kläranlage Holdorf
Mehr Stabilität bei Starkregen: OOWV modernisiert Kläranlage Holdorf
Auf der Kläranlage Holdorf laufen derzeit umfassende Sanierungsarbeiten an einem zentralen Nachklärbecken. Mit der Maßnahme reagiert der OOWV auf veränderte Anforderungen im Betrieb und investiert rund 150.000 Euro in die Optimierung der Reinigungsleistung. Ziel ist es, die Anlage insbesondere bei Starkregenereignissen stabiler und leistungsfähiger aufzustellen.
Im sogenannten Nachklärbecken, der letzten Stufe der Abwasserreinigung, wird das Wasser von Schwebstoffen befreit. Der Belebtschlamm setzt sich am Boden ab, während das gereinigte Wasser anschließend in den Vorfluter abgeleitet wird. Unter normalen Bedingungen funktioniert dieser Prozess zuverlässig. In der Vergangenheit zeigte sich jedoch, dass bei stark erhöhtem Zulauf infolge intensiver Regenfälle die Strömungsverhältnisse im Becken aus dem Gleichgewicht geraten konnten.
„Bei erhöhtem Zulauf kam es zu turbulenten Strömungen, die den Absetzvorgang gestört haben“, erläutert Anlagenkoordinator Christian Kettler. Ursache hierfür war ein bestehendes Einlaufbauwerk, eine sogenannte Coanda-Tulpe, die unter veränderten hydraulischen Bedingungen nicht mehr optimal arbeitete.
Um die Problematik genauer zu analysieren, wurde in Abstimmung mit der Fachabteilung eine computerbasierte Strömungssimulation durchgeführt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Für eine dauerhaft stabile Betriebsweise muss das Einströmverhalten des Wassers im Becken grundlegend angepasst werden. „Die Auswertungen haben gezeigt, dass wir auch bei wechselnden Belastungen eine gleichmäßige Strömung sicherstellen müssen. Deshalb ersetzen wir das bestehende System durch ein neu entwickeltes Einleitbauwerk“, erklärt Projektleiter Gerold Eiben.
Für die Umsetzung der Baumaßnahme wurde das Nachklärbecken zunächst vollständig außer Betrieb genommen, entleert und gründlich gereinigt. In einem körperlich anspruchsvollen Einsatz entfernte das Betriebspersonal innerhalb kurzer Zeit den abgesetzten Belebtschlamm vom Beckenboden und schuf so die Voraussetzungen für die weiteren Arbeiten. Anschließend begann der Rückbau der alten Technik. Mithilfe eines Autokrans wurde die rund 250 Kilogramm schwere Coanda-Tulpe aus dem Becken gehoben. Parallel dazu läuft bereits die Installation des neuen Einlaufbauwerks.
Die Umsetzung wird maßgeblich von einem engagierten Team vor Ort getragen. Die Mitarbeitenden begleiten das Projekt von der ersten Bedarfsmeldung über die Planung bis hin zur praktischen Umsetzung. Sie koordinieren die Zusammenarbeit mit der beauftragten Fachfirma und stellen gleichzeitig sicher, dass der Betrieb der Kläranlage auch während der Bauphase zuverlässig weiterläuft. „Das ist eine starke Teamleistung, die oft im Hintergrund bleibt“, betont Hans-Bernd Giere, Leiter der Kläranlagen Holdorf, Damme und Bakum. „Die Kolleginnen und Kollegen übernehmen hier Verantwortung über alle Projektphasen hinweg und gewährleisten parallel die sichere Abwasserreinigung.“
Begleitet wird das Projekt auch von neuen Mitarbeitenden: So ist unter anderem eine Kollegin aus der Anlagentechnik im Rahmen ihres Onboardings aktiv in die Maßnahme eingebunden und sammelt dabei wertvolle praktische Erfahrungen.
Mit der Modernisierung stellt der OOWV sicher, dass die Kläranlage Holdorf auch künftig den steigenden Anforderungen gerecht wird. „Die zuverlässige Einhaltung der Einleitwerte ist ein zentraler Beitrag zum Gewässerschutz“, unterstreicht Regionalleiter Kay Schönfeld.
Die Arbeiten sollen voraussichtlich in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Im Anschluss geht die Anlage wieder in den regulären Betrieb über – dann mit optimierten Strömungsverhältnissen und einer deutlich höheren Betriebssicherheit, auch bei zunehmenden Wetterextremen.