Caritas in Lüdenscheid feiert 20 Jahre AGH; 520 Teilnehmende in 20 Jahren

Jubiläum: Arbeitsgelegenheiten helfen beim Neustart ins Berufsleben

Pressemitteilung Lüdenscheid Arbeitsgelegenheiten helfen beim Neustart ins Berufsleben Caritas in Lüdenscheid feiert 20 Jahre AGH für langzeitarbeitslose Menschen, die besondere Unterstützung brauchen – ein Konzept, das wirkt. Erschienen am: 05.05.2026 Herausgeber: Caritasverband für das Bistum Essen e.V. Stabsstelle Information & Kommunikation Am Porscheplatz 1 45127 Essen +49 201 81028 - 719 +49 201 81028 - 719 presse@caritas-essen.de http:

Arbeitsgelegenheiten helfen beim Neustart ins Berufsleben

Caritas in Lüdenscheid feiert 20 Jahre AGH für langzeitarbeitslose Menschen, die besondere Unterstützung brauchen – ein Konzept, das wirkt.

20 Jahre Menschen durch Arbeitsgelegenheiten (AGH) neue Perspektiven schenken - dieses Jubiläum hat der Caritasverband Altena-Lüdenscheid am Dienstag, 5. Mai 2026, mit Gästen der Caritas, den Kooperationspartnern und ehemaligen AGH-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern gefeiert.

Stefanie Siebelhoff, Jürgen Krauß und Stefan Hesse (Personenv.l.n.r.)Caritas | Nicola van Bonn

Die AGHs sind ein Instrument, um langzeitarbeitslose Menschen wieder ins Arbeitsleben einzugliedern. Insgesamt zwölf Beschäftigungsmöglichkeiten bietet der Caritasverband derzeit in unterschiedlichen Aufgabenfeldern an. Dazu gehören hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Garten- und Landschaftsbau, das Upcycling-Projekt “EINZIGWARE” und der Stromspar-Check. Ziel ist es, Langzeitarbeitslosen nicht nur eine Alltagsstruktur zu ermöglichen, sondern mit ihnen Schritt für Schritt neue Lebens- und Arbeitsperspektiven zu entwickeln. Das geschieht durch intensive Betreuung und individuelle Beratung.

Rund 520 Teilnehmende in 20 Jahren

Stefan Hesse, Direktor des Caritasverbandes für das Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid, ist davon überzeugt, dass die AGHs genau deshalb so erfolgreich sind: “In den vergangenen 20 Jahren haben wir in unserem Verband rund 520 individuelle Wege begleitet - jede dieser Geschichten steht für einen Menschen, der zunächst oft von großen Selbstzweifeln geprägt war und durch eine Arbeitsgelegenheit wieder Wertschätzung erfahren durfte. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele ihre eigenen Fähigkeiten wieder neu entdecken, persönliche Stärken entwickeln und dadurch nicht nur berufliche Anschlussfähigkeit gewinnen, sondern auch ihre persönliche Entwicklung voranbringen. Dabei wirkt die AGH weit über den Einzelnen hinaus: Sie stabilisiert Familiensysteme, eröffnet neue Perspektiven und hilft, Würde und Sinn im eigenen Tun wiederzufinden.”

Wie eine AGH wieder Stabilität ins Leben bringen kann, hat Caritas-Mitarbeiter Jürgen Krauß selbst erlebt. Vor 14 Jahren ist er als Teilnehmer einer Arbeitsgelegenheit zur Caritas gekommen - und geblieben. Der 61-Jährige leitet heute die zwölf Männer und Frauen an, die in unterschiedlichen Aufgabenbereichen wieder ans Arbeitsleben herangeführt werden.

Nach der beruflichen Insolvenz und einer zerbrochenen Ehe war Krauß in die Langzeitarbeitslosigkeit abgerutscht und hatte wenig Hoffnung, noch einmal auf die Beine zu kommen. “Ich bin in ein tiefes Loch gefallen”, gibt er offen zu. Dass ihm so etwas passieren könnte, sei ihm vorher nie in den Sinn gekommen. Auf der Karriereleiter sei er immer zielstrebig nach oben geklettert. Nach der Lehre zum Koch durchlief er mehrere Stationen im Einzelhandel, wurde Marktleiter der Filiale einer großen Supermarktkette und machte sich schließlich im Versicherungsbereich selbstständig, bis der berufliche und private Zusammenbruch ihm den Boden unter den Füßen wegzog.

Dass er bei der Caritas Altena-Lüdenscheid eine AGH antreten durfte, ist für ihn aus heutiger Sicht ein Glücksfall. Der damalige Koordinator der AGHs habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, den Bereich Stromspar-Check neu aufzubauen. “Das war eine sehr bodenständige Arbeit”, so Krauß, aber er habe seine Bürokenntnisse und Organisationsstärke einsetzen können. Nach Ablauf der AGH absolvierte er noch einen Freiwilligendienst bei der Caritas und engagierte sich weiterhin ehrenamtlich im Tagesaufenthalt für wohnungslose Menschen. “Für mich ist es sinnerfüllend, anderen zu helfen.” Seit acht Jahren ist er bei der Caritas fest angestellt und leitet selbst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AGHs an. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie wichtig es ist, sich mit seinen Fähigkeiten einbringen zu können und dafür Anerkennung zu bekommen. “Das hast Du gut gemacht - dieser Satz klingt so profan, aber er ist so wichtig!”, sagt Krauß.

Begleitung und Beratung sind entscheidend

“Arbeitsgelegenheiten dienen dazu, Struktur und Stabilität im Alltag wiederzuerlangen”, betont auch Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen. “Sie entfalten ihren Wert dort, wo sie gezielt ausgebaut und als Chance genutzt werden, Menschen nach langer Arbeitslosigkeit wieder Perspektiven zu eröffnen. Entscheidend ist dabei eine verlässliche und fachlich fundierte Begleitung, damit die Teilnehmenden Schritt für Schritt neues Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln können”, so Siebelhoff.

Für die Caritas in Lüdenscheid ist es eine positive Bestätigung ihrer Arbeit, dass die derzeit zwölf AGH-Plätze demnächst um sieben weitere erhöht werden. Caritasdirektor Stefan Hesse: “Wir stellen den Menschen mit seinen individuellen Fähigkeiten in den Mittelpunkt - das macht den Erfolg unserer AGHs aus.”

Geben Sie einen Suchbegriff ein und Sie erhalten passende Pressemeldungen aus Ihrem Bundesland.

Sie suchen eine Einrichtung oder einen Dienst vor Ort? Geben Sie einen Suchbegriff oder eine Postleitzahl ein – oder Sie wählen unten den passenden Hilfebereich aus.

Caritasverband für das Bistum Essen e.V.Stabsstelle Information & KommunikationAm Porscheplatz 145127 Essen

+49 201 81028 - 719