Thüringer HC erzwang drittes Playoff-Spiel gegen HSG Blomberg-Lippe in Salza Halle; Entscheidungsspiel in Blomberg nötig
Thüringer HC erzwingt Entscheidungsspiel : Thüringer Handball Club – Willkommen beim THC
Der Thüringer HC hat im zweiten Playoff-Halbfinale der Handball-Bundesliga Frauen Moral, Kampfgeist und Nervenstärke bewiesen. Mit einem hart erkämpften 29:28 (14:15) gegen die HSG Blomberg-Lippe sicherte sich das Team von Trainer Herbert Müller die Chance auf den Finaleinzug und erzwang ein entscheidendes drittes Spiel.
Vor stimmungsvoller Kulisse startete der THC mutig und setzte früh auf das taktische Mittel des Sieben-gegen-Sechs. Die offensive Ausrichtung zeigte Wirkung: Über Außen (Anna Szabo) und den Kreis (Josefine Hanfland) erspielten sich die Thüringerinnen eine schnelle Führung. Blomberg antwortete jedoch mit hohem Tempo im Umschaltspiel, sodass sich bereits in der Anfangsphase ein offener Schlagabtausch entwickelte. In der 5. Minute trat Johanna Reichert zum Siebenmeter an und erzielte ihr 1000stes Tor für den Thüringer HC. Nach zehn Minuten stand es 6:6. Beide Teams agierten mit großer Intensität in der Defensive, was sich in Zeitstrafen und Verwarnungen widerspiegelte. Kleine Unstimmigkeiten mit den Schiedsrichterentscheidungen brachten den THC phasenweise aus dem Rhythmus, sodass sich Blomberg Mitte der ersten Hälfte leicht absetzen konnte. Dennoch blieb die Partie eng. Zur Halbzeit lagen die Gastgeberinnen nur knapp mit 14:15 zurück.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung hochklassig und ausgeglichen. Der THC zeigte große Moral, ließ sich nicht abschütteln und arbeitete sich Tor um Tor zurück ins Spiel. In der 33. Minute gelang der verdiente Ausgleich, wenig später sogar die eigene Führung. Eine Zeitstrafe gegen Anika Niederwieser brachte die Halle zum Kochen. Die Rote Wand äußerte lautstark ihren Unmut. Besonders in der Offensive überzeugte der THC mit variabler Spielgestaltung, während defensiv wichtige Ballgewinne gelangen. Allerdings blieb das Risiko des Sieben-gegen-Sechs sichtbar: Blomberg nutzte mehrfach die Chance auf Treffer ins verwaiste Tor.In der Schlussphase entwickelte sich ein echter Playoff-Krimi. Die Führung wechselte mehrfach, beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Ball. In dieser entscheidenden Phase übernahm vor allem die Defensive des THC Verantwortung. Die zweite Zeitstrafe gegen Abwehrchefin Anika Niederwieser brachte den Trainerstab und die Zuschauer in der Salza Halle in Wut und Rage gegenüber den Entscheidungen der Unparteiischen. Torhüterin Laura Kuske avancierte mit mehreren Paraden zur Schlüsselspielerin und hielt ihr Team im Spiel. Trotz vergebener Möglichkeiten – darunter ein nicht verwandelter Siebenmeter – bewahrte der THC die Ruhe. Coach Herbert Müller musste vor der Crunchtime seine Damen nochmal zum Team Timeout holen, um die Marschrichtung für die letzten verbleibenden Minuten festzulegen. In der letzten Minute verteidigten die Thüringerinnen ihren knappen Vorsprung mit großer Leidenschaft und sicherten sich schließlich den 29:28-Erfolg
Mit diesem Heimsieg hält der Thüringer HC seine Finalträume am Leben. Die Entscheidung um den Einzug ins Endspiel fällt nun in einem dritten Spiel in Blomberg. Dort wird sich zeigen, welches Team die größere Konstanz und Nervenstärke aufbringen kann. Für den THC ist klar: Mit einer Leistung wie in diesem umkämpften Duell ist der Traum vom Finale weiterhin greifbar.
Thüringer HC:Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Lotta Heider 3, Julie Holm, Giulia Guarieiro, Anika Niederwieser, Luca Farago 1, Rikke Hoffbeck Petersen 1, Natsuki Aizawa 3, Kim Ott, Anna Szabo 3, Johanna Reichert 11
5, Dilayla Alarslan, Josefine Hanfland 3, Csenge Kuczora,Kelly De Abreu Rosa 4
HSG Blomberg-Lippe:Melanie Veith, Lara-Sophie Lepschi, Nicole Roth; Laura Rüffieux, Andrea Jacobsen 5, Diana Dögg Magnusdottir 2, Nieke Kühne 5, Maxi Mühlner 2, Ona Vegue i Pena4
1, Carolin Jaron, Nuria Bucher, Judith Tietjen, Malin Sandberg, Alexia Hauf 2, Elin Rosa Magnusdottir 4, Farrelle Alicia Njinkeu 4
Schiedsrichter: Thomas Kern, Thorsten Kuschel
Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring