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title: "Wissenschaftler der Universität Osnabrück zeigen, dass Pflanzen Ergothionein selbst herstellen; Neue Zuchtwege für stressresistente Nutzpflanzen"
sdDatePublished: "2026-05-04T09:08:00Z"
source: "https://www.uni-osnabrueck.de/campusleben/uni-news/detailseite-news/2026/05/wissenschaftler-widerlegen-annahme-pflanzen-koennen-ergothionein-selbst-herstellen"
topics:
  - name: "college and university"
    identifier: "medtop:20000405"
locations:
  - "Osnabrück"
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Wissenschaftler der Universität Osnabrück zeigen, dass Pflanzen Ergothionein selbst herstellen; Neue Zuchtwege für stressresistente Nutzpflanzen

Wissenschaftler widerlegen Annahme: Pflanzen können Ergothionein selbst herstellen: Uni Osnabrück

Wissenschaftler widerlegen Annahme: Pflanzen können Ergothionein selbst herstellen

Das Forschungsteam der AG Botanik hat gezeigt, dass zahlreiche Pflanzen das Antioxidans Ergothionein (EGT) selbst produzieren. Bislang galt EGT ausschließlich als ein Produkt, das von Pilzen und bestimmten Bakterien synthetisiert wird.

EGT ist ein starkes Antioxidans mit vielfältigen Vorteilen für den Menschen, für das daher der Begriff ‚longevity vitamin‘ vorgeschlagen wurde: es schützt Zellen vor oxidativem Stress und Entzündungen und kann so altersbedingte Erkrankungen wie Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen abmildern. Durch umfassende Genanalysen identifizierten die Wissenschaftler die beiden Schlüsselgene EGT1 und EGT2 für die EGT-Synthese auch in verschiedenen Pflanzengruppen.

Mittels hochsensitiver Massenspektrometrie wurde dann weiterführend die Synthese dieses Moleküls in verschiedenen Pflanzengruppen nachgewiesen. „Unsere Daten zeigen, dass entgegen der bisherigen Annahmen, Pflanzen EGT selbst produzieren, welches unser Verständnis von pflanzlichen Antioxidans-Systemen verändert“, erklärt Prof. Dr. Sabine Zachgo, Leiterin der AG Botanik und Direktorin des Botanischen Gartens an der Universität Osnabrück.

Bei der Alge Klebsormidium nitens und dem Blasenmützenmoos Physcomitrium patens führten hohe Lichtbelastungen und erhöhte Temperaturen zu einem deutlichen Anstieg der EGT-Produktion. „Unsere Beobachtungen legen nahe, dass EGT in Pflanzen als Teil der antioxidativen Abwehr gegen auftretende Stressoren dient – welches angesichts zunehmender Klimaextreme von großer praktischer Bedeutung ist“, betont der Erstautor der Studie, Dr. Cilian Kock. Die Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für weitere Analysen zur Funktion von EGT in Pflanzen als auch für die Entwicklung stressresistenter Nutzpflanzen und die Pflanzenzüchtung.

Die Ergebnisse wurden am 28. April im Fachjournal Plant Biology, der Zeitschrift der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DOI:10.1111

Weitere Informationen für die Medien:Prof. Dr. Sabine Zachgo, Universität OsnabrückAG Botanikszachgo@uni-osnabrueck.de